Beiträge von Admin

    Hallo Herr Horndasch,


    gilt bei den posterioren Zugängen nicht die Faustregel: TLIF (transforaminal lumbar interbody fusion) bei einseitigem Vorgehen und PLIF bei beidseitigem? Offenbar hat die Skoliose hier zu Beschwerden geführt. Die Seitigkeit der Instrumentierung kann ja mit dem Seitenkennzeichen angeben werden, oder habe ich Sie missverstanden? Ich wäre in der Nähe von OPS 5-836.


    Viele Grüße und ein schönes Wochenende

    B. Sommerhäuser

    Hallo kodifine,


    M. E. rührt die Verwirrung daher, dass der eine genannte Kode (M96.1) auf die Ätiologie und der andere (G96.1) auf die Art der Erkrankung abstellt. Das gibt es ja recht häufig. Der Terminus Postlaminektomiesyndrom sagt eigentlich nicht mehr aus, als dass eine Laminektomie stattgefunden hat, die als ursächlich für ein Syndrom (Schmerzen und was noch?) angesehen wird. Daher auch im Komplikationsabschnitt des M-Kapitels lokalisiert. Die Adhäsionen werden dann als Folge einer vorangegangenen Prozedur angesehen. Epidurale Adhäsionen können auch nach entzündlichen Prozessen ohne vorangegangene Manipulation entstehen. Die Alteration findet aber immer außerhalb der Dura statt, d.h. sie geht meist vom umgebenden Binde- und Fettgewebe aus und wäre in diesem Sinne kein (primär) erkranktes Gewebe der Meningen. Wenn die entzündlichen Adhäsionen sich schon initial an der Dura manifestieren oder die Dura später von außen narbig ummauern, handelt es sich m.E. dann doch um erkranktes Gewebe der Meningen (G96.1). Vielleicht gibt der OP-Bericht (oder gar ein Patho-Befund?) mehr Auskunft. Abhängig davon würde ich in Betracht ziehen, sogar beides zu kodieren.


    VG B. Sommerhäuser

    Hallo Frau Dr. Peter,


    soweit ich weiß, führen degenerative spondylarthrotische Veränderungen zu Aussackungen der Gelenkkapsel des Facettengelenkes. Deswegen ja auch Synovialzyste (die i.V. mit dem Facettengelenk steht, so ist es meist s. MRT). Dass diese einen Tumor - im ursprünglichen Bedeutungssinne darstellt - halte ich für zutreffend, Tumorgewebe als Ausdruck passt also. Was m.E. nicht passt, ist "Exzision und Destruktion von erkranktem Gewebe des Rückenmarkes und der Rückenmarkhäute". Es handelt sich eben gerade nicht um erkranktes Gewebe des Rückenmarkes und der Rückenmarkshäute, sondern des Gelenkes, hier Facettengelenkes, nämlich dessen zystisch vorgewölbte "Gelenkinnenauskleidung". Die Synovia ist auch kein Knochengewebe. Wenn zusätzlich im OP-Bericht die Entfernung von Dura-Anteilen beschrieben ist, müsste man neu bewerten, aber nachdem, was Sie schreiben, ist die Kodierung m.E. unzutreffend.


    Viele Grüße

    B. Sommerhäuser

    Hallo

    Bisher dachte ich, dass die erfüllten Merkmale (siehe oben) gleichzeitig auch die Indikation seien. Was soll denn bei einem chronischen Schmerzpatienten, der geplant zu einer multimodalen Schmerztherapie aufgenommen wird, an "akutem stationären Behandlungsbedarf bestehen"?

    Sie beantworten die Frage selbst. Genau das fragt sich der MDK auch. Es wurde eine multimodale Schmerztherapie vollständig erbracht, allein stationär wäre sie nicht notwendig gewesen, da - wie Sie schreiben - geplant aufgenommen ohne akut stationäre Behandlungsindikation. Der Fall soll ambulant abgerechnet werden, weil primäre Fehlbelegung.

    Viele Grüße

    B. Sommerhäuser

    Hallo Cardiot,

    ich kann Ihnen die Frage zwar nicht beantworten, es ist aber sicher, dass die dem InEK zur Verfügung gestellten Ist-Kosten-Daten eben nur einem Ausschnitt der Realität entsprechen können. Ihre Grund-Annahme dabei ist, dass private Träger geringere Ist-Kosten haben. Das mag zutreffen. Trifft dies zu und erhält das InEK diese Daten zu Kalkulationszwecken, müssten die durchschnittlich kalkulierten Kosten vielleicht sinken. Frage: Warum müssen gerade diese Träger zusätzlich verpflichtet werden? Damit es billiger wird? Zugegeben, es war ein Losentscheid.


    Was ich an Ihrem Beitrag nicht verstehe ist, warum dann die nichtprivaten Träger NICHT an der Kalkulation teilnehmen? Um Ihren Gedankengang weiterzuführen, gilt ja die Annahme, dass diese anderen Träger deutlich höhere Kosten haben (sonst hätten Sie ja diesen Beitrag nicht erstellt, oder?).


    Wenn also auf einmal ganz viele nicht-private Träger an der InEK-Kalkulation teilnähmen, könnte man den Titel Ihres Beitrages doch auch umdrehen: Steigende Istkosten - unveränderter nationaler Casemix? Nur warum machen nur so wenige Krankenhäuser mit? Warum lassen sich die meisten von denen paar, die teilnehmen (müssen), die Kosten in Form der kalkulierten Relativgewichte diktieren?


    Mittlerweile glaube ich nicht mehr, dass es sich um geheimzuhaltende Strategien des Krankenhausmanagements handelt. Mittlerweile nehme ich an, dass es schlichte Unlust oder Unwillen (oder einfach Unfähigkeit?) ist, eine Kostenträgerrechnung nach Kalkulationshandbuch aufzubauen. Das bedürfte zwar einiger Anstrengung, wäre aber in etwa einem Jahr erledigt.


    Alle möglichen Vorgaben werden verpflichtend eingeführt (Mindestmengen, Notfallstufenkonzept, Qualitätssicherung, etc.), aber nicht die Kalkulationsteilnahme. Und warum? Weil man dann definitiv wüsste (datenbasiert), dass unser Gesundheitswesen viel, viel mehr kostet, als das Globalbudget hergibt. Offenbar möchte man das nicht. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

    Guten Abend,

    ich hörte vereinzelt von folgendem - als pragmatisch geschilderten - Vorgehen: Sofern bei - höchstwahrscheinlich bis sicher vorliegendem Pflegegrad (welcher?) - sich die Krankenkasse auskunftsmäßig verweigere, werde seitens der Klinik kurzerhand nach Selbsteinschätzung ein Pflegegrad festgesetzt und kodiert. So die Krankenkasse dann durch bessere Kenntnis oder abweichende Informationen (schriftlich belegten) Laut gibt, werde dieser Pflegegrad gemäß der Kassenauskunft angepasst... Sachen gibt's... aber das Vorgehen kann ich ein wenig nachvollziehen. Möglicherweise wollen Krankenkassen dadurch auch "fehlerhafte" Rechnungsstellungen provozieren? Den Workaround von Herrn Schaffert finde ich daher etwas besser.


    Schönes Wochenende

    B. Sommerhäuser

    Hallo Herr Breitmeier,

    Nochmal mein Apell, in einem pauschalierenden System die einfachen Lösungen zu bevorzugen, ohne primär das resultierende RG zum Massstab der Argumentation zu nehmen!

    Es wurde bisher doch noch mit keinem Wort von einem Relativgewicht gesprochen. Da sind Sie wohl schon voraus. Ich persönlich wäre der Letzte, der eine klare Situation umdeuten wollte. Nur, so klar wie Ihnen ist zumindest mir die Situation (noch) nicht. Auch hier sind Sie also voraus. Aber wenn das CA schon als klare Hauptdiagnose gehandelt wird, erübrigt sich ja tatsächlich jede weitere Diskussion. Schlägt das Pendel in Richtung Schlichtungsspruch, ist diesem selbstredend zu folgen. Nur eine überzeugende Begründung habe ich noch nicht gelesen...


    Viele Grüße

    B. Sommerhäuser

    Guten Morgen, Herr Breitmeier,

    Eine Umgehung des Schlichtungsspruches durch Analogiebildung zu einer HIV Erkrankung halte ich persönlich nicht für justiziabel.

    nur damit keine Missverständnisse entstehen: Es ging mir nicht um eine "Umgehung" des Schlichtungsspruches durch Analogiebildung zu einer HIV-Erkrankung. Umgehen könnte man ihn ohnehin nur, wenn er denn einschlägig wäre. Und das ist ja noch in Klärung.


    Es ging mir um einen weiteren Gesichtspunkt. Im OPS ist die antiretrovirale mit der Chemotherapie unter 8-54 aufgeführt. Das Beispiel (sic!) 2 soll die Wahl der HD in Zusammenhang mit der DKR 1917p (beispielhaft) verdeutlichen / erläutern. Man könnte daher auf die Idee kommen, dies beim zur Rede stehenden Fall zu analogisieren. Nicht mehr, nicht weniger.


    Schöne Ostertage

    B. Sommerhäuser