Telemedin-Netzwerk in Thüringen wird gefördert





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Telemedin-Netzwerk in Thüringen wird gefördert

Telemedizin soll in Thüringen die Qualität in der Geburtshilfe sichern (Ärztezeitung).



Angesichts rückläufiger Geburtenzahlen baut Thüringen ein Telemedizin-Netzwerk auf, um landesweit eine qualitativ hochwertige Versorgung von Schwangeren und Neugeborenen zu sichern.



Thüringen setzt auf Telemedizin-Netzwerk zur Sicherung der Geburtshilfe

Jena, 22.07.2026, 17:18 Uhr

Das Universitätsklinikum Jena und das Thüringer Gesundheitsministerium teilten dies mit.

Am Uniklinikum entsteht dazu ein Netzwerk, das unter anderem eine telemedizinische Rufbereitschaft zwischen Geburtskliniken ermöglichen soll.

Zusätzlich soll das Netzwerk die Weiterbildung von Geburtshelfer:innen koordinieren.

Das Land fördert den Aufbau mit rund 1,4 Millionen Euro.

Die Geburtenzahlen in Thüringen sind laut Statistischem Landesamt zwischen 1991 und 2024 um 35 Prozent gesunken.

2025 sank die Zahl der Neugeborenen auf rund 11.500, den bislang niedrigsten erfassten Wert.

Dadurch betreuen manche Kliniken inzwischen nur noch wenige Geburten pro Jahr.

2024 lag die Spannbreite zwischen 223 und rund 1.300 Geburten pro Klinik, wie aus dem Landeskrankenhausplan hervorgeht.

In den vergangenen Jahren wurden mehrere Geburtsstationen geschlossen, unter anderem in Sonneberg, Greiz, Hildburghausen und Sömmerda.

Das Telemedizin-Netzwerk soll bis Ende 2027 flächendeckend arbeiten.

Statt nur zwischen Standortschließung und Fallzahlerhalt zu wählen, soll Telemedizin kleineren Kliniken helfen, trotz niedrigerer Fallzahlen fachlichen Anschluss an größere Zentren zu halten.

Eine telemedizinische Rufbereitschaft kann dabei durchaus sinnvoll sein, etwa um bei seltenen Komplikationen schnell spezialisierte Zweitmeinungen einzuholen, sie ersetzt aber nicht die körperliche Präsenz von erfahrenem Personal im Kreißsaal, kommt es tatsächlich zu einer akuten geburtshilflichen Notfallsituation, was die Grenzen dieses Ansatzes deutlich macht.

Die enorme Spannbreite von 223 bis rund 1.300 Geburten pro Klinik im Jahr 2024 zeigt zudem, wie ungleich die Auslastung innerhalb Thüringens bereits heute verteilt ist, und wirft die Frage auf, ob die kleinsten Standorte mit deutlich unter 300 Geburten pro Jahr überhaupt die im Bund diskutierten Mindestfallzahlen für eine sichere und wirtschaftliche Geburtshilfe erreichen können, selbst mit zusätzlicher telemedizinischer Unterstützung.

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