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Viele Klinikverantwortliche sprechen sich für die Einführung eines bedarfsorientierten Bemessungssystems aus - Bayerns Krankenhäuser gegen bürokratische Pflegepersonaluntergrenzen

Viele Klinikverantwortliche sprechen sich für die Einführung eines bedarfsorientierten Bemessungssystems aus - Bayerns Krankenhäuser gegen bürokratische Pflegepersonaluntergrenzen (Bayerische Krankenhausgesellschaft).

Das Deutsche Krankenhausinstitut e. V. (DKI) veröffentlichte Ende Dezember das Ergebnis des aktuellen Krankenhaus-Barometers. In einer repräsentativen Befragung votierten 63 % der Krankenhausvertreter in Deutschland für ein verbindliches Instrument zur...

Das Deutsche Krankenhausinstitut e. V. (DKI) veröffentlichte Ende Dezember das Ergebnis des aktuellen Krankenhaus-Barometers. In einer repräsentativen Befragung votierten 63 % der Krankenhausvertreter in Deutschland für ein verbindliches Instrument zur Ermittlung des patientenorientierten Pflegepersonalbedarfs
anstelle der derzeit geltenden Pflegepersonaluntergrenzen.

„Auch die Verantwortlichen in den bayerischen Krankenhäusern lehnen
Personalvorgaben grundsätzlich nicht ab, sie müssen aber die Vielfalt der
Kliniken und die unterschiedlichen Organisationsformen berücksichtigen“ fordert
der Geschäftsführer der bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) Roland
Engehausen.

Die überwiegende Mehrheit der bayerischen Krankenhausgeschäftsführer bestätigen
diese Einschätzung immer wieder. „Die starren Vorgaben der
Pflegepersonaluntergrenzen unterbinden jeglichen Handlungsspielraum und führen
zu fatalen Auswirkungen wie Bettensperrungen und Patientenabweisungen“ so fasst
Maria Schwaiberger, BKG-Geschäftsbereichsleiterin Krankenhauspersonal, die
Rückmeldungen aus den bayerischen Krankenhäusern zusammen.

Um die Pflegepersonaluntergrenzen einzuhalten, musste lt. DKI bereits 2019
jedes zweite Krankenhaus in Deutschland Intensivbetten kurzzeitig schließen.
Ebenso viele berichteten von einer zeitweisen Abmeldung einzelner
Krankenhausabteilungen von der Notfallversorgung aufgrund von Unterschreitungen
der Mindestpersonalbesetzungen.

„In der aktuell kritischen Situation wegen der coronabedingt weiter hohen
Anzahl an Patienten, die insbesondere auch in bayerischen Krankenhäusern zu
verzeichnen sind, entstehen dadurch vermeidbare Engpässe bei den
Bettenkapazitäten insbesondere in der intensivmedizinischen Versorgung“ fügt
Schwaiberger besorgt an.

Die BKG hatte sich bereits 2018 auf Bundes- und Landesebene dafür eingesetzt,
die in vielen Krankenhäusern angewandte Pflegepersonalregelung (PPR)
weiterzuentwickeln. Zusammen mit der Gewerkschaft ver.di und dem Deutschen
Pflegerat legte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) einen ersten Entwurf
beim Bundesministerium für Gesundheit vor. Dieses Konzept basiert auf dem
innovativen Ansatz einer Pflegepersonalbedarfsermittlung für das gesamte
Krankenhaus.

„Unser Vorschlag wird von der Politik leider weiter nicht beachtet“ beklagt der
BKG-Geschäftsführer. „Die erneute Ausweitung der Pflegepersonaluntergrenzen auf
weitere Fachbereiche jetzt inmitten der Pandemiebewältigung und auch danach ist
der falsche Weg.“

Die BKG appelliert eindringlich an die politisch Verantwortlichen aller
Parteien, sich für eine Form der Personalbemessung einzusetzen, die auf dem
krankenhausindividuellen Bedarf an Pflegenden beruht.

Von 18. Januar bis 4. Februar erläutert die BKG zusammen mit den
Krankenhausgeschäftsführern bei ihren virtuellen Jahresauftaktgesprächen für
alle sieben bayerische Bezirke zahlreichen Bundestagsabgeordneten dieses und
weitere drängende Probleme in den bayerischen Kliniken.

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Die Bayerische Krankenhausgesellschaft ist der Zusammenschluss von etwa 190
Krankenhausträgern mit über 360 Krankenhäusern und insgesamt ca. 75.000 Betten
in Bayern. Etwa 3 Millionen Patienten werden jährlich in den bayerischen
Krankenhäusern umfassend stationär behandelt. Zusätzlich versorgen die Kliniken
im Freistaat über 2,5 Mio. ambulante Notfallpatienten. Die bayerischen
Krankenhäuser erbringen hierfür das gesamte Leistungsspektrum der medizinischen
und pflegerischen Versorgung.

Die Einrichtungen sind zugleich einer der bedeutendsten Arbeitgeber Bayerns.
Über 210.000 Menschen der verschiedensten Berufe beziehen ihr Einkommen von
bayerischen akutstationären Krankenhäusern, davon über 30.000 Ärzte sowie knapp
80.000 im Pflegedienst sowie etwa 100.000 in weiteren Berufen und
Tätigkeitsbereichen im Krankenhaus. Etwa 13.000 Auszubildende in der Pflege
sowie etwa 2.300 in einer Vielfalt von weiteren Ausbildungsberufen werden in
den Kliniken im Freistaat ausgebildet.

(Stand: 01/2021; Quelle: Statistisches Bundesamt Destatis sowie BKG)

Quelle: Bayerische Krankenhausgesellschaft, 13.01.2021

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erschienen am Mittwoch, 13.01.2021