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Deutlich erhöhte Sterblichkeit in Thüringen zum Jahresende 2020

Deutlich erhöhte Sterblichkeit in Thüringen zum Jahresende 2020 (Statistikamt Thüringen).

Im Jahr 2020 starben in Thüringen nach einer vorläufigen Auswertung der Ergebnisse der Sterbefallstatistik 30 123 Personen. Das waren 950 Menschen mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019,...

Im Jahr 2020 starben in Thüringen nach einer vorläufigen Auswertung der Ergebnisse der Sterbefallstatistik 30 123 Personen. Das waren 950 Menschen mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019, was einer Steigerung um 3,3 Prozent entspricht. Wie das Thüringer Landesamt
für Statistik mitteilt, geht die erhöhte Sterblichkeit vor allem auf eine Steigerung der Sterbefälle am Jahresende 2020 zurück. Allein im Dezember 2020 lag die Zahl der Gestorbenen mit 3 577 Fällen rund 40 Prozent
über dem Durchschnitt der Vorjahre.
Im Vergleich zu den Vorjahren lagen die Sterbefallzahlen des Jahres 2020 in den Monaten Januar,
Februar, März, Mai und Juli teils deutlich unter dem Schnitt, in den restlichen Monaten darüber. Bis
Ende November 2020 war dennoch keine erhöhte Sterblichkeit in Thüringen feststellbar. In der
Summe der Monate Januar bis November starben 69 Personen weniger als im Vergleich zu den Vorjahren.
Erst durch die Sterbefälle des Dezembers 2020 kam die deutliche Trendumkehr. Die Entwicklung deutete
sich dennoch an, da die Differenz zu den Vorjahren bei der Zahl der Gestorbenen ab
August 2020 langsam aber stetig begann zu steigen. Im August lag die Zahl der Sterbefälle in Thüringen
1,3 Prozent über dem Vorjahresschnitt, im September 3,4 Prozent, im Oktober 4,9 Prozent, im
November bereits 9,2 Prozent und im Dezember 39,8 Prozent.
Nach groben Altersgruppen betrachtet zeigt sich ein anderes Bild. Bei den unter 65-Jährigen starben
im Jahr 2020 nach vorläufigen Auswertungen in Thüringen 4 034 Personen. Das sind 316 Gestorbene
bzw. 7,3 Prozent weniger als im Vergleich der Vorjahre. Auch im Dezember zeigten die Sterbefallzahlen
bei den unter 65-Jährigen keine Auffälligkeiten. Ein ähnliches Bild zeichnete sich für das Jahr
2020 bei den 65- bis unter 80-Jährigen ab. In dieser Altersgruppe waren 8 405 Personen und somit

469 weniger (-5,3 Prozent) im Vergleich zu den Vorjahren verstorben. Wobei die Fallzahlen am Jahresende
eine gegensätzliche Entwicklung zeigten, denn im Dezember sind rund 21 Prozent mehr
Menschen aus dieser Altersgruppe im Vergleich zu den Vorjahren verstorben.
Bei den über 80-Jährigen ist jedoch eine deutliche Übersterblichkeit im Jahr 2020 feststellbar.
Nach vorläufigen Auswertungen starben 17 684 Personen aus dieser Altersgruppe, was einer Steigerung
um 1 734 Fälle bzw. 10,9 Prozent entspricht. Bis auf Februar und März sind in allen Monaten des
Jahres 2020 mehr Personen als im Vergleich zu den Vorjahren verstorben. Vor allem am Jahresende
zeigte sich die erhöhte Sterblichkeit deutlich. Im Monat Dezember starben 852 Personen und somit
knapp 60 Prozent mehr Menschen als im Schnitt der Vorjahre.
Bitte beachten:
Von Übersterblichkeit bzw. einer erhöhten Sterblichkeit wird dann gesprochen, wenn die Sterbefallzahlen
eines bestimmten Zeitpunktes oder Zeitraumes im Vergleich zu der Sterblichkeit eines BasisZeitraumes
erhöht sind. Aus diesem Basis-Zeitraum wird die Basismortalität ermittelt. Die Basismortalität gibt
an, welche Sterbefallzahlen für einen bestimmten Zeitraum zu erwarten gewesen
wären, wenn man die Sterbefälle aus den Vorjahren als Grundlage der Betrachtung nimmt. Für diese
Pressemitteilung wurde die Basismortalität aus den Sterbefällen der Jahre 2016 bis 2019 gebildet.
Begrifflichkeiten wie Übersterblichkeit finden in der Regel nur dann Anwendung, wenn es sich um
eine Krisen- oder Pandemiesituation handelt.

Quelle: Statistikamt Thüringen, 22.01.2021

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erschienen am Freitag, 22.01.2021