Beiträge von ck-pku

    Hallo,


    ich habe folgende 3 Fragen:


    Sachverhalt: Wir haben das Gruppenangebot A mit einer Zeitdauer von 50 Minuten, welches z.B. ein Arzt abgibt. An der Gruppe nehmen z.B. 7 Patienten teil. Alle Pat. sind der Regelbehandlung zugeordnet.


    Nach OPS-Tabelle wird jedem Pat. also aus dem Kode-Bereich 9-605 für diese Gruppentherapie 1/4 TE zugeordnet.


    Was passiert aber, wenn ein Gruppenteilnehmer


    a) nach 10 Minuten


    b) nach 30 Minuten


    die Gruppe plötzlich (z.B. krisenhaft) verlässt?


    1) Ist das Ergebnis dann das folgende?


    Fall a) Die Gruppe wird nur noch für 6 Teilnehmer gewertet = 1/2 TE pro jeweils mind. 50 Minuten anwesenden Pat. aus dem Kodeberich 9-605


    Fall b) Die Gruppe wird 25 Min mit 7 Teinehmern und 25 Min. mit 6 Teilnehmern gewertet = 1/8 TE + 1/4 TE pro jeweils mind. 25/50 Minuten anwesenden Pat.


    2) Wie ist Ihre Sicht der Dinge, was ist z.B. (überspitzt gesagt) im Fall einer 25minütigen Gruppentherapie, in der jeder Teilnehmer einmal zum Klo geht, also keiner die gesamten 25 Minuten anwesend war? Was ist mit dem Zuspätkommen von Pat?


    3) Wie werden die tatsächlichen (also minutengenauen) Anwesenheiten innerhalb eines Gruppenangebots bei Ihnen praktikabel und aufwandsarm erfasst? ?(


    Auf Antwort freut sich


    ck-pku

    Hallo Kodikas,


    Ihre Frage wird in dem sehr empfehlenswerten Fachbuch "Pauschalierendes Entgeltsystem für die Psychiatrie und Psychosomatik - Materialien und Erläuterungen" in der Version 2011 von Dr. med. Nicole Schlottmann (Hrsg.) (Geschäftsführerin des Dezernat V der DKG) beantwortet.


    Aus Seite 177, Punkt 8 steht: "Der OPS spricht von "Pflegefachkräften". Hierunter sind Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung als a.) Gesundheits- und Krankenpflegerin oder Gesundheits- und Krankenpfleger, b.) Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger oder c.) Altenpflegerin oder Altenpfleger zu verstehen. Leistungen von Altenpflegehelferinnen und Altenpflegehelfern, Krankenpflegehelferinnen und Krankenpflegehelfern sowie vergleichbarer Hilfskräfte können nicht über die Therapieinheiten mit OPS-Kodes abgebildet werden."


    Ich hoffe, Ihre Frage ist damit beantwortet.


    MfG,


    ck-pku

    Hallo NuxVomica,


    ich würde das ganz genau so wie Sie oder Herr Gohr sehen!


    Laut Textausgabe "Psychiatrie-Personalverordnung" mit Materialien und Erläuterungen für die Praxis in der 6. Auflage von Heinrich Kunze, Ludwig Kaltenbach und Klaus Kupfer (Hrsg.) (Kohlhammer Verlag - ISBN 978-3-17-021081-3) wird auf Ihre Frage eingegangen:


    Psych-PV, Erläuterungen zu § 4, Punkt 1.3 - Maßstab für die Zuordnung, Seite 155:
    "(...) Maßstab für diese Zuordnung zu den einzelnen Behandlungsbereichen ist der aktuelle Behandlungsbedarf des Patienten. (...)"


    Und in der Psych-PV, Erläuterungen zu § 4, Punkt 1.4 - Wechsel zwischen Behandlungsbereichen, Seite 155, wir ausgeführt: "Ein und derselbe Patient wird im Verlauf seiner stationären Behandlung entsprechend dem Verlauf seiner Erkrankung verschiedenen Behandlungsbereichen zuzuordnen sein. Beispielsweise kann ein dem Behandlungsbereich A1 zugeordneter Patient aufgrund einer Suizidalität vorübergehend dem Behandlungsbereich A2 zugeordnet werden und später im Behandlungsbereich A3 rehabilitativ behandelt werden."


    Gemäß § 17d Abs. 9, Satz 2 KHG ist die Einstufung der Patientin oder des Patienten in die Behandlungsbereiche tagesbezogen vorzunehmen. Wenn an diesem Tag z.B. Intensivmerkmale gem. § 1 der Gemeinsamen Empfehlung zur Eingruppierung in die Behandlungsgruppen der Psychiatriepersonalverordnung (Psych-PV) für die Entwicklung eines pauschalierenden Entgeltsystems gemäß § 17d KHG vorliegen, kann also nur eine Einstufung nach A2 vorgenommen werden, da der Patient an diesem Kalendertag diesen (tages)aktuellen Behandlungsbedarf aufgewiesen hat.


    MfG,


    ck-pku

    Hallo,


    gern möchte ich den m.E. sehr guten Ansatz von TWaK um die niedersächsischen Regelungen ergänzen, die das Thema anreißen:


    § 23 Nds. MVollzG - Besondere Sicherungsmaßnahmen


    (1) (...) Als besondere Sicherungsmaßnahmen sind zulässig:
    1. der Entzug oder die Beschränkung des Aufenthalts im Freien,
    2. die Absonderung von anderen Untergebrachten,
    3. die kurzdauernde mechanische Fixierung,
    4. die Unterbringung in einem besonders gesicherten Raum.


    Besondere Sicherungsmaßnahmen sind ärztlich zu überwachen. (...)


    § 81 NJVollzG - Besondere Sicherungsmaßnahmen


    (1) Gegen eine Gefangene oder einen Gefangenen können besondere Sicherungsmaßnahmen angeordnet werden, wenn nach ihrem oder seinem Verhalten oder aufgrund ihres oder seines seelischen Zustandes in erhöhtem Maß Fluchtgefahr oder die Gefahr von Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen oder die Gefahr der Selbsttötung oder der Selbstverletzung besteht.


    (2) Als besondere Sicherungsmaßnahmen sind zulässig:
    1. der Entzug oder die Vorenthaltung von Gegenständen,
    2. die Beobachtung bei Nacht,
    (...)


    Zulässig ist eine Unterbringung einer Person gem. § 16 NPsychKG, wenn von ihr infolge ihrer Krankheit oder Behinderung im Sinne des § 1 Nr. 1 eine gegenwärtige erhebliche Gefahr (§ 2 Nr. 1 Buchst. b und c Nds. SOG) für sich oder andere ausgeht und diese Gefahr auf andere Weise nicht abgewendet werden kann.


    Zusammenfassend sind also "besondere Sicherungsmaßnahmen im o.g. Sinne:


    1. der Entzug oder die Beschränkung des Aufenthalts im Freien,
    2. die Absonderung von anderen Untergebrachten,
    3. die kurzdauernde mechanische Fixierung,
    4. die Unterbringung in einem besonders gesicherten Raum.
    5. der Entzug oder die Vorenthaltung von Gegenständen (so auch § 23 NPsychKG) sowie
    6. die Beobachtung bei Nacht.


    Medikamentöse Sedierung gilt juristisch als Fixierung, diese gilt m.E. auch als "besondere Sicherungsmaßnahme".


    Gem. § 22 NPsychKG unterliegt die untergebrachte Person nur denjenigen Beschränkungen ihrer Freiheit, die sich aus dem Zweck der Unterbringung und aus den Anforderungen eines geordneten Zusammenlebens in dem Krankenhaus ergeben, in dem sie untergebracht ist. Maßnahmen, welche die Freiheit der untergebrachten Person beschränken, sind im Verlauf der Behandlung ständig zu überprüfen und der Entwicklung der betroffenen Person anzupassen


    Unbedingt zu beachten in diesem Zusammenhang sind insbesondere neben den PsychKG's der Länder auch §§ 312 ff. FamFG sowie § 1906 BGB.


    Das entgeltrelevante Intensivmerkmal "Anwendung besonderer Sicherungsmaßnahmen" wäre also nachvollziehbar auch i.S.d. o.g. § 23 I S. 3 Nds. MVollzG gerechtfertigt, das diese Maßnahmen (hier) ärztlich zu überwachen und Freiheitsbeschränkungen i.S.d § 22 NPsychKG (hier von allen OPS-relevanten Berufsgruppen?) ständig zu überprüfen sind, also einen besonderen zusätzlichen Aufwand erfordern.


    Wir werden wohl die nächsten OPS-Kommentierungen (oder MDK-Prüfungen?) abwarten müssen, um weitergehende Sicherheit zu erlangen... :huh:


    Über weitere Ideen und Gedanken zum Thema freut sich


    Ihr ck-pku

    Hallo E_Horndasch,


    das besagte Eckpunkte-Papier des BMG ist dem Rundschreiben Nr. 130 der BAG Psychiatrie (Bundesarbeitsgemeinschaft der Träger Psychiatrischer Krankenhäuser) zu entnehmen.


    Ferner wurde von den Krankenhaushausgesellschaften ebenfalls über das Eckpunkte-Papier des BMG informiert, z.B. von der NKG in der Mitteilung Nr. 260/2011 vom 12.09.2011.


    Da ich mir bzgl. der Erlaubnis der Verbreitung des Entwurf-Papiers unsicher bin, habe ich sicherheitshalber den Dateianhang entfernt... :whistling:


    MfG,


    ck-pku

    Hallo,


    dies soll lediglich ein kleiner Beitrag zur Erleichterung des Alltagsgeschäfts bei entsprechendem Bedarf darstellen.


    Nach der erfolglosen (Internet-)Suche nach einem Excel-File, welches die Regelaufgaben und Tätigkeitsprofile der Erwachsenenpsychiatrie aus den Materialien zur Psych-PVdarstellt, bin ich zu dem Schluß gekommen, dieses selbst zu erstellen.


    Da dies jedoch nicht unerhebliche Arbeit zur Folge hatte, möchte ich Anderen eben diese ersparen und erlaube mir daher, aus den Materialien zur Psych-PV die Regelaufgaben und Tätigkeitsprofile der Erwachsenenpsychiatrie in einem Excel-File zur Verfügung zu stellen (s. Dateianhang).


    Alle Zellinhalte (inkl. Formeln) sind einsehbar, aber nicht veränderbar, d.h. kennwortgeschützt!


    Über Anregungen, Kritik etc. würde ich mich freuen.


    MfG,


    ck-pku

    Hallo,


    dieser Beitrag soll lediglich als Sevice dienen.


    Ich habe mir erlaubt, die "Vorschläge (des BMG) für Eckpunkte zur Ausgestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen für ein pauschalierendes Entgeltsystem für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen" vom 31.08.2011 zur (hoffentlich) besseren Lesbarkeit in ein zeitliches Ablaufschema zu übertragen (s. Dateianhang).


    Für Rückfragen, Fragen zur Gestaltung etc. stehe ich Ihnen selbstverständlich gern zur Verfügung. Kritik nehme ich ebenfalls gern entgegen.


    MfG,


    ck-pku

    Hallo TicTac,


    in der Textausgabe "Psychiatrie-Personalverordnung" mit Materialien und Erläuterungen für die Praxis in der 6. Auflage von Heinrich Kunze, Ludwig Kaltenbach und Klaus Kupfer (Hrsg.) (Kohlhammer Verlag - ISBN 978-3-17-021081-3) wird die Frage genau beantwortet:


    Psych-PV, Erläuterungen zu § 4, Punkt 2.7 - Verantwortlichkeit, Seite 158:


    "Die Zuordnung der Patienten zu den Behandlungsbereichen muss wegen der Komplexität und der zentralen Bedeutung für das Personalbudget den Rang einer Chefsache haben. Die leitenden Ärzte können die Stichtagserhebung an nachgeordnete Ärzte delegieren, bleiben aber dennoch verantwortlich. Das Krankenpflegepersonal und andere Therapeuten sollen einbezogen werden."


    Ich denke, damit ist die Frage umfassend beantwortet... ;)