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Uniklinik Greifswald mit ausgeglichenem Haushalt

Unimedizin Greifswald mit ausgeglichenem Haushalt (Pressemitteilung).

Die Universitätsmedizin Greifswald (UMG) hat im Pandemie-Jahr 2020 ein Defizit von 400.000 Euro erwirtschaftet. Bei einer Gesamtleistung von rund 371 Millionen Euro gilt das als ausgeglichen. Trotz der vielfältigen Zusatzaufgaben...

Die Universitätsmedizin Greifswald (UMG) hat im Pandemie-Jahr 2020 ein Defizit von 400.000 Euro erwirtschaftet. Bei einer Gesamtleistung von rund 371 Millionen Euro gilt das als ausgeglichen. Trotz der vielfältigen
Zusatzaufgaben im Kampf gegen die Pandemie, der tarifbedingten Gehaltserhöhungen und der teils erheblich
gestiegenen Materialkosten hat die UMG ihren Konsolidierungskurs erfolgreich
fortgesetzt. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand daher einstimmig entlastet.
„Wir sind froh, dass wir endlich wieder für alle Patienten da sei können“,
versichert Prof. Uwe Reuter, „also auch planbare Eingriffe vornehmen, von
denen so viele verschoben werden mussten“. Der Vorstandsvorsitzende der
Unimedizin Greifswald betont zugleich: „Dass wir weiter starker und
leistungsfähiger Versorger der Region sind,
ist der konsequenten Sanierung der vergangenen Jahre sowie dem
verantwortungsbewussten Handeln im
vergangenen Jahr zu verdanken.“ Ein ausgeglichener Haushalt sei in einem
solchen Jahr „eine beeindruckende
Leistung, zu der ich meinem Vorgänger und der bisherigen Kaufmännischen
Vorständin ausdrücklich gratuliere“.
Reuter hat die Ämter als Ärztlicher Vorstand und als Vorstandsvorsitzender am
15. Mai 2021 übernommen.
Das Jahr 2020 war auch wirtschaftlich von der Pandemie geprägt: gesperrte
Stationen und freigehaltene Betten,
Verschiebung planbarer Operationen, daher erheblich weniger stationäre
Patient*innen, zudem teils astronomische Preise, etwa für Schutzausrüstungen,
die zugleich in erheblich größeren Mengen beschafft werden mussten.
Große Teile dieser Kosten wurden gegenfinanziert, wie Bund und Länder es
versprochen hatten. Auch der Laborbedarf, der etwa ein Viertel höher war,
wurde erstattet. „Die Politik hat Wort gehalten“, bescheinigt Reuter.
In anderen Bereichen musste die UMG die Mehrkosten selbst aufbringen. Dazu
zählen die Testzentren und der
Sicherheitsdienst, aber auch die vermehrt benötigten Verbrauchsmaterialien.
Einige Produkte kosteten zeitweilig
das Achtfache dessen, was vor der Pandemie zu zahlen war. So stieg der
Gesamtaufwand für Material gegenüber
dem Vorjahr um 6,6 Millionen Euro. Diese Zusatzkosten konnten nach Ansicht von
Toralf Giebe, Kaufmännischer
Vorstand der UMG nur deshalb aufgefangen werden, „weil sich die Effekte des
fünf Jahre zuvor begonnenen
Sanierungskurses weiter auszahlen“.
Die Zahl der Mitarbeitenden stieg von 3.227 auf 3.247 Vollzeitstellen, das sind
60 mehr als fünf Jahre zuvor. Die
Steigerung des vergangenen Jahres lag insbesondere am Anstieg bei den
Auszubildenden. Sie sind das „Ergebnis
unserer gezielten Maßnahmen, junge Menschen für den Pflegeberuf und die UMG als
Ausbildungsbetrieb zu begeistern“, erläutert Prof. Uwe Reuter. Insgesamt sind
an der Unimedizin 4.079 Menschen beschäftigt. Die Personalkosten der
Unimedizin stiegen vor allem tarifbedingt um 14,7 Millionen Euro. 2
Der Umsatz der Unimedizin betrug vergangenes Jahr 275,7 Millionen Euro. Im Jahr
2019 waren es 257,8 Millionen. Dass die Umsatzerlöse um 17,9 Millionen Euro
gesteigert werden konnten, liegt unter anderem am erhöhten Landesbasisfallwert
(LBFW). Mit diesem werden bei der Abrechnung von Leistungen die Fallpauschalen
multipliziert. Der LBFW wird von den Krankenkassen und
Krankenhausgesellschaften auf Landesebene ausgehandelt.
Insbesondere wegen der Corona-Schutzmaßnahmen sank die Zahl der vollstationären
somatischen Fälle von
35.680 um 14,5 Prozent auf 30.502. Die daraus resultierenden Leistungsrückgänge
wurden durch Freihaltepauschalen weitgehend aufgefangen. Zugleich stieg die
durchschnittliche Verweildauer leicht von durchschnittlich
6,56 auf 6,66 Tage. Ein Grund seien schwerere Fälle gewesen, erläutert Toralf
Giebe und nennt als zweiten
Grund: „Oft fehlten Möglichkeiten der Abverlegung von Patienten in andere
Krankenhäuser und Einrichtungen“,
so der Kaufmännische Vorstand. Während der Pandemie hätten viele Häuser keine
Patient*innen aus anderen
Einrichtungen aufgenommen.
Die Unimedizin Greifswald konnte die Zahl der Drittmittelprojekte im
vergangenen Jahr deutlich von 866 im Jahr
2019 auf 1.226 steigern. Die in diesen Projekten verwendeten Mittel sanken
leicht von 23 auf 22,8 Millionen
Euro.
Giebe zum Jahresabschluss 2020: „Vor fünf Jahren haben der Aufsichtsrat und der
Vorstand nach sehr schweren
Jahren und einem riesigen Defizit vereinbart, die Greifswalder
Universitätsmedizin grundlegend zu sanieren. Das
ist erkennbar gelungen. Schon 2018 wurde ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt.
Dass wir das nun auch für das
krisengeschüttelte Jahr 2020 konnten, beweist: Die Unimedizin ist auf dem
richtigen Weg, die Maßnahmen
greifen langfristig und selbst in solchen Ausnahmesituationen zuverlässig.“ Als
Beispiel nennt der Kaufmännische
Vorstand die konsequent verbesserte Dokumentations- und Kodierqualität, durch
die es weniger Verluste durch
den Medizinischen Dienst der Krankenkassen gebe. 2015 hatte die UMG noch über
14 Millionen Euro Defizit
erwirtschaftet. Danach hatte sie sich schrittweise dem ausgeglichenen Ergebnis
angenähert.
Der Vorstandsvorsitzende Reuter betont jedoch: „Die größte Herausforderung ist
und bleibt die bestmögliche
Versorgung der Menschen hier in der Region.“ Dazu werde sich die Unimedizin
„konsequent weiterentwickeln,
neue Konzepte erproben und bestehende Prozesse immer wieder hinterfragen und
verbessern“. Exemplarisch
nennt er die schnelle und zuverlässige Hilfe für Menschen auf dem Land sowie
die optimale Versorgung von
Kindern. Gerade wenn es um die Mitgestaltung des zukünftigen Gesundheitssystems
gehe, „ist die Universitätsmedizin Greifswald dreifach gefordert: als
Krankenhaus, als Forschungseinrichtung und als Ausbildungsort für
kommende Ärzte- und Pflege-Generationen

Quelle: Pressemitteilung, 21.06.2021

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erschienen am Dienstag, 22.06.2021