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Heil- und Hilfsmittelreport 2018 Barmer

BARMER Heil- und Hilfsmittelreport 2018: Ausgaben für Physio- und Ergotherapie variieren stark (Download, PDF, 7,7 MB).

Bei den Ausgaben für Physiotherapie gibt es massive regionale Unterschiede. Während sich die Therapiekosten je BARMER-Versicherten im Jahr 2017 in Bremen auf 54,74 Euro beliefen, waren sie in Berlin mit...

Bei den Ausgaben für Physiotherapie gibt es massive regionale Unterschiede. Während sich die Therapiekosten je BARMER-Versicherten im Jahr 2017 in Bremen auf 54,74 Euro beliefen, waren sie in Berlin mit 89,45 Euro um 63 Prozent höher. Bundesweit betrugen die Kosten
je BARMER-Versicherten 68,33 Euro. Das geht aus dem BARMER-Heil- und Hilfsmittelreport 2018 hervor. „Die unterschiedlich hohen Ausgaben für die Physiotherapie sind rein medizinisch nicht erklärbar. Das unterschiedliche Verordnungsverhalten der Ärztinnen und
Ärzte oder verschiedenartige Angebotsstrukturen könnten eine zentrale Rolle
spielen“, sagt Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandvorsitzender der BARMER. Nun
seien weitere Analysen erforderlich, um die Ursachen der Kostendifferenzen bei
Krankengymnastik, Lymphdrainagen und Massagen näher zu beleuchten. Dies sei
auch deshalb erforderlich, da rund Dreiviertel aller Heilmittelkosten auf die
Physiotherapie entfielen.

Steigende Ausgaben für Heil- und Hilfsmittel
Laut dem Report der BARMER wuchsen die gesamten Aufwendungen für die Heilmittel
Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie in den Jahren 2015 bis
2017 um sechs Prozent auf zuletzt 855 Millionen Euro. Bei Hilfsmitteln wie
Rollstühlen, Krankenbetten oder Atemgeräten war der Zuwachs noch deutlich
stärker. Hier bedeutet der Anstieg auf 1,05 Milliarden Euro im Jahr 2017 ein
Plus von 12,1 Prozent seit dem Jahr 2015. „Auch in Zukunft werden die Kosten
bei der Heil- und Hilfsmittelversorgung weiter ansteigen. Bereits für das Jahr
2018 hatten die Ersatzkassen Preissteigerungen von über 15 Prozent vereinbart.

Durch die geplanten Gesetzesänderungen werden die Ausgaben allein bei den
Heilmitteln wiederum im dreistelligen Millionenbereich anwachsen“, sagt Straub.
So sehe das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vor, die Vergütungen
für Therapeuten im Heilmittelbereich auf dem bundesweit höchsten Niveau zu
vereinheitlichen. Hinzu komme die mit dem TSVG gleichfalls geplante dauerhafte
Loslösung der Therapeutenvergütungen von der sogenannten Grundlohnsteigerung.
Dieses Prinzip soll eigentlich dafür sorgen, dass Leistungsausgaben in der
gesetzlichen Krankenversicherung nicht schneller steigen als die Löhne und
Gehälter. „Die Zukunft wird zeigen, ob die Vergütungserhöhungen der
Vergangenheit sowie die gesetzlich geplanten Anhebungen zu steigenden
Arbeitsentgelten der angestellten Therapeuten führen. Nur so würden sie dem von
den Leistungserbringern beklagten Fachkräftemangel entgegenwirken“, sagt
Straub. Damit könnten dann auch die Patientinnen und Patienten von den
Mehrausgaben der Kassen profitieren.

Ergotherapie-Kosten variieren um mehr als 100 Prozent je nach Region
Wie aus dem BARMER-Report hervorgeht, steigt der Bedarf an Heil- und
Hilfsmitteln generell mit dem Lebensalter stetig an. Der entgegengesetzte Trend
zeigt sich jedoch bei der Ergotherapie. Hier bekommen fünf- bis neunjährige
Jungen mit Abstand die meisten Leistungen. Im Jahr 2017 traf dies auf 9,31
Prozent der Jungen und 3,84 Prozent der gleichaltrigen Mädchen zu, die bei der
BARMER versichert waren. „Die Ergotherapie hilft offenbar, Defizite in der
kindlichen Entwicklung auszugleichen, die bei Jungen besonders ausgeprägt
sind“, so Straub. Warum vor allem Jungen ergotherapeutische Leistungen
erhielten, sei ebenso eine Frage für weitere Analysen wie die regionalen
Kostenunterschiede. So variieren die Ergotherapie-Ausgaben laut Report je
BARMER-Versicherten zwischen 9,02 Euro in Bremen und 19,14 Euro in Sachsen. Das
entspricht einem Unterschied um 112 Prozent.

Quelle: Pressemitteilung, 16.01.2019

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erschienen am Freitag, 18.01.2019
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