KGNW: Bund treibt Kliniken noch tiefer in die Defizitkrise





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KGNW: Bund treibt Kliniken noch tiefer in die Defizitkrise

NRW-Krankenäuser können auf Erlösverluste nur mit Leistungsabbau reagieren (KGNW).



KGNW-Präsident Ingo Morell warnt nach dem Beschluss des GKV-Spargesetzes, drei von vier NRW-Krankenhäusern schrieben bereits rote Zahlen – das Gesetz zementiere die Defizitkrise und zwinge die Kliniken zu Personalabbau und Leistungseinschränkungen.



KGNW: GKV-Spargesetz treibt NRW-Kliniken tiefer ins Defizit – Land muss einspringen

Düsseldorf, 10. Juli 2026

Den Häusern werden 2027 laut KGNW bis zu 4,6 Milliarden Euro an Sparbeiträgen entzogen, zusätzlich entfällt der befristete Inflationsausgleich von vier Milliarden Euro – die auf den letzten Metern ausgehandelten Zugeständnisse ändern daran nach Einschätzung Morells nichts Wesentliches.

Besonders gefährdet seien strukturell defizitäre, aber versorgungsnotwendige Bereiche wie Geburtshilfe, Pädiatrie, Palliativmedizin und ambulante Notfallversorgung, die viele Häuser nicht mehr länger intern subventionieren könnten, ohne ihre Existenz zu riskieren.

Morell kritisiert, die Bundesregierung drücke sich um ihre Finanzschuld für versicherungsfremde Leistungen von zwölf Milliarden Euro und lasse stattdessen Versicherte und Leistungserbringer zahlen.

Die KGNW fordert die NRW-Landesregierung auf, die finanzielle Absicherung der Daseinsvorsorge zu übernehmen und betont: Der Krankenhausplan sei ein Versprechen des Landes an die Bevölkerung – ein Rückzug auf wenige bedarfsnotwendige Häuser wäre nur ein Notbetrieb.

Die Stellungnahme ist die erste Reaktion eines Landesverbands nach dem tatsächlichen Gesetzesbeschluss und setzt die bisher primär auf den Bund gerichtete Kritik konsequent in eine Forderung an die Landesebene um.

Dass Morell die Landesregierung nun explizit in die Pflicht nimmt, ist folgerichtig: Wenn der Bund die Finanzierungsverantwortung faktisch auf Länder und Kommunen abwälzt, muss die Landespolitik reagieren, sonst bleibt das Versprechen des Krankenhausplans gegenüber der Bevölkerung eine leere Hülle.

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