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Krankenhausfinanzierung hat Priorität in der nächsten Legislaturperiode

Krankenhausfinanzierung hat Priorität in der nächsten Legislaturperiode (DEKV).

Krankenhausfinanzierung und Krankenhausstruktur in Deutschland müssen zukunftsfähig und wirtschaftlich aufgestellt werden. Dreizehn Prozent der Krankenhäuser in Deutschland waren im Jahr 2019 von Insolvenz bedroht, insgesamt 40 Prozent waren finanziell gefährdet....

Krankenhausfinanzierung und Krankenhausstruktur in Deutschland müssen zukunftsfähig und wirtschaftlich aufgestellt werden. Dreizehn Prozent der Krankenhäuser in Deutschland waren im Jahr 2019 von
Insolvenz bedroht, insgesamt 40 Prozent waren finanziell gefährdet. Diese
Ergebnisse des „Krankenhaus Rating Reports 2021“ zeigen: Beim Thema
Krankenhausfinanzierung und Krankenhausstruktur besteht dringender
Handlungsbedarf. Im Wahlprogramm, das CDU und CSU am 21. Juni 2021 vorgestellt
haben, wird dem Rechnung getragen, indem die bedarfsgerechte und
flächendeckende Versorgung sowohl in der Krankenhausplanung als auch in der
Krankenhausfinanzierung berücksichtigt werden soll. „Wir begrüßen, dass alle
Parteien dem Thema Krankenhausfinanzierung und Krankenhausstruktur eine hohe
Priorität in der kommenden Legislaturperiode einräumen und eine Lösung
herbeiführen möchten. Laut Bundesrechnungshof beträgt die
Länderinvestitionslücke 4 Milliarden Euro pro Jahr. Sie belastet nicht nur
Krankenhäuser in ländlichen Regionen, sondern alle Häuser, denn sie führt zu
der Fehlentwicklung, dass Krankenhäuser Gewinne zur Finanzierung von
Investitionen erwirtschaften müssen“, betont Christoph Radbruch, Vorsitzender
des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes e.V. (DEKV).

Die Krankenhausfinanzierung muss erweitert werden
Bei der Finanzierung von bedarfsnotwendigen Klinken, insbesondere in ländlichen
Bereichen, versagt das jetzige leistungsorientierte Finanzierungssystem der
DRGs, wenn die Fallzahlen nicht ausreichen, um die notwendigen Kosten für das
vorzuhaltende Personal zu erwirtschaften. Daher muss aus Sicht des DEKV das
jetzige duale System durch eine zusätzliche Finanzierungsform erweitert werden.
Diese sollte sich durch Steuermittel tragen und dient nach Ausgliederung der
Pflege aus den DRGs hauptsächlich der Finanzierung des ärztlichen und
nichtärztlichen Personals.

Krankenhäuser müssen Versorgungsaufgaben in der Region übernehmen
„Gerade im ländlichen Raum – aber nicht nur dort – müssen die verschiedenen
Sektoren im Gesundheitswesen stärker ineinandergreifen, um eine qualitativ
hochwertige Daseinsvorsorge sicherzustellen. Dazu sind die Kooperation zwischen
den Krankenhäusern und eine regionale Planung Voraussetzungen. Ihr Ziel muss es
sein, in allen Regionen eine hohe Qualität, eine gute Zugänglichkeit und
Kontinuität der Versorgung sicherzustellen. Deswegen brauchen wir einen
bundeseinheitlich-verbindlichen Planungs- und Finanzierungsrahmen mit
Mindeststandards, der regionale Vielfalt in der Patientenversorgung
ermöglicht“, so Radbruch weiter.

Krankenhäuser werden zukünftig stärker als heute die Organisation der gesamten
Versorgung in einer Region übernehmen und Versorgungsnetzwerke mit anderen
Krankenhäusern, Vertragsärzten und anderen Gesundheitsdienstleistern bilden.
„Damit die Versorgung am Bedarf orientiert ist, ist eine transparente regionale
Planung die Voraussetzung, die auf einer kleinräumigen regionalen
Versorgungsbedarfsforschung basiert. Nur so kann die Versorgung konsequent an
der regionalen Morbidität und Bevölkerungsstruktur ausgerichtet werden.
Deswegen fordern wir die Förderung solcher Forschung. Die gewonnenen Daten
sollten den Krankenhäusern und den Krankenkassen frei zugänglich sein, damit
transparente Entscheidungen zur Bedarfsgerechtigkeit ermöglicht werden“,
erklärt der DEKV-Vorsitzende.

„Die Probleme bei der Krankenhausfinanzierung und -struktur sind erkannt. An
einer Lösung möchten wir als DEKV gern mitwirken. Aus unserer Sicht braucht es
dazu neue Verabredungen zwischen den Vertretern der Politik, den Krankenkassen,
den Krankenhäusern und zivilgesellschaftlichen Gruppen. Mit der Einberufung
einer Enquete-Kommission, an der alle interessierten Kreise beteiligt sind und
die von politischen Vertretern aus Bund und Ländern moderiert werden, kann es
gelingen, die Zukunft der Krankenhäuser im ersten Jahr der neuen
Legislaturperiode aus verschiedenen Perspektiven zu denken, Interessen
auszubalancieren und verbindliche Verabredungen zu treffen“, so Radbruch.

Quelle: DEKV, 22.06.2021

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erschienen am Mittwoch, 23.06.2021