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Asklepios-Geschäftsbericht 2019

Asklepios-Geschäftsbericht 2019 (Download, PDF, 8 MB).

Zahl der behandelten Patienten wächst zweistellig auf knapp 2,5 Mio. Konzernumsatz steigt auf EUR 3.537,3 Mio., Konzernjahresergebnis EAT beträgt EUR 172,3 Mio. Regulatorische Herausforderungen wirken sich auf Cashflow aus Asklepios...

Die Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA hat im Geschäftsjahr 2019 seine Umsatzerlöse und die Zahl der behandelten Patienten trotz eines herausfordernden regulatorischen Umfelds gesteigert. Hohe Investitionen in die medizinische Ausstattung und die Mitarbeiter bilden die Basis für eine solide Entwicklung für die Zeit nach der Corona-Pandemie. Asklepios ist in der aktuellen Ausnahmesituation, hervorgerufen durch die Corona-Pandemie, eine verlässliche Stütze des Gesundheitswesens.

Der Konzernumsatz der Asklepios Gruppe stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vergleich zu 2018 um 3,8% auf EUR 3.537,3 Mio. (Vorjahr: EUR 3.407,9 Mio.). Das Wachstum war überwiegend organisch bedingt und lag oberhalb der eigenen Prognose von 2,5% bis 3,0%.

Das EBIT reduzierte sich auf EUR 240,8 Mio. (Vorjahr: EUR 244,2 Mio.). Das Konzernergebnis EAT betrug EUR 172,3 Mio. (Vorjahr: EUR 171,1 Mio.). Die EAT-Marge blieb mit 4,9% nahezu konstant (Vorjahr: 5,0%). Die Ergebniskennzahlen sind durch die erstmalige Anwendung des neuen Standards IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ nur bedingt mit dem Vorjahr vergleichbar.

Im Geschäftsjahr 2019 suchten insgesamt 2.497.095 Patienten die Einrichtungen des Asklepios Konzerns auf – das entspricht einem Plus von +10,2% (Vorjahr: 2.265.603 Patienten). Getrieben wurde diese Entwicklung durch einen deutlichen Anstieg der ambulanten Fallzahlen in Höhe von +14,6% auf 1.822.406 Patienten (Vorjahr: 1.590.377). Die Zahl der stationären Patienten zeigte sich hingegen nahezu unverändert: 2019 waren es 674.689 stationäre Fälle nach 675.226 im Vorjahr (-0,1%).

„Die Geschäftszahlen 2019 zeigen: Asklepios ist trotz des regulatorischen Gegenwinds auf einem guten Weg. Das Unternehmen erzielt in einem schwierigen Umfeld ein stabiles Ergebnis und ist wirtschaftlich solide aufgestellt. Besonders erfreulich ist, dass immer mehr Menschen uns ihr Vertrauen schenken und wir bei den Fallzahlen zweistellig wachsen. Hier zahlen sich unsere hohen Investitionen in die Kliniken, die moderne medizinische Ausstattung sowie unsere Mitarbeiter aus“, sagt Kai Hankeln, CEO des Asklepios Konzerns. „Dass Asklepios operativ solide aufgestellt ist und ein engagiertes und couragiertes Team hinter sich weiß, ist in der aktuellen Ausnahmesituation aufgrund der Ausbreitung von COVID-19 ein unschätzbarer Wert.“

Asklepios war mit hohen Investitionen im operativen Bereich gut gerüstet für die Auswirkungen der Corona-Pandemie bzw. für die Zeit danach. 2019 hat Asklepios EUR 325,8 Mio. (Vorjahr: EUR 341,9 Mio.) insbesondere in innovative technische Ausstattung und die Digitalisierung des Gesundheitswesens investiert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren mit 74,5% rund Dreiviertel der Investitionen eigenmittelfinanziert, nach 73,6% im Vorjahr. Darüber hinaus hat Asklepios die Anzahl der Vollzeitkräfte um 938 Mitarbeiter auf insgesamt 36.265 erhöht (Vorjahr: 35.327)

„Asklepios ist wirtschaftlich solide aufgestellt. Die Regulatorik im Gesundheitswesen und die Corona-Krise wirken sich jedoch auch auf unsere Gesundheitseinrichtungen aus. Unser operativer Betrieb ist durch strategische Maßnahmen im Hinblick auf den Cashflow und durch fest zugesagte Kreditlinien finanziell zunächst ausreichend abgesichert. Wir werden weiter angemessen investieren, haben dabei die Liquidität jedoch stets im Blick. Die letzten Wochen haben gezeigt, wie wichtig wirtschaftliche Flexibilität und Handlungsfähigkeit ist“, erläutert Hafid Rifi, CFO des Asklepios Konzerns.

Zum Bilanzstichtag 31.12.2019 betrug das Eigenkapital EUR 1.577,3 Mio. (31.12.2018: EUR 1.494,5 Mio.). Damit kommt der Asklepios Konzern auf eine Eigenkapitalquote von 33,5 Prozent (31.12.2018: 36,9 Prozent). Zum Stichtag betrugen die liquiden Mittel EUR 265,0 Mio. (31.12.2018: EUR 351,6 Mio.), die ungenutzten Kreditlinien beliefen sich auf EUR 435,2 Mio. (31.12.2018: EUR 450,7 Mio.). Der um IFRS-16-Effekte bereinigte Verschuldungsgrad des Unternehmens betrug das 2,8-fache des EBITDA (31.12.2018: 2,6x). Der operative Cashflow verringerte sich auf EUR 260,8 Mio. (Vorjahr: EUR 293,8 Mio.).

Übernahmeangebot an RHÖN-KLINIKUM AG
Trotz der Herausforderungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie forciert Asklepios die strategische Ausrichtung, die mit dem Übernahmeangebot an die Aktionäre der RHÖN-KLINIKUM AG (RKA) einhergeht. Am 28. Februar 2020 hat Asklepios angekündigt, die von RHÖN-Gründer Eugen Münch und Asklepios gehaltenen Aktien an der RKA in einer Joint-Venture-Gesellschaft zu bündeln. Münch bringt rund 7,6% der RHÖN-Aktien unmittelbar in das gemeinsame Joint-Venture ein und verkauft rund 12,4% der RHÖN-Aktien an Asklepios, die diese Aktien ebenso in das Joint Venture einbringen wird. Asklepios hat die Angebotsunterlage für das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien der RHÖN-KLINIKUM AG am 8. April 2020 veröffentlicht.

Bereits vor Beginn der Angebotsphase hatte sich das Asklepios-Münch Joint Venture eine Stimmrechtsmehrheit an RHÖN von knapp über 50% gesichert. Die Annahmefrist für das Übernahmeangebot läuft durch die Entscheidung des RHÖN-Vorstandes, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen, voraussichtlich noch bis zum 17. Juni 2020. Der Vorstand von RHÖN hat gleichzeitig die Forderung von B. Braun nach einer Vorabdividende in Höhe von rund EUR 134 Mio. nicht auf die Tagesordnung der außerordentlichen Hauptversammlung genommen. Asklepios begrüßt diese Entscheidung, denn eine solche Vorabdividende hätte RHÖN stark geschadet und einzig der Bereicherung von B. Braun gedient. Dessen ungeachtet versucht B. Braun anscheinend weiterhin, gerichtlich eine entsprechende Beschlussfassung auf einer Hauptversammlung durchzusetzen, und hat hierzu beim Amtsgericht Schweinfurt einen entsprechenden Antrag gestellt. Da bis auf die Forderung nach einer Vorabdividende, alle anderen Themen von B. Braun auf der außerordentlichen Hauptversammlung ohnehin behandelt werden, kann dieser Antrag nur dazu dienen, auch weiterhin an der Ausschüttung festzuhalten.

Auch die Forderung von B. Braun nach einer Regelung, mit der B. Braun mit seinem gut 25%-Anteil zukünftig alle Hauptversammlungsbeschlüsse blockieren könnte, dient allein den Partikularinteressen von B. Braun. Eine solche Blockade-Position würde das jahrelange belastende Patt bei RHÖN nur noch verlängern. Hinzu kommt, dass zudem mit der gerichtlich beantragten Bestellung eines gesonderten Versammlungsleiters augenscheinlich die Nichtanerkennung der Asklepios-Stimmrechte in der Hauptversammlung vorbereitet werden soll. Es liegt auf der Hand, dass all diese Maßnahmen und juristischen Vorhaben von B. Braun einzig und allein das Ziel haben, sich zu Lasten von RHÖN, den Mitarbeitern und Patienten durch eine unverantwortliche Sonderausschüttung und Wertsteigerung der eigenen Beteiligung zu bereichern.

Daher ist es auch zu begrüßen, dass der RHÖN-Vorstand die Anträge von Asklepios zur vorzeitigen Abberufung der Aufsichtsratsmitglieder Frau Dr. Annette Beller und Frau Dr. Katrin Vernau auf die Tagesordnung der außerordentlichen Hauptversammlung setzt, die die einseitigen Forderungen von B. Braun mit zu tragen scheinen und somit die Interessen von RHÖN entsprechend vernachlässigen.

Der Vollzug des Übernahmeangebots ist nicht an eine Mindestannahmeschwelle gebunden und steht lediglich unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe durch das Bundeskartellamt.

Ausblick
Die Corona-Krise wird 2020 das bestimmende Thema für den Gesundheitssektor bleiben. Die finanziellen Auswirkungen sind im Einzelnen noch nicht absehbar. Geplante Operationen wurden verschoben, um Intensivbetten für mögliche Corona-Fälle freizuhalten. Dies belastet zusätzlich zu den nicht aufgehobenen regulatorischen Anforderungen den Cashflow. „Das aktuelle Geschäftsjahr wird in jedem Fall herausfordernder als das Jahr 2019. Umso wichtiger ist es, dass wir strategisch gut aufgestellt sind und gemeinsam die richtigen Entscheidungen treffen. Unsere Investitionen der vergangenen Jahre bilden eine gute Basis für die bevorstehende Zeit. Asklepios trägt als privater Gesundheitskonzern einen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise bei und konnte kurzfristig zusätzliche Intensivkapazitäten aufbauen. Wir waren dadurch in der Lage, auch europäische Patienten zu behandeln und konnten ein wichtiges Zeichen der europäischen Zusammenarbeit setzen. Gleichwohl wird auch Asklepios die Auswirkungen der Corona-Krise ergebniswirksam spüren, da die im COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz verabschiedeten Regelungen nicht ausreichen werden, diese Einschnitte auszugleichen“, betont CEO Kai Hankeln.

Sofern Sie Informationen zum Thema Corona wünschen, verweisen wir Sie gerne auf unsere Homepage, auf der Sie neben aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise zur Übersicht unseren Onepager Corona finden.

Quelle: Download, 30.04.2020

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erschienen am Donnerstag, 30.04.2020
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