Beiträge von Joerg-Gust

    Hallo Forum !
    Wie wird eigentlich eine plica mediopatellaris am Knie kodiert ?
    ( M25.8 sonstige n.b. Gelenkkrankheit). Oder gibt es einen speziferischen Kode ? :sterne:
    Einen ICPM für die Resektion habe ich schon gefunden (5-811.0h)


    MfG
    Jörg Gust

    Hallo Forum !
    Wollte mich offiziell wieder zurückmelden. Nach über 1 a Abstinenz :totlach: in der orth. REHA bin ich wieder in einem Akuthaus tätig.


    Und da es hier keinen Med.-Controller gibt, gibt es für einen Ex-Controller eine Menge zu tun. :sterne:


    Muß ,glaube ich, erstmal wieder etwas aufarbeiten, hat sich ja einiges getan und ihr wart sehr fleißig. :i_respekt:

    Hallo Forum !
    Mal eine Arbeitsrechtliche Frage.
    In unserer Klinik wird die Bezahlung von Monatsmitte auf Monatsende umgestellt. Bisher war dadurch die Bezahlung der Überstunden/Zeitzuschläge also 1,5 Monate später (Also Januar-Dienste wurden Mitte März bezahlt - eine Berechnung bis Mitte Februar verständlicherweise nicht möglich), jetzt würden Sie Ende März bezahlt. Meiner Meinung müßte es jedoch möglich sein diese Ende Februar zu vergüten.


    Gibt es eine gesetzliche Regelung bis wann Dienststunden/Zeitzuschläge zu vergüten sind ? Dies betrifft auch unser Pflegepersonal.


    Unsere Klinik ist gmbh - keine Tarife (BAT,AVR).


    Danke



    I) I)
    --
    Jörg Gust
    (Assistenzarzt, Ex-Med.Controller)

    Hallo Kollegin Runge !
    Sie sprechen mir aus der Seele !
    Das Beispiel mit den Rauchern hatten wir ja oben schon - aber die zahlen ja auch richtig Steuern (wenn ich auch der Meinung bin, dass die Gesammtkosten im Gesundheitssystem verursacht durch rauchen um ein vielfaches höher sind als die gezahlten Steuern).
    Grundsätzlich muß definert werden, wieviel Gesundheit diese Gesellschaft haben will und was sie bereit ist dafür auszugeben. Das ist eine ethische Frage und sollte von der Gesellschaft beantwortet werden (oder vom BMG bzw. den Politikern), aber mit Sicherheit nicht von Krankenkassenmitarbeitern vom Schreibtisch aus mit grauem Theoriewissen. (man könnte ja auch ketzerisch fragen, warum ältere Menschen über 80 Jahre eine neue Hüfte bekommen, wo ggf. die Lebenserwartung niedriger ist als die Haltbarkeit der TEP ?, warum noch soviel Dialysen - ist doch so teuer - hätten sie doch mal auf ihren Diabetes besser aufgepaßt ? Die Liste ließe sich beliebig verlängern ... )
    Das Problem ist aber, es gibt in der Medizin nicht nur richtig oder falsch - schwarz oder weiß.
    Sie wollen Vorschläge die das System billiger machen. Bitte schön:
    Reduktion auf eine Krankenkasse (50 zig sind noch zu viel ... ) Von den schönen Glaspalästen und unzähligen überforderten Kompetenzzentren wird nämlich kein Mensch gesund.
    Klar definierter Leistungskatalog (über Streichung muß offen diskutiert werden)
    Förderung der Präventivmanahmen (kostet übrigens zunächst viel Geld - würde mittelfristig aber auch viel sparen)
    Förderung der Eigenverantwortlichkeit des Patienten mit entspechender Beteiligung.
    Reduktion des Pharmachaos.
    Verbot der Tabak und Alkohol-Werbung und konsequentes Durchsetzen des Jugendschutzgesetzes .....


    (Wie sieht es mit einem Sozilpolitischen Forum aus ???)


    Die Krankenkassenmitarbeiter möchten sich bitte klarmachen, dass sie lediglich für die Verwaltung des einen Teils des Sozialbeitrages verantwortlich sind und möglichst wenig davon für "sich" ausgeben sollten.


    Zur Wunschsectio zurück: der gyn. Kollegin ist aus medizinischer Sicht nichts hinzuzufügen. Wer mit solchen Begriffen so unsacht um sich schmeißt hat sich medizinisch diskreditiert.


    MfG



    --
    Jörg Gust
    (Assistenzarzt, Ex-Med.Controller)

    Zitat


    Hierbei haben wir 7 grundsätzliche Patientgruppen die keine "Wiederkehrer" sind definiert und auch anerkannt bekommen. Jetzt bin ich mal gespannt wie die Sachbearbeiter der Kostenträger vor Ort damit umgehen wenn wir bei Streitigkeiten die Zugehörigkeit in einer dieser Gruppen nachweisen.
    --
    Michael Kilian


    Hallo Michael !
    Sehr löblich. Die Liste wäre bestimmt für alle interessant.
    Aber ich wünschte mir klarere, einfache Regeln für alle.
    Müssen tatsächlich über 2000 Krankenhäuser dies einzeln verhandeln ?


    Deutschland - überreguliert und zu kompliziert ?


    MfG


    Herbede (Stadtteil Witten) - 1152 Jahre alt



    --
    Jörg Gust
    (Assistenzarzt, Ex-Med.Controller)

    Hallo Michael !
    Da fühle ich mich als Med.Co-Aussteiger doch direkt angesprochen. Meine Gründe in Kürze. Ich habe jetzt fast 3 Jahre Med. Controlling gemacht und wechsle wieder in den kurativen Bereich, einigen habe ich bereits persönlich berichtet, aber vielleicht ist es für die Allgemeinheit ganz interessant:
    1. Als noch nicht FA gilt man in unserer Hierarchie nunmal nichts - auch als DRG-Viel-Wisser nicht.
    2. Viele leitende Posten glauben, "da haben wir jemanden, der sich kümmert", jedoch mit seinen Idee/Vorschlägen steht man dann allein, nur nichts ändern und niemanden belästigen , geschweige denn Kompetenz eingeräumt bekommen (allerding merken einige davon jetzt allmählich, dass die DRG´s Realität sind und so macher CMI doch eher eine Katastrophe darstellt, mit - man glaubt es kaum - Konsequenzen.:-p )
    3. Die Gesundheits-EDV ist zum Weglaufen. Ich halte die meiste Freeware/shareware für wesentlich besser programmiert als das meiste, was man so auf dem Markt für viel, teures Geld kaufen kann. Und Kritik verträgt scheinbar in diesem Gebiet auch niemand :no:
    ("wer sich beschwert meint es gut", "der Kunde ist König "- scheinen hier nur abgedroschne Floskeln zu sein). Ich möchte hier nur mal hervorheben, was einige aus unserem Kreis da schon als Hobby-PC´ler :dance1: in ihrer Freizeit zu stande gebracht haben (Hallo Burkhardt, Michael, Thomas ....).
    4. Wenn man die Guten sich ständig eine blutige Nase abholen läßt, dann soll man sich nicht wundern, wenn sie das Handtuch werfen.



    :vertrag:


    Ziemlich gefrustet, aber wieder glücklich im Kittel ....


    MfG


    PS: Keine Angst ich bleibe dem Forum mit meiner großen Schnau.. erhalten.
    --
    Jörg Gust
    (Assistenzarzt, Ex-Med.Controller)

    Hallo Burkhardt !
    Vielen Dank für Deine Arbeit.


    Eine kleine Anregung (war glaub ich weiter oben schon etwas angeklungen): Wie wäre es mit einem Gesundheitspolitisches Forum ? (Wie weit dürfen wir uns da aus dem Fenster legen :boom: ?)


    Z.B. eine Sammlung von Ideen zur Gesundheitsreform (glaube zwar nicht, dass jemand von der Rürupkommission mitliest), aber die vielen Ideen wären bestimmt sehr interessant ?:dance1:


    MfG


    --
    Jörg Gust
    (Assistenzarzt, Ex-Med.Controller)

    Hallo ToDo !
    Ich wollte Sie persönlich nicht angreifen oder beleidigen - sorry. Prinzipiell finde ich es lobenswert, dass sie sich hier tummeln.


    Das Problem auf KK-Seite ist tatsächlich, dass zu wenig medizinisches Wissen vorhanden ist.


    Wenn Angst vor der Sectio für sie kein Grund ist, dann verrate ich Ihnen mal ein Geheimis. Ca. 50% der sogenannten Notfälle im KV-Dienst sind ziemliche Bagatellen, für die es sich oft nicht lohnt ärztlich tätig zu werden , vieles stellt sich erst nach einigen Untersuchungen heraus, vieles ist aber schon nach 30 sec. Gespräch klar ("hätte nicht zum Arzt gehöhrt"). Das fängt an bei infizierten Insektenstichen, die etwas Salbe benötigen, bis hin zu Unfällen die schon Tage oder Wochen zurückliegen und die Patienten im Dienst kommen, weil man beim niedergelassenen so lange warten muß. Meistens ist es die Angst "es könnte etwas schlimmes sein". Soll ich so einen Patienten unbehandelt nach Hause gehen lassen - und eventuell doch mal etwas übersehen ???? (Auch dies wären solche "Schädlinge" des Systems).


    Mal ein wiklich ernst gemeinter Vorschlag. Wenn sie ein bißchen mehr Einblick auf unsere Seite bekommen wollen, wäre ein Praktikum (vielleicht 2-3 Wochen) eine gute Sache. Schlagen sie das doch mal in ihrer KK vor. Ich glaube sie wären überrascht.


    Wir wollen uns nichts vormachen. In unseren Krankenhäusern läuft nicht gerade alles rund (Prozeßoptimierung, QM). Das wissen wir selber. Dies können wir aber nicht in kurzer Zeit verbessern (und schon gar nicht, wenn wir von den Kassen auch noch bombadiert werden).


    Das Gesundheitssystem ist am ENDE, die Politik traut sich nur nicht es zuzugeben. Und die Rürup-Kommission wird es auch nicht retten.


    Ich hoffe wir können wieder Frieden schliessen (ehrlich gemeint)



    MfG






    :dance1: :dance1:
    --
    Jörg Gust
    (Assistenzarzt, Ex-Med.Controller)

    [/quote]
    Hallo ToDO


    Logik ????

    Zitat

    Nun meine Frage:


    Soll diese Frau für Ihre Ehrlichkeit bestraft werden, nur weil sie nicht gerissenerweise nach Rücksprache mit Arzt bzw. Krankenhaus "auf Angst macht"? Woher soll ich als Kostenträger wissen, ob die Angst echt ist oder nur eine vorgeschobener Grund, um die Solidargemeinschaft zu schädigen.


    Die Anzahl der Patienten, die die Solidargemeinschaft absichtlich schädigen wollen, ist wohl so klein, dass sie vernachlässigbar ist. Sie haben aber eine interessante Vorstellungen von Ihren Kunden, den versicherten - unterstellen ja jeder Frau die Solidargemeinschaft schädigen zu wollen. Machen Sie mt diesem Slogen auch Werbung ???
    Und der Raucher, der die Solidargemeinschaft absichtlich schädigt und dazu noch seine Mitmenschen gesundheitlich oder der Mopedfahrer, der sich mit seinem frisirten Moped um einen Baum wickelt ......

    Zitat


    Außerdem ist Angst vor der Geburt und den damit verbundenen Schmerzen sicher normal, aber ab wann ist sie medizinische Indikation für eine Sectio.


    Noch härter, stellen Sie sich vor, im Zuge der Anpassungen des Systems gibt es nur noch eine DRG für Entbindung ohne CC, egal ob Spontan oder Sectio, dann haben Sie wirtschaftlich den schwarzen Peter - sind Sie dann auch noch so großzügig???


    Da es sich um eine Mischkalkulaton handelt, entstüden dabei zu inhomogene Gruppen. Tipp: nochmal das Kalkulationsschema studieren. Die Kosten der Sectio sollten das RG der Entbindungs-DRG mächtig heben.
    Es sei denn Sie wollen irgendwelche RG's auf den Markt bringen, die nicht den Kosten entsprechen - unter dem Motto, wenn zu viele Sectios gemacht werden, drücken wir die Preise bis die Kliniken wirtschaftlich ins schwimmen kommen, dann gibts auch keine Sectios mehr - und wir machen eine riskante Medizin.

    Zitat


    Herr Gust, zur Beratungsqualität der Krankenkassen:


    Zur Beratungsqualität anderer Kassen kann und will ich mich aus den bekannten Gründen nicht äußern - wir jedenfalls machen regelmäßige Kundenbefragungen, um uns kontinuierlich verbessern zu können; die Ergebnisse sind positiv. Dass bei Stichproben mit vielleicht extrem konstruierten Fällen mal eine unsichere oder falsche Auskunft dabei sein kann, will ich nicht ausschließen - bei der Vielfalt an gesetzlichen Grundlagen, Richtlinien, Empfehlungen, Urteilen ect., die wir zu beachten haben. Für die Rechtsunsicherheit sind schließlich nicht (allein) die Krankenkassen verantwortlich.


    Es ging nicht um extrem konstruierte Dinge. Es ging um so ganz einfache Sachen wie HIV-Testung/ Geschlechtsverkehr, Impfbestimmungen, Vorsorgeuntersuchung z.B. Magen usw. , Dinge, die klar definiert sind und in Form von Literatur vorhanden ist (wer lesen kann ist klar im Vorteil, wissen wo's steht ist da gefragt). Das hat auch nichts mit gesetzlichen Grundlagen oder Urteilen zu tun. Und es war nicht nur eine mal.

    Zitat

    Wenn die Kundenunzufriedenheit wächst, ist das die logische Folge der Reformen und Reförmchen der letzten Jahre, die mit dem Anspruchsdenken der gesetzlich Krankenversicherten kollidieren. Ich kann auch nett, sachlich und nachvollziehbar begründet etwas ablehnen, dennoch wird es bei meinem Versicherten keine Begeisterung hervorrufen.


    So, genug gequasselt,


    Hier wird nicht gequasselt, sondern diskutiert.

    Zitat


    ToDo


    MfG


    --
    Jörg Gust
    (Assistenzarzt, Ex-Med.Controller)

    Guten morgen !


    Lese ich richtig "wirtschaftliche Geburt" ???


    Herr ToDo, dann müßten sie ja allen Frauen zur Hausgeburt raten (das ist wirklich billig). Ein überwiegender Teil der Geburten würden zu Hause genauso laufen wie in der Klinik. Warum also überhaupt in die Klinik ??? ( ging doch früher auch ohne). :-p .Vielleicht bieten Sie ja Ihren jungen Mitgliedern demnächst einen Rabatt an, wenn sie lieber zu Hause entbinden ... (Möchte gar nicht darüber nachdenken, was sonst noch möglich ist ...). Übernehmen sie dann aber auch die Folgekosten, wenn das Kind behindert ist oder stirbt ???


    Mal ganz abgesehen, dass es auch Argumente für die Sectio gibt , weniger Blasenprobleme später, Beckenboden nicht so ausgeleiert ... Da sind sich die Gyni-Profis noch nicht ganz im klaren, aber Studien werden es zeigen.
    Außerdem wird auch die "wirkliche" Indikation von verschiedenen Fachärzten unter Umständen anders beurteilt. Ein erfahrener OA wartet manchmal etwas länger ab als ein junger und die Sectio wird vermieden, aber im nachhinein die Sectioindikation zu beurteilen ist schwierig (und vermessen) - da sollten sie die KK und der MDK schön raushalten. Diese Gesellschaft hat sich entschlossen die Geburt als Solidarleistung zu finanzieren - da es meherere Wege gibt - und die Medizin nunmal nicht schwarz/weiß ist - müssen alle Wege bezahlt werden, die einzigen die das festlegen ist die Schwangere mit Ihrem behandelden Arzt.
    Ich bezahle lieber jeder Schwangeren eine Sectio als die gesamten Folgekosten der F17.2 (die Raucher mögen mir verzeihen).


    Und zur Beratungsqualität: Haben sie zufällig WISO am 16.06.03 gesehen ? (ich beurteile nicht die einzelne Beratung im speziellen, nur die Gesamtheit) - Urteil :peinlich, sehr peinlich.


    MfG

    --
    Jörg Gust
    (Assistenzarzt, Ex-Med.Controller)

    Hallo zusammen !
    Bitte versteht mich nicht falsch. Ich habe kein Problem mit der Paraplegie - in den letzten 3 Jahren hatte ich in einer unserer Abteilung einen Fall. Mir geht es ums Grundsätzliche. Vielleicht habe ich mich da unklar ausgedrückt. Kleines Gegenbeispiel: Hypokaliämie und Harnwegsinfekt. In fast allen Fällen ergeben die therapeutischen Ansätze kaum Kosten, in vielen Kombinationen aber unter Umständen viel Erlös - nicht gerade sinnvoll.
    Es ist doch schon jetzt abzusehen, dass das System überfrachtet ist: Noch eine Regel, noch ein CCL, noch eine DRG- Splittung, noch eine Kalkulation ... . Statt das Geld zu verwenden, um kurativ zu handeln geben wir es lieber aus, um ein System zu entwickeln , um das Geld zu verteilen. Das DRG-System bietet uns viele gute Ansätze, die wir mit Administration killen. Wir brauchen ein schlankes Sytem, mit möglichst wenig Regeln


    Es bleibt natürlich zu hoffen, dass die Veränderungen durch die Vorschläge geschehen. Wir habe ja jetzt gute Connections zum INEK. Allerdings muß auch zu bedenken geben werden, welche Klöpse sich die Selbstverwaltung bisher geleistet hat.


    In Bezug auf diese ND-Diskussion hätte ich einen kleinen Vorschlag - eine Übergangsregel hätte mich glücklich gemacht: Nebendiagnosen dürfen nicht zu einer Erlösminderung führen, sondern werden ausgeglichen bis zur Systemanpassung.


    MfG
    --
    Jörg Gust
    (Assistenzarzt, Ex-Med.Controller)