Beiträge von merguet

    Guten Morgen,

    bei eindeutigen Befunden, d.h. Klinik + niedrige SatO2 dürfte die Forderung nach einer BGA auch gerichtlich ins leere laufen. Die Sauerstoffbindungskurve ist da eindeutig. Um einen niedrigen pO2 festzustellen, müsste man den Patienten quälen durch art. oder kap. BGA, was sich häufig verbietet (insb. bei Kindern). Allerdings ist das bei grenzwertigen Sättigungen im Bereich von z.B. 92% sicher nicht richtig sattelfest.

    Eine Unterschreitung von 90% (zumal mehrfach) im Verbund mit einer Beschreibung der Klinik muss m.E. ausreichend sein.

    Gruß

    merguet

    Guten Morgen,

    was auch immer genutzt wird, im Gesetz steht, dass der Austausch der Daten ab 2021 ausschließlich elektronisch zu erfolgen hat.

    Der MDK versendet mit den Unterlagen dazu ein Addendum zur Auftragsdatenverarbeitung, dass von unseren Juristen und Datenschützern als unbedenklich bewertet wurde.

    Die Zugangskontrolle ist über eine 2- Faktor Authentifizierung zumindest erschwert.

    Den Umgang mit den Daten in der Hand des MDK liegt in dessen Verantwortungsbereich. Auch jetzt haben dem MDK schon Kopien oder elektronische Abzüge von Patientendaten vorgelegen, für deren Datensicherheit dieser verantwortlich war. Die dazu genutzten Transportmedien und -wege (Datenträger, Papier, Postweg, Daten auf Laptops des MDK etc.) waren nicht besonders abgesichert.


    Die Unsicherheit dürfte jedenfalls kleiner als beim (Einzel-) Versand von Papier, CDs, Sticks oder ähnlichem sein.

    In diesem Zusammenhang erinnere ich mich daran, dass ein großer, zentral arbeitender MDK im mittleren Westen in Deutschland jahrelang eine Unzahl von Prüfungen abgelehnt hatte, weil angeblich keine Daten da waren, bis alles nur noch per Einschreiben Rückschein lief. Auch das schien mir wenig sicher.


    Der upload auf eine zentrale Plattform mag zu einer Kanalisierung der Wege beitragen. Wir werden mit dem System in den kommenden Wochen beginnen. Leider scheint im Wesentlichen auf diese uplaod-Funktion begrenzt zu sein. Liste über offene Vorgänge oder fehlende UL sind bislang offenbar nicht möglich, auch die Lieferung von Daten zu älteren Fällen ist wohl nur mit Mühe möglich.


    Den Austausch von Daten über DTA aus dem KIS halte ich für bedingt realistisch. Bei dezentraler IT-Struktur und fotografischen E-Archiven kommen eine Unzahl von Dokumenten zusammen, die (mein bisheriger Rekord) schon mal an 2 GB erreichen können.


    Derartige Daten über den DTA zu versenden scheint mir momentan noch aussichtslos.


    Gruß


    merguet

    Guten Morgen,


    der nachfolgende Satz kann als Blaupause der Arbeit des GBA genommen werden:


    Zitat

    Der Beschluss sei vom GKV-Spitzenverband und dem unparteiischen Vorsitzenden des G-BA getroffen worden, gegen die Stimmen der Ärzte, Zahnärzte und der Krankenhäuser, hieß es von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Das Beschlussgremium des Bundes­ausschusses ist mit drei unparteiischen Mitgliedern, fünf Vertretern der Kranken­kassen und insgesamt fünf Ärzte- und Klinikvertretern besetzt.


    Dies ist seit Jahren die Realität. Dass die Ärzteschaft, von den Pflegenden ganz zu schweigen, dort keine Stimme hat und dass die Situation immer mindestens 5:5 (bestenfalls) ausgeht, ist das Problem seit Jahren.

    Der Druck, der dadurch auf das Gesamtsystem ausgeübt wird, ist derzeit vorübergehend gelockert, er wird mit doppelter Wucht nach der Corona-Krise wieder angezogen werden.


    Gruß


    merguet

    Guten Tag,

    der Fibrinogenmangel ist mit D65.0 zu kodierten.
    Voraussetzung ist allerdings entweder eine pathologischer Fibrinogenwert oder eine eindeutig pathologische FIBTEM -Analyse.

    Streitbefangen ist das bei uns regelmäßig dann, wenn es mehrere FibTEM Werte gibt, deren Tendenz eindeutig nach unten zeigt, deren schlechtester Wert allerdings noch nicht hochpathologisch ist.

    Hier kann allerdings nicht die Karte gezogen werden, dass durch Prophylaxe vermiedene Zustände nicht zu kodieren sind.

    Bei Fibtem 18- 15 - 12- 10 ist der Fibrinogenmangel bereits klar. Greift man nicht ein, besteht die Gefahr einer DIC.


    Sofern aber bei einer Blutung mit normalen Fibrinogen-Werten nur prophylaktisch Fibrinogen gegeben wird, dürfte die Kodierung schwierig werden (Beispiel 2).

    Im Beispiel 1 liegt ein eindeutig pathologischer Wert bereits vor. Hier war der Streit lange, ob der Code D65.0 nur bei Afibrinoginämie oder auch bei Hypofibrinogenämie zu verwerten ist. Das ist aber hiesig inzwischen geklärt, da das alphabetischer Verzeichnis sich hierzu eindeutig verhält.


    Gruß

    merguet

    Moin,

    soeben erhalte ich eine Liste mit 778 Fällen, die dem MDK wegen der ausgefallenen Begehungen zu liefern sind.

    778 Fälle an einem Tag.

    Das wird immer unmöglicher.

    Gruß

    merguet

    Moin,

    ja das ist so zu befürchten. Der MDK muss das tun (PrüfVV). Die Kassen müssen das tun (BVA). Die Krankenhäuser müssen das tun (sonst: fehlende Mitwirkungspflicht). Damit hört der Blödsinn nicht auf. Es muss also erst in einer Gesundheitskatastrophe demaskiert werden, wie unsinnig der die Gegenseitige Hochrüstung und der fortwährende Regelungskleinkrieg ist, wenn es doch eigentlich um die Versorgung von Menschen geht.

    Gruß

    merguet

    Moin,


    bislang weitere 12 Listen für die 15. und 16. KW, damit sind wir jetzt in diese beiden Wochen bei 700 Fällen.

    Spahn baut einen (zu kleinen Fallschirm) und die Kassen säbeln an den Leinen.

    Zurückziehen der PA? wäre ja auch mal eine Idee. Wird das BVA aber vermutlich nicht zulassen.


    Sagenhaft.


    merguet

    Ich habe die Verbände durchaus auch informiert.

    Selbst wenn wir dank Berlin ab 1.4. nur noch 5% Püfquote haben: Unsere Begehungen bilden derzeit den Stand August-Oktober ab.

    Das ganze Theater würde also noch 1/2 Jahr weitergehen.

    Gruß

    merguet

    Guten Morgen,


    nur mal so als kleiner Eindruck: Während in unserer Uniklinik Intensivstationen ausgebaut und Beatmungsmöglichkeiten erweitert werden, Personal aus allen administrativen Bereichen bereitsgestellt wird, Notschulungen stattfinden, während Stationen aus und umgebaut werden zu Isolationszwecken, während Zelte aufgestellt werden für prophylaktische Isolationen usw usw. erreichten mich heute von 07:14 Uhr bis nur jetzt 22 Begehungslisten für die 16. und 17. KW, das entspricht ca. 440 Prüffällen.

    Das ist zwar die Fortsetzung des normalen Geschäftes (wenngleich als Telefonkonferenz), erscheint aber vor dem Hintergrund der realen Probleme immer mehr völlig absurd.


    Gruß


    merguet