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Was macht eigentlich der Sozialdienst in einem Krankenhaus?

Was macht eigentlich der Sozialdienst in einem Krankenhaus? (Presse-Blog).

Der Sozialdienst besteht aus 13 Mitarbeitenden, die im Jahr rund 6.000 Patienten auf dem Weg in die Entlassung begleitet. Durch unsere Begleitung kommen die Menschen nach einer medizinischen Behandlung oder...

Der Sozialdienst besteht aus 13 Mitarbeitenden, die im Jahr rund 6.000 Patienten auf dem Weg in die Entlassung begleitet. Durch unsere Begleitung kommen die Menschen nach einer medizinischen
Behandlung oder Operation in eine möglichst gesicherte Situation: Sie erhalten die Unterstützung, die sie nach
einem Klinikaufenthalt brauchen, um wieder in einen geregelten Alltag zu
gelangen. Damit sichern wir auch den weiteren Heilungsprozess“, betont
Christian Hütter, der Abteilungsleiter des Sozialdienstes.

Die Vorbereitung auf die Entlassung ins häusliche Umfeld oder in stationäre
Einrichtungen sind das tägliche Brot der Sozialdienstmitarbeitenden. Der Tag im
Team beginnt damit zu schauen, welche Patient*innen für den Sozialdienst
gemeldet wurden. Emails checken, Telefonate führen, faxen und weitere
Bürotätigkeiten gehören zum Arbeitsalltag des Sozialdienstes. Ein hoher Anteil
der Arbeit entfällt auf Bürokratie und Dokumentation. Gut vernetzt sind die
Mitarbeitenden mit anderen Krankenhäusern und deren Sozialdiensten, mit
Pflegeheimen und -diensten, mit Reha-Einrichtungen, Hospizen und
Sanitätshäusern.

Ausgehend von den Bedürfnissen der Patient*innen sprechen die
Sozialdienstmitarbeitenden mit einer breiten Vielzahl von Personen, um damit
den Patient*in bestmöglich zu unterstützen und auf die Entlassung
vorzubereiten. Das fängt an bei dem Patient*in selbst, den Angehörigen, den
behandelnden Ärzt*innen, dem Pflegepersonal bis hin zu den
Physiotherapeut*innen. Dazu kommen Gespräche mit Krankenkassen,
Behördenvertreter*innen, Sozialdiensten und vielen weiteren Mitwirkenden. „Auf
diese Weise klären wir für jede Person ganz individuell die Situation nach dem
Klinikaufenthalt und entlassen sie in die bestmögliche Versorgung“, sagt
Christian Hütter. „Wir wollen den medizinischen Erfolg einer Behandlung auf das
gesamte soziale Leben übertragen. Dazu prüfen wir, wo zum Beispiel nach einer
OP gegebenenfalls Hilfe im Alltag benötigt wird. Wir geben Hilfe zur
Selbsthilfe, organisieren, beraten und unterstützen. Dabei prüfen wir, ob eine
Kurzzeitpflege notwendig ist oder ob Unterstützung beim Einkaufen, Waschen oder
Kochen reicht? Ob „Essen auf Rädern“ oder ein ambulanter Pflegedienst eine
Option ist? All dies besprechen wir mit den Patient*innen und den Angehörigen.
Damit erleichtern wir die Situation nach dem Klinikaufenthalt und nehmen den
Betroffenen auch Ängste.“ Der Sozialdienst berät zu den Leistungen der
Pflegeversicherung und unterstützt bei der Beantragung dieser.

Die psychosoziale Beratung und Betreuung macht einen großen Teil des
Berufsalltags von Sozialarbeiter*innen aus. Von rund 6.000
Patientenbegleitungen im Jahr fallen alleine 1.000 in den Fachbereich
Neurologie, erzählt Teamleiter Christian Hütter. Für diese wird in der Regel
eine anschließende Reha-Maßnahme organisiert. Die Beratung von onkologischen
Patient*innen ist ein weiteres großes Beschäftigungsfeld. Die Themen, die mit
diesen Patient*innen besprochen werden sind vor allem anderem:
Rehabilitationsmaßnahmen, Schwerbehindertengesetz, Vorsorgevollmachten und
sozialrechtliche Beratungen. Die Organisation der palliativen Versorgung und
die Vorbereitung in Richtung Lebensende sind dabei ein besonderes
Tätigkeitsfeld. „Zu diesen Patient*innen haben wir einen besonders engen
Kontakt, weil wir einige bis zu einem Jahr lang immer wieder begleiten und
betreuen“, so Sozialdienstmitarbeiterin Marion Schäfer.

Die Voraussetzung, dass dies alles reibungslos und rechtzeitig organisiert
werden kann, ist das frühzeitige Wahrnehmen des Hilfebedarfs, sowie einer guten
Kommunikation und Zusammenarbeit aller Berufsgruppen im Klinikum.

Und während der Corona-Pandemie?

Wie in allen Bereichen wurde das Team des Sozialdienstes in der Corona-Pandemie
vor neue Herausforderungen gestellt: Aufgrund des wochenlangen Besuchsverbotes
waren die Sozialdienstmitarbeiter*innen neben den Teams der Stationen die
Bezugspersonen für die Angehörigen. Marion Schäfer berichtet: „Während der
Lockdowns hat sich unsere Tätigkeit sehr stark verlagert, weg davon mit der
Familie am Bett des Kranken über den weiteren Weg und mögliche
Anschlussbehandlungen zu sprechen, hin zu unzähligen Telefongesprächen mit den
Angehörigen.“ Am Telefon seien solche Gespräche viel schwieriger zu führen als
persönlich von Angesicht zu Angesicht, weiß Marion Schäfer. Sie mussten wie die
Ärzt*innen und Pflegekräfte, den Menschen zu Hause erklären, wie es den
Patient*innen geht, welchen Eindruck sie von der körperlichen Verfassung und
dem seelischen Zustand haben, welche Veränderungen und Möglichkeiten sie sehen.
„Diese große Verunsicherung der Angehörigen abzufangen, war schwer.“ Über die
Lockerungen in den Besuchsregelungen freut sich das Team, da der Kontakt zu den
Angehörigen erleichtert und die Kommunikation verbessert wird.

Über die Klinikum Darmstadt GmbH
Das Klinikum Darmstadt ist der kommunale Maximalversorger in Südhessen und das
einzige Krankenhaus der umfassenden Notfallversorgung (höchste
Versorgungsstufe).

Ende 2020 hat das Klinikum Darmstadt seinen Zentralen Neubau in Betrieb
genommen: An einem Ort stehen 1000 moderne Betten in komfortablen Stationen
bereit. Das Krankenhaus zeichnet sich durch eine moderne Medizintechnik,
weitgehende Digitalisierung, ein umfassendes Qualitätsmanagement, zahlreiche
Zertifizierungen – wie etwa als Onkologisches Zentrum – und eine breit
aufgestellte hervorragende Krankenhaushygiene aus. Drei große
Intensivstationen, 21 Kliniken und Institute, von der Augenheilkunde bis zur
Zentralen Notaufnahme: Bei speziellen diagnostischen und therapeutischen
Verfahren hat das Klinikum Darmstadt für die Region Alleinstellungsmerkmale.

Es ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitäten Frankfurt und
Mannheim/Heidelberg und für Pflege in Kooperation mit der FOM Hochschule. Zur
GmbH, die der größte kommunale Arbeitgeber ist, gehören 3.350 Mitarbeitende.
Ein MVZ sowie ein Altenpflege- und ein Wohnheim und Servicegesellschaften
komplettieren den Gesundheitsdienstleister.

Das Klinikum Darmstadt bietet allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
vielfältige Arbeits-, Fortbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen: für
Ärzt*innen, für PJ-Studierende, für Pflegekräfte und Pflegefachpersonen und
viele Berufe mehr. Tariflohn ist für uns eine Selbstverständlichkeit – auch in
unseren Alten- und Pflegeheimen.

Quelle: Presse-Blog, 05.08.2021

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erschienen am Donnerstag, 05.08.2021