Anzeige Anzeige: ID Berlin GmbH ×

Sterbefallzahlen in der 47. Kalenderwoche 9 % über dem Durchschnitt der Vorjahre myDRG Stellenmarkt Gesundheitswesen

« Beatmungsabrechnung: BSG relativiert die Gewöhnung - B 1 KR 13/20 R | Sterbefallzahlen in der 47. Kalenderwoche 9 % über dem Durchschnitt der Vorjahre | Liquidität sichern, Handlungsfähigkeit vor Ort erhalten »

 

Sterbefallzahlen in der 47. Kalenderwoche 9 % über dem Durchschnitt der Vorjahre

Sterbefallzahlen in der 47. Kalenderwoche 9 % über dem Durchschnitt der Vorjahre (Destatis).

Nach vorläufigen Ergebnissen sind in der 47. Kalenderwoche (16. bis 22. November 2020) in Deutschland mindestens 19 600 Menschen gestorben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, liegen die Sterbefallzahlen...

Nach vorläufigen Ergebnissen sind in der 47. Kalenderwoche (16. bis 22. November 2020) in Deutschland mindestens 19 600 Menschen gestorben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, liegen die Sterbefallzahlen somit in diesem Zeitraum etwa 9 % über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Dies geht aus einer Sonderauswertung
der vorläufigen Sterbefallzahlen hervor, die aktuell bis zur 47. Kalenderwoche zur Verfügung steht.

Zahl der COVID-19-Todesfälle steigt deutlich an

Die Zahl der Todesfälle von Personen, die zuvor laborbestätigt an COVID-19
erkrankt waren, steigt derzeit von Woche zu Woche. In der 47. Kalenderwoche gab
es insgesamt 1 887 beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete
COVID-19-Todesfälle. Das waren 390 Fälle mehr als in der Vorwoche und 1 808
Fälle mehr als noch in der 40. Kalenderwoche.

Sterbefälle in Sachsen 46 % über dem Durchschnitt

Besonders auffällig ist die Entwicklung der Sterbefallzahlen in Sachsen. Die
Differenz zum Durchschnitt der vier Vorjahre nimmt dort derzeit von Woche zu
Woche deutlich zu. In der 41. Kalenderwoche lag die Zahl der Sterbefälle noch
unter dem Durchschnitt; in der aktuell verfügbaren 47. Kalenderwoche lag sie 46
% beziehungsweise 476 Fälle darüber. Auch in Baden-Württemberg (+ 12 % oder 260
Fälle), Brandenburg (+ 12 % oder 69 Fälle), Nordrhein-Westfalen (+10 % oder 380
Fälle) und Thüringen (+ 12 % oder 65 Fälle) lag die Differenz zum Durchschnitt
zuletzt mindestens 10 % darüber.

Wöchentliche Sterbefallzahlen in Deutschland
[...]

Das EuroMOMO-Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen meldet
derzeit für die 47. Kalenderwoche eine extrem hohe Übersterblichkeit
(„extremely high excess“) für die Schweiz und Slowenien. Eine sehr hohe oder
hohe Übersterblichkeit („very high excess“ oder „high excess“) wird für
Belgien, Frankreich, Italien, Österreich und Spanien gemeldet. In anderen
europäischen Ländern stellt EuroMOMO für diese Kalenderwoche maximal eine
mäßige („moderate excess“) Übersterblichkeit fest.

Methodische Hinweise zu den Sterbefallzahlen für Deutschland:

Die Auswirkungen der bisherigen Entwicklung der Sterbefallzahlen auf das
gesamte Kalenderjahr 2020 lassen sich gegenwärtig noch nicht abschätzen. Für
eine abschließende Einordnung einer zeitweisen Übersterblichkeit muss der
gesamte Jahresverlauf betrachtet werden. Zudem müssen die Sterbefälle ins
Verhältnis zur Bevölkerung gesetzt werden, um beispielsweise auch den
Alterungsprozess der Bevölkerung adäquat einzubeziehen.

Eigene Auswertungen zum Jahresverlauf der Sterbefallzahlen sind auf Basis der
Sonderauswertung „Sterbefälle – Fallzahlen nach Tagen, Wochen, Monaten,
Altersgruppen, Geschlecht und Bundesländern für Deutschland 2016 bis 2020“
möglich. Für das Jahr 2020 werden erste vorläufige Daten dargestellt. Bei den
vorläufigen Daten handelt es sich um eine reine Fallzahlauszählung der
eingegangenen Sterbefallmeldungen aus den Standesämtern ohne die übliche
Plausibilisierung und Vollständigkeitskontrolle der Daten.

Durch gesetzliche Regelungen zur Meldung von Sterbefällen beim Standesamt und
Unterschiede im Meldeverhalten der Standesämter an die amtliche Statistik sind
aktuelle Aussagen zur Zahl der Sterbefälle mit einem Verzug von etwa vier
Wochen möglich. Durch die verzögerten Meldungen werden sich die vorliegenden
Ergebnisse für das Jahr 2020 noch leicht erhöhen.

Die vorläufigen Sterbefallzahlen beziehen sich auf den Sterbetag, nicht auf das
Meldedatum. Da die gemeldeten COVID-19-Todesfälle vom RKI nach Sterbetag
ebenfalls mit einem Verzug von vier Wochen veröffentlicht werden, ist ein
zeitlicher Vergleich mit den vorläufigen Gesamt-Sterbefallzahlen möglich.

Weitere Informationen:

Weitere Informationen zur Sonderauswertung der tagesgenauen Sterbefallzahlen
finden Sie auf der Themenseite „Sterbefälle und Lebenserwartung“, der
Sonderseite „Corona-Statistiken“ und im Podcast „Sterbefallzahlen und
Übersterblichkeit während der Corona-Pandemie“ des Statistischen Bundesamtes.

Die nächste Sonderauswertung erscheint am 30. Dezember 2020 mit den Daten für
den Berichtsmonat November.

Quelle: Destatis, 18.12.2020

- - - - - - -



erschienen am Freitag, 18.12.2020
Anzeige Anzeige: ID GmbH ×