Beiträge von Cardiot

    Hallo zusammen,


    danke für die bisherigen Antworten. Zu Ihrer Frage Herr Breitmeier: Aufnahme werktäglich 8:20Uhr als Selbstvorsteller in der Notaufnahme wegen anhaltenden, typischen AP-Beschwerden seit 7:00Uhr des Aufnahmetages. Nach "üblicher" Therapie (ASS/Heparin/Nitro/Analgesie) beschwerdefrei, keine EKG-Auffälligkeiten, Troponin negativ. Wegen breitem Risikoprofil (Hypertonie, Adipositas, Nikotin) Koronarangiographie ab 11:54 Uhr (selber Tag). Entlassung am Folgetag, da femorale Punktion - ja, machen einige unserer Untersucher heute immer noch ;)


    Somit aus meiner Sicht Arbeitshypothese akutes Koronarsyndrom, entsprechender Therapieplan, entsprechende Maßnahmen, geplanter mind 24h stat Aufenthalt.... Daher meinerseits eigentlich alles eindeutig und großes Erstaunen ob der jetzt geführten AOP-Diskussion. Ergebnis noch offen, somit meinerseits die Hoffnung, den Fall erfolgreich stationär abrechnen zu können, und die ganze Aktion unter "wir probieren's halt mal (KK)" abzulegen.


    Klar muss nicht jeder Notfall stationär, die Frage ist halt nur prinzipiell, wo zieht man ("man" kann wechselweise mit MDK, Gesetzgeber u/o Sozialgericht gleichgesetzt werden) bei Notfällen definitionsgemäß die Grenze, an der eine quasi-ambulante bzw. vorstationäre "Abklärung" einer evtl. bestehenden stat. Behandlungsbedürftigkeit endet und stattdessen ein vollstationärer Aufenthalt beginnt ??? Anamnese/Untersuchung + apparative/laborchem. "Basischecks" (wobei auch diese einer Definition bedürften; EKG? Sono? Echo? RöThorax?...), oder zählen auch CT, MRT, Endoskopie oder sogar der Herzkatheter dazu? Ist das eigentlich irgendwo verbindlich geregelt - habe nichts dazu gefunden.


    Spannende Frage aus meiner Sicht; freue mich auf weitere Diskussion!


    Beste Grüße

    Liebes Forum,


    wenn ich in MDK-Gutachten mit Fragen der primFB zu tun habe, betrifft das nicht selten Konstellationen, die (zumindest aus MDK-Sicht) stationsersetzend hätten erfolgen sollen, da sie im AOP-Katalog enthalten sind. Ein Bsp. bei uns wäre die elektive, rein diagnostische Koronarangiographie, etwa nach auffälliger Ergometrie beim Hausarzt. Irgendwie implikativ finde ich hier die Assoziation "elektiv", bin mir aber dennoch unsicher, ob ich da nicht falsch liege. Daher meine Frage an Sie: beinhaltet der AOP-Katalog definitionsgemäß (nur) planbare Leistungen, oder kann er auch so verstanden werden, dass eine AOP-Leistung auch bei Notfällen gefordert werden kann?

    Ein Beispiel: Notfallmäßige Aufnahme eines Patienten mit instabiler Angina Pectoris (Arbeitshypothese: akutes Koronarsyndrom) und Durchführung einer Herzkatheteruntersuchung noch am selben Tag. Selbige erbringt aber einen Ausschluss KHK. Obschon vieles/alles aus der ex ante Sicht eine relevante KHK wahrscheinlich erschienen ließ (viele kardiovaskuläre Risikofaktoren, Beschwerdecharakteristik etc), stellt sich retrospektiv doch heraus, dass der Patient eine andere Ursache aufwies (zB Reflux-Oesophagitis, Muskuloskelletal oä).


    Die KK geht jetzt her und argumentiert: Ja, das mit der Arbeitshypothese usw. einschließlich der Katheteruntersuchung passt alles, allerdings wäre AOP statt stationär die korrekte Abrechnungsform, da die rein diagnostische Koronarangiographie im AOP-Katalog enthalten ist.


    Ich bin mehr als gespannt auf Ihre Einschätzung!


    Lieben Dank im Voraus und beste Grüße

    Hallo zusammen,


    Thema ("Implant files") passt ganz gut, daher poste ich hier.

    Wenn man MP-Hersteller anspricht, ist die Rede davon, in der EU seien die Voraussetzungen zur Erlangung eines CE-Marks mittlerweile so verschärft worden, dass es leichter sei, eine FDA-Zulassung für ein neues Medizinprodukt hoher Risikoklasse (also z.B. ein Implantat) zu bekommen als das CE-Zeichen. Alle "benannten Stellen" in der EU müssten sich neu nach einheitlichen Kriterien zertifizieren lassen. Da die Regeln strenger geworden seien, wäre auch noch keine der bisherigen Stellen zertifiziert (frühestens ab Sommer 2019). Damit wäre die Story mit dem Mandarinennetz als Beckenbodenplastik (ein Undercover-Einsatz der Investigativjournalisten) eigentlich in Zukunft obsolet. Gleichzeitig hätte die FDA ihre Kriterien gelockert. Kennt jemand von Ihnen einen Link, anhand dem man der Sache nachgehen könnte?


    Beste Grüße

    Liebe Forumsmitglieder,


    wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist ja seit dem GKV-VSG der G-BA der "erfolgskritische Faktor" für Medizinprodukte betreffende NUB-Anträge. Weiß jemand von Ihnen, nach welchen Kriterien die medizinische Studienlage zu einem beantragten Medizinprodukt das vom G-BA mit der Prüfung beauftragte IQWiG (so entnehme ich das der Broschüre des BVMed) die Sachlage analysiert? Ich meine, riesige RCTs dürfte es ja in der Regel nicht geben, schließlich ist das Produkt ja "neu". Oder liege ich da falsch?


    Beste Grüße

    Guten (Sonn-)Tag in's Forum!


    Wahrscheinlich liegen die Glaskugeln für 2019 noch im Keller :-), ich wage unter dem Topic aber auch mal ergänzend die Frage, ob es "Buschfunk"-mäßig möglicherweise schon Informationen gibt, welche "Berech" im kommenden Jahr zur Sachkostenkorrektur durch das InEK Anwendung finden könnte? Nach Berech50 2017 und Berech60 in diesem Jahr wäre ja Berech70 nicht erstaunlich...


    Beste Grüße

    Hallo Herr Schaffert,


    danke für die Antwort. ..und natürlich - wie schon von meinen Vorrednern (bzw. Vorpostern) erwähnt - für Ihre tolle Präsentation. Ich kann allerdings nicht so recht glauben, dass tatsächlich alle angefallenen PK "Pflege" 1:1 nach dem neuen Gesetz von den KK bezahlt werden. Das wäre ja ein Füllhorn und würde den Anreiz setzen, möglichst viele der anfallenden Tätigkeiten im Rahmen der Krankenversorgung wieder zurück auf die Pflege zu verlagern (Transportdienst, Servicekräfte,...), da nur bei dieser Berufsgruppe dann eine Aussicht auf Kostendeckung bestünde. Ganz zu schweigen von dem Umstand der Gehaltsgestaltung als Instrument im Wettbewerb um die knappen Pflegekräfte (Stichwort "Arbeitnehmermarkt").


    Zum Thema der sprungfixen Kosten haben Sie natürlich Recht. Es wäre interessant, ob dieser Tatbestand jemals zu Gunsten eines Krankenhauses berücksichtigt wurde.


    Schönen Abend und beste Grüße

    Guten Morgen


    Topic-übergreifend und perspektivisch gedacht finde ich die Frage spannend, wie im Lichte der Herausnahme von Pflegepersonalkosten (großer Fixkostenblock) und - in weiterer Zukunft - möglicherweise auch der Personalkosten des ärztlichen Dienstes (ebenfalls großer Fixkostenblock) das Schicksal des Fixkostendegressionsabschlages zu bewerten ist. Keiner von uns hat eine Glaskugel, aber rein pragmatisch gesehen müsste doch eine Herausnahme von Fixkostenanteilen aus den DRGs prinzipiell den effektiven Impact von FDA-Abschlägen reduzieren. Oder wie sehen Sie das?


    Beste Grüße

    Hallo Rokka,


    dieser Gedanke kam mir auch, relativiert sich aber in den allermeisten Konstellationen, da der "Einbau" von mehr als 6 Stents in einer Sitzung eher die Ausnahme darstellt (zumindest bei uns; es gibt ja schon seit Jahren die langen Dinger, so dass man nicht zwangsläufig stückeln muss wie ganz früher). Nur dann (>6 Stents) würde es sich theoretisch "lohnen", den siebten und folgende Stents nicht in der selben, sondern in separaten Sitzungen zu setzen. Dabei müsste allerdings der Kostenaufwand der Zweitintervention (nochmals Abdeckung, Schleuse, Drähte, Führungskatheter etc) dem dann möglich gewordenen, ZE-bedingten Zusatzerlös von ("nur") €68,75 je Stent gegenübergestellt werden, denn an der DRG ändert sich ja nichts.


    Eine medizinische Begründung halte ich dagegen für das geringere Problem: wenn man tatsächlich 6 Stents implantieren musste, war die Prozedur oft entsprechend lang (Stichwort: Patient kann nicht mehr liegen u/o wird unruhig, was den Interventionserfolg gefährdet) und es wurde meist entsprechend Strahlung und Kontrastmittel verbraucht, so dass eine weitere Koronarsanierung in zweiter Sitzung als risikominimierend für den Patienten (und den Untersucher) m.E. recht plausibel begründet werden kann.


    Ich nehme daher an, das ist auch ein Grund, warum der MDK dieses Thema nicht aufgreift - oder hat jemand diesbezüglich andere Erfahrungen gemacht ?


    Beste Grüße

    Guten Abend,


    ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass ZE's, welche durch Mengenangaben getriggert werden, sich auf den jeweiligen Aufenthalt beziehen (z.B. bestimmte Medikamente in ihrer Dosierung). Konkret geht es in dem Fall, welchen ich zur Fakturafreigabe vorliegen habe, um einen stationären Aufenthalt, während dessen 2 Herzkatheterprozeduren erbracht wurden. Einmal die Akutintervention bei Infarkt mit Implantation von 3 Stents in das Infarktgefäß und - nach positivem Ischämietest für die anderen, stenosierten (nicht Infarkt-)Gefäße - einer weiteren Prozedur mit Implantation von dort insgesamt 4 Stents im selben Aufenthalt.


    Ich hätte hier erwartet, dass das ZE 101 in Höhe von €68,75 je Stent maximal 6 Mal für diesen Aufenthalt zur Abrechnung gebracht werden kann, was in der Summe €412,50 ergäbe. Etwas verwirrt hat mich daher die Angabe unseres KIS (wie arbeiten mit Orbis), welches bei "Zusatzentgelte" einmal das ZE 101.03 (€206,25) und einmal das ZE 101.04 (€275,-) ausgibt, in Summe also €481,25.


    Daher meine Frage, ob sich in diesen Fällen (und falls ja: in welchen noch?) die Mengenbegrenzung ("mindestens 6 Stents") tatsächlich auf die einzelne Prozedur und nicht auf den Aufenthalt bezieht.


    Lieben Dank im Voraus und beste Grüße

    Hallo Admin!


    Lieben Dank für die rasche Antwort. Ich bin vollkommen bei Ihnen, v.a. was Ihren letzten Absatz betrifft.


    Folgt man den Äußerungen des InEK, so wurde ja im Vorfeld der verpflichtenden Teilnahme an der Kalkulation bemängelt, dass KH in privater Trägerschaft in der Stichprobe unterrepräsentiert seien (und sich daher bei den ausgelosten Häusern wenig überraschend gerade viele aus dieser Trägergruppe wiederfinden).


    Auch ich würde es für sinnvoll erachten, wenn möglichst viele (alle? siehe Schweiz) KH auch Kalkulationshäuser wären und vermute ähnliche Gründe wie die von Ihnen genannten, warum dies nicht so ist. Konsequenterweise müsste dann aber auch die Bezugsgröße so gewählt werden wie vor 2006, nämlich als die durchschnittlichen Fallkosten eines fiktiven Durchschnittsfalles, ermittelt aus den Kostendaten aller Calc-Häuser. Das Spiel mit der Sachkostenkorrektur könnte man dann immer noch spielen (Berech50, 60 oder was auch immer nebst Korrekturwert), wenn man will.


    Die Frage, was unser (hier: stationäres) Ges-System wirklich kostet und was davon wir uns leisten können/wollen, nebst den daraus resultierenden Konsequenzen, möchte sich aber vermutlich kein politisch Verantwortlicher stellen - und noch weniger transparent beantwortet haben ;)


    Beste Grüße