Physician Assistant: Berufsbild im Fokus





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Physician Assistant: Berufsbild im Fokus

Bietet der Physician Assistant Potenzial für den Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr? (Military Medicine).



Angesichts wachsender struktureller Herausforderungen wie Fachkräftemangel, geplanter Truppenaufstockung und steigender Komplexität der truppenärztlichen Versorgung prüft der Zentrale Sanitätsdienst der Bundeswehr (ZSanDstBw) die Eignung des Berufsbilds des Physician Assistant (PA).



Bundeswehr evaluiert den Einsatz von Physician Assistants im Sanitätsdienst

Bonn, 08.08.2026

Der PA ist ein akademisches Berufsbild, das ärztlich delegierbare Tätigkeiten übernimmt und damit Ärzt:innen im Berufsalltag entlastet, in Deutschland seit 2005 als Studiengang etabliert und inzwischen an 26 Hochschulen studierbar.

2024 stieg die Zahl neu eingeschriebener Studierender um 25 Prozent auf 2.231, insgesamt sind mittlerweile über 5.000 PA-Studierende eingeschrieben.

Rechtlich gilt der PA als ungeregelter Gesundheitsberuf ohne eigenes Berufsgesetz, die Tätigkeit erfolgt ausschließlich in ärztlicher Delegation, wobei die ärztliche Gesamtverantwortung stets unangetastet bleibt.

Grundlage für zulässige Delegationen bilden unter anderem die Anlage 24 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte sowie einzelne Modellvorhaben-Richtlinien.

Eine Studie aus einer hausärztlichen Praxis im Nordschwarzwald zeigt, dass ein PA 2024 bei 1.209 Betreuungsfällen in 75,7 Prozent der Fälle selbstständig tätig war und nur in 11,7 Prozent der Fälle einen Arzt hinzuziehen musste.

Im ZSanDstBw wurde das PA-Berufsbild bereits 2019 als zusätzlicher Werdegang in der Offizierslaufbahn des Militärfachlichen Dienstes eingeführt.

Aktuell gibt es 25 Dienstposten, verteilt auf Sanitätsunterstützungszentren, das Zentrum für Sportmedizin und die Notfallaufnahmen der Bundeswehrkrankenhäuser.

Sieben PAs haben ihre Ausbildung bereits abgeschlossen und sind im Einsatz, zwölf weitere befinden sich noch in der Ausbildung.

Seit Juli 2025 ist zudem der erste im zivilen Gesundheitswesen ausgebildete PA über einen Seiteneinstieg als Offizier tätig.

International sind PAs vor allem im US-Militär seit den 1970er-Jahren etabliert, mit rund 2.300 aktiven PAs im Jahr 2023, auch Großbritannien und Kanada kennen vergleichbare Modelle.

Vor dem Hintergrund der geplanten Aufstockung der Bundeswehr um rund 80.000 auf 260.000 aktive Soldat:innen sowie zusätzlich 200.000 Reservist:innen erwartet der Sanitätsdienst einen steigenden Bedarf an truppenärztlicher Versorgung und Begutachtung.

Der Beitrag vertritt eine grundsätzlich befürwortende Position zum PA-Einsatz und empfiehlt für die weitere Ausgestaltung unter anderem eine feste Zuordnung zu ambulanten Einsatzorten, langfristige Verwendung zur Sicherstellung von Kontinuität, klare Delegations- und Kompetenzprofile sowie eine evidenzbasierte Evaluation an ausgewählten Standorten.

Die Unterabteilung Militärärztliche Beratung im Unterstützungskommando der Bundeswehr will diese Punkte ab 2026 gemeinsam mit dem Kommando Gesundheitsversorgung angehen, unter anderem durch Informationsveranstaltungen mit den ärztlichen Leitungen vor Ort.

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