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Neue Bundesregierung muss Geriatrien flächendeckend erhalten und ausbauen

Neue Bundesregierung muss Geriatrien flächendeckend erhalten und ausbauen (Bundesverband Geriatrie).

Auf seiner Mitgliederversammlung positioniert sich der Bundesverband Geriatrie zur Bundestagswahl und wählt einen neuen Vorstand. Die Bewältigung der Pandemie und ihrer Folgen sowie knappe finanzielle Ressourcen aufgrund der angespannten Haushaltslage...

Auf seiner Mitgliederversammlung positioniert sich der Bundesverband Geriatrie zur Bundestagswahl und wählt einen neuen Vorstand. Die Bewältigung der Pandemie und ihrer
Folgen sowie knappe finanzielle Ressourcen aufgrund der angespannten Haushaltslage bei den Krankenkassen werden dem Bundesverband Geriatrie zufolge den
gesundheitspolitischen Rahmen der kommenden Legislaturperiode prägen. Gleichzeitig nimmt der geriatriespezifische
Versorgungsbedarf demografiebedingt weiter zu. „Die Geriatrie ist ein fester
Teil der medizinisch-pflegerischen Sicherungssysteme in Deutschland“, betont
Dr. Michael Musolf. „Sie muss flächendeckend in der Bundesrepublik zur
Verfügung stehen, und angesichts ihrer versorgungspolitischen Bedeutung
erwarten wir von der neuen Bundesregierung eine belastbare, auskömmliche
Finanzierungsbasis“, fordert der neue Vorstandsvorsitzende.

Dem Versorgungsauftrag gerecht werden können

Nur so sei zu gewährleisten, dass trotz struktureller Schwächen im
Gesundheitssystem – wie Personalmangel, ungelöste Strukturplanung der
Krankenhäuser und steigende Arzneimittelkosten – die Altersmedizin ihrem
Versorgungsauftrag gerecht werden könne. Ein guter Anfang im Reha-Bereich sei
die Option zur Anhebung der Vergütungssätze, die durch den Wegfall der
Grundlohnsummenbindung und durch die Nutzung der IPReG-Instrumente nun möglich
werde. Für den Krankenhausbereich strebt der Verband an, die Geriatrien als
„Besondere Einrichtungen“ – analog der Palliativ-Versorgung – einzuordnen und
damit eine Option neben dem DRG-Fallpauschalen-Katalog zu eröffnen.

Neuer Vorstand deckt unterschiedliche Professionen ab

Anlässlich der turnusgemäßen Wahl gab Ansgar Veer nach zehn Jahren als
Vorstandsvorsitzender den Staffelstab weiter an seinen bisherigen
Stellvertreter. Neuer Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Geriatrie ist
nun Dr. med. Michael Musolf MBA, Chefarzt der Klinik für Geriatrie und
Ärztlicher Direktor des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses in
Hamburg. Zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden ernannte die 31.
Mitgliederversammlung Dr. rer. medic. Mark Lönnies (Geschäftsführer
Christophorus Trägergesellschaft in Coesfeld), der dem Vorstand bisher als
Beisitzer angehört hat.

Zusätzlich wurden fünf Beisitzerinnen und Beisitzer gewählt:

Dr. med. Bettina Beinhauer, Fachärztin für Chirurgie am Agaplesion Markus
Krankenhaus in Frankfurt/Main
Dr. med. Michael Jamour, Chefarzt am Gesundheitszentrum Ehingen
Dr. med. Antje Kloth, Chefärztin am Tessinum Therapiezentrum für Geriatrie und
Schlaganfall in Tessin
Dipl.-Pflegewirtin (FH) Andrea Kuphal LL.M., Leiterin Unternehmensentwicklung
am DIAKOMED Diakoniekrankenhaus Chemnitzer Land in Hartmannsdorf
Dr. med. Ariane Zinke, Chefärztin am St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus
in Ludwigshafen.
„Damit führt unser Verband die bewährte Tradition fort, dass sein
Führungsgremium aus Mitgliedern unterschiedlicher Professionen besteht:
Verwaltungsleitung, ärztliche Leitung und pflegerische Leitung“, unterstreicht
Musolf.

Der Verband wächst weiter

Der scheidende Vorstandsvorsitzende Veer stellte in seinem Bericht unter
anderem die erfreuliche Tatsache dar, dass sich die Zahl der
Mitgliedseinrichtungen von 245 (2011) auf 395 (2020) erhöht hat. Auch zur
diesjährigen Mitgliederversammlung stellten wieder zehn Einrichtungen ihren
Antrag auf Mitgliedschaft.

Weitere Themen der Versammlung waren die Auswirkungen der Corona-Krise auf die
Geriatrien, die anstehenden Strukturprüfungen im Krankenhausbereich, die Reform
der Pflegeversicherung, die Anbindung von Reha-Einrichtungen an die
Telematikinfrastruktur sowie die Weiterentwicklung der Qualitätssiegel
Geriatrie.

Quelle: Bundesverband Geriatrie, 30.04.2021

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erschienen am Montag, 03.05.2021