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Herztransplantationen: Erfolgsaussichten steigen mit höheren Fallzahlen myDRG Stellenmarkt Gesundheitswesen

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Herztransplantationen: Erfolgsaussichten steigen mit höheren Fallzahlen

Herztransplantationen: Erfolgsaussichten steigen mit höheren Fallzahlen (IQWiG).

In Kliniken, in denen Herzen häufiger transplantiert werden, stehen die Überlebenschancen für die Operierten besser. In einer Reihe von Prüfaufträgen, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) dem Institut für Qualität und...

In Kliniken, in denen Herzen häufiger transplantiert werden, stehen die Überlebenschancen für die Operierten besser. In einer Reihe von Prüfaufträgen, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erteilt hat, geht es um die Frage, ob bei bestimmten Operationen ein Zusammenhang zwischen
der Menge der pro Krankenhaus erbrachten Leistung und der Qualität des Behandlungsergebnisses nachweisbar ist. Für Herztransplantationen
liegt nun der Rapid Report des IQWiG vor.

Danach ist bei Herztransplantationen bei Erwachsenen ein positiver Zusammenhang
zwischen der Leistungsmenge und der Qualität des Behandlungsergebnisses
ableitbar: In Krankenhäusern mit höheren Fallzahlen versterben sowohl im
direkten Zusammenhang mit dem Eingriff als auch insgesamt weniger der
Transplantierten. Jedoch weisen die in die Untersuchung eingeschlossenen drei
Beobachtungsstudien nur eine niedrige Aussagekraft der Ergebnisse auf.

318 Herztransplantationen in Deutschland im Jahr 2018
Eine Herztransplantation kann medizinisch bei einer hochgradigen Herzschwäche
indiziert sein, die trotz Anwendung aller anderen Behandlungsmöglichkeiten
fortschreitet und das Leben der Betroffenen gefährdet beziehungsweise deren
Lebensqualität in besonderem Maße einschränkt. Nach der Transplantation ist
eine lebenslange Immunsuppression zur Vermeidung eines Organverlustes durch
Abstoßungsreaktionen notwendig. Die mittlere Überlebenszeit nach dem operativen
Eingriff beträgt im Eurotransplant-Raum aktuell elf Jahre.

Nach der Eurotransplant-Statistik wurden im Jahr 2018 in Deutschland insgesamt
318 Herztransplantationen durchgeführt. Der Bedarf war deutlich höher, konnte
aber wegen der Knappheit an Spenderorganen nicht gedeckt werden.

Für Herztransplantationen bei Erwachsenen hat der G-BA für Deutschland bislang
keine verbindlichen Mindestmengen für die Leistungserbringung in Krankenhäusern
festgelegt.

Positiver Zusammenhang zwischen Fallzahlen und Überlebenschancen
Bei seinen weltweiten Recherchen hat das IQWiG drei Beobachtungsstudien
identifiziert, die verwertbare Daten enthalten zur Untersuchung des
Zusammenhangs zwischen Leistungsmenge und Qualität des Behandlungsergebnisses
bei Herztransplantationen. Alle drei Studien analysieren den Zusammenhang
zwischen Menge und Qualität ausschließlich auf Ebene der Krankenhäuser und
nicht auf Ebene der an der Transplantation beteiligten Ärztinnen und Ärzte.

Für die Zielgrößenkategorie „Mortalität“ (Sterblichkeit) liegen Daten zu zwei
Zielgrößen vor: zur „Gesamtmortalität“ und zur „intra- und perioperativen
Mortalität“ (Sterblichkeit vor, während und unmittelbar nach der Operation).
Für beide Zielgrößen ist aus den Daten eine Verringerung der Zahl der
Todesfälle in Kliniken mit mehr Herztransplantationen pro Jahr ableitbar.

Für die Zielgrößen „Versterben im Krankenhaus“, „Notwendigkeit einer
Retransplantation“, „gesundheitsbezogene Lebensqualität“ (einschließlich
Aktivitäten des täglichen Lebens und Abhängigkeit von der Hilfe anderer
Personen) sowie „Krankenhausaufenthaltsdauer“ enthielten die ausgewerteten
Studien keine Daten. Für die Zielgröße „unerwünschte Nebenwirkungen der
Therapie“ lagen zwar Daten vor, daraus ließen sich aber keine statistisch
signifikanten Ergebnisse ableiten.

Für die Untersuchung des Effekts konkret in die Versorgung eingeführter
Mindestfallzahlen für Herztransplantationen bei Erwachsenen auf die Qualität
des Behandlungsergebnisses hat das IQWiG keine aussagefähigen Studien
identifizieren können.

Zum Ablauf der Berichtserstellung
Der G-BA hatte das IQWiG im Juni 2019 mit einer systematischen
Literaturrecherche und Evidenzbewertung zum Zusammenhang zwischen
Leistungsmenge und Qualität bei Herztransplantationen bei Erwachsenen
beauftragt. Die Arbeiten an diesem in einem beschleunigten Verfahren als „Rapid
Report“ erstellten Bericht wurden in Abstimmung mit dem G-BA im April 2020
aufgenommen. Dem Auftraggeber ist dieser nun veröffentlichte Rapid Report im
November 2020 zugegangen.

Quelle: IQWiG, 10.12.2020

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erschienen am Freitag, 11.12.2020
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