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Routinedaten: Impulse für anstehende Krankenhaus-Strukturreform geben

IQM und AOK fordern stärkere Nutzung von Routinedaten für Qualitätsverbesserung im Krankenhaus (AOK Bundesverband).

Auf die Bedeutung von Routinedaten-Auswertungen für die Verbesserung der Versorgungsqualität im Krankenhaus...

Auf die Bedeutung von Routinedaten-Auswertungen für die Verbesserung der Versorgungsqualität im Krankenhaus weisen die Initiative Qualitätsmedizin (IQM) und der AOK-Bundesverband hin: Die Abrechnungsdaten der Patientinnen und
Patienten liefern wertvolle Informationen zur Qualität der stationären Versorgung. Diese können Krankenhäuser sofort und ohne bürokratischen Aufwand
nutzen, um Defizite zu erkennen und Verbesserungen umzusetzen", betont IQM
Vorstandspräsident Dr. Francesco De Meo aus Anlass des 5. Kongresses zu
Qualitätsmessung und -management mit Routinedaten (QMR-Kongress), der am 10.
und 11. Mai in Berlin stattfindet.

"Wenn Routinedaten der gesetzlichen Krankenkassen mit klinischen Daten
verknüpft werden, haben sie ein noch größeres Potenzial für die zukünftige
Qualitätssicherung. Es müssen nur wenige klinische Parameter ergänzt werden, um
viele zusätzliche Leistungsbereiche für die Qualitätssicherung zu erschließen –
ohne, dass in den Kliniken bürokratischer Mehraufwand für die Mitarbeitenden
entsteht", so De Meo.

In den vergangenen zweieinhalb Jahren der Pandemie hätten sich die Akteure im
Krankenhaus-Bereich verständlicherweise auf eine ausreichende Kapazitätsplanung
und die Sicherung der Versorgung in der Krise konzentriert, betonen die beiden
Kongresspartner IQM und AOK. Mit dem QMR-Kongress wolle man nun wieder Fragen
rund um die Qualität der Patientenversorgung in den Mittelpunkt des Handelns
stellen. "In der Krise ist noch deutlicher geworden, dass die Zeit reif ist für
die Umsetzung einer umfassenden und qualitätsbasierten Krankenhausreform", sagt
die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann.
Routinedaten-Auswertungen könnten hier wichtige Impulse liefern: „"Sie
ermöglichen insbesondere bei sektorenübergreifenden Fragestellungen sehr viel
schnellere und aufwandsärmere Erkenntnisse zur Qualität als klassische Studien.
Man kann sie als Grundlage für ein dauerhaftes Monitoring nutzen, das
Voraussetzung für eine Umsetzung von notwendigen Veränderungen in der
Patientenversorgung ist", so Reimann. "Wichtig ist aber auch, dass wir
Konsequenzen aus der Pandemie ziehen und uns mit klaren, prospektiv
festgelegten Finanzierungs- und Organisationskonzepten auf künftige
Krisensituationen vorbereiten."

Optimierungspotenzial bei Spezialisierung und Konzentration von Leistungen
Besonders vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels sowie des rasanten
wissenschaftlichen und medizinischen Fortschritts seien eine stärkere
Spezialisierung und Konzentration von Leistungen im stationären Bereich
notwendig, fordert Reimann: "Das haben auch die Erkenntnisse aus der Pandemie
bestätigt – zum Beispiel in Bezug auf die Versorgung von schwer erkrankten
Patientinnen und Patienten mit Covid-19. Sie hat zwar überwiegend, aber leider
noch nicht vollständig in spezialisierten Kliniken stattgefunden. Hier und in
anderen Versorgungsbereichen wie der Krebsbehandlung sehen wir nach wie vor
deutliches Optimierungspotenzial." So habe jüngst das Innovationsfonds-Projekt
"Wirksamkeit der Behandlung in onkologischen Zentren" (WiZen) auf Basis von
Routinedaten Überlebensvorteile für Krebspatienten bei der Behandlung in
zertifizierten Zentren belegt, so Reimann. "Die Erkenntnisse aus dieser Analyse
sollten jetzt in Form einer Richtlinie des G-BA zur Konzentration der
Krebsversorgung auf Zentren schnell in die Regelversorgung umgesetzt werden."

Qualitätsverbesserung durch Ergebnismessung und Peer Review
Der AOK-Bundesverband
Die Initiative Qualitätsmedizin
Eine qualitätsbasierte Krankenhausplanung müsse zukünftig auf Basis von ICD-
und OPS-basierten Leistungsgruppen erfolgen, fordern die Partner. "Hierzu
lassen sich Qualitätsmessverfahren und ein Versorgungs-Monitoring auf Basis von
Routinedaten hervorragend nutzen", betont Francesco De Meo. Die mehr als 500
Mitgliedskrankenhäuser der Initiative Qualitätsmedizin hätten die
Ergebnismessung auf Basis von Routinedaten, die Ableitung von zielgerichteten
Qualitätsverbesserungen durch Peer Reviews und den transparenten Umgang mit
Ergebnisqualität bereits verinnerlicht. Unter der Prämisse "Weg vom
verhindernden und hin zum gestaltenden Datenschutz" befasse sich IQM auch
damit, Daten für wissenschaftliche Forschung verfügbar zu machen. Das
multidisziplinäre und interprofessionelle Peer Review von IQM fördere eine
offene Fehlerkultur: "Ziel ist es, einen kontinuierlichen internen
Verbesserungsprozess zu etablieren und die bestmögliche Behandlungsqualität zu
erreichen. Die Qualitätssicherung erfolgt träger- und länderübergreifend durch
einen strukturierten, kollegialen Austausch von Ärzten und Ärztinnen sowie
Pflegefachpersonen“, so De Meo.

QMR-Kongress am 10. und 11. Mai per Livestream und vor Ort in Berlin
Grafik: Logo QMR-Kongress 2022
Der 5. QMR-Kongress steht unter der Leitfrage „Wie können wir die
Krankenhauslandschaft gemeinsam qualitätsorientiert weiterentwickeln?“. Die
Veranstaltung wird am 10. Mai um 10 Uhr mit einem Grußwort von Prof. Edgar
Franke, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Gesundheit,
eröffnet. An den beiden Kongresstagen stehen unter anderem Sessions zu den
Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Versorgung, zur Qualität der
stationären Versorgung aus Sicht der Patientinnen und Patienten, zum Peer
Review sowie zur Qualitätsmessung und Krankenhausplanung auf Basis von
Routinedaten auf dem Programm. Unter anderem werden aktuelle Ergebnisse aus dem
Verfahren zur Qualitätssicherung mit Routinedaten“ (QSR) des Wissenschaftlichen
Instituts der AOK (WIdO) präsentiert. Dieses Verfahren erlaubt auf Basis von
Routinedaten eine Langzeit-Betrachtung von Behandlungsergebnissen über den
eigentlichen Krankenhausaufenthalt hinaus. Die QSR-Ergebnisse werden
interessierten Kliniken in Form von individuellen Klinikberichten für ihre
Qualitätsarbeit zur Verfügung gestellt. Ausgewählte Ergebnisse für insgesamt
elf Behandlungen und Operationen werden zudem im Gesundheitsnavigator der AOK
dargestellt.

Der 5. QMR-Kongress findet als Hybrid-Veranstaltung statt. Die Teilnahme ist
sowohl vor Ort im Hotel Berlin, Berlin, sowie per Livestream möglich.
Journalisten-Akkreditierungen sind auch kurzfristig per E-Mail möglich.

Quelle: AOK Bundesverband, 09.05.2022

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