Stationär vor ambulant oder vice versa? myDRG Stellenmarkt Gesundheitswesen

« Die AOK Bayern verzeichnete 2020 insgesamt 438 bestätigte Behandlungsfehler | Stationär vor ambulant oder vice versa? | Helios-Kliniken: Weniger Ärzte, hohe Gewinne »

 

Stationär vor ambulant oder vice versa?

Stationär vor ambulant oder vice versa? (Barmer).

Pflegenotstand, Ärztemangel, Krankenhausschließungen, fehlende Digitalisierung und noch eine Pandemie – die Gesundheitsversorgung in Deutschland steht aktuell vor vielfachen Herausforderungen. Beim 8. Norddeutschen Dialog der BARMER Landesvertretungen Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein...

Pflegenotstand, Ärztemangel, Krankenhausschließungen, fehlende Digitalisierung und noch eine Pandemie – die Gesundheitsversorgung in Deutschland steht aktuell vor vielfachen Herausforderungen. Beim 8. Norddeutschen Dialog der BARMER Landesvertretungen Hamburg,
Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein geht es deshalb heute Nachmittag um die Frage, wie medizinische Versorgung in Zukunft gestaltet sein könnte. Erstmalig diskutieren dazu die
Gesundheitspolitiker der drei norddeutschen Länder gemeinsam im Online-Format.
„Wir freuen uns sehr, dass wir als Expertise für unsere Veranstaltung die
Gesundheitssenatorin von Hamburg sowie die Gesundheitsminister der beiden
anderen Nordländer gewinnen konnten“, sagt Frank Liedtke, Landesgeschäftsführer
der BARMER in Hamburg. Oftmals stehe im Mittelpunkt der Diskussion um die
Weiterentwicklung des Gesundheitssystems lediglich die Frage, ob der ambulante
oder der stationäre Sektor vorzuziehen seien. „Unserer Ansicht nach kann es
hier kein stationär vor ambulant oder vice versa geben, sondern nur die
integrierte, sekorenübergreifende Versorgung ist zukunftsfähig“, so Liedtke.
Diesbezüglich freue er sich auf einen regen Austausch mit der Senatorin und den
Ministern.

Impulse für die Weiterentwicklung im Gesundheitsbereich
„Im vergangenen Jahr ist deutlich geworden, dass die Strukturen der
Gesundheitsversorgung in Hamburg sehr gut entwickelt sind. Eine engmaschige
Koordination und Vernetzung der verschiedenen Sektoren – einschließlich des
öffentlichen Gesundheitsdienstes – hat gezeigt, dass die Versorgung auf hohem
Niveau sichergestellt ist. Auch zukünftig entwickeln wir diese Qualität durch
gezielte Investitionsvorhaben, z. B. in Krankenhausneubauten oder
patientenorientierten Digitalisierungsprojekten, weiter“, sagt Dr. Melanie
Leonhard, Senatorin für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration
in Hamburg. „Ich freue mich hier auf eine anregende Diskussion mit meinen
Amtskollegen und gegenseitige Impulse“, so Dr. Leonhard.

Versorgung im ländlichen Bereich als zentrales Thema
Mit einem Stipendium für angehende Landärzte, der sogenannten Landarztquote,
geht Mecklenburg-Vorpommern bereits aktiv gegen den drohenden Ärztemangel auf
dem Land vor. „Zu den Herausforderungen in unserem Bundesland zählen die
flächendeckende Erreichbarkeit einer qualitativ hochwertigen medizinischen
Versorgung sowie die Fachkräftegewinnung vor allem im ländlichen Raum. Um
beispielsweise junge Menschen für eine Tätigkeit als Hausarzt in
Mecklenburg-Vorpommern zu gewinnen, haben wir 32 Studienplätze in Rostock und
Greifswald ausschließlich für Studierende reserviert, die nach der
Facharztausbildung für zehn Jahre als Hausarzt im Land bleiben“, sagte der
Landesminister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Flächendeckende Versorgung, Digitalisierung und Krankenhausfinanzierung
Auch in Schleswig-Holstein ist die Gesundheitsversorgung auf dem Land ein
wichtiger Diskussionspunkt. „Für uns ist es unerlässlich, dass auch zukünftig
eine flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgung in Schleswig-Holstein
gewährleistet wird“, sagt Dr. Heiner Garg, Minister für Soziales, Gesundheit,
Jugend, Familie und Senioren in Schleswig-Holstein. Mit dem
Versorgungssicherungsfonds der schleswig-holsteinischen Landesregierung werden
innovative Projekte gefördert, bei denen im Mittelpunkt steht, einen Beitrag
zur Versorgungssicherung gerade im ländlichen Raum durch den konsequenten
Einsatz telemedizinischer Anwendungen zu leisten.
„Um eine flächendeckende, hochwertige Krankenhausversorgung sicher zu stellen,
hat Schleswig-Holstein zudem einen Reformvorschlag zur Krankenhausfinanzierung
eingebracht. Die Entwicklung der Klinikstrukturen muss in Zukunft stärker den
Versorgungsnotwendigkeiten folgen und darf nicht von der Erlössituation
abhängig sein. Ich freue mich, dass es den Raum gibt, um diese Themen heute
länderübergreifend zu diskutieren“, so Dr. Garg.

Die Diskussion online mitverfolgen
Interessenten können die spannende Diskussion heute (11. Mai 2021) beim 8.
Norddeutschen Dialog der BARMER Landesvertretungen Hamburg,
Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein von 17 bis 18.30 Uhr online
mitverfolgen. In Form von kurzen Filmbeiträgen sind weitere Experten und
Akteure aus dem Gesundheitswesen in die Veranstaltung eingebunden.
Interessierte können an der Diskussion interaktiv teilnehmen, Fragen stellen
sowie Feedback geben.

Quelle: Barmer, 11.05.2021

- - - - - - - - - - -



erschienen am Mittwoch, 12.05.2021