Beiträge von merguet

    Der Fokus der Prüfungen könnte also 2020 ff auf Kodierung liegen und dazu gibt es gute Möglichkeiten, die Prüfquote zu beeinflussen.

    Hinsichtlich der Festlegung verbindlicher Kodierstandards vor Ort und eines Lerneffekts haben wir gute Erfahrungen mit Begehungen gemacht. Anstatt immer die gleichen Schwarz-Weiss Stereotypen vorzutragen und sich vor dem „Feind“ abzuschotten, kann für beide Seiten ein Blick über die Wagenburg hinaus interessant und vertrauensbildend sein.

    Sehr geehrter Herr Breitmeier,

    das ist m.E. nicht zu erwarten. Die VWD-Prüfungen machen je nach Haus derzeit 60-80% der Quote aus. Echte Kodierfragen sind heute eher noch Interpretationsfragen. Mir kann doch keiner Erzählen, dass es zu systematischen Überkodieren kommt.

    bei den Kodieraspekten habe ich bereits auf die Lücken hingewiesen:

    Zahlreiche Leistungen werden derzeit strittig gestellt. Diese Leistungen sind korrekt kodiert, sind aber systematisch strittig. Keines der Grundprobleme ist gelöst, stattdessen wird zur Streichung der Leistung noch eine Strafe fällig.


    Mein Problem ist, das zeigt diese Diskussion, dass die Neuregelung in keiner Weise geeignet ist, Frieden herzustellen und das gegenseitige Vertrauen wieder zu errichten.


    Die Politik müsste statt der Regelungswut einen klaren Auftrag zur Beilegung strittiger Themen erteilen. Immerhin ist ein Ansatz der Auftrag an die Schlichtung, die strittigen Fragen zwischen SEG5 und FOKA zu befrieden. Danach bleiben echte Kodierfragen vll. übrig. Solange aber ein Großteil der Fragen undefiniert und ungelöst bleibt, kann man nicht zufrieden sein.


    Zu lösen:

    ATK und PTK mit einem Preis

    Abrechenbarkeit und Regeln für Event-Recorder

    Umgang mit Leistungen, die ambulant nicht verfügbar sind, stationär aber nicht erbracht werden dürfen (Rituximab, Infliximab, Phototherapie, Stammzellspende etc.)

    Abschaffung der UGV

    Definition von Kriterien für Teilstationäre Dialysen

    Verpflichtung des MDK zur Vorab-Indikationsprüfung von OLU und NUB

    Abschaffung der 300 Euro auf beiden Seiten (wer mich hier verfolgt, weiß, dass ich die AP seit Anfang für Unsinn halte)
    Vernünftiges und geregeltes Widerspruchsverfahren, um einmaligen Schnellschüssen bei der Begutachtung etwas sinnvolles zu entgegnen.

    Ideal wäre auch ein Eindampfen der DRG, ohne Rücksicht auf Heimigs R2


    All das könnte zur Befriedung und dem Einreißen von Mauern beitragen. Wird aber trotz immer wiederkehrender Forderungen nicht gemacht. Es ist mir schlicht unverständlich.


    Stattdessen: Neue Regelungswut, Meldeketten, Verwaltungsaufwand, Gezänk um Quoten und das ganze wird unweigerlich zu mehr, nicht zu weniger SG-Verfahren führen. Das schlimme daran ist, wieviel Kraft das bindet. Auf allen Seiten sind ehemals klinisch tätige Mitarbeiter damit befasst, ein absurdes System immer mehr zu verwalten und nicht mehr zu gestalten.


    Gruß


    merguet

    Sehr geehrte Diskutanten, insbesondere Herr Breitmeier,

    Zitat

    Dazu haben es die Kliniken ab 2021 selber in der Hand, ihre Prüfquote weiter auf 5% zu senken.

    Mit Verlaub: Das ist unmöglich.

    Es ist völlig klar, dass die OGV-Prüfungen immer sozialrechtliche Aspekte mit berücksichtigen. Ein bis zwei Tage gehen doch immer. Das wissen alle Beteiligten. Die Frage der Anschlussversorgung kommt hinzu. Wir alle wissen, dass die nicht immer zu gewährleisten ist. Wir können die Patienten nicht an den Dorfbrunnen schieben.

    Dies wird insbesondere in der zähen Diskussion um die Versorgung psychiatrischer Patienten eine wesentliche Rolle spielen.

    Man stelle sich vor: Das KH behandelt um den Patienten zu schützen, weiter, findet keine geeignete Einrichtung, muss sich den Aufenthalt zusammenstreichen lassen und Strafe zahlen: absurd.


    Ähnliches gilt für die UGV: Schon aus logistischen Gründen kann die Aufnahme nicht erst am Tag der Handlung passieren. Für einen Großteil der Patienten mag das gehen, aber eine Aufnahme von 8-10 Interventions-Patienten des HKL am Morgen der Intervention (zwischen 6 und 8 Uhr) ist faktisch nicht machbar, abgesehen davon, dass das auch viele Patienten überfordert, die Autobahnen nicht mitspielen usw.

    Seit Jahren schwebt mir vor, dass man die UGV-Abschläge in das System einpreist und damit die Diskussion um 40-50% der Fälle schlagartig löst.


    Die Problematik der Apherese-TK ist auch nicht lösbar. Für die Versorgung der Patienten mit Pool-TK stehen definitiv nicht genügend Spender zur Verfügung. Viele Kliniken können nur ATK verwenden. Die meisten Patienten werden auffällig. Auch wenn man Poll kodiert (was praktisch eigentlich nicht erlaubt wäre) oder Pool abrechnet (als wirtschaftlichere Alternative) streicht der MDK die Leistung. Zwar mit dem Hinweis auf die wirtschaftlichere Alternative aber auch mit dem Hinweis: Wurde nicht gemacht.

    Die einfachste Lösung kann vom InEK nicht gemacht werden und müsste politisch verordnet werden: Einheitlicher Preis, meinetwegen der niedrigere. Dann wäre das Gezänk weg.


    Hinzu kommen die ganzen Leistungen, die vom MDK systematisch strittig gestellt werden, für die es aber keine Alternative gibt. Hier kann man die Leistung nur einstellen, sonst wird man auffällig. Damit sägt man aber an der Versorgung. Wir als Maximalversorger kommen aus der Nummer nicht raus.


    Weiter: Das ganze Gezänk um die NUB: Kostenträger weigern sich, einfache Vorab-Fragen weiterzuleiten an den MDK. Wir werden mit dem Problem allein gelassen. Ob es sich um eine "erforderliche Behandlungsalternative" handelt, wird dann retrospektiv entschieden.


    Es wäre so einfach, diese Dinge bereits vorab bewerten zu lassen, dann hätten wir das Gezänk vom Bein und alle, inkl. der Patient, wüssten, woran wir sind.


    Das Verbot der Rechnungskorrektur ist ebenso absurd: Es fließen derartig viele Informationen und technische Voraussetzungen in eine Rechnung, dass eine 100% Fehlerfreiheit nie gegeben sein kann. Eine solche Forderung wird im Übrigen an kein System der Welt gestellt.

    Eine Fehlerwahrscheinlichkeit von 1:100.000 gilt in der Industrie als 6-sigma Black Belt Status. Und das bei automaisierter Produktion.


    Eine einzige kommastelle verrückt: Nicht mehr korrigierbar. Das System leitet ein ZE nicht einmal, sondern zweimal aus, Fehler unbekannt: Nicht korrigierbar.


    Allein diese Aspekte reichen mühelos, um die 5% in weite Ferne rücken zu lassen. Wir sind daran nicht schuld und können das auch nicht, oder nur in kleinen Teilen, beeinflussen.


    All das wissen vielleicht nicht die politischen Entscheider, sicher aber die Fachleute auf der Krankenkassenseite.


    Gruß


    merguet

    Es erben sich Gesetz und Rechte

    wie eine ewige Krankheit fort,

    sie schleppen von Geschlecht sich zu Geschlechte

    und rücken sacht von Ort zu Ort

    Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage

    Weh dir, dass Du ein Enkel bist,

    Vom Rechte, das mit uns geboren ist,

    von dem ist leider nie die Frage......

    Guten Morgen,


    nun als noch einmal eine Verschärfung des MDK-Reformgesetzes? So berichtet jedenfalls das Ärzteblatt. Die DKG hat dazu auch schon Stellung bezogen. Die unlängst veröffentlichte positive Einschätzung von Herr Dr. von Schroeders war mir bei allem Respekt ohnehin nicht verständlich, sie dürfte damit sicher überholt sein.


    Die Summe der Zumutungen für die Krankenhäuser sprengt nach meinem Verständnis jedes Maß.


    Strafzahlungen bei Prüfungen bis 10%

    Dies auch bei VWD-Problemen, Herr Baum dazu:

    „Zu berücksichtigen ist außerdem, dass 50 Prozent der Kürzungen darauf zurückzuführen sind, dass Krankenhäuser Patienten in ihrer Obhut belassen und versorgen", erklärte Baum. „Strafe für soziale Verantwortung ist völlig inakzeptabel."

    Keine Rechnungskorrekturen, und seien die Belege noch so eindeutig.

    Massenhafte Strukturprüfungen.

    Verlängerung der Anzeigepflicht für Prüfungen.


    Hinzu kommen:


    Durch PpuG müssen wir Strafen oder Sperrungen hinnehmen

    PPSG würde zwar alles bezahlen, heizt aber nur den gegenseitigen Raubbau an und führt zu den Sanktionen der ppug


    Zu alledem kommt die Rechtsprechung des BSG, deren Tendenz zu lasten der KH nicht mehr verständlich ist. Dies nicht wegen der Sachentscheidungen allein, sondern v.a. wegen der Tatsache, dass zu beinah jeder Sachentscheidung noch eine Exegese kommt, die weitere Probleme aufwirft.


    und Übrigens: Regel Nr. 8 des House of God: Sie können Dich immer noch mehr quälen:


    Hat jemand das EIRD auf dem Schirm ? Ich empfehle einen Blick auf die §§16 und 35.


    Nur weiter so, dann hat sich das mit der von der Bertelsmann-Stiftung ständig vorgetragenen Überversorgung.


    Gruß


    merguet

    Sehr geehrter Herr Breitmeier,


    Ihr Vortrag ist ein herber Vorwurf. Der Stern mag mit seinem Apell in eine prinzipiell richtige Richtung zeigen, dass aber derartige Aussagen zur Beatmung nicht aus einer illustrierten Wochenzeitung hinreichend ableitbar sind, sollte ebenso selbstverständlich sein.


    Die DKG hatte zur der Diskussion schon verhalten. Man müsste das noch einmal beim statistischen Bundesamt erfragen. Aber eine hinreichende Evidenz dazu, dass beim Cutoff von 96Stunden eine signifikanter Sprung wäre, fehlt.


    merguet

    Guten Morgen,


    ich kann das für den psychiatrischen Bereich sicher schlechter benennen, aber auch da fallen mir Argumente ein, z. B. die Begründung einer stationären Behandlung, deren Notwendigkeit sich mit dem Scheitern ambulanten Vorgehens in der Vorgeschichte begründet.

    In der Somatik fallen mit zahlreiche Beispiele ein:

    Die Frage nach der HD bei fortgeschrittenen TU-Erkrankungen,

    die Frage nach Antikörpern aus der Serologie bzw. Transfusionsmed. zur Begründung patientenspezifischer Transfusionen

    Der Verlauf von Kreatinin-Werten bei chron. Niereninsuffizienz

    Die im Voraufenthalt bestimmte EF zur Begründung von Euro-Score Werten bei interventionellen Verfahren

    Histologie- oder Pathologie-Befunde aus Voraufenthalten bei TU-Erkrankungen

    usf.


    Gruß

    merguet

    Foristen,

    wie in jedem Jahr hier die Tabelle mit Zusatzentgelten mit Codes und Handelsnamen, von knapp über 400 im Jahre 2005 inzwischen angewachsen auf knapp unter 4000.


    Ich habe versucht, Pflegerelevante ZE in der Spalte neben den Entgelten zu kennzeichnen, ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit.


    Ich bitte um Fehlerkorrekturen und Anregungen für den Fall dass...


    Gruß


    merguet