Beiträge von merguet

    Guten Morgen,


    hatte ich im Nachbarforum auch....


    Ich halte KDE 596 für höchst bedenklich:


    Aszitespunktion und Drainage....


    Folgende Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein:

    1. Dokumentation mittels Überwachungsprotokoll (Kreislaufparameter,

    Drainagemenge)

    2. Dokumentation einer geeigneten Fixation der Drainage (z.B. mittels Naht)

    3. Dokumentation der Art des verwendeten Drainagesystems

    4. Mehrtägiger Verbleib der Drainage und / oder mehrfache Drainage über

    dasselbe System und / oder Drainage über mehrere Stunden.


    Wie kommt der MDK dazu, hier "Mindestmerkmale" zu definieren, die nicht aus den Regelungen hervorgehen? Das hat in meinen Augen eine neue Qualität. Es mag ja noch angehen, dass der MDK bestehende Strukturmerkmale interpretiert, aber dass nun eigene vorgegeben werden? Sofern in der Kurve die Drainage benannt ist und wir bspw. Bilder zeigen können, wozu sollte dann das da gut sein?


    Gruß


    merguet

    Moin,

    nein, die Kasse muss nicht die ideale Leistung bezahlen, sondern die wirtschaftliche. Abweichungen vom Ideal müssen i.d.R. medizinische Gründe haben. Organisatorische Gründe sind unser Bier. Mit Ausnahmen. Es gibt m.E. ein sehr altes SG-Urteil, dessen AZ ich leider nicht kenne. Damals wurde klargestellt, dass ein KH nicht immer alle Notfallkonstellationen ausschließen kann, und dass das dann ggf. einen weiteren Tag rechtfertigen könnte. War aber nach meiner Erinnerung Anfang der 2000er Jahre und dürfte durch die restriktive neuere Rechtsprechung längst obsolet sein. Sie müssten zumal nachweisen, welche konkreten Umstände die Unmöglichkeit der OP am konkreten Tag verursacht haben. Je mehr OPs oder Interventionen sie haben, umso schwerer dürfte es sein, den konkreten Fallbezug klar zu belegen.

    Zumal Sie damit i.d.R. nur einen Tag retten könnten.

    Entscheidend aber dürfte in Ihrem Fall die eigene Feststellung sein, dass die Kasse recht hatte. Vermutlich war es eine Kombination aus einem wenig komplexen Fallgeschehen und der OGV-Überschreitung. Hätte der GA etwas anderes gefunden, wäre ja die Fragestellung auch widerlegt worden.


    Gruß


    merguet

    Guten Tag


    Zitat

    Die MDK Gutachten sind nur noch Makulatur

    Das Urteil ist ja erfrischender Weise sehr auf die Einzelheiten eingegangen. Die Auseinandersetzung in der Sache ist bestechend detailreich und unterscheidet sich von der Wikipedia-Zitiererei, die gelegentlich zu finden ist, wohltuend.

    Dennoch wurde ein sehr spezieller und konkreter Einzelfall bewertet. Hier wäre, sofern das rechtskräftig wird, bei vergleichbaren Fällen eine Abrechnungsmöglichkeit wieder eröffnet, müsste aber vermutlich oft jahrelang durchgeklagt werden, da die KTR bzw. der MD seine Auffassung nicht ohne Weiteres ablegen wird.

    Somit dürften zahlreiche Fälle der "ersten Welle" übrig bleiben, auf die die genannten Argumente eben nicht hinreichend zutreffen.


    Dennoch immerhin ein Teilerfolg, hoffen wir auf den Bestand.


    Gruß


    merguet

    Moin,


    nach meiner Auffassung darf die Kasse eine Rechnung dann abweisen, wenn sie eine med. Begründung verlangt. In derartigen Fällen ist die Rechnung nach Auffassung des BSG nicht fällig, bis eine Med. Begründung abgegeben wird. In diesem Segment finden sich die AOP-Fälle, laut Auffassung einiger KK auch nicht-operative Fälle mit mehr oder weniger klaren Hinweisen auf amb. Potential.


    Das kann sich aber nicht auf alle Fälle im Falldialog beziehen. Hier ist die Rechnung jedenfalls fällig. Für den Fall, dass sie nicht akzeptiert wird, müsste ein MBEG angestossen werden.

    Sehe ich etwas falsch?


    Gruß


    merguet

    Guten Morgen,


    nun hat die DKG zum Referentenentwurf Stellung genommen.


    Die Vertreter der KH Seite schlagen darin (auf Seite 17) tatsächlich vor:

    Zitat

    275c Absatz 1 Satz 5 SGB V wird gestrichen und durch folgenden Satz 5 ersetzt:


    Widerspruch oder Klage gegen das Prüfergebnis sind gegen die Krankenkasse zu richten. Das Krankenhaus erhält zeitgleich zur Krankenkasse das vollständige Gutachten des Medizinischen Dienstes zur Kenntnis.

    Die einzige Erwähnung einer Widerspruchsmöglichkeit zur Vermeidung langwieriger Auseinandersetzungen soll demnach gestrichen werden? Habe ich da etwas nicht verstanden?


    Zur Begründung heißt es:

    Zitat
    Über diese Fälle hinaus sind keine Fälle ersichtlich, in denen das Krankenhaus ein Interesse hätte, isoliert die Feststellungen des MD in seinem Gutachten anzugreifen. Daher besteht auch kein Bedarf für die Neuregelung in § 275c Absatz 1 Satz 5 SGB V

    Auch wenn wir das Geld auf KH-Seite nicht einklagen müssen, dürften wir in zahlreichen Fällen ein Interesse haben, die Feststellungen des MD "anzugreifen" bzw. ihren Inhalt zu widerlegen. Ich verstehe den Sinn dieser Einlassungen überhaupt nicht.


    Meint man denn ernsthaft, dass man damit gewonnen hat, wenn die Kostenträger nun alles einklagen müssen ein Widerspruch verzichtbar ist? Er würde doch dann nur nachgelagert und müsste regelmäßig viel detaillierter ausfallen, wie es für das SG erforderlich ist.

    Habe ich es nicht verstanden oder die Autoren bei der DKG?


    Gruß


    merguet

    Guten Morgen,

    Zitat

    Es kann doch nicht gemeint sein, dass immer der Primärtumor HD wird.

    Aber ja. Wenn die o.g. Konstellation erfüllt ist, dann soll das genau so sein (Klinisch: wo soll die Pleuracarcinose denn herkommen?).

    Es gibt eine große Zahl von Fällen, bei denen Ihnen diese Konstellation ökonomisch nutzt. Sie werden sie nur kaum finden, es sei denn Kasse oder MDK wünschen eine Änderung der HD. In solchen Fällen werden sie sicher gerne auf die Schlichtungsspruch zurückgreifen.

    Nun kommt Ihnen ein Fall mit einen Erlössprung von 7.000 Euro auf den Tisch, das verschreckt natürlich. Man darf sich allerdings fragen ,ob das auch den Aufwänden entsprochen hat.


    Kaum eine Frage ist so endgültig entschieden wie diese hier, dennoch reißt die Diskussion nicht ab.


    Gruß


    merguet

    Moin,

    die pAVK war hier nicht mit der Amputation behoben, die mehrfachen Revisionen waren sicher auch der Mangelldurchblutung in der höher liegenden Etage geschuldet und die Gegenseite war ebenfalls betroffen.

    Ich konnte hier mit der Kasse eine Einigung auf Basis dieser Argumentation erzielen. Die Kasse war hier unkompliziert und kooperativ, ist an Auseinandersetzungen nicht interessiert und stellt für mich in sofern ein Beispiel leider selten gewordener Einigungsmöglichkeiten dar.

    Insofern an dieser Stelle auch mein Dank.

    Gruß

    merguet

    moin,


    so sehe ich dass auch. Der Humeruskopf war zerstört. Ausgeprägter Defekt. Es kann doch nicht ernsthaft gesagt werden, dass nach der Resektion des Defektes dann keine Defekt mehr gegeben ist und daher die mod. Prothese nicht kodiert werden kann.


    Gruß


    merguet