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Health at a Glance 2021: OECD Indicators

Health at a Glance 2021: OECD Indicators / Die Gesundheitssysteme im OECD-Raum müssen dringend gestärkt und für künftige Krisen gerüstet werden (OECD, PDF, 211 kB).

Die COVID‑19-Krise hat direkt und indirekt zu einem Anstieg der erwarteten Zahl der Todesfälle im OECD-Raum um 16 Prozent in 2020 und im ersten Halbjahr 2021 beigetragen. Die Lebenserwartung sank...

Die COVID‑19-Krise hat direkt und indirekt zu einem Anstieg der erwarteten Zahl der Todesfälle im OECD-Raum um 16 Prozent in 2020 und im ersten Halbjahr 2021 beigetragen. Die Lebenserwartung sank in 24 von 30 Ländern, für die vergleichbare Daten vorliegen. Am deutlichsten ging sie in den USA ( 1,6 Jahre)
und Spanien (‑ 1,5 Jahre) zurück. Einen Rückgang gab es auch in Deutschland (-0,3 Jahre), in Österreich (- 0,7 Jahre) und der Schweiz (- 0,8 Jahre), so eine aktuelle OECD-Studie.

Gesundheit auf einen Blick 2021 zeigt, dass sich die Pandemie auch auf die
psychische Gesundheit gravierend ausgewirkt hat. In den meisten Ländern, für
die Daten verfügbar sind, ist die Prävalenz von Angststörungen und Depressionen
jetzt mehr als doppelt so hoch wie vor der Pandemie, darunter in Österreich.
Für Deutschland und die Schweiz liegen der OECD keine Zahlen vor.

Gesundheit auf einen Blick 2021, Mental Health and Covid-19

Auch auf Menschen, die sich nicht mit dem Virus infiziert haben, hatte die
Pandemie indirekt beträchtliche Auswirkungen. In den OECD-Ländern, für die
Daten zur Verfügung stehen, ging z. B. 2020 die Quote der
Brustkrebsvorsorgeuntersuchungen (d. h. der Anteil der teilnehmenden Frauen in
der Zielgruppe) im Schnitt um fünf Prozentpunkte gegenüber 2019 zurück. Für
Hüftprothesen erhöhte sich die mittlere Wartezeit 2020 im Vorjahresvergleich um
durchschnittlich 58 Tage und für Knieprothesen um 88 Tage.

Die Pandemie hat zudem die Gesundheitsausgaben im OECD-Raum in die Höhe
getrieben. Während die Wirtschaftstätigkeit einbrach, stiegen die
Gesundheitsausgaben im Verhältnis zum BIP im Schnitt der OECD-Länder, für die
Daten verfügbar sind, von 8,8 Prozent in 2019 auf 9,7 Prozent in 2020. In
Deutschland stiegen sie von 11,7 auf 12,5 Prozent, in Österreich von 10,4 auf
11,5 Prozent. Für die Schweiz liegen noch keine entsprechenden Daten vor,
allerdings hat das Land 2019 mit 11,3 Prozent des BIP bereits sehr hohe
Gesundheitsausgaben gehabt. Länder, die von der Pandemie besonders stark
betroffen waren, verzeichneten einen höheren Anstieg als je zuvor. Im
Vereinigten Königreich erhöhten sich die Gesundheitsausgaben Schätzungen
zufolge von 10,2 Prozent in 2019 auf 12,8 Prozent des BIP im Jahr 2020. Für
Slowenien nimmt die OECD einen Anstieg von 8,5 Prozent auf mehr als zehn
Prozent des BIP an.

Die Pandemie wirft auch ein Schlaglicht auf den anhaltenden Fachkräftemangel im
Gesundheitswesen. Sie zeigt, wie wichtig es ist, in den kommenden Jahren mehr
zu investieren, um die Primärversorgung und die Krankheitsprävention zu
verbessern und dafür zu sorgen, dass die Gesundheitssysteme insgesamt
resilienter werden und besser für Krisensituationen gewappnet sind. Die Studie
zeigt, dass der Großteil der Gesundheitsausgaben nach wie vor auf die kurative
Versorgung und nicht auf Krankheitsprävention oder Gesundheitsförderung
entfällt und dass für den Krankenhaussektor wesentlich mehr Mittel
bereitgestellt werden als für die Primärversorgung. Vor der Pandemie beliefen
sich die Gesundheitsausgaben im OECD-Schnitt auf mehr als 4 000 US-Dollar pro
Kopf und in den USA sogar auf knapp 11 000 US-Dollar. Der größte Anteil – im
Schnitt 60 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben – entfällt auf die
stationäre und ambulante Versorgung.

In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Ärzt:innen und Pflegekräfte in
fast allen OECD-Ländern erhöht, trotzdem gibt es nach wie vor Personalengpässe.
Der Mangel an Gesundheits- und Langzeitpflegekräften führt zu stärkeren
Beeinträchtigungen als der Mangel an Krankenhausbetten und Ausrüstungen.

Die Pandemie hat darüber hinaus verdeutlicht, wie gravierend sich ein
ungesunder Lebensstil auswirkt. Durch Rauchen, schädlichen Alkoholkonsum und
Fettleibigkeit steigt das Risiko, an COVID-19 zu sterben. Trotzdem wird nach
wie vor vergleichsweise wenig für die Prävention von Krankheiten ausgegeben:
Lediglich 2,7 Prozent der Gesundheitsausgaben entfallen durchschnittlich auf
diesen Bereich. In Österreich und der Schweiz sind es zwei Prozent, in
Deutschland drei Prozent.

Der Anteil der Personen, die täglich rauchen, ist in den letzten zehn Jahren in
den meisten OECD-Ländern zurückgegangen, er liegt jetzt bei durchschnittlich 17
Prozent. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es mit 18,8 bzw. 20,6
und 19,1 Prozent noch etwas mehr tägliche Raucher:innen.

Zwischen vier und 14 Prozent der Bevölkerung in den berücksichtigten
OECD-Ländern sind als Vieltrinker:innen einzustufen und haben einen Anteil von
31 bis 54 Prozent am gesamten Alkoholkonsum. In Lettland und Ungarn ist
schädlicher Alkoholkonsum besonders verbreitet.

Fettleibigkeit wird immer häufiger. Im OECD-Durchschnitt sind 60 Prozent der
Erwachsenen übergewichtig oder fettleibig, auch in Deutschland. Mit über 70
Prozent ist der Anteil in Mexiko, Chile und den USA am höchsten. Diese Daten
beziehen sich auf gemessenes Übergewicht bzw. gemessene Fettleibigkeit. Für
Österreich und die Schweiz liegen nur Zahlen vor, die auf Selbstauskunft der
Menschen beruhen. Diese Werte fallen üblicherweise niedriger aus. In Österreich
geben 51 Prozent der Erwachsenen an, übergewichtig oder fettleibig zu sein, in
der Schweiz 42 Prozent.

Die vollständige Studiesowie Ländernotizen für Deutschland, Österreich, die
Schweiz und weitere OECD-Länder sind verfügbar unter:
www.oecd.org/health/health-at-a-glance.htm.

Quelle: OECD, 09.11.2021

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erschienen am Dienstag, 09.11.2021