Beiträge von merguet

    Guten Tag,

    dem Vernehmen nach beinhaltet das ZE ca 30% nicht-Pflegekosten. Die sollen dann wohl erhalten bleiben (1/3 Erlös bei gleichem Aufwand). Die restlichen Erlösanteile werden in die Pflegekosten ausgegliedert. Das hat den Vorteil, dass Ihnen der MDK nur noch 30% der Erlöse strittig stellen kann, allerdings den Nachteil, dass der Aufwand noch schwerer vermittelbar ist.

    Das Split-Kriterium kommt natürlich hinzu.

    Gruß

    merguet

    McClane,

    die Zahl der Auseinandersetzungen vor Gericht wird vermutlich nicht sinken. Ggf. in der Menge des SG-Verfahren, kompensiert aber durch Interpretationsfrage wie die Ihre. Es ist ja gerade das umstrittene, dass die Quoten nicht am finalen Ergebnis, sondern an der Meldung der auffälligen Befunde festgemacht werden.

    In der Medizin wäre das so, als würde die Epidemiologie nicht auf die tatsächlich gefundene Pathologie, sondern auf die Erstbefunde abgestellt.

    Eine Klärung der Dissens-Gutachten gelingt oft erst nach Jahren, insofern ist jeder andere Weg auch nicht praktikabel. Inwieweit eine nachgelagerte Einigung mit den Kassen gelingt (die ja vor einer SG-Beauftragung auch gefordert wird), und inwieweit diese dann die Quote korrigiert, bleibt spannend.

    Gruß

    merguet

    Selbstverständlich haben wir ähnliche Probleme. Die Notfallbehandlung ist ein reicher Fundus für absurde Ablehnung der Finanzierungsverantwortung. Eine systematische Bearbeitung lässt sich kaum entwickeln, da gerade in der NF-Behandlung die individuelle Situation des Patienten sehr im Vordergrund steht.

    Gruß


    merguet

    Guten Morgen,


    halten wir zunächst fest: Das Verhalten dieser Kassen (es sind derzeit 2) ist zum Erbrechen.

    Die Erweiterung des PA kann jederzeit eigenständig durch den MDK erfolgen. Warum auch nicht. Insbesondere bei groben Fehlern ist das auch nachvollziehbar. In den seltenen Fällen, bei denen das zugunsten des KH ausgeht, müsste das einfach akzeptiert werden.

    Ältere MDK Gutachten vertreten übrigens nicht selten die Auffassung, dass zu jeder Prüfung einer sek. FB bei OGV-Überschreitung immer eine orientierende Prüfung der DRG gehört, da sich u.U. mit einer geänderten DRG auch die Liegedauer ändert.

    Derlei Regeln sind (glücklicherweise) im Detail nicht festgeschrieben.


    merguet

    Guten Morgen,

    laut OPS ist der Harnstoff in g/l resp. also mg/dl anzugeben und NICHT in mmol/l. Oder haben Sie in mmol / l gerechnet?

    Die Klage wird leicht gewonnen. Ggf. noch mal mit dem MDK reden, um zu erfahren, wie die auf ihre Bewertung kommen?

    Gruß

    merguet

    Guten Tag,


    nun also: B 1 KR 13/18 R


    Zitat

    Der Senat hat auf die Revision der beklagten KK die vorinstanzlichen Urteile aufgehoben und die Klage auf Zahlung weiterer 9150,41 Euro Vergütung nebst Zinsen abgewiesen. Der Kläger durfte die Zeit der Therapie mittels High-Flow-Nasenkanüle (HFNC) nicht als Beatmungszeit und damit nicht mehr als 95 Beatmungsstunden kodieren. HFNC ist keine maschinelle Beatmung im Sinne der maßgeblichen Kodierregel DKR 1001h. Diese setzt voraus, dass der Patient intubiert oder tracheotomiert oder bei intensivmedizinischer Versorgung die Beatmung über ein Maskensystem erfolgt, wenn dieses an Stelle der bisher üblichen Intubation oder Tracheotomie eingesetzt wird. Die Therapie mit HFNC erfüllt keine dieser Voraussetzungen. Sie appliziert über die Nasenbrille mit Schläuchen (Nasenkanülen) einen kontinuierlichen Luftstrom in die Nasenlöcher, der in den Nasen-Rachen-Raum geleitet wird. Die Beatmung des Versicherten mittels HFNC wird auch nicht dadurch einer maschinellen Beatmung gleichgestellt, dass nach der Kodierregel "zusätzlich ein Kode aus 8-711 (…) anzugeben" ist, wenn bei Neugeborenen und Säuglingen eine maschinelle Beatmung erfolgt. Die Beatmung des Versicherten mittels HFNC ist entgegen der Rechtsansicht des LSG auch nicht als Entwöhnung einzubeziehen. Das LSG hat nicht festgestellt, dass die tatsächlichen Voraussetzungen einer Entwöhnung erfüllt waren.

    Auch hier waren die KH offenbar mal wieder im Irrtum.


    Gruß


    merguet

    Guten Morgen rokka,


    nicht so schlimm? Hier wird ein vermutlich eigenes Überwachungsprotokoll gefordert:

    1. Dokumentation mittels Überwachungsprotokoll (Kreislaufparameter,

    Drainagemenge)


    glauben Sie, der MDK gibt sich auf dieser Basis mit den Kurveneintragungen zufrieden?


    2. Dokumentation einer geeigneten Fixation der Drainage (z.B. mittels Naht)


    Wenn diese Dokumentation nicht erfolgt, erwähnt also der Operateur / Intensivist nicht die Naht --> busted?


    3. Dokumentation der Art des verwendeten Drainagesystems


    Was geht das irgendeinen im Rahmen der Abrechnung an? Was hat das hier zu suchen? Mag allenfalls medicolegal interessant sein.


    4. Mehrtägiger Verbleib der Drainage und / oder mehrfache Drainage über

    dasselbe System und / oder Drainage über mehrere Stunden.


    Das noch das selbstverständlichste.


    Ihre Auffassung, dass damit die Drainage durch eine Kanüle ausgehebelt werden soll, halte ich für zu optimistisch. Alle Erfahrung mit dem MD zeigen, dass stur nach Kriterien geprüft wird.

    Mit geht es zudem darum, dass ich es für einmalig halte, dass der MDK Struktur- oder Prozesskriterien festlegt, und seien es auch noch so umschriebene.


    Gruß


    merguet

    Guten Morgen,


    für mich wird in dieser Konstellation ein viel tiefer liegendes Problem deutlich.


    Das Richterrecht stellt einen Sachverhalt fest, der damit nach unserer bisherigen Erfahrung Gültigkeit hat. Wie in anderen Urteilen wird damit unter Umständen eine Interpretation festgeschrieben, hier ausschließlich aus rechtlicher Sicht. Es ist zwar kein BSG-Urteil, aber als LSG Urteil nicht zur Berufung zugelassen und mithin zunächst maßgeblich.


    Dem widersprechen diametral Experten, hier aus der SEG. Ob es Zufall ist oder ein Manifest, dass die Veröffentlichung der SEG am gleichen Tag wir die des LSG-Urteils erfolgt, sei dahin gestellt.


    Hält sich das KH an die Experten, verstößt es gegen Richterrecht. Hält es sich an Richterrecht, wird der MDK die Kodierung strittig stellen.

    Das zeigt einmal mehr, dass eine "richtige" Kodierung vorläufig unmöglich ist. Die Kassen, die gerne das Richterrecht für sich nutzen und dann Rückforderungen über Jahre stellen (Zitat aus einem Brief einer Gesundheitskasse: "Mit erfrischender Klarheit hat das SG xy festgestellt, dass...…. Wir fordern Sie daher auf für die nachfolgend gelisteten Patienten (Patientenliste)….usw.") werden ein solches Urteil des LSG ignorieren, wenn der MDK eine für sie passende Argumentation aufbaut.


    Die "falsche" Kodierung soll nun aber mit Sanktionen bewährt werden. Die Quoten berechnen sich auch aus derartigen Konfliktsituationen. Daher eignet sich diese Konstellation in meinen Augen besonders gut, um das Dilemma zu beschreiben.


    Gruß


    merguet

    Guten Morgen,


    hatte ich im Nachbarforum auch....


    Ich halte KDE 596 für höchst bedenklich:


    Aszitespunktion und Drainage....


    Folgende Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein:

    1. Dokumentation mittels Überwachungsprotokoll (Kreislaufparameter,

    Drainagemenge)

    2. Dokumentation einer geeigneten Fixation der Drainage (z.B. mittels Naht)

    3. Dokumentation der Art des verwendeten Drainagesystems

    4. Mehrtägiger Verbleib der Drainage und / oder mehrfache Drainage über

    dasselbe System und / oder Drainage über mehrere Stunden.


    Wie kommt der MDK dazu, hier "Mindestmerkmale" zu definieren, die nicht aus den Regelungen hervorgehen? Das hat in meinen Augen eine neue Qualität. Es mag ja noch angehen, dass der MDK bestehende Strukturmerkmale interpretiert, aber dass nun eigene vorgegeben werden? Sofern in der Kurve die Drainage benannt ist und wir bspw. Bilder zeigen können, wozu sollte dann das da gut sein?


    Gruß


    merguet