Beiträge von AnMa

    nicht aus der Klinik, sondern aus der "Fachpresse"

    So steigt die Vergütung für einen Beatmungspatienten auf der Intensivstation um mehr als 9800 Euro an, wenn er länger als 249 Tage beatmet werden muss. Da bleibt ein Patient zumindest auf dem Papier schon einmal länger unter dem Beatmungsgerät als er eigentlich müsste.

    Hallo, zusammen,


    das Problem ist, dass der MDK die akute Variante davon abhängig macht, dass es sich um einen prinzipiell reversiblen Zustand handeln müsse. Diesen Nachweis haben Sie nach Meinung des MDK nur, wenn Sie eine Normalisierung in der BGA ohne O² nachweisen.

    Andernfalls wird der MDK immer behaupten, dass man ja eine Chronifizierung nicht ganz ausschließen könne und daher nicht zwischen akut und chronisch differenzieren könne, ergo J96.9* kodieren müsse. Das wurde bei uns schon so weit getrieben, dass die J96.00 bei einem Patienten mit entsprechender Klinik und heftigen BGA-Veränderungen auch beim pH verweigert wurde, weil wir vor dem Ableben keine BGA mit Normalisierung der Werte mehr nachweisen konnten. Wurde selbstredend zur Klage gegeben. Ausgang noch offen, aber ich bin optimistisch.

    In der Summe ist die Differenzierung zwischen akut und chronisch immer nur in der kombinierten Wertung von BGA, Anamnese und klinischem Zustand zu treffen. Die MDK-Schemata sind da nicht immer zutreffend.


    Grüße

    AnMa

    ... und leider fand die aktuelle FAQ des DIMDI zum Transport bei neurolog. Komplexbehandlung keinen Eingang in die Klassifikation. Hoffen wir mal auf die Endversion, sonst geht die Diskussion ewig weiter, da die FAQs ja nicht rechtsverbindlich sind.


    Grüße

    AnMa

    Andere Diagnose, ähnliche Frage, daher hänge ich mich mal hier dran:


    Anamnese: Pat. klagte seit ca. 30 Minuten über Sprachstörungen mit Wortfindungsstörungen, Kopfschmerzen. Vor der Sprachstörung rechtes Auge mit Flimmern, nur passager. Bei Aufnahme RR 243/138 mmHgPat. kommt unter dem Verdacht auf eine TIA auf die Stroke Unit, Beginn Komplexbehandlung. Allmähliche Besserung der Symptome unter Urapidil.

    Arztbrief: Unter Berücksichtigung der Untersuchungen, des neurologischen Befundes und des Verlaufes gehen wir von einer Hypertensiven Krise mit Encephalopathie aus.


    Wir kodierten die Hypertensive Enzephalopathie und die 8-981.0, weil ja Initial der Verdacht auf eine TIA bestand.


    Gibt es Erfahrungen mit Verdachtsdiagnosen als Begründung für den OPS?


    Grüße

    AnMa

    Liebes Forum, liebe Kinderärzte,


    was versteht man unter dem Begriff "Schädigung" im Zusammenhang mit P04.1.

    Ich habe darunter bisher immer eine dauerhafte Schädigung des Kindes verstanden.

    Würde eine kurzzeitige Hyperexzitabilität und erniedrigte O2-Sättigung bei Sertralin-Einnahme der Mutter darunter fallen? Ich habe gelesen, dass dies mitunter nicht als Toxizität, sondern auch als Entzug verstanden werden werden kann. Dann müsste man es vermutlich mit P96.1 kodieren?


    Für fachliche Unterstützung dankt

    AnMa

    Hallo, Anyway

    Nebenbei bemerkt: KAIN und INKA sind in der Praxis eigentlich so überflüssig wie ein Kropf...

    ... sind sie meines Erachtens nicht. Seit Anfang 2017 streiten wir deutlich seltener mit den Kostenträgern über Fristen und die Flugdauer von Brieftauben.


    Grüße

    AnMa

    Liebes Forum,


    ich möchte meine Frage vom 14.12. präzisieren:

    Welches Stadium der CNI wird im aktuellen Fall 09/2016 kodiert, wenn die uns bekannten eGFR-Werte seit > 1 Jahr zwischen mehreren Stadien schwanken (2015 eGFR 49, 8/2016 eGFR 32-44, aktueller Fall in 9/2016 eGFR 24-26) . Zusätzlich besteht in den gleichen Fällen stets ein pathologisches Urinsediment i.S. der KDIGO-LL. Albumin im Urin ist normal.


    DANKE

    AnMa

    Liebes Forum,


    bei der Stadieneinteilung und Kodierung der N18* haben wir uns bisher nach der eGFR im jeweiligen Aufenthalt gerichtet, vorausgesetzt die eGFR ist länger als 3 Monate pathologisch vermindert. bei höhergradigen Stadien werden wir in letzter Zeit des Öfteren mit folgender Argumentation konfrontiert:

    Zwar liegen die eGFR-Werte im aktuellen Aufenthalt im Stadium 3, jedoch zeigen die Werte der letzten Jahre schwankende Werte, zuletzt 2015 im Stadium 2. Die Chronizität ist damit nicht nachgewiesen.

    (Anm: vor 2015 hatte der Patient schon mal Werte im Stadium 3)

    Fachfrage an die Internisten im Forum: ist diese Aussage korrekt? Aus der Definition der Chron. Niereninsffizienz kann ich das so nicht herauslesen, dort bezieht sich die Chronizität nur auf den Oberbegriff der CNI, nicht aber auf die Stadien.

    Anders gefragt: welches Stadium der CNI wird kodiert, wenn die Werte zwischen mehreren Stadien schwanken.


    Für Aufklärung dankt

    AnMa

    Hallo, AO85


    auch wenn in der G-BA-Richtlinie erst ab 2018 explizit auf das Entlassungsdatum als Zuordnung zum Erfassungsjahr abgestellt wird, so wird es sich wohl auch 2017 um das Entlassungsdatum handeln, denn es könnte ja Fälle geben, die am 30.09. aufgenommen werden, aber nicht bis zum 15.11. entlassen sind.


    Ich lasse mich gerne korrigieren, aber so handhaben wir es.

    beste Grüße

    AnMa

    Hallo, Forum,


    obwohl es mir nicht um die ICD, sondern um den OPS geht, hänge ich mich mal hier dran.


    Folgende Situation:
    Z.n. Plattenosteosythese einer Acetabulumfraktur mit posttraumat. Coxarthrose und Verdacht auf Infekt bei einliegendem Osteosythesematerial.


    1. OP: Materialentfernung, Schaffung einer Girdlestone-Situation und Einbau eines Spacers


    2. OP nach Nachweis der Infektfreiheit: TEP


    Meine Frage ist, ob man bei der ersten OP neben der 5-787* die 5-829.2 und 5-829.9 gemeinsam kodieren darf. Stichwort ist die sog. Monokausale Kodierung. Ich kann einen Spacer ja überhaupt erst einbringen, wenn vorher der Hüftkopf reseziert wurde.


    Bin gespannt
    Grüße
    AnMa

    Hallo, Ricco,


    Für die Diagnosestellung müssen Sie die Hinweise in der ICD10 beachten, da sind sich auch SEG4 und FoKa einig.
    Ernährungsmediziner/-berater hören in ihren Seminaren oder von Firmenvertretern manchmal, dass auch andere Kriterien wie BMI und/oder NRS gelten. Dies mag ernährungsmedizinisch nicht falsch sein, jedoch für die Kodierung gelten die in der ICD-10 aufgeführten Definitionen.
    Im Rahmen des Vorschlagswesens zur ICD 10 wurde schon mehrfach versucht, eine Anpassung der Definition zu erreichen, bisher ohne Erfolg....


    Grüße
    AnMa

    Hallo, Kodierer1704,


    unabhängig vom Beitrag von Ganss: das Problem ist mittlerweile weniger die Tatsache, dass die Inhalte von §115b SGB V nicht erfüllt sind, sondern vielmehr die BSG-Rechtsprechung, die in mehreren Urteilen klargestellt hat, dass vorstationär kein Ersatz für vertragsärztliche Tätigkeiten ist. Sie müssen demnach als KH prüfen, ob alle Möglichkeiten der vertragsärztlichen Diagnostik ausgeschöpft wurden, bevor Sie an vorstationäre Abrechnung denken, Einweisung hin oder her. Nur weil ein ambulanter Urologe in seiner Praxis keine Stanzen macht, obwohl er es könnte, erlaubt Ihnen nach BSG noch nicht die vorstationäre Behandlung. So argumentieren mittlerweile viele Kassen mit dem BSG im Rücken.


    Grüße
    AnMa