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Klinikmanager stellen Politik schlechtes Zeugnis aus

Crunchtime Krankenhaus-Radar 2026 (Crunchtime Communications).



Mit der für den 27. März 2026 erwarteten Entscheidung des
Bundesrats zum Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) will die Bundesregierung
die Voraussetzungen für die dringend benötigte Transformation der deutschen
Krankenhauslandschaft schaffen. Während die Bundespolitik das KHAG als
entscheidenden Durchbruch feiert, fällt das Urteil der kommunalen Klinikmanager:innen
ernüchternd aus: 36 % sehen im Anpassungsgesetz eine Verschlechterung der
Krankenhausreform, 41 % nehmen keine wesentliche Veränderung wahr. Auch insgesamt
wird die Reform kritisch bewertet, nur 6 % sehen die inhaltlichen Schwerpunkte und
Maßnahmen „überwiegend positiv“.
Demnach haben vier Jahre politische Debatte nicht nur viel Zeit gekostet, sondern kaum
Verbesserung gebracht. Während der Handlungsdruck weiter steigt und viele Kliniken zu
weitreichenden Veränderungen zwingt, kritisieren die Klinikmanager:innen fehlende politische
Klarheit, unzureichende Unterstützung und wachsenden wirtschaftlichen Druck.
Das geht aus der aktuellen Studie „Crunchtime Krankenhaus-Radar 2026“ hervor, die die
Kommunikationsberatung Crunchtime in Kooperation mit der Universität Hohenheim
durchgeführt hat. Die Ergebnisse zeigen: Die Reform trifft auf ein System, das unter
existenziellem Druck steht und hohe Erwartungen an die politischen Rahmenbedingungen
stellt. Diese sehen die befragten Klinikmanager:innen alles andere als erfüllt.
Die Kernergebnisse der Studie:
• Schlechtes Zeugnis für die Politik: Lediglich 6 % der Manager bewerten die
Reforminhalte uneingeschränkt positiv. Das aktuelle Anpassungsgesetz (KHAG) wird
mit großer Skepsis betrachtet: 41 % glauben, dass es die Situation kaum verändert,
während 36 % sogar eine Verschlechterung der Reform befürchten.
• Existenzielle Instabilität: Nur 10 % der kommunalen Kliniken sieht sich stabil
aufgestellt; für das laufende Jahr erwarten 88 % weitere Konsolidierung,
Zusammenschlüsse oder sogar Schließung. Den Druck zur Veränderung beschreiben
72 % der Kliniken als hoch.
• Hohe politische Abhängigkeit auf allen Ebenen: 77 % identifizieren finanzielle
Restriktionen und 75 % politische Unklarheit als die größten Hemmschuhe für die
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dringend notwendige Transformation. Auf Bundesebene fehlen den Befragten klare
gesetzliche Rahmenbedingungen und Orientierung (nur 2 % bewerten die Vorgaben
zur Umsetzung der Reform als angemessen). 47 % nehmen kaum oder keine
Unterstützung seitens ihrer Landesregierung wahr. 68 % geben an, dass lokalpolitische
Reaktionen vor Ort notwendige Entscheidungen „oft“ oder „sehr oft“ verzögern.
Prof. Dr. Frank Brettschneider vom Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität
Hohenheim betont die Bedeutung klarer Rahmenbedingungen für erfolgreiche Veränderung:
„Viele Krankenhäuser stehen unter starkem Druck. Anstehende Veränderungen verunsichern
sowohl die Mitarbeitenden als auch die Bevölkerung – insbesondere im ländlichen Raum. In
solchen Zeiten braucht es Orientierung. Eine klare und orientierende Kommunikation wird
jedoch erschwert, wenn die politischen Rahmenbedingungen unklar bleiben oder sich
wiederholt ändern. Das tun sie aber. Damit leiden Krankenhäuser unter den gleichen
Schwierigkeiten, die Infrastrukturprojekte in den Bereichen Verkehr und Energie seit Jahren
erleben. Nötig wären: politische Klarheit, verlässliche Rahmenbedingungen und dann eine
verständliche, dauerhafte und orientierende Kommunikation der Krankenhäuser nach innen
und nach außen.“
Johannes Fischer, geschäftsführender Gesellschafter von Crunchtime Communications,
ergänzt: „Wir erleben ein lähmendes Entscheidungs-Vakuum für kommunale Kliniken. Das
Management in den Kliniken ist durchaus bereit, auch schwierige Entscheidungen zu treffen
und tiefgreifende Veränderungen umzusetzen. Doch viele sehen sich zwischen unklaren
Vorgaben von Bund und Ländern und lokalpolitischer Scheu gefangen.
Diese Wahrnehmung ist nachvollziehbar, hilft aber nicht weiter. Spätestens als die neue
Bundesgesundheitsministerin zur Reform der Reform ausgeholt hat, war klar: Wer auf die
Politik wartet, kann lange warten – und auch jetzt ist längst noch nicht alles klar.
Krankenhäuser, die nicht auf die Reform gewartet haben, haben heute zwei bis drei Jahre
Vorsprung. Mutige und proaktive Entscheidungen und Kommunikation zahlen sich aus, auch
wenn sie Kritik und Widerstand auslösen. Denn auch Kritik und Widerstand lässt sich durch
frühzeitige und aktive Kommunikation besser begegnen als im Verteidigungsmodus.“
Über die Studie:
Die Ergebnisse des Crunchtime Krankenhaus-Radar 2026 basieren auf einer quantitativen
Befragung unter allen öffentlich getragenen Kliniken in Deutschland. Befragt wurden 227
Vertreter:innen aus kaufmännischer oder medizinischer Geschäftsführung, Vorstand und
Direktorium; geantwortet haben 51 (das entspricht einer Rücklaufquote von 23 %).
Befragungszeitraum: Januar / Februar 2026
Der vollständige Studienbericht kann hier angefordert werden:
www.crunchtime-communications.com/crunchtime-krankenhaus-radar-2026

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Über die Autoren:
Prof. Dr. Frank Brettschneider ist Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationswissenschaft
an der Universität Hohenheim. Er forscht und berät zu Verständlichkeit, Bürgerbeteiligung und
Kommunikation in komplexen Entscheidungsprozessen, Bau- und Infrastrukturprojekten.
Er ist unter anderem Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat für Zivilgesellschaft und
Bürgerbeteiligung der Landesregierung Baden-Württemberg.
Kontakt für Rückfragen: frank.brettschneider@uni-hohenheim.de
Johannes Fischer ist Lehrbeauftragter für Krisenkommunikation an der Universität
Hohenheim und Geschäftsführer der Crunchtime Communications GmbH, einer auf Krisen-,
Restrukturierungs- und Veränderungskommunikation spezialisierten Strategieberatung. Das
Team um Johannes Fischer begleitet Transformationen im Krankenhauswesen, unterstützt in
akuten Krisenlagen und trainiert Führungskräfte sowie Kommunikationsteams in Krisen- und
Transformationskommunikation.
Kontakt für Rückfragen: jf@crunchtime-communications.com
Über Crunchtime
Crunchtime Communications ist auf die Kommunikation in erfolgsentscheidenden
Unternehmenssituationen spezialisiert. Dazu zählen insbesondere Krisen, Restrukturierungen
und strategische Veränderungen. Zudem unterstützt Crunchtime Unternehmen in der
Krisenprävention und -vorbereitung und trainiert Kommunikatoren und Führungskräfte in der
Krisen- und Veränderungskommunikation.
Mehr Informationen: www.crunchtime-communications.com

Quelle: Crunchtime Communications, 26.03.2026

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