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PpSG: Abwanderung von Pflegepersonal aus Einrichtungen der stationären Rehabilitation befürchtet

PpSG: Abwanderung von Pflegepersonal aus Einrichtungen der stationären Rehabilitation befürchtet (Pressemitteilung).

Die drohende Abwanderung von Pflegepersonal aus Einrichtungen der stationären Rehabilitation wird die dortige personelle Situation weiter verschärfen. Das Such- und Vergleichsportal Qualitätskliniken.de sieht die Sicherstellung des Qualitätsniveaus in Rehakliniken in...

Die drohende Abwanderung von Pflegepersonal aus Einrichtungen der stationären Rehabilitation wird die dortige personelle Situation weiter verschärfen. Das Such- und Vergleichsportal Qualitätskliniken.de sieht die Sicherstellung des Qualitätsniveaus in Rehakliniken
in Gefahr.

Das geplante Inkrafttreten des Pflegepersonalstärkungsgesetzes (PpSG) soll ab
dem 1. Januar 2019 Abhilfe zum Pflegenotstand leisten. Personalkosten von neu
eingestellten Pflegekräften werden zukünftig direkt durch die Krankenkassen
erstattet. So wird es Krankenhäusern und Pflegeheimen ermöglicht, die
Arbeitsverdichtung im Bereich Pflege zu senken und das Berufsbild für den
Nachwuchs attraktiver zu gestalten. Auch wenn die Beschaffung von neuem
Pflegepersonal bei annähernder Vollbeschäftigung in Deutschland noch Fragen
aufwirft, ist das Gesetz ein Vorstoß in die richtige Richtung und kommt gerade
noch rechtzeitig.

Das PpSG gilt für die rund 13.600 Pflegeheime sowie die etwa 1.950
Krankenhäuser in Deutschland. Neben diesen gibt es aber auch noch bundesweit
ca. 1.150 Rehakliniken, die für Patientinnen und Patienten nach Unfällen oder
schweren Erkrankungen im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt sorgen und
diese wieder in den Alltag bzw. Beruf integrieren. Durch eine medizinische
Rehabilitation kann eine Frühberentung abgewandt oder älteren Menschen ein
längeres Leben in der häuslichen Umgebung ermöglicht werden. Die
volkswirtschaftliche Bedeutung und die Relevanz für die
Sozialversicherungsträger ist somit hoch. Unverständlich sowie regelrecht
fahrlässig also, warum der Bereich Rehabilitation bisher nicht im PpSG
berücksichtigt oder in anderen Aktivitäten des Bundesministeriums für
Gesundheit aufgenommen wird.

In Rehakliniken besteht bereits jetzt ein ausgeprägter Fachkräftemangel –
Pflegekräfte wechseln aufgrund einer oft untertariflichen Vergütung in besser
bezahlende Krankenhäuser, offene Stellen können nicht zeitgerecht besetzt
werden. Aufgrund des PpSG droht sich diese Entwicklung noch einmal deutlich zu
verstärken. Mitarbeiter werden vermehrt aus Rehakliniken abwandern und neue
Tätigkeiten in Krankenhäusern oder Pflegeheimen wahrnehmen. Es besteht die
Gefahr, dass Rehakliniken den Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten können oder
die erbrachte Qualität stark leidet. „Wir von Qualitätskliniken.de beschäftigen
uns täglich mit den relevanten Aspekten, die eine Rehaklinik zu einer guten
Einrichtung machen. Alle Vorgaben, Messinstrumente und eingeholten
Patientenmeinungen bringen aber nichts, wenn die Patientinnen und Patienten
keine Behandlung und Betreuung durch die Mitarbeiter in den Rehakliniken
erhalten, weil diese schlicht nicht mehr vorhanden sind“, so Alexander
Mühlhause von Qualitätskliniken.de. Der Verzicht auf einen Rehaaufenthalt kann
dabei für den Patienten sogar noch besser sein als ein Rehaaufenthalt in einer
Klinik, in der akuter Personalmangel herrscht. „Patientinnen und Patienten
werden immer früher aus Krankenhäusern entlassen und in Rehakliniken
weiterbehandelt. Besonders häufig zu sehen ist dies bei Erkrankungen wie
Schlaganfällen, einigen Krebserkrankungen und Herzoperationen. Die
Anforderungen an die dortigen Pflegekräfte wachsen ständig. Sind Pflegekräfte
zusätzlich noch für zu viele Patienten zuständig, steigt die Gefahr für
Behandlungsfehler deutlich.“

Im Sinne einer qualitativ hochwertigen Behandlung von Patientinnen und
Patienten sowie der Berücksichtigung sowohl der Patientensicherheit als auch
der Arbeitssituation der Pflegekräfte muss die medizinische Rehabilitation
stärker in den Fokus der Politik gerückt werden. Ein gesetzlich geschaffenes
Ungleichgewicht in der Bezahlung von Personal aus Krankenhäusern bzw.
Pflegeheimen und Mitarbeitern in Rehakliniken gefährdet die medizinische
Versorgung. Rehakliniken müssen Möglichkeiten zur Refinanzierung von Personal
erhalten, um Fachkräfte adäquat bezahlen zu können.

Die 4QD - Qualitätskliniken.de GmbH mit Sitz in Berlin informiert Patientinnen
und Patienten seit 2009 über die Qualität von stationären Einrichtungen im
Gesundheitswesen. Als Betreiberin des Such- und Vergleichsportals
www.Qualitaetskliniken.de bewertet die Gesellschaft die Qualität von
Rehakliniken anhand wissenschaftlicher Methoden mit einem mehrdimensionalen
Ansatz und stellt die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung

Quelle: Pressemitteilung, 08.11.2018

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erschienen am Montag, 12.11.2018
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