Pflegekräfte: hohe Anforderungen durch, jedoch wenig Einfluss auf die Arbeitszeit myDRG Stellenmarkt Gesundheitswesen

« Mitarbeiter im Medizincontrolling m/w/d LMU Klinikum München | Pflegekräfte: hohe Anforderungen durch, jedoch wenig Einfluss auf die Arbeitszeit | Heidekreis-Klinikum macht 2020 weniger Schulden »

 

Pflegekräfte: hohe Anforderungen durch, jedoch wenig Einfluss auf die Arbeitszeit

Pflegekräfte: hohe Anforderungen durch, jedoch wenig Einfluss auf die Arbeitszeit (Faktenblatt, PDF, 124 kB).

BAuA veröffentlicht Faktenblatt zu Arbeitszeiten in der Alten- und Krankenpflege. Beschäftigte in der Pflege arbeiten deutlich häufiger nachts und an Wochenenden und befinden sich häufiger in Rufbereitschaft als andere Beschäftige....

BAuA veröffentlicht Faktenblatt zu Arbeitszeiten in der Alten- und Krankenpflege. Beschäftigte in der Pflege arbeiten deutlich häufiger nachts und an Wochenenden und befinden sich häufiger in Rufbereitschaft als andere Beschäftige. Zudem haben Beschäftigte in der
Alten- und Krankenpflege einen geringeren Einfluss auf ihre Arbeitszeit. Dabei weist dieser Bereich eine deutlich höhere Teilzeitquote aus. Dies sind Ergebnisse einer Analyse von Daten
der Arbeitszeitbefragung 2019, die die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und
Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt im baua: Fakten "Hohe Anforderungen, wenig
Ressourcen: Arbeitszeiten in der Alten- und Krankenpflege" veröffentlicht hat.

Nicht erst seit der Corona-Pandemie sehen sich Beschäftigte im Pflegebereich
besonders hohen Anforderungen im Arbeitsalltag ausgesetzt. Neben körperlichen
und psychischen Arbeitsanforderung spielt auch die Arbeitszeit eine wichtige
Rolle für die Gesundheit und das Stresserleben von Beschäftigten. Auf Grundlage
der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2019 wurden die arbeitszeitlichen Anforderungen
von abhängig Beschäftigten in der Alten- und Krankenpflege mit den
Anforderungen von Beschäftigten in anderen Berufen verglichen. Dabei zeigen
sich deutliche Unterschiede.

So arbeitet über die Hälfte der Beschäftigten in der Alten- (57 %) und
Krankenpflege (59 %) regelmäßig zu atypischen Zeiten vor 7 Uhr oder nach 19
Uhr. In anderen Berufen beträgt die Quote 19 Prozent. Zudem ist in den
Pflegeberufen die Arbeit an Wochenenden deutlich stärker verbreitet. Das gilt
auch für die Rufbereitschaft, die in der Altenpflege mit 20 Prozent um 5
Prozentpunkte höher liegt als in der Krankenpflege. Bei anderen Berufen liegt
sie bei 6 Prozent.

In den Pflegeberufen gibt es Ausnahmeregelungen, die eine Verkürzung der
Mindestruhezeit von 11 Stunden ermöglichen. Tatsächlich berichtet etwa jede
zweite Krankenpflegekraft und etwa jede vierte Altenpflegekraft mindestens
einmal im Monat eine verkürzte Ruhezeit zu haben. Kranken- und
Altenpflegekräfte haben darüber hinaus vergleichsweise wenig Einfluss auf die
Gestaltung ihrer Arbeitszeit. So können beispielsweise mehr als die Hälfte
aller Krankenpflegekräfte und fast zwei Drittel der Altenpflegekräfte kaum
Einfluss auf den Zeitpunkt ihrer Pausen nehmen.

Insgesamt arbeiten Pflegekräfte durchschnittlich häufiger zu atypischen Zeiten
und haben weniger Möglichkeiten, die Arbeitszeit nach ihren Bedürfnissen
flexibel zu gestalten als Beschäftigte in anderen Berufen. Damit fehlt ihnen
eine wichtige Ressource, um die hohen körperlichen und psychischen
Anforderungen ihres Berufs zu bewältigen. Verlässliche Arbeitszeiten und
Rücksichtnahme auf persönliche Belange bei der Schichtplangestaltung können
hier Entlastung bringen.

baua: Fakten "Hohe Anforderungen, wenig Ressourcen: Arbeitszeiten in der Alten-
und Krankenpflege" sowie Tipps für eine gute Schichtplangestaltung in der
Pflege gibt es im Internetangebot der BAuA unter
www.baua.de/Arbeitszeitgestaltung-Pflege.
Forschung für Arbeit und Gesundheit
Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des BMAS.
Sie betreibt Forschung, berät die Politik und fördert den Wissenstransfer im
Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem erfüllt die
Einrichtung hoheitliche Aufgaben im Chemikalienrecht und bei der
Produktsicherheit. An den Standorten Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der
Außenstelle Chemnitz arbeiten über 750 Beschäftigte.

Quelle: Faktenblatt, 08.06.021

- - - - - - - - - - - - - -



erschienen am Montag, 28.06.2021