Ambulantisierung erfordere gleichbleibend hohe Hygienestandards mydrg.de





star_outline

Ambulantisierung erfordere gleichbleibend hohe Hygienestandards

Stellungnahme der DGKH: Sektorenübergreifende Angleichung der Infektionsprävention im Zuge der Ambulantisierung stationärer Leistungen (DGKH, PDF, 545 kB).



Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) unterstützt die Verlagerung stationärer Leistungen in den ambulanten Sektor grundsätzlich, warnt aber vor einer Absenkung hygienischer Sicherheitsstandards.

Kernthese: Das Infektionsrisiko hängt von der Prozedur ab, nicht vom Ort der Erbringung oder dem Abrechnungsmodus.

Die KRINKO-Empfehlungen und das Infektionsschutzgesetz gelten daher sektorenübergreifend.

In der Praxis bestehen erhebliche Unterschiede: Krankenhäuser unterliegen regelmäßiger behördlicher Überwachung und verfügen über qualifiziertes Hygienepersonal.

Im ambulanten Sektor ist die Überwachung regional heterogen, KRINKO-Empfehlungen werden oft unvollständig umgesetzt, und geeignete baulich-funktionelle Voraussetzungen fehlen mitunter.

Besondere Risiken bestünden in Klinik-MVZ-Strukturen, wo vergleichbare Eingriffe unter unterschiedlichen Hygienevoraussetzungen erbracht werden.

Verschärft werde diese Situation durch den Fachkräftemangel: Bundesweit sind nur 268 Fachärzte für Hygiene und Umweltmedizin berufstätig – zu wenig für die wachsenden Anforderungen einer sektorenübergreifenden Versorgung.

Fazit: Ambulantisierung darf kein Einsparmodell auf Kosten der Patientensicherheit sein. Entscheidend sei die konsequente Angleichung hygienischer Standards – unabhängig vom Versorgungssektor.

« Stabsstelle Datenmanagement und Medizincontrolling (m/w/d) AMEOS Klinikum Neustadt in Holstein | Ambulantisierung erfordere gleichbleibend hohe Hygienestandards | Dreiland-Klinikum Lörrach stärkt Direktionsebene »