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Krankenhäuser blicken mit Sorge auf die steigende Zahl an Neuinfektionen

Krankenhäuser blicken mit Sorge auf die steigende Zahl an Neuinfektionen (Deutsche Krankenhausgesellschaft).

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Dr. Gerald Gaß, hat sich besorgt über die deutlich steigende Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus geäußert. Der neuerliche Anstieg auf jetzt 6000 neue Infektionen...

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Dr. Gerald Gaß, hat sich besorgt über die deutlich steigende Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus geäußert. Der neuerliche Anstieg auf jetzt 6000 neue Infektionen pro Tag zeigt die ungebrochene Dynamik bei der Ausbreitung des Virus in Deutschland. Wir
wissen aus der ersten Welle der Pandemie, dass diese steigenden Neuinfektionen
in einem Zeitversatz von etwa 14 Tagen auch in den Krankenhäusern ankommen.

Schon jetzt sehen wir eine Verdopplung der Neuaufnahmen infizierter Patienten
zur Vorwoche. Auch die Zahl der COVID-19 Behandlungen in den Intensivstationen
nimmt deutlich zu. Wir müssen davon ausgehen, dass wir schon im November die
Zahl von rund 2000 Intensivpatienten mit Coronainfektion erreichen werden. Dann
sind wir nicht mehr weit von der Höchstzahl aus dem Frühjahr entfernt.

Bei einer weiter steigenden Zahl an Neuinfektionen auf mehr als 10.000 pro Tag
wird es für die Gesundheitsämter nicht mehr möglich sein, die Infektionslage
durch Kontaktverfolgung im Griff zu behalten. Dann droht entweder die
unkontrollierte Ausbreitung in der gesamten Bevölkerung oder ein erneuter und
vielleicht noch drastischerer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Lockdown
als im Frühjahr. „Nicht nur mit dem Blick auf die mögliche Überforderung
unserer Krankenhauskapazitäten müssen wir diese Situation dringend vermeiden.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft unterstützt deshalb die gestern
beschlossenen politischen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus mithilfe von
Kontaktbeschränkungen“, so Gaß.

Die Vorbereitung der Kliniken auf weiter steigende Patientenzahlen läuft
planmäßig. „Die Krankenhäuser haben sich auf die vor uns liegenden Monate
vorbereitet und profitieren dabei von den Erfahrungen aus dem Frühjahr. Durch
den Aufbau von Reservekapazitäten gerade im Intensivbehandlungsbereich verfügen
wir über deutlich mehr Beatmungsbetten, als dies noch im März der Fall war.
Insgesamt sind mehr als 10.000 Beatmungsbetten aufgestockt worden. Ein Problem
bleibt aber die Ausstattung dieser zusätzlichen Kapazitäten mit dem
entsprechenden Fachpersonal. Eine gewisse Entspannung konnte dadurch erreicht
werden, dass Beschäftigte in Kurzqualifikationen für den Einsatz in Teams im
Intensivbereich vorbereitet wurden. Wir werden aber von unseren
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erneut eine große Flexibilität und
Einsatzbereitschaft abverlangen müssen, um in dieser Ausnahmesituation den
Schutz der Bevölkerung zu organisieren“, so Dr. Gerald Gaß.

Es wurden organisatorische Maßnahmen getroffen, um Infektionen in den Kliniken
selbst zu vermeiden. Die Behandlung infizierter Patienten erfolgt strikt
getrennt und auch der Infektionsschutz für die Krankenhausmitarbeiter wurde
optimiert. Die Bevorratung von persönlicher Schutzausrüstung und
Desinfektionsmitteln ist aktuell gut und auch die weiteren Lieferungen sind
derzeit gesichert. „In der ersten Pandemiewelle wurden regionale Netzwerke
zwischen Krankenhäusern etabliert, die sich bei der Behandlung der Patientinnen
und Patienten hervorragend unterstützt haben. „Von dieser Netzwerkstruktur
werden wir auch in einer zweiten Welle profitieren. Die Krankenhäuser werden
auch weiterhin die Verantwortung für die Patientinnen und Patienten im
Regelsystem übernehmen. Anders als im Frühjahr wollen wir keinen plötzlichen
Lockdown in den Kliniken selbst erleben. Wenn wir geplante Behandlungen absagen
müssen, soll dies im engen Austausch mit den niedergelassenen Ärzten und den
Patientinnen und Patienten selbst erfolgen“ erklärt der Präsident der DKG mit
Blick auf die kommenden Wochen.

Bei all dem was auf die Kliniken zukommt brauchen sie auch die Unterstützung
der Politik und der Krankenkassen. Dabei geht es um das Aussetzen
bürokratischer Hemmnisse beim flexiblen Personaleinsatz und MDK-Prüfungen
ebenso, wie um die Fortsetzung und Wiedereinführung des finanziellen
Rettungsschirms, dessen wesentlichen Elemente zum Ende September ausgelaufen
sind. „Wir setzen uns dafür ein, dass die erfolgreiche Arbeit des vom
Bundesgesundheitsminister eingesetzten Corona-Beirats zur Lösung dieser Fragen
spätestens im November erneut zusammentrifft“, so der Präsident der DKG.

Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft, 15.10.2020

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erschienen am Donnerstag, 15.10.2020
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