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Sozialwirtschaft Bayern - Umfang und wirtschaftliche Bedeutung

Sozialwirtschaft Bayern - Umfang und wirtschaftliche Bedeutung (Freie Wohlfahrtspflege Bayern, PDF, 1 MB).

Der Landes-Caritasverband hat turnusgemäß den Vorsitz in der Freien Wohlfahrtspflege Bayern übernommen. Bei einer Pressekonferenz übergab die Vizepräsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Brigitte Meyer, den Vorsitz an Landes-Caritasdirektor Prälat Bernhard...

Der Landes-Caritasverband hat turnusgemäß den Vorsitz in der Freien Wohlfahrtspflege Bayern übernommen. Bei einer Pressekonferenz übergab die Vizepräsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Brigitte Meyer, den Vorsitz an Landes-Caritasdirektor Prälat Bernhard Piendl. Gleichzeitig stellten beide
erste wichtige Erkenntnisse der Studie „Sozialwirtschaft Bayern“ vor und
betonten die wichtige Rolle des sozialen Sektors für Bayern: „Die Dienste und
Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege Bayern leisten Daseinsvorsorge und
helfen Menschen, ihre Lebensaufgaben zu bewältigen, sei es in Kitas, bei der
Pflege von Angehörigen oder bei der Bewältigung von persönlichen Nöten und
Krisen. Die rund 445.000 Mitarbeitenden und mehr als 135.000 Ehrenamtliche
engagieren sich jeden Tag für den sozialen Frieden, wobei die Krankenhäuser
dabei noch gar nicht berücksichtigt sind. Ein starker sozialer Sektor ist
deshalb die Basis für eine florierende Wirtschaft, weil er die
Rahmenbedingungen setzt, um wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen“, so der
Prälat Piendl.

Die Sozialwirtschaft sei ein starker, weithin auch unterschätzter
wirtschaftlicher Faktor. Die Wirkung der Sozialwirtschaft lässt sich jedoch
nicht nur monetär messen: „Die Freiwilligenarbeit, die Jugendarbeit, auch die
Hilfen für Menschen in Not in der Beratung, all sind Faktoren, die dafür
sorgen, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt nicht erodiert und sie sind
deutliche Zeichen der Solidarität in Bayern. Und: Bei aller Notwendigkeit, auch
wirtschaftlich zu handeln, stehen bei der Freien Wohlfahrtspflege nicht die
finanziellen Interessen im Vordergrund, sondern wir sind gemeinnützig und den
Menschen verpflichtet“, so Piendl.

Zuvor zog Brigitte Meyer ein Fazit des vergangenen Jahres, in dem sie die
Schlagkraft der Freien Wohlfahrtspflege unterstrich: „Eines der Hauptthemen der
Arbeit waren die Budgetverhandlungen zum Pflegeberufereformgesetz. Auch wenn es
trocken klingt: Hier ging es darum, eine auskömmliche Finanzierung der
Ausbildung in der Pflege sicherzustellen und damit letztlich darum, die Pflege
zukunftsfähig zu machen. Das dies gelungen ist, ist ein Erfolg der starken
Koalition in der Freien Wohlfahrtspflege.“ Gerade auch wegen der
Herausforderungen zeigte sich laut Meyer die Freie Wohlfahrtspflege enttäuscht,
dass es bisher noch nicht gelungen ist, zu einem Gespräch mit Ministerpräsident
Markus Söder zusammenzukommen.

Für Prälat Piendl ist der Mangel an qualifizierten Fachkräften die wichtigste
Herausforderung für die kommenden Jahre: „Rund ein Viertel unserer
Mitarbeitenden sind 55 Jahre oder älter und werden in den kommenden Jahren in
Rente gehen. Für uns ist es deshalb wichtig, auch weiterhin stark auf die
Ausbildung zu setzen. Es gilt ein positiveres Bild der Pflege zu zeichnen: Der
Beruf ist hochmotivierend, ist sinnerfüllt und anspruchsvoll. Mit der neuen,
generalistischen Pflegeausbildung und der Neudefinition des Pflegeberufs könnte
es gelingen, wieder mehr junge Menschen für eine Ausbildung in der Pflege zu
gewinnen.“

In der Freien Wohlfahrtspflege Bayern sind das Bayerisches Rotes Kreuz, die
Arbeiterwohlfahrt, der Landes-Caritasverband Bayern, die Diakonie Bayern, der
Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern und der Paritätische
Wohlfahrtsverband Bayern organisiert. Gemeinsam er-bringen die Verbände rund
75% aller sozialen Dienstleistungen in Bayern. Als Verband unterstützt die
Freie Wohlfahrtspflege Bayern ihre Mitglieder durch Koordination und Absprachen
bei der Realisierung von Zielen, mit denen sie ihren Beitrag dazu leisten,
Bayern sozial zu gestalten. Endgültig erscheinen wird die Studie
„Sozialwirtschaft Bayern“ im kommenden Mai.

Auf dem Bild: Zum Vorsitzwechsel überreichte Landes-Caritasdirektor Prälat
Piendl als neuer Vorsitzender der scheidenden Vorsitzenden Brigitte Meyer,
Vizepräsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, einen Blumenstraß.

Quelle: Freie Wohlfahrtspflege Bayern, 20.01.2020

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erschienen am Montag, 20.01.2020
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