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Leiharbeit im Krankenhaus muss mittelfristig überflüssig werden

Leiharbeit im Krankenhaus muss mittelfristig überflüssig werden (DEKV).

Das MDK-Reformgesetz, das am 29. November 2019 den Bundesrat passiert hat, begrenzt die Refinanzierung von Leiharbeit im Krankenhaus: Im Pflegebudget der Krankenhäuser sind nur die Kosten in Höhe des Tariflohns...

Das MDK-Reformgesetz, das am 29. November 2019 den Bundesrat passiert hat, begrenzt die Refinanzierung von Leiharbeit im Krankenhaus: Im Pflegebudget der Krankenhäuser sind nur die Kosten in Höhe des Tariflohns enthalten. Zusätzliche
Ausgaben wie die Dienstleistungskosten des Unternehmens, das die Arbeitnehmer
vermittelt hat, müssen die Krankenhäuser selbst tragen. Ziel des Gesetzgebers
ist es, damit Leiharbeit in der Pflege zu begrenzen oder künftig ganz zu
unterbinden.

Dazu Christoph Radbruch, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen
Krankenhausverbandes (DEKV): „Wir unterstützen alle gesetzlichen Regelungen,
die gewerbliche Leiharbeit 1 mittelfristig überflüssig machen. Sie hat im
Krankenhaus viele unerwünschte Nebeneffekte: Festangestellte Mitarbeitende
müssen unattraktive Arbeiten und Schichten übernehmen, da Leiharbeitende
bestimmen können, wann sie arbeiten. Die Stammbelegschaft muss sich immer
wieder auf neue Mitarbeitende einstellen. Das kann die Organisation und
Zusammenarbeit in den Pflegeteams belasten. Mehrarbeit für die Stammbelegschaft
ergibt sich auch, weil die Kolleginnen und Kollegen auf Zeit die Abläufe und
Gegebenheiten auf den Stationen nur eingeschränkt kennen oder beispielsweise
aus datenschutzrechtlichen Gründen keinen Zugriff auf das Dokumentationssystem
haben. Darüber hinaus stehen sie für den Aufbau einer Patientenbeziehung nur
eingeschränkt zur Verfügung. Trotzdem sind zurzeit viele Häuser auf den Einsatz
von Leiharbeitenden angewiesen, um Personalschwankungen durch Krankheit, Urlaub
oder Fortbildungen auszugleichen. Zudem ist es vor dem Hintergrund des
Fachkräftemangels regional schwierig, die Pflegepersonaluntergrenzen auf
bestimmten Stationen wie der Intensivpflege einzuhalten. Belegungsspitzen
können diese Situation noch verschärfen. Die Alternative zum Einsatz von
Leiharbeitenden wäre, Betten zu schließen und Patienten an andere, meist weiter
entfernt liegende Kliniken zu verweisen.

Personal in der Pflege binden
Christliche Krankenhäuser werden auch in Zukunft Maßnahmen zur Erhöhung der
Arbeitgeberattraktivität für alle Berufsgruppen im Krankenhaus umsetzen und
verstärken. Bereits heute gehen viele unserer Häuser mit flexiblen
Arbeitszeitmodellen auf die Lebenssituation und die Bedürfnisse der
Beschäftigten ein. Dazu gehören auch verlässliche, langfristig angelegte
Dienstpläne und Urlaubsregelungen. Diese mitarbeiterorientierte Gestaltung der
Arbeitszeiten ist ein Weg, Pflegefachkräfte aus der Leiharbeit zurück an die
Krankenhäuser zu holen. Ergänzend dazu werden den Beschäftigten durch die
Möglichkeit zur Fort- und Weiterbildung berufliche Perspektiven geboten.
Darüber hinaus können wir mit attraktiven Arbeitsbedingungen mehr junge
Menschen für eine Ausbildung in der Pflege gewinnen und so dem Fachkräftemangel
entgegenwirken. Daher hat sich der DEKV bereits im Rahmen der Konzertierten
Aktion Pflege dafür ausgesprochen, das Angebot an Ausbildungsplätzen in der
Pflege um zehn Prozent zu erhöhen“, betont Radbruch.

1 Überlassung von Leiharbeitnehmern durch Unternehmen mit dem Schwerpunkt
Arbeitnehmerüberlassung.

Quelle: DEKV, 02.12.2019

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erschienen am Dienstag, 03.12.2019
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