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VKD-Vorstand verständigte sich über die Lage der Krankenhäuser in den Bundesländern

VKD-Vorstand verständigte sich über die Lage der Krankenhäuser in den Bundesländern (Pressemitteilung).

Die Lage ist angespannt, aber bisher in den Krankenhäusernzu bewältigen. Außerdem übernehmen Rehabilitationskliniken inzwischen auch Akutpatienten. Zufrieden ist man mit dem für die Krankenhäuser und Rehakliniken aufgespannten Schutzschirm im VKD-Vorstand...

Die Lage ist angespannt, aber bisher in den Krankenhäusernzu bewältigen. Außerdem übernehmen Rehabilitationskliniken inzwischen auch Akutpatienten. Zufrieden ist man mit dem für die Krankenhäuser und Rehakliniken aufgespannten Schutzschirm im VKD-Vorstand allerdings nicht. Denn ein erheblicher Teil der Kosten wird nicht finanziert.
Versorgung mit Schutzkleidung nach wie vor sehr kritisch
Berlin, den 3. April 2020. Die Lage ist angespannt, aber bisher in den
Krankenhäusernzu bewältigen. In vielen Kliniken wurde die Zahl der
Intensivbetten erheblich vergrößert, teilweise um das Doppelte der bisherigen
Zahl, planbare Behandlungen wurden abgesagt, so dass Kapazitäten für
Corona-Patienten frei sind. Außerdem übernehmen Rehabilitationskliniken
inzwischen auch Akutpatienten. In den meisten Häusern sind derzeit nur noch 50
Prozent der Betten belegt und damit frei für Corona-Patienten. Über die
aktuelle Situation in den Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken und zu
Kliniken gehörenden Pflegeheimen ihrer Mitglieder tauschten sich gestern die
Vorstände der VKD-Landesgruppen im Rahmen einer Telefonkonferenz aus.

“Fehlende Beatmungsgeräte konnten nur zum Teil neu beschafft werden. Durch
Geräte aus anderen Bereichen, auch bereits ausgemusterte Geräte, wurden die
Zahlen zum Teil aufgestockt. Dadurch hat sich die Lage inzwischen etwas
entspannt“, so VKD-Präsident Dr. Josef Düllings. Nicht vergessen werden dürfe,
dass für die aufgestockten Intensivkapazitäten auch immer das nötige Personal
da sein müsse.

Nochmals prekärer ist die Lage in den Einrichtungen der ambulanten
Rehabilitation, die vom Schutzschirm ebenso wenig erfasst werden wie die
Mutter-Vater-Kind-Einrichtungen. Hier muss zwingend nachgesteuert werden.

Als nach wie vor kritisch wird von den meisten die Versorgung mit
Schutzkleidung gesehen. Es sei essenziell, dass Ärzte und Pflegende vor
Ansteckung geschützt werden könnten. Atemschutzmasken reichten nicht und würden
in Krankenhäusern zum Teil rationiert bzw. wiederaufbereitet und erneut
genutzt. Die Kliniken suchten selbst nach Lieferanten, aber bei einigen sei die
Lage so prekär, dass sie die Versorgung in absehbarer Zeit drosseln müssten –
gerade dann, wenn vielleicht die erwartete große Zahl an Patienten käme.
Zentral geliefertes Material komme nur schleppend und in ungenügenden
Stückzahlen an.

Hier sehe man insbesondere die Länder in der Pflicht, die rechtlich den
Sicherstellungsauftrag für die stationäre Versorgung hätten, diesen in der
aktuellen Krise aber nicht erfüllen könnten. Nach der Krise müsse zwingend eine
versorgungspolitische Bilanz gezogen werden - zum Investitionsniveau, zur
Ausstattung, Medizintechnik und Personalvorhaltung der Krankenhäuser und zu
Pandemieplänen, die offenbar nur auf dem Papier stünden. Gesundheitsämter und
regionale Bezirksstellen kassenärztlicher Vereinigungen seien an vielen Stellen
überfordert, während die Krankenhäuser das Heft in die Hand genommen hätten und
für die Bevölkerung die Versorgung bislang uneingeschränkt sicherstellten.

„Wenn die Bundesregierung auch erst spät auf die Corona-Pandemie reagiert hat,
so sehen wir inzwischen erhebliche Anstrengungen, gegenzusteuern“, so Dr. Josef
Düllings. Zufrieden ist man mit dem für die Krankenhäuser und Rehakliniken
aufgespannten Schutzschirm im VKD-Vorstand allerdings nicht. Denn ein
erheblicher Teil der Kosten wird nicht finanziert. Budgets müssen dennoch
mühsam ausgehandelt werden. Die Bürokratie bleibt auf hohem Niveau und belastet
vor allem die Ärzte auch in dieser Ausnahmesituation zusätzlich. Der
Medizinische Dienst prüft weiter. Teilweise würden Strukturprüfungen aber nicht
durchgeführt, etwa für die Geriatrie, und in diesem Jahr erbrachte Leistungen
auch nach drei Monaten nicht bezahlt

Für Pflegeheime ist im Corona-Hilfspaket die Übernahme aller Kosten für das
Einrichten von Schleusen, Desinfektion und zusätzliches Personal durch die
Pflegeversicherung zugesagt. Aber auch hier stellt sich die Frage, ob z.B. das
nötige Schutzmaterial überhaupt zu bekommen ist.

Wir brauchen zwingend aber auch einen Ausstiegsplan für die Zeit nach der
Corona-Krise. Beim Weg in die Normalität muss berücksichtigt werden, dass dann
auch die vielen Patienten, deren Behandlungen und Operationen verschoben werden
mussten, in die Kliniken kommen und versorgt werden müssen. Der VKD wird dafür
aus Sicht der Praxis Vorschläge erarbeiten.

Die Krankenhäuser zeigen sich trotz aller Widrigkeiten in der Krise einmal mehr
als Anker der Gesundheitsversorgung. Die zusätzlich in den Rehakliniken
geschaffenen Kapazitäten sieht man im VKD-Vorstand ebenfalls als wichtigen,
notwendigen Teil der Versorgung in der Pandemie. „Unsere Mitarbeiter
arbeiten mit großem Engagement sowie dem angesichts der großen Versorgungslücken
oft notwendigen Erfindergeist an vorderster Front. Es ist schön, wenn die
Bundestagsabgeordneten für sie alle klatschen. Wir hoffen, dass sie nach der
Pandemie aber nicht vergessen, wer hier die Kohlen aus dem Feuer geholt hat –
so das Fazit des Gremiums.

Quelle: Pressemitteilung, 03.04.2020

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erschienen am Freitag, 03.04.2020
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