Sachsen will von Südkoreas Gesundheitswesen lernen
Gesundheitsministerin Köpping will in Südkorea Impulse für Sachsens Gesundheitswesen sammeln (GMX).
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping ist mit einer Delegation aus Gesundheitswesen, Pflege und Politik bis Freitag in Seoul, um von Südkoreas Digitalisierungsansätzen im Gesundheitswesen zu lernen.
Sachsens Gesundheitsministerin Köpping sucht in Südkorea auch Antworten auf alternde Gesellschaft
Dresden, 16.08.2026, 11:48 Uhr
Ziel der Reise sei es, Einblicke in das südkoreanische Gesundheitswesen zu gewinnen und Ansätze zu identifizieren, die sich mit großer Wahrscheinlichkeit auf Sachsen übertragen lassen, so Köpping.
In den kommenden Jahren werde der Anteil der über 65-Jährigen in Sachsen weiter steigen, während der Fachkräftemangel eine Herausforderung bleibe.
Südkorea steht vor ähnlichen demografischen Problemen und setzt unter anderem auf einen hohen Digitalisierungsgrad und moderne Technik im Gesundheitswesen.
Die Delegation will sich Lösungen anschauen, die auch für Sachsen interessant sein könnten.
Köpping betonte, für eine moderne, effiziente und zukunftssichere Gesundheitsversorgung im Freistaat sei die Digitalisierung eine zentrale Voraussetzung.
Der Blick nach Südkorea ist naheliegend, da das Land demografisch noch drastischer altert als Sachsen und dabei bereits deutlich weiter in der praktischen Erprobung technologiegestützter Lösungen ist.
Ob sich die dortigen Konzepte tatsächlich unmittelbar übertragen lassen, ist allerdings eine andere Frage.
Südkorea verfügt über eine sehr hohe Bevölkerungsdichte in Ballungsräumen, eine ausgeprägte Technikaffinität der Bevölkerung sowie ein Gesundheitssystem mit anderen Finanzierungs- und Regulierungsstrukturen als das deutsche.
Was in einem Smart Hospital in Seoul reibungslos funktioniert, muss sich in einem sächsischen Krankenhaus mit anderen räumlichen, personellen und rechtlichen Rahmenbedingungen erst noch bewähren.
Bemerkenswert ist die genannte Zahl von 77 Servicerobotern in einem einzigen Krankenhaus. Das zeigt auch, in welcher Größenordnung dort bereits investiert wird.
Digitalisierung und Robotik gelten zwar langfristig als vielversprechende Antwort auf den Fachkräftemangel, ihre Einführung erfordert aber zunächst erhebliche Vorabinvestitionen, die deutsche Krankenhäuser derzeit kaum aufbringen können.
