Sozialbericht NRW 2026





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Sozialbericht NRW 2026

Landesregierung legt Sozialbericht NRW 2026 vor (MAGS NRW, PDF, 7,3 MB).



Das nordrhein-westfälische Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat am 14. Juli 2026 den Sozialbericht NRW 2026 veröffentlicht.



NRW-Sozialbericht 2026: Sozialstaat erfüllt seine Aufgabe trotz wirtschaftlicher Belastungen

Düsseldorf, 14.07.2026

Der Bericht zur sozialen Lage wird einmal pro Legislaturperiode erstellt, zuletzt 2020.

Er nimmt die Themen Einkommen, Vermögen, Armut und Reichtum in den Blick.

Grundlage sind öffentlich zugängliche Daten der amtlichen Statistik, darunter der Mikrozensus 2024 sowie die Lohn- und Einkommensteuerstatistik.

Für die meisten Statistiken lagen Daten für das Jahr 2024 vor.

Sozialminister Karl-Josef Laumann erklärt, der Bericht zeige weiterhin bestehende Herausforderungen bei der Armutsbekämpfung.

Zugleich zeige er angesichts globaler Krisen und wirtschaftlicher Belastungen, dass der Sozialstaat seine Aufgabe erfüllt.

Die Niedriglohnquote sank zwischen 2015 und 2024 um 2,5 Prozentpunkte, was auch mit der Erhöhung des Mindestlohns zusammenhängt.

Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte je Einwohner stieg zwischen 2020 und 2023 um 16,5 Prozent, seit 2017 um 26,6 Prozent.

Preisbereinigt blieb das Einkommen zwischen 2020 und 2023 nahezu konstant, mit einem Minus von 0,1 Prozent.

Die Inflationsrate sank von über sieben Prozent im Jahr 2022 auf 2,2 Prozent im Jahr 2024.

Trotzdem bezogen in den Jahren 2022 bis 2024 jeweils rund zwei Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen Mindestsicherungsleistungen wie Grundsicherung.

Die Ungleichheit der Einkommensverteilung stieg von 2018 bis 2024 weiter an.

Das Arbeitnehmerentgelt wuchs dabei deutlich langsamer als das Vermögenseinkommen.

Fast die Hälfte der Erwerbslosen war 2024 von relativer Einkommensarmut betroffen, bei den Erwerbstätigen waren es nur 8,7 Prozent.

Laumann verweist auf die Fachkräfteoffensive der Landesregierung mit Schwerpunkt auf Arbeitsmarktintegration, insbesondere von jungen Menschen über Ausbildung.

Gegenüber früheren Ausgaben ist der Bericht 2026 im Umfang reduziert und kompakter strukturiert.

Er ist zudem enger mit weiterführenden digitalen Informationsquellen verzahnt.

Kommunen und Freie Wohlfahrtspflege wurden erneut mit Beiträgen zum Thema Zugang zu Leistungen einbezogen.

Die Formulierung "der Sozialstaat erfüllt seine Aufgabe" ist politisch geschickt gewählt, verdeckt aber die eigentlich brisantere Zahl im Bericht: eine seit 2018 kontinuierlich wachsende Vermögensungleichheit bei gleichzeitig stagnierender realer Kaufkraft der Haushalte.

Für den Gesundheitssektor ist das nicht nur am Rande relevant, da relative Einkommensarmut und der Bezug von Mindestsicherungsleistungen erwiesenermaßen mit schlechterem Gesundheitszustand und höherer Krankheitslast korrelieren – rund zwei Millionen Menschen mit Grundsicherungsbezug in NRW bedeuten mittelbar auch eine entsprechende Patientengruppe mit erhöhtem Versorgungsbedarf und oft eingeschränktem Zugang zu Präventionsangeboten.

Auffällig ist zudem der Kontrast zwischen der fast halbierten Armutsquote bei Erwerbstätigen gegenüber Erwerbslosen: Das bestätigt zwar die politische Kernbotschaft, dass Arbeit vor Armut schützt, sagt aber wenig darüber aus, wie tragfähig dieser Schutz angesichts wachsender Vermögenskonzentration langfristig bleibt.

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