Beiträge von Admin

    Hallo C-3PO,

    hinsichtlich Ihrer obigen Aussage, bin ich anderer Ansicht.

    sehen beide Codes unspezifisch aus („sonstige Komplikationen“),

    Das Wort "sonstige" habe ich immer als dem Sinn nach spezifisch verstanden. Etwa: "Ich kann die Komplikation zwar sehr genau benennen, sie ist aber unter den übrigen Kodes nicht explizit aufgeführt. Daher kann ich sie mit den übrigen Kodes nicht kodieren." Es ist gewissermaßen die einzige Schlüsselnummer, die ich verwenden muss, wenn die Übrigen nicht zutreffen, ich aber mehr über die Krankheit / Komplikation weiß. Wüsste ich rein gar nichts über die Krankheit / Komplikation, müsste ich sie als "nicht näher bezeichnet" klassifizieren. Ich hoffe, das stimmt so.


    Beste Grüße

    B. Sommerhäuser

    Vielen Dank für die Glückwünsche, über die ich mich sehr freue!


    Allen Lesern und Mitdikutierenden wünsche ich einen gesunden Jahresausklang

    und ein ebensolches 2021.


    Und last, but not least: Großen Dank für Euer / Ihr Engagement!


    B. Sommerhäuser

    Guten Abend,


    hat jemand hierzu mittlerweile neue Erkenntnisse vorliegen? O26.68 plus B16.9 oder O98.4 plus B16.9 beispielhaft. Welcher O-Kode ist als HD korrekt, wie ist es bei den Nebendiagnosen? Nach speziellen Kodierrichtlinien ist ja beides möglich. Bei den Nebendiagnosen hat das ab und zu Entgelt-Relevanz. Wie kodiert man jetzt richtig? Gibt es eine Begründung? Für mich ist das noch ungeklärt. Daher freue ich mich über belastbare Infos, die über das eigene Gefühl hinausreichen.

    Danke


    VG B. Sommerhäuser

    Hallo Herr Broschag,


    Ein Patient weist bei Erstdiagnose bzw. vor einer HAART-Therapie vor 10 Jahren eine sehr niedrige CD4+-Zahl auf. Vor dem aktuellen Behandlungsfall wurde (durch den Vertragsarzt) eine höhere CD4+-Zahl gemessen. Es erschließt sich mir nicht, warum ich - streng nach Wortlaut des Hinweistextes - den Nadir von vor zehn Jahren für die Kodierung heranziehen sollte (Stichwort "niedrigster je gemessener Wert"), obwohl dieser aktuell gar nicht mehr relevant ist.

    Er ist relevant, weil er ein prognostischer Parameter ist. Darum gibt es ja überhaupt erst die Kategorisierung in < 200 / 200-499 / >500 CD4+/Mikroliter (siehe z.B. Leitlinie HIV).

    Wenn ich diese Logik auf die U61.- übertrage, wäre es doch so, dass ich, wenn ich aktuell keine CD4+-Zahl bestimmt habe, diese auch nicht kodieren kann. Jetzt grätscht mir in diese Logik aber der Hinweistext mit dem niedrigsten je gemessenen Wert (Nadir) dazwischen.

    Ich glaube, es ist nicht zulässig, eine eigene Logik zu formulieren. Mit Logik kommt man in diesem System nicht zum Ziel (persönliche Erfahrung ohne zitierfähige Quelle...)


    Möglicherweise habe ich das vorher überlesen, aber es scheint Ihnen lediglich um den (fehlenden) Aufwand zu gehen? Die U-Kodes sind "Schlüsselnummern für besondere Zwecke?". Diese müssen oft aus anderen als Abrechnungsgründen kodiert werden. Die Formulierungen


    "Dazu ist jeweils ein Kode aus U60.-! sowie U61.-! auszuwählen. Bei Auswahl von U60.9! ist analog der Kode U61.9! auszuwählen und umgekehrt."


    oder auch


    "Die Einteilung nach der Anzahl der (CD4+-)T-Helferzellen pro Mikroliter Blut ist analog der international gebräuchlichen Klassifikation (1993) der CDC vorzunehmen. Demnach ist hier der niedrigste je gemessene Wert (Nadir) heranzuziehen."


    lassen m.E. - ebenso wie die schon angesprochene Tabelle 2 - keinen Interpretationsspielraum zu. Das Verb "ist" in Verbindung mit dem Infinitiv bedeutet ja in etwa "muss man". Das gilt ja auch für Schlüssel wie U69.01!ff., U69.13! oder U69.10!


    Viele Grüße

    B. Sommerhäuser

    Hallo Herr oder Frau Broschag,


    wenn Sie im Fall 2 keinen Keim bestimmt haben, können sie ihn auch nicht kodieren. Die Spondylodiszitis ohne den Keim können Sie (als Nebendiagnose) kodieren, wenn der Patient deswegen weiter die Antibiose erhält.


    Aber zurück zu den CD4+-Zellen: Schauen Sie mal unter dem Link in Abb. 1 (schon was älter, aber noch gültig). Wenn man den Nadir der CD4-Zellen heranzieht, kann man u.a. das Stadium, in dem sich der Patient befindet, ungefähr ermitteln und erhält so einen Ausgangspunkt für z.B. die Therapiesteuerung.

    Vielleicht kann jemand anderes aus dem Forum das ja besser erklären / formulieren oder ergänzen.


    VG B. Sommerhäuser