Beiträge von D. D. Selter

    Endlich wird das Wissen um die betrügerischen Kliniken wieder aufgefrischt:

    https://app.handelsblatt.com/p…-Z1jjWqjda3lfLBBn6OKF-ap2


    Leckerbissen hieraus:


    Um ihre Bilanz aufzubessern, rechnen Krankenhäuser oft falsch ab. Doch der Prüfdienst der gesetzlichen Krankenkassen kommt ihnen auf die Schliche.


    Die Krankenkassenpolizei, die die Bösen jagt und auch stellt. Danke für den Einsatz! Klingt wie investigativer Journalismus à la RTL2 Nachmittags"doku". Der Autor dieses Artikels schreibt da vielleicht auch die Stories. Zumindest hat er das Potential dafür, oder sagen wir, das "Niveau".


    Dabei wurde 2018 jede zweite Rechnung im Durchschnitt um 2.000 Euro gekürzt. Nur bei einem Prozent kam es zu einer Erhöhung des Rechnungsbetrags.


    Nur 1 %.... Woran das wohl liegt?


    Um ihre Bilanz aufzubessern, rechnen Krankenhäuser oft falsch ab. Doch der Prüfdienst der gesetzlichen Krankenkassen kommt ihnen auf die Schliche.Daraus den Schluss zu ziehen, dass die Krankenhäuser es bei der Stellung der Rechnung schlicht darauf ankommen lassen, ob sie erwischt werden oder nicht, hält der MDK-Mann nicht für abwegig. „Die Krankenhäuser haben ein Interesse, für jeden Fall den größtmöglichen Rechnungsbetrag zu erzielen“, sagt er.


    Jep, alles Betrüger. Man hätte vielleicht ergänzen können, dass die KK ein Interesse haben, für jeden Fall den niedrigstmöglichen Rechnungsbetrag zu zahlen.


    Dabei profitieren die Krankenhäuser davon, dass sie bei einer fehlerhaften Rechnung kein Bußgeld zahlen müssen. Dagegen müssen die Krankenkassen für jede geprüfte Rechnung, die sich als richtig herausstellt, 300 Euro Strafe zahlen.


    Aha, für jede geprüfte Rechnung 300 €... Wer das schafft, bitte PM mit Zauberspruch an mich, danke!


    Jede Differenzierung aber bietet den Rechnungsabteilungen auch neue Ansatzpunkte für eine Optimierung der Rechnung. Wie sieht so etwas aus? In 14 Prozent der geprüften Fälle rechnete die Klinik einen Krankenhausaufenthalt ab, obwohl die Behandlung ambulant erfolgen könnte.


    Prinzipiell also der Ansatz einer bandenmäßigen Kriminalität. Der behandelnde Arzt ist ja bekanntermaßen der MDKler, der das so weiß....


    Richtig viel Geld aber lässt sich mit der Wahl der Hauptdiagnose verdienen, weiß Klaus Peter Thiele, leitender Arzt des MDK Nordrhein. Das DRG System erweist sich hier offenbar als Trigger für eine Optimierung der Abrechnung. So steigt die Vergütung für einen Beatmungspatienten auf der Intensivstation um mehr als 9.800 Euro an, wenn er länger als 249 Tage beatmet werden muss. Da bleibt ein Patient zumindest auf dem Papier schon einmal länger unter dem Beatmungsgerät als er eigentlich müsste.


    "Das DRG System erweist sich hier offenbar als Trigger für eine Optimierung der Abrechnung. " Was für ein schwachsinniger Satz.

    249 Tage beatmet, 9.800 € mehr... soso.Tage oder Stunden, wer nimmt das schon so genau. Papier ist geduldig, der Patient die 249 Tage hoffentlich auch.


    „Alle diese Faktoren führen dazu, dass das Ziel der richtigen und gerechten Vergütung im Krankenhaus verfehlt wird“, sagt Hustadt. Leidtragende seien alle Kliniken, die korrekt abrechnen. Zudem binde die wachsende Zahl der Prüfungen Personal und Geld, das am Ende für die Versorgung der Patienten fehlt. Die Politik müsse bestehende Fehlanreize beseitigen, fordert er.


    Die Politik sollte dafür sorgen, dass der MDK in seiner bisherigen Struktur aufgelöst wird und in ein unparteiisches Institut geschaffen wird, damit diese immer wieder festzustellende, mit schwachsinnigen Pseudoargumenten vorgehaltene Blockadehaltungen durchbrochen wird. Zudem wäre es hilfreich, wenn man nur Gutachter vorhält, die inhaltlich dafür gerüstet sind. Was man da teilweise als "Gutachter" vorgesetzt bekommt, ist unaussprechlich peinlich.

    Und ja, es gibt Falschabrechnungen, ja, es liegen auch Patienten in einem Bett, das sie nicht bräuchten und ja, es gibt auch ganz sicher absichtliches Upcoding, ganz sicher schwarze Schafe. Dies gehört auch geändert, durch entsprechende Prüfungen. Aber die Fälle einfach auszusitzen (und zu verrechnen) und die Klinik in die Klage treiben, egal wie schwachsinnig die "Argumentation" ist, ist einfach nur eine einseitige Benachteiligung.

    Unterstützt werden könnte die Verbesserung durch eine sinnvolle Darstellung der Kodierrichtlinien (nehmen wir doch einfach mal Stichwort "Beatmung"). Hier lähmt sich die Selbstverwaltung seit Jahren selber. Da sollte man mal irgendwann eine Lösung finden!


    Der MDK Nordrhein will es erst mal im Guten versuchen: „Wir suchen das Gespräch mit den Kliniken und laden in diesem Jahr die Medizin-Controller der 175 Krankenhäuser in unserem Zuständigkeitsbereich zum Gespräch ein.“


    Das schwer erziehbare Kind mal mit Reden, nicht nur Schlägen formen, gute Idee.... Ich hoffe aber, man hört da auch mal richtig zu.


    Was mich besonders stört, ist, dass dieser Artikel ja dann zum Redigieren an die Herren vom MDK-Nordrhein (Andreas Hustadt und Dr. Klaus- Peter Thiele) gegangen sein muss und diese ganz offensichtlich nicht auf die Idee kamen, hier eine sachgerechte Darstellung der Sachverhalte zu unterstützen. Wenn ich die Einladung zu dem erwähntem Gespräch bekommen würde, würde ich da ganz sicher mal darauf hinweisen, dass diese Haltung das Verhältnis weiter verschlechtert und ganz augenscheinlich macht, wie "der" MDK tickt. Danke für diese Klarstellung. Wird mir ein Rätsel bleiben, wie ungeschickt und undifferenziert man in Leitungsfunktionen sein kann. Peinlich.

    Ich habe ja in den Threads ziemlich detailliert die DKR beleuchtet, dazu auch Vorgaben der ICD, womit eine Mehrfachkodierung auch über die DKR vorgeben ist, wenn 1 Kode alleine nicht die komplette Info liefert. Zudem dargestellt, dass immer die spezifischste Kodierung zu wählen ist. Und wenn dann ein T-Kode spezifischer ist, dann möge mir jemand dann mal anhand der DKR und ICD erklären, warum ein unspezifischerer Y-Kode der Richtige sein soll. Wird demjenigen nicht gelingen, kann ich vorwegnehmen.


    Aber natürlich kann man das alles ignorieren und das BSG dann Fakten schaffen lassen, auch wenn es wahrscheinlich dann "alternative Fakten" sind.

    Hallo,


    es ist völlig irrelevant, was KH A leisten konnte und was nicht. Sie gehen nach DKR D002 und stellen zunächst fest, was NACH ANALYSE AM ENDE DES STAT. AUFENTHALTES hauptsächlich verantwortlich für die stat. Behandlung (NICHT Operation alleine) war. Wenn es die Sepsis war, dann die, wenn es die Ch.ekt. war, dann die. War es "gleichberechtigt", dann erst der Ressourcenaufwand als Entscheider. Das alles können letztlich aber nur sie wissen, bzw. reichen ihre Angaben hierzu nicht aus. Aber: Eine manifestierte Sepsis mit dazugehörigen ICU Aufenthalt klingt erst mal "hauptverantwortlich" für die stat. Behandlung (es geht nicht um Verlegungsdiagnose!) und auch letztlich dann eher mit dem höherer Ressourcenaufwand verbunden.

    Wenn also Fall aus 18 oder jünger und keine Osteosynthese gegeben war:

    - Gehen wir davon aus, dass eine Pseudarthrose vorlag, kodieren Sie neben der Resektion von erkranktem Knochen den Zusatzkode aus 5-786.

    - War es eine (unverschobene) Refraktur, kodieren Sie ganz normal Kode aus 5-79. Ein "bisserl" Repo ist ja immer dabei, wenn die Fraktur komprimiert wird.


    Für Wechseloperationen haben wir ja den neuen Kode eingeführt. Der gilt ab 1.1.19.


    Für die Wirbelsäulenoperationen habe ich 2012 alle Kodes für Osteosynthesen um die "Komponente" Reposition befreit, wurde dann ja auch so im OPS übernommen. Überlege schon länger, wie wir das ähnlich an den Extremitäten auch umsetzten könnten. Wir werden sehen, ob so etwas in der Zukunft über das Vorschlagsverfahren einzubringen ist.