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Weniger Krankenhausbehandlungen von Jugendlichen nach Alkoholkonsum

Weniger Krankenhausbehandlungen von Jugendlichen nach Alkoholkonsum (Statistikamt Baden-Württemberg).

Im Jahr 2019 mussten 2 382 baden-württembergische Kinder und Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren wegen einer alkoholbedingten Erkrankung in einem Krankenhaus im Land1 vollstationär behandelt werden. Dies...

Im Jahr 2019 mussten 2 382 baden-württembergische Kinder und Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren wegen einer alkoholbedingten Erkrankung in einem Krankenhaus im Land1 vollstationär behandelt werden. Dies waren 121 Fälle oder 5 % weniger als im Jahr 2018. Auf männliche Jugendliche entfielen 1 332 Behandlungen,
was gegenüber 2018 einem Rückgang von 125 Fällen bzw. 9 % entsprach. Die Zahl der Behandlungen weiblicher Jugendlicher blieb 2019 mit 1 050 Fällen gegenüber 2018 in etwa konstant. Nach Angaben des Statistischen
Landesamtes Baden-Württemberg setzte sich damit der seit 2009 zu beobachtende Rückgang alkoholbedingter Krankenhausbehandlungen von Kindern und Jugendlichen aus dem Südwesten fort.

Im Rückblick der letzten Jahre sank die Zahl alkoholbedingter
Krankenhausbehandlungen von Jungen – ausgehend von einem höheren Niveau –
wesentlich stärker als die Zahl der Behandlungen von Mädchen. Bei männlichen
Jugendlichen im Alter von 13 bis 19 Jahren war von 2009 bis 2019 ein Rückgang
von rund 1 200 Fällen oder 48 % zu beobachten. Bei den weiblichen Jugendlichen
lag der Rückgang nur bei gut 400 Fällen oder 28 %.

Entsprechend haben sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der
Häufigkeit alkoholbedingter Krankenhausaufenthalte mehr als halbiert: Im Jahr
2009 erfasste das Statistische Landesamt 35,5 Krankenhausaufenthalte je 10 000
weibliche 13- bis 19-Jährige und 58,9 Kranken­haus­aufenthalte je 10 000
männliche 13- bis 19-Jährige. Die Behandlungshäufigkeit der Mädchen lag damit
2009 um 36 % niedriger als Häufigkeit alkoholbedingter Behandlungen der Jungen.
Im Jahr 2019 wurden dagegen 28,4 Krankenhausaufenthalte je 10 000 weibliche
Jugendliche und 33,5 Krankenhausaufenthalte je 10.000 männliche Jugendliche
gezählt. Die Behandlungshäufigkeit der 13- bis 19-Jährigen Mädchen lag nur noch
15 % unter der alkoholbedingten Behandlungshäufigkeit der Jungen. Gründe für
die unterschiedliche Entwicklung bei männlichen und weiblichen Teenagern lassen
sich aus der Krankenhaus-Diagnosestatistik nicht ablesen.

Die Häufigkeit, mit der Jugendliche aus Baden-Württemberg aufgrund von
Alkoholproblemen im Krankenhaus behandelt werden mussten, war 2019 im Alter von
16 Jahren am höchsten. Sie lag für 16-jährige Jungen bei 50 Fällen je 10 000
der gleichaltrigen Bevölkerung und für weibliche 16-Jährige bei 39 Fällen je 10
000 der gleichaltrigen Bevölkerung. Alkoholbedingte Krankenhausbehandlungen von
Kindern und Jugendlichen sind zumeist Behandlungen aufgrund akuter
Rauschzustände. Im Jahr 2019 war »akuter Rausch« die Diagnose in 84 % aller
alkoholbedingten Krankenhausbehandlungen der 13- bis 19-Jährigen.

Deutliche Unterschiede in der Behandlungshäufigkeit sind auch auf Kreisebene zu
beobachten. So mussten im Jahr 2019 beispielsweise aus dem Landkreis Ravensburg
mit 55,5 Fällen je 10 000 Jugendliche deutlich mehr 13- bis 19-Jährige auf
Grund von Alkoholproblemen in einem Krankenhaus vollstationär behandelt werden
als im Landesdurchschnitt. Durchschnittlich wurden 2019 in Baden-Württemberg 31
Fälle je 10 000 Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren erfasst.

1Aussagen auf Basis der Krankenhausstatistik/Diagnosen vor Länderaustausch.
Krankenhausbehandlungen von Jugendlichen aus Baden-Württemberg in anderen
Bundesländern sind nicht erfasst. Dadurch kann es, insbesondere in Kreisen an
der Landesgrenze, zu einer Untererfassung alkoholbedingter
Krankenhausbehandlungen kommen.

Quelle: Statistikamt Baden-Württemberg, 05.02.2021

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erschienen am Freitag, 05.02.2021
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