Beiträge von merguet

    Guten Morgen,

    ich greife diesen Thread auf mit einem vermutlich trivialen Problem, für dass ich keine Lösung finde und bitte um Rat der Experten:


    Rad. Befund:

    Zitat

    "Fraktur des Ramus inferior ossis pubis beidseits am Übergang zum Acetabulum, die acetabuläre Gelenkfläche zeigt sich jedoch intakt . Geringfügig dislozierte Frakturen des Ramus inferior ossis pubis beidseits . Fraktur des Os sacrum links mit Einstrahlen ins Neuroforamen S1 "

    OP:

    Zitat

    Platzierung einsr 7.3 mm Ileosacral-Schraube. Hierbei wrd darauf geachtet, dass die Schraube streng im WK S1 zu liegen kommt

    Kode: 5-83b.20 OS WS Schraube: 1 Segment.


    Kostenträger fordert: 5-790.0d geschlossene Repos. ... OS. Schraube Becken, da es sich um eine Beckenringfraktur handelt.


    Was ist korrekt?


    Ich bitte um Unterstützung


    merguet

    Guten Morgen, besonders guten Morgen an Herrn Sommerhäuser und die anderen Admins,


    an dieser Stelle von mir den herzlichsten Glückwunsch und meine Anerkennung für Ihre unermüdliche Arbeit. Ohne diese müssten wir alle sicher sehr viel länger nach Antworten in vielen Einzelfragen suchen, kennten die Gerichtsurteile und die Äußerungen der Systembeteiligten später und müssten die Neuerungen im System mühselig selbst zusammenstellen.

    Auch wenn das Forum jetzt 18 ist wünsche ich mit doch auch weiterhin Ihre strenge Aufsicht, die das Ganze so seriös und vorbildlich macht.


    Herzlichen Dank von


    merguet

    Moin,


    das Schwärzen von Akten ist eine beinahe unlösbare Aufgabe. Erfahrungen dazu haben wir im Schlichtungsausschuss auf Landesebene gesammelt. Hier mussten nicht nur die Patientendaten, sondern auch noch alle Hinweise auf das KH und die beteiligten Personen geschwärzt werden. Dauerte Stunden.Kopien von Papierakten zu schwärzen gelingt faktisch nicht, da die Typen durchscheinen, wie man das ja auch bei veröffentlichten Urteilen immer wieder sieht. Der Ausweg ist dann tatsächlich TippEx oder überkleben. Die digitale Radierung von .pdf ist extrem zeitaufwändig. Die Wahrscheinlichkeit dass man einzelne Eintragungen übersieht, ist maximal. Im Übrigen ist die Definition des sensiblen fast unmöglich. Sensibel wäre ja dann alles, was dem Kostenträger nicht ohnehin aus Sozialdaten ,Gutachten, Strukturprüfungen u.ä. bekannt ist bzw. sein muss. Wer will das filtern. Außerdem wären ja gerade diese Aspekte im Falle einer gutachlichen Stellungnahme durch einen med. Fachgutachter sämtlich beachtlich.

    Man stelle sich das bei einem Intensivverlauf von mehreren Wochen vor. Die Forderung ist völlig naiv und abwegig.


    merguet

    Guten Morgen,

    die Frage, ob die IMKB verschlüsselt werden kann, hängt nicht vom Namen der Station und auch nicht vom shade of grey ab, sondern m.E. einzig von der Gegebenheit der Strukturvoraussetzung und von der Frage, ob der Patient tatsächlich intensiv behandelt wurde. Für letzteres gibt es nach meinem Dafürhalten auf diesem Globus noch immer keine vernünftige Definition. Aus der PpUg ergibt sich aber auch die Frage, ob man noch irgendwem erklären kann, dass man auf einer Station mit IKB personell hinter "Spahn" zurückbleibt.

    Nicht umsonst hatte man die Absicht, vor Ort eine flexible Lösung für deeskalierende Therapien zu schaffen. Wie man dann allerdings die Patienten kennzeichnen will, die keiner Mindestbesetzung bedürfen und wie man das flexibel eingesetzte Personal an den flexibel zu nutzenden Betten berechnet, dürfte Gegenstand komplexer Berechnungen und höchst streitbefangen sein.


    Gruß


    merguet

    Guten Abend,


    noch in dieser Woche (eigentlich schon für Freitag letzter Woche angekündigt) soll das InEK sich dazu äußern. Bisher inoffizielle Vorschläge dazu: Alle IMC und die Stroke sind als Intensiv zu melden.


    Konkretes dazu wird stündlich auf der Homepage des InEK erwartet, bedarf aber dem Vernehmen nach der Abstimmung mit der SV bzw. dem BMG.


    In der Verordnung steht auch, dass solche Stationen zu melden sind, die nur einige von den gesamten Betten als Intensiv betreiben.

    Herr Heimig stellt dazu fest, dass es eine Definition von Intensiv bzw. IMC nicht konkret gibt, diese ist ja auch im Tagesgeschäft umstritten.

    Zu melden sind vermutlich die Stationen auf denen Intensivmedizin betrieben werden kann und zum. teilweise auch wird. Nur für diese Betten kann ja der Schlüssel gelten. Wie man allerdings die Allokation zu den Intensivbetten betreiben soll, dazu gibt es vermutlich keinen sachdienlichen Hinweis. Eine feste Zuordnung von Personen war ja gerade bei flexiblen Stationen nicht gewünscht. Wie man die Umrechnung der Schlüssel hinbekommt, wird sicher Gegenstand jahrelanger Exegesen durch Vertragspartner, Schiedsstellen und Sozialgerichte sein.

    Dazu müssten nämlich die Intenisvpatienten als solche gekennzeichnet sein, wozu es wieder an einer Definition fehlt.


    Immerhin lässt sich die Meldung der Stationen ja offenbar auch im weiteren Verlauf ändern, wenn neuere Definitionen Klarstellungen mit sich bringen.


    Gruß


    merguet

    Guten Abend,

    dafür gibt es eine Reihe guter Gründe: Bei zalreichen Patienten insbesondere nach Voroperationen und bei hoher Myopie zeigt sich im postoperativen Verlauf eine Hypotension u.U. mit Seidel-Effekt, noch häufiger eine Hypertension, die u.U. auch systemischer i.v. Drucksenkung bedarf. Augenkliniker nehmen u.U. eine Parazentese vor, die gerne bei der Kodierung vergessen wird. Zudem sind Operationen am funktionell einzigen Auge bei den oft hochbetagten Patienten ein guter Grund. Ganz zu schweigen von den erheblichen Ko-Morbiditäten der Patienten. Insgesamt bleibt eine Fraktion von ca. 0,3-0,4 der Patienten, bei denen die mindestens 1-tägige stat. Erbringung durchaus indiziert ist. Wie immer ist die Doku das entscheidende.

    Gruß

    merguet

    Guten Abend,


    wenn die Patientin den Befund schon vor Jahren hatte, gibt es wenig Anlass zu der Vermutung, dass sie zwischenzeitlich geheilt war. Versuchen Sie, UL vom Vertragsarzt zu bekommen und versuchen Sie auch, die Kasse zum Einlenken zu bewegen. Die Kasse müsste die Dauerdiagnose aus dem vertragsärztlichen Bereich kennen.

    Wenn Sie den Nachweis vom Vertragsarzt haben, wäre ggf. ein Klageversuch lohnend, da damit die Unsinnigkeit derartiger Diskussionen offengelegt werden könnte.


    Gruß

    merguet

    Guten Tag,

    vorgefertigter Text hin oder her, irgendetwas zum Inhalt, was mit den Daten aus 301 einhergeht wird doch da sein. Wenn die Kasse ihre(berechtigte) Begründung nicht akzeptiert, eignet sich der Fall für eine Klage.

    Irgendwas muss man halt erklären, da sonst die Rechnung laut BSG nicht fällig wird. Wenn dann aber eine Erklärung dort vorliegt, ist die Rechnung gültig und muss beglichen werden.

    Gruß

    merguet

    Guten Tag SKoch,


    zunächst herzlichen Dank und Respekt für den Mut, hier einen anderen Standpunkt auf die TO zu setzen, denn in der Tat sammeln sich in diesem Becken eher KH-Vertreter, alte Diskutanten der Kassenseite streiten hier leider seit langer Zeit nicht mehr mit.


    Ich verstehe Ihre Generalkritik durchaus. Insbesondere bei der Methodenbewertung VOR einer Einführung hinken wir in Deutschland den Erfordernissen weit hinterher, dabei spielt der GBA keine sehr rühmliche Rolle. Und dem dauernd angenommenen wirtschaftlichen Fallsplitting steht die stetig ausgebaute Tendenz entgegen, das ganze Leben zu einem einzigen Behandlungsfall zu erklären.


    Ärger gibt es auf beiden Seiten, am langen Ende wäre es wünschenswert, wenn beide sich weniger bekämpfen und den als nachteilig für die eigene Seite empfunden Aspekten die eigenen auch tatsächlich gegebenen Vorteile gegenüberstellen würden.


    Doch zu einem anderen Punkt: 4 Urteile des BSG haben für die größte Verwirrung gesorgt:

    1. AWP

    2. Die fiktive wirtschaftliche Alternative

    3. Das Geri-Urteil

    4. Das NKB-Urteil


    zu 1. So ärgerlich die AWP an sich ist: Die KTR haben alles versucht, den erfrischend klaren Gesetzeswortlaut anzugreifen und sind damit erfolgreich geworden. Der Rest ist ein volkswirtschaftlicher Wahnsinn. An dem Thema werden sich vermutlich Generationen von Juristen habilitieren können und Gewinner bei dieser Debatte sind allein die Rechtsanwälte.


    zu 2. Damit ist die FPV ausgehebelt worden. Ja, sie mag ihre Schwächen haben und ja, teilweise zum Nachteil der KTR sein, aber es sind auch bittere Pillen für die KH drin. Die FPV wird jährlich in Eierkuchen-Stimmung konsentiert und unterschrieben, und die einzelnen Aspekte werden dann von den KTR bekämpft, bis vor dem BSG Erfolg kommt.


    zu 3. Niemand, wirklich niemand konnte damit rechnen, dass von 2 aktiven Berufsgruppen 4 an Besprechungen teilnehmen müssen. Einzelne MDK-GA sind, nennen wir's mal: sehr streng und erfinden Kriterien, die nicht im OPS stehen.

    Dann wird das vom BSG erneut nicht nach Wortlaut, sondern nach Schutzinteressen des Gesamtsystems entschieden. Und dann entfaltet das Richterrecht noch 4 Jahre Rückwirkung? Damit kann niemand rechnen, das wirtschaftliche Risiko kann niemand planen, so gehen Leistungsbereiche vor die Hunde.


    zu 4. Auch hier konnte niemand mit einem solchen Urteil rechnen. 30 Minuten Transportzeit war jahrelang anerkannter Konsens. Nun setzt das BSG irgendeinen unerfüllbaren fiktiven Entscheidungspunkt davor. Auch das ist strukturell nicht mehr erfüllbar.


    All diese Urteile sind entstanden, weil sich einzelne MDK-Ärzte in der Interpretation von Regeln sehr weit vorwagen und / oder weil die KTR die eh komplexen Regeln abseits der Selbstverwaltungswege sozialgerichtlich bekämpfen. Mein persönlicher Liebling in dieser Debatte war die Frage, ob ein SU-Patient pinkeln gehen darf, ohne dabei die Voraussetzungen einer kontinuierlichen Überwachung zu verletzen. Das hat offensichtlich nichts mehr mit der intendierten Sicherung der Prozessqualität zu tun, sondern dient allein der Zahlungsverweigerung.


    Zuletzt entstand der Eindruck, dass der damit entstehende Kostendruck gezielt eingesetzt wird, um KH-Planung zu umgehen und KH zum Marktaustritt zu bewegen. Dass jetzt die Politik da einen Riegel vorschiebt, ist erst einmal verständlich und erleichternd.


    Für die KTR, die sich eben noch verwundert und vergnügt die Augen über plötzlich mögliche Rückforderungen gefreut haben (die sie so nie zuvor ahnen konnten) und dann (rechtsmechanisch und im Hinblick auf die Kontrolle gegenüber der eigenen Aufsicht zumindest ansatzweise nachvollziehbar) Rückforderungen gestellt haben, ergibt sich jetzt Katerstimmung.


    Dennoch hätte man bei den Massenklagen eben gerade nicht mit der Gieskanne handeln sollen. sondern auch hier die Absicht des Gesetzgebers erkennen können. Viele Kassen haben auf die Massenklage ja denn auch verzichtet.


    Die jetzige zweijährige Rückforderungsfrist entspricht dem Wesen nach der bereits ebenfalls richterrechtlich geregelten Zeitfrist, die KH hatten, um noch Rechnungen aufzumachen (Ende des folgenden Haushaltsjahres).

    Die nächste FPV wird sicher heiß umkämpft, weil dann nämlich dort und damit für alle verbindlich geregelt werden könnte, was im Moment zu oft vor den SG ausgetragen wird.


    Gruß


    merguet