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Stellungnahme: Das DIVI-Intensivregister hat zur Bewertung der Lage in der Pandemie stets belastbare Zahlen geliefert!

Stellungnahme: Das DIVI-Intensivregister hat zur Bewertung der Lage in der Pandemie stets belastbare Zahlen geliefert! (Pressemitteilung).

Ein zitiertes Schreiben aus dem RKI im noch unveröffentlichten Bericht des Bundesrechnungshofes sorgt bereits für Aufregung und gibt Anlass für zahlreiche Spekulationen. Die gemeldeten freien Intensivbetten im DIVI-Intensivregister könnten durch...

Ein zitiertes Schreiben aus dem RKI im noch unveröffentlichten Bericht des Bundesrechnungshofes sorgt bereits für Aufregung und gibt Anlass für zahlreiche Spekulationen. Die gemeldeten freien Intensivbetten im DIVI-Intensivregister könnten durch die meldenden Kliniken
künstlich reduziert worden sein, um Freihaltepauschalen zu kassieren, so der Vorwurf. Die Daten seien daher wissentlich nicht mehr für eine Bewertung der Situation geeignet gewesen. Die
DIVI betont deshalb nochmals ausdrücklich: Das DIVI-Intensivregister und die
hierin abgefragten Daten aller Intensivstationen mit Akutversorgung in
Deutschland, rund 1.330 an der Zahl, sind und waren zu jeder Zeit belastbar –
zur Bewertung der Pandemie und der Lage auf den Intensivstationen.

Als wissenschaftliche Fachgesellschaft und als Mediziner, stützen wir unsere
Aussagen und unsere Meinungen nicht auf einzelne Daten, wie auch nicht auf eine
einzige Quelle. Selbstverständlich gleichen wir Meldungen im
DIVI-Intensivregister mit anderen Daten und weiteren Experten ab. Die DIVI hat
keinen Hinweis darauf, dass eine bewusste Falschmeldung der Krankenhäuser
erfolgt ist. Wir weisen den entschieden zurück, Kliniken würden sich
im großen Stil durch bewusste Falschmeldungen bereichern.

Zahlen decken sich mit anderen Systemen wie z.B. IVENA
So sind neben dem benannten Indikator der „freien betreibbaren Betten“,
zahlreiche weitere im DIVI-Intensivregister selbst erfasst (freie
Beatmungskapazitäten, freie ECMO-Kapazitäten, Bewertung der Situation nach
Ampel-Prinzip). In der Zusammenschau ergibt sich so ein eindeutiges und
umfassendes Bild der Lage. Als aktive, am Patientenbett arbeitende
Intensivmediziner, hat sich dieses Bild mit unserer, und der Wahrnehmung
zahlreicher Kollegen, gedeckt. Die Intensivstationen waren voll, teilweise
überlastet, die Zahl der schwerkranken COVID-Patienten stieg steil an,
Patienten mussten überregional verlegt werden.

Unsere Realitätsberichte wiederum wurden in operativen Steuerungsgruppen des
RKIs gemeinsam mit Bund und Ländern abgeglichen und bestätigt. So deckten sich
die Zahlen aus dem Intensivregister stets mit Daten aus weiteren
Surveillance-Systemen (z.B. mit IVENA). Entsprechend kann durch diese
zahlreichen Mechanismen und Kontrollinstanzen kein Betrug mit Intensivbetten im
großen Stil stattgefunden haben. Die Lage war ernst. Maßnahmen wie der Lockdown
haben ein weiteres Ansteigen der COVID-19-Patienten verhindert.

Präzise Daten ermöglichten präzise Vorhersagen
Aufgrund der präzisen Daten des DIVI-Intensivregisters konnten wir präzise
Prognosen erstellen, die sich sehr genau bewahrheitet haben.
Durch entsprechende politische Maßnahmen, auch mit Blick auf dieses Modell,
stehen wir heute im internationalen Vergleich der Pandemiebewältigung gut da.
Jetzt wieder zu behaupten, die Lage sei viel zu dramatisch dargestellt worden,
erzeugt große Betroffenheit und ist eine Beleidigung der Ärzte und
Pflegekräfte, die unter Einsatz des eigenen Lebens viele Monate im
Ausnahmezustand gearbeitet und zahlreiche Menschen zurück ins Leben geholt
haben. Was wir erleben, ist eine absolut historische Höchstbelastung der
Intensivmedizin in Deutschland wie auch weltweit.

Die meisten COVID-19-Erkrankungen sind vermeidbar
Als Intensivmediziner ist es uns deshalb wichtig zu betonen: Die meisten
COVID-19-Erkrankungen sind – im Gegensatz zu allen anderen Erkrankungen von
Intensivpatienten – vermeidbar! Die Korrelation hoher Inzidenzen und
zahlreicher schwer erkrankter Patienten und Toten war und ist absolut
vorhersehbar. Deshalb war es unsere Pflicht als Intensivmediziner, als
Fachgesellschaft, uns dafür stark zu machen, dieses Leid zu verhindern. Hätten
wir dies nicht getan, hätten wir als Intensivmediziner versagt. Die Bewertung
der Lage deckte sich auch hier immer mit den Zahlen des
DIVI-Intensivregisters.

Transparente Darstellung von Klinikdaten
Die aktuelle Diskussion zeigt aber, dass sich die Datenlage der einzelnen
Kliniken deutlich verbessern muss. Wir brauchen noch mehr Transparenz. Die DIVI
fordert deshalb eine bessere Digitalisierung der Krankenhäuser inklusive
Real-Time-Datenerfassung. Somit kann auch von vornherein jeglicher Verdacht
eines Missbrauches ausgeschlossen werden.

Quelle: Pressemitteilung, 11.06.2021

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erschienen am Freitag, 11.06.2021