Rehamarkt: Intransparent und zu wenig staatliche Aufsicht?
Vorwürfe gegen Betreiber: Hinweise auf massive Missstände in bayerischer Rehaklinik (Tagessschau).
Geriatrischer Rehakliniken in Oberbayern: Ein zweites Haus derselben Betreiber wurde bereits im Frühjahr wegen ähnlicher Mängel geschlossen, Hauptgesellschafter ist ein Finanzinvestor.
BR-Recherchen zeigen schwere Missstände in der geriatrischen Rehaklinik Bruckmühl in Oberbayern.
Bruckmühl, 25.08.2026, 05:00 Uhr
Berichte von Senioren und Angehörige aus dem Zeitraum 2024 bis Mitte Juli 2026 gegenüber "report München" enthalten Vorwürfe zu schweren Misständen.
Dazu gehören u.a. fehlende verordnete Medikamenten, verschwundene mitgebrachte Medikamentenvorräte und unzureichende Wund- und Stomaversorgung.
Es habe zu wenige Anwendungen und zu wenig Personal gegeben, Reaktionen auf Klingeln seien teils sehr spät erfolgt.
Das Essen wird übereinstimmend als knapp und von schlechter Qualität beschrieben, manche Patienten nahmen deutlich ab.
Das Landratsamt Rosenheim verweist auf regelmäßige Begehungen seit 2023 und eine zeitnahe Reaktion der Klinikleitung auf Einzelbeschwerden.
Nach einer unangekündigten Routinekontrolle im Frühjahr seien keine Maßnahmen nötig gewesen.
Die Betreiber ließen die Vorwürfe über eine beauftragte Kommunikationsagentur zurückweisen, insbesondere zu Medikamenten und Reaktionszeiten.
Ganz ähnliche Missstände hatte das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen zuvor in der zweiten geriatrischen Rehaklinik derselben Betreiber in Lenggries festgestellt.
Die Klinik in Lenggries wurde im Frühjahr 2026 nach erneuten schweren Mängeln bei Versorgung, Personal und Hygiene geschlossen.
Die Betreiberseite erklärt, die Schließung sei aus wirtschaftlichen und nicht aus medizinischen Gründen erfolgt.
Hauptgesellschafter der Betreiberholding beider Kliniken ist seit 2020 der Finanzinvestor Auctus.
