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Asklepios Gruppe: Geschäftsjahr 2020 mit Konzernverlust i.H.v. 65 Millionen Euro

Asklepios Gruppe: Geschäftsjahr 2020 geprägt von Covid-19-Pandemie und Übernahme Rhön - Konzernverlust in Höhe von EUR -65,1 Mio. (Pressemitteilung).

Konzernverlust in Höhe von EUR -65,1 Mio.. Deutlicher Anstieg des Material- und Personalaufwands. Erlösausfälle und Kostensteigerungen überwiegen staatliche Unterstützung. Versorgungssicherheit an allen Standorten jederzeit gewährleistet. Das Jahr 2020 hat die...

Das Jahr 2020 hat die Asklepios Gruppe wie den gesamten Gesundheitssektor in Deutschland vor massive Herausforderungen gestellt. Aufgrund der Covid-19-Pandemie war der reguläre Betrieb der Gesundheitseinrichtungen stark beeinträchtigt bei gleichzeitig angespannter Lage der zentralen Notaufnahmen und Intensivstationen. Planbare und nicht dringende medizinische Behandlungen
mussten aufgeschoben werden, um Betten für Covid-19-Patienten freizuhalten
sowie neue, verschärfte Hygienevorgaben umzusetzen. Vor diesem Hintergrund ging
die Zahl der behandelten Patienten erheblich zurück.

Die Gesundheitseinrichtungen der Asklepios Gruppe (ohne Rhön) behandelten im
Geschäftsjahr 2020 rund 2,2 Mio. Patienten (2019: 2,5 Mio.), die Rhön-Klinikum
AG weitere rund 0,8 Mio. Patienten (2019: 0,9 Mio.). Personal- und
Materialaufwendungen stiegen aufgrund der Covid-19-Schutzmaßnahmen deutlich an.
So vervielfachte sich beispielsweise der Verbrauch von FFP2-Masken um mehr als
2.000% gegenüber dem Vorjahr auf über 1,5 Mio. Stück. Die Materialaufwandquote
erhöhte sich auf 22,4% (2019: 20,9%). Der Anstieg der Vollzeitkräfte sowie
Tarifsteigerungen führten zu einer Personalaufwandquote in Höhe von 65,0%
(2019: 64,2%).

"Die Pandemie ist eine existenzielle Bewährungsprobe für unser
Gesundheitswesen. Unser größter Dank gebührt daher allen unseren
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die insbesondere in den Covid-19-Stationen
unermüdlich an ihre Belastungsgrenzen gegangen sind, um in dieser historischen
Krise die Versorgungssicherheit dauerhaft sicherzustellen", sagt Kai Hankeln,
CEO des Asklepios Konzerns. "Während die Politik in der ersten Pandemiewelle im
Frühjahr 2020 noch schnell und unbürokratisch reagiert hat, wurden die
Unterstützungsmaßnahmen im Jahresverlauf deutlich eingeschränkt. Die
geleisteten Ausgleichzahlungen haben die pandemiebedingten Erlösausfälle im
Gesundheitswesen bei weitem nicht gedeckt. Seit Herbst 2020 stehen zahlreiche
Einrichtungen sogar ohne jegliche Hilfen da. Die finanziellen Einbußen
erschweren die Bedingungen der Kliniken nachhaltig."

Trotz dieser herausfordernden Situation konnte die Asklepios Kliniken GmbH &
Co. KGaA die Übernahme und Integration der Rhön-Klinikum AG abschließen. Seit
dem 1. Juli 2020 wird Rhön im Konzernabschluss konsolidiert. Die
veröffentlichten Zahlen sind durch die unterjährige Erstkonsolidierung nur
eingeschränkt mit dem Vorjahr vergleichbar.

Die Umsatzerlöse betrugen im Geschäftsjahr 2020 EUR 4,3 Mrd. (2019: EUR 3,5
Mrd.). Der Umsatzanstieg resultiert im Wesentlichen aus der Erstkonsolidierung
von Rhön. Rund EUR 390 Mio. entfallen auf Erlöse im Zusammenhang mit
Ausgleichszahlungen für die Bereitstellung von Bettenkapazitäten. Aufgrund der
erhöhten Aufwendungen und der erforderlichen Neubewertung der Rhön-Anteile nach
IFRS 3 reduzierte sich das Konzernjahresergebnis EAT deutlich. Zum Jahresende
wurde ein Konzernverlust in Höhe von insgesamt EUR -65,1 Mio. (2019: EUR 172,3
Mio.) ausgewiesen. Umsatz und Konzernjahresergebnis liegen damit
pandemiebedingt signifikant unter der ursprünglich aufgestellten Prognose. Der
Anspruch an eine stabile Entwicklung der Marge besteht jedoch trotz
Covid-19-Pandemie.

In dieser Ausnahmesituation hat Asklepios von der soliden mittel- und
langfristigen Finanzstrategie profitiert, die zu jeder Zeit Zahlungsfähigkeit
sowie ausreichende Liquiditätsreserven garantiert hat. Zum 31. Dezember 2020
standen Asklepios freie Kreditlinien in Höhe von rund EUR 770,0 Mio. zur
Verfügung. Asklepios hat auch während der Pandemie geplante Investitionen in
Höhe von EUR 389,5 Mio. (2019: EUR 325,8 Mio.) im medizinischen Bereich
getätigt. Die Eigenfinanzierungsquote lag bei 74,4% (2019: 74,5%).

"Wir konnten die finanziellen Auswirkungen der Pandemie bisher abfedern, indem
wir uns seit Beginn des Geschäftsjahrs mit Nachdruck auf unsere Liquidität
fokussiert haben. Durch unsere finanzielle Ausstattung konnten wir sowohl die
Akquisition der Rhön-Klinikum AG finanzieren als auch erfolgreich deren
Refinanzierung durch ein Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 730 Mio. im 4.
Quartal sicherstellen.", sagt Hafid Rifi, CFO, und ergänzt: "Wir haben die
richtigen Weichen gestellt, um unseren Versorgungsauftrag auch während der
Pandemie und zukünftig zu erfüllen."

Ausgehend von der gesunden wirtschaftlichen Basis, die Asklepios langjährig
aufgebaut hat, geht die Gruppe robust in das Geschäftsjahr 2021. Aufgrund der
noch anhaltenden Covid-19-Pandemie erwartet Asklepios jedoch für das laufende
Geschäftsjahr weiterhin Auswirkungen auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung.

"Wir haben die bisherige Ausnahmesituation sehr gut bewältigt. Die weitere
Entwicklung wird bedeutend davon abhängen, wie schnell es gelingt, durch
Maßnahmen und Impfungen die gesellschaftlichen Auswirkungen der Pandemie
einzuschränken", sagt Kai Hankeln. "Wir stehen zu unserem Angebot an die
Politik, unsere bundesweite Infrastruktur und unsere nutzerfreundliche
Plattform für Online-Terminvergaben jederzeit für die Impfkampagne zu
aktivieren. Gemeinsam kann es gelingen, die erwarteten Impfmengen auch
effizient zu den Patienten zu bringen und das Impftempo noch einmal deutlich zu
erhöhen."

Quelle: Pressemitteilung, 29.04.2021

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erschienen am Freitag, 30.04.2021