Beiträge von D. D. Selter

    Hallo,


    ich erinnere mal dran, dass es Urteile gibt, die das relativieren, z. B. Aufnahme zur TEP, dann Colon-CA festgestellt, keine TEP, aber Colon-CA-Behandlung. HD = Colon-CA. Warum im vorliegenden Fall dann die HD die Prellung bleiben soll, erschließt sich mir nicht, auch nicht im Sinne der DKR. Es geht um HAUPTSÄCHLICHE Veranlassung des AUFENTHALTES, nicht um 1. Aufnahmediagnose. Der Aufenthalt wurde hauptsächlich durch das Aneurysma veranlasst, nicht die Prellung. Die HD wird bekanntermaßen am Ende des stationären Aufenthaltes, nach Analyse aller Befunde/Informationen festgelegt, nicht am Anfang.


    Zudem ist bei BG-Fällen zu unterscheiden, ob der Fall zu Lasten dieser eingeleitet wurde, sich aber die HD dann ändert. Hierzu gibt es Absprachen zw. den Kassen und Unfallversicherungen, wie der Ausgleich zu erfolgen hat. Diesbezüglich muss die Klinik nichts tun, dass läuft von alleine im Hintergrund:

    Ausgleich = (DRG-Betrag Rechnung) - (DRG Betrag der simulierten DRG ohne unfallbedingte Diagnosen/Prozeduren).

    Hallo,


    was auch immer ein einzelner oder mehrere MDK-Mitarbeiter da meinen...


    Nicht umsonst unterscheidet die ICD die vorliegenden Diagnosen mit 2 eigenen Kodes, womit das Eine kaum im Anderen inkludiert ist. Die ND-Kodierung wird über die DKR geregelt. Haben sie einen Aufwand bezüglich beider Diagnosen, kodieren sie diese nach DKR D003. Eine Wunddehiszenz kann ohne Infekt, ein Infekt ohne Dehiszenz auftreten. Dass eine Wunddehiszenz ein Symptom einer Infektion sein soll ist Quatsch, und wenn es eine Folge ist, ist dies ohne Belang für die Kodierung im Sinne einer Exklusion.

    Hallo,


    in diesem Fall hier eigentlich ganz einfach:


    HD: Pseudarthrose

    OPS: 5-787 und 5-786

    Der Kode steht ja nicht alleine, der ME-Kode ist ja da.


    Schwierig sind Situationen, wo gar nix anderes dabei ist. Anhand des Beispiels einer Pseudarthrose am Os Pubis sei dies

    dargestellt.

    Bei einer geschlossenen Schraubenosteosynthese ohne weitere Maßnahmen kann 5-790.0d nicht angegeben werden, da das Exkl. Pseudarthrosenbehandlung unter 5-79 aufgeführt ist und u. a. auf 5.786 verweist. 5-786.0 kann aber dann nicht (alleine) angegeben werden, da es sich definitionsgemäß um einen Zusatzkode handelt. Da aber keine andere Maßnahme durchgeführt wurde, kann kein zusätzlicher führender Kode zugeordnet werden. Somit kann dies nicht sinnvoll kodiert werden, bzw. nur mit unspezifischen Kodes.


    Deswegen habe ich im Vorschlagsverfahren OPS 2020 anhand dieses Beispiels die Öffnung des Kodes 5-786 zur Primärkodierung beantragt (Kennzeichen Zusatzkode raus), alternativ die Öffnung von 5-79 auch bei Pseudarthrosen (das hat aber so seine Tücken). Wir werden also sehen, ob sich das für 2020 dann klärt.

    Endlich wird das Wissen um die betrügerischen Kliniken wieder aufgefrischt:

    https://app.handelsblatt.com/p…-Z1jjWqjda3lfLBBn6OKF-ap2


    Leckerbissen hieraus:


    Um ihre Bilanz aufzubessern, rechnen Krankenhäuser oft falsch ab. Doch der Prüfdienst der gesetzlichen Krankenkassen kommt ihnen auf die Schliche.


    Die Krankenkassenpolizei, die die Bösen jagt und auch stellt. Danke für den Einsatz! Klingt wie investigativer Journalismus à la RTL2 Nachmittags"doku". Der Autor dieses Artikels schreibt da vielleicht auch die Stories. Zumindest hat er das Potential dafür, oder sagen wir, das "Niveau".


    Dabei wurde 2018 jede zweite Rechnung im Durchschnitt um 2.000 Euro gekürzt. Nur bei einem Prozent kam es zu einer Erhöhung des Rechnungsbetrags.


    Nur 1 %.... Woran das wohl liegt?


    Um ihre Bilanz aufzubessern, rechnen Krankenhäuser oft falsch ab. Doch der Prüfdienst der gesetzlichen Krankenkassen kommt ihnen auf die Schliche.Daraus den Schluss zu ziehen, dass die Krankenhäuser es bei der Stellung der Rechnung schlicht darauf ankommen lassen, ob sie erwischt werden oder nicht, hält der MDK-Mann nicht für abwegig. „Die Krankenhäuser haben ein Interesse, für jeden Fall den größtmöglichen Rechnungsbetrag zu erzielen“, sagt er.


    Jep, alles Betrüger. Man hätte vielleicht ergänzen können, dass die KK ein Interesse haben, für jeden Fall den niedrigstmöglichen Rechnungsbetrag zu zahlen.


    Dabei profitieren die Krankenhäuser davon, dass sie bei einer fehlerhaften Rechnung kein Bußgeld zahlen müssen. Dagegen müssen die Krankenkassen für jede geprüfte Rechnung, die sich als richtig herausstellt, 300 Euro Strafe zahlen.


    Aha, für jede geprüfte Rechnung 300 €... Wer das schafft, bitte PM mit Zauberspruch an mich, danke!


    Jede Differenzierung aber bietet den Rechnungsabteilungen auch neue Ansatzpunkte für eine Optimierung der Rechnung. Wie sieht so etwas aus? In 14 Prozent der geprüften Fälle rechnete die Klinik einen Krankenhausaufenthalt ab, obwohl die Behandlung ambulant erfolgen könnte.


    Prinzipiell also der Ansatz einer bandenmäßigen Kriminalität. Der behandelnde Arzt ist ja bekanntermaßen der MDKler, der das so weiß....


    Richtig viel Geld aber lässt sich mit der Wahl der Hauptdiagnose verdienen, weiß Klaus Peter Thiele, leitender Arzt des MDK Nordrhein. Das DRG System erweist sich hier offenbar als Trigger für eine Optimierung der Abrechnung. So steigt die Vergütung für einen Beatmungspatienten auf der Intensivstation um mehr als 9.800 Euro an, wenn er länger als 249 Tage beatmet werden muss. Da bleibt ein Patient zumindest auf dem Papier schon einmal länger unter dem Beatmungsgerät als er eigentlich müsste.


    "Das DRG System erweist sich hier offenbar als Trigger für eine Optimierung der Abrechnung. " Was für ein schwachsinniger Satz.

    249 Tage beatmet, 9.800 € mehr... soso.Tage oder Stunden, wer nimmt das schon so genau. Papier ist geduldig, der Patient die 249 Tage hoffentlich auch.


    „Alle diese Faktoren führen dazu, dass das Ziel der richtigen und gerechten Vergütung im Krankenhaus verfehlt wird“, sagt Hustadt. Leidtragende seien alle Kliniken, die korrekt abrechnen. Zudem binde die wachsende Zahl der Prüfungen Personal und Geld, das am Ende für die Versorgung der Patienten fehlt. Die Politik müsse bestehende Fehlanreize beseitigen, fordert er.


    Die Politik sollte dafür sorgen, dass der MDK in seiner bisherigen Struktur aufgelöst wird und in ein unparteiisches Institut geschaffen wird, damit diese immer wieder festzustellende, mit schwachsinnigen Pseudoargumenten vorgehaltene Blockadehaltungen durchbrochen wird. Zudem wäre es hilfreich, wenn man nur Gutachter vorhält, die inhaltlich dafür gerüstet sind. Was man da teilweise als "Gutachter" vorgesetzt bekommt, ist unaussprechlich peinlich.

    Und ja, es gibt Falschabrechnungen, ja, es liegen auch Patienten in einem Bett, das sie nicht bräuchten und ja, es gibt auch ganz sicher absichtliches Upcoding, ganz sicher schwarze Schafe. Dies gehört auch geändert, durch entsprechende Prüfungen. Aber die Fälle einfach auszusitzen (und zu verrechnen) und die Klinik in die Klage treiben, egal wie schwachsinnig die "Argumentation" ist, ist einfach nur eine einseitige Benachteiligung.

    Unterstützt werden könnte die Verbesserung durch eine sinnvolle Darstellung der Kodierrichtlinien (nehmen wir doch einfach mal Stichwort "Beatmung"). Hier lähmt sich die Selbstverwaltung seit Jahren selber. Da sollte man mal irgendwann eine Lösung finden!


    Der MDK Nordrhein will es erst mal im Guten versuchen: „Wir suchen das Gespräch mit den Kliniken und laden in diesem Jahr die Medizin-Controller der 175 Krankenhäuser in unserem Zuständigkeitsbereich zum Gespräch ein.“


    Das schwer erziehbare Kind mal mit Reden, nicht nur Schlägen formen, gute Idee.... Ich hoffe aber, man hört da auch mal richtig zu.


    Was mich besonders stört, ist, dass dieser Artikel ja dann zum Redigieren an die Herren vom MDK-Nordrhein (Andreas Hustadt und Dr. Klaus- Peter Thiele) gegangen sein muss und diese ganz offensichtlich nicht auf die Idee kamen, hier eine sachgerechte Darstellung der Sachverhalte zu unterstützen. Wenn ich die Einladung zu dem erwähntem Gespräch bekommen würde, würde ich da ganz sicher mal darauf hinweisen, dass diese Haltung das Verhältnis weiter verschlechtert und ganz augenscheinlich macht, wie "der" MDK tickt. Danke für diese Klarstellung. Wird mir ein Rätsel bleiben, wie ungeschickt und undifferenziert man in Leitungsfunktionen sein kann. Peinlich.