Beiträge von Bartkowski

    Hallo,

    maßgeblich für die Kodierung mit der Kategorie 9-983.- ist die Anerkennung eines Pflegegrades nach §15 SGB XI. Die Einstufung der BG ist für 9-983 und die ZE162 / 163 nicht maßgeblich. Es ist den Patienten unbenommen, auch bei der Pflegeversicherung eine Einstufung zu beantragen. Bei der Aufnahme und Einstufung in einem Pflegeheim wird nur nach dem Pflegegrad gefragt werden.

    Hallo Herr Horndasch,

    in den Hinweisen bei 5-021 steht: "Inkl.: Verwendung von klebbarem Material zur Durchführung einer Duraplastik"

    Damit wird impliziert, dass es sich bei einer Defektdeckung mittels klebbarem Material wie z.B. Tachosil um eine Duraplastik handelt. Die nicht "wasserdichte" Naht ist als entsprechender Duradefekt aufzufassen. Davon abzugrenzen ist das Auflegen von Tachosil zur Verstärkung oder als Prophylaxe, ohne das Substanzdefekte vorliegen. Dann wäre keine Kodierung möglich.

    Was ist nun der Preis?

    Beste Grüße

    Hallo,

    es gibt dazu keine neuen Festlegungen. Laut DIMDI / WHO werden auch Nekrosen und Saponifikationen des Omentum oder einer Appendix epiploica als "Peritonitis" kodiert, also mit K65.8 bzw. mit K65.9 (Alphabetisches Verzeichnis bei Epiploitis).

    Eine Zuordnung unter K66 hatte ich mal vorgeschlagen, dies wurde aber unter Hinweis auf die WHO-Zuordnung abgelehnt.


    Beste Grüße aus Berlin

    Die Frage ist, ob "Keimträger" kodiert werden kann. Das DIMDI bejaht das aus klassifikatorischer Sicht (also nicht "abnormer Befund!). Es handelte sich aber offenbar nicht um eine gezielte weiterführende Diagnostik, sondern um ein Screening, also letztendlich einen Zufallsbefund. Da keine weiteren Maßnahmen ergriffen wurden, ist die Keimträger-Diagnose gemäß DKR D003 nicht kodierbar, der Sekundärkode kann nicht isoliert stehen, entfällt daher auch. Die MDK-Entscheidung ist somit korrekt.

    Dies erscheint mir auch durchaus sinnvoll, denn sonst könnten wir ja jedem Patienten das gesamte Spektrum der Intestinalbesiedlung kodieren, wodurch wir die tatsächlich aufwändigen Situationen sehr rasch entwerten würden.

    Hallo,

    obligate Sekundärkodes sind verpflichtend zusätzlich anzugeben, aber damit wird der Primärkode nicht auch automatisch obligat! Wenn es sich um einen symptomlosen Zustand ("Besiedlung") handelt, ist Z22.3 schon der geeignete Aufänger. Dieser Kode muss aber gemäß DKR D003 als Nebendiagnose kodierbar sein, um dann den obligaten Sekundärkode anhängen zu können.

    Bei Keimträgern könnte der Aufwand im Sinne der DKR in Isolationsmaßnahmen, lokaler oder systemischer antimikrobieller Behandlung bestehen.

    In der Ausgangsfrage von Gefäßchirurg fehlen Angaben dazu, so dass die Ablehnung des MDK nicht beurteilt werden kann.

    Beste Grüße

    Hallo Medman2,

    J18.8 in Kombination mit einem spezifischen Erreger wäre ja ein Widerspruch in sich....

    Eine Pneumonie durch P. aeruginosa und Staphylokokken ist mit der Kombination J15.1 und J15.2 zu verschlüsseln, die Sekundärkodes B96.5 und B95.7 bilden keine zusätzlichen Informationen ab und sind daher nicht ergänzend anzugeben.

    Beste Grüße

    R. Bartkowski

    Hallo Herr Mueller,

    die Definition der Komplexbehandlung 8-98g verlangt nur die "Feststellung der Besiedelung oder Infektion mit einem nicht-multiresistenten isolationspflichtigen Erreger". Dies scheint in Ihrem Falle bei einer Enteritis durch Adenoviren (A08.2) gegeben zu sein, so dass die Kodierung der Komplexbehandlung berechtigt und geboten ist. "Inklusiva" sind immer nur Verweise auf typische Beispiele, nicht aber eine abschließende Liste der möglichen Erreger.

    Für MDK und Kassen sind diese Kodierhinweise des DIMDI selbstverständlich auch verbindlich.

    Beste Grüße

    Hallo,

    wollte sowieso grad Stellung nehmen, nicht nur weil ich zitiert werde ...

    Die diagnostische Laparoskopie zählt zu den diagnostischen Endoskopien (1-61 ... 1-69), bei denen der Hinweis gilt: "Eine durchgeführte endoskopische Biopsie ist gesondert zu kodieren (1-40 - 1-49)". Das sind aber die Biopsien ohne Inzision! Eine "intraoperative Biopsie" beschreibt eine Biopsie, die bei einer aus anderen Gründen vorgenommenen Organfreilegung erfolgt ist.

    Für laparoskopische Biopsien an Leber und Peritoneum finden sich gar keine passenden Kodes für eine "Biopsie ohne Inzision", ganz einfach, weil man seinerzeit (noch) gar nicht daran gedacht hatte. Es bleibt eigentlich nur 1-449.x für die Leber, für das Peritoneum findet sich noch nicht einmal eine Resteklasse. Es ist daher festzulegen, die laparoskopischen Biopsien entweder als "perkutane Biopsien" oder als Biopsien durch Inzision zu klassifizieren. Aus den aktuellen OPS-Hinweisen geht dies nicht eindeutig hervor. Ich werde diese Problematik beim DIMDI ansprechen.

    Beste Grüße

    Hallo,
    noch eine Ergänzung:
    Die differenzierten Kodes der akuten Appendizitis wurden auf meinen Antrag hin 2009 in die ICD-10-GM aufgenommen, um genau diesen strittigen Sachverhalt zu regeln, der im Änderungsentwurf der WHO nicht eindeutig war.
    K35.2 bildet die freie Perforation in die Bauchhöhle mit daraus folgender generalisierter Peritonitis ab,
    K35.31 ist für die gedeckte Perforation vorgesehen. Der Text "Gedeckt perforierte Appendizitis" wird auch im alphabetischen Verzeichnis zur ICD-10-GM dem Kode K35.31 zugeordnet (Alpha-ID 30844).
    Mit K35.0 wird die nicht perforierte Appendizitis, z.B. die phlegmonöse Form verschlüsselt. Wenn diese mit einer Abszedierung verbunden ist, ist K35.32 zu verwenden.
    Vielleicht sollte man die Kasse doch noch mal auf den eindeutigen Sachverhalt hinweisen.
    Beste Grüße

    Hallo rokka


    ad 1: Z22.8 Keimträger - eine akute Infektion liegt ja in obiger Konstellation (Besiedelung) nicht vor. Sonst B59.


    ad 2: Habe ich dem DIMDI bereits im Rahmen des Antragsverfahrens gemeldet, muss aber mit der WHO abgestimmt werden.
    Zunächst ist es ja auch egal, unter welcher Überschrift B59 steht, solange es ein eigenständiger Kode ist.
    Ich würde aber, entgegen den Hinweisen der ICD-10, die Pneumonie mit dem Sekundärkode J17.2* "Pneumonie bei Mykosen" verschlüsseln und nicht mit J17.3* "Pneumonie bei parasitären Krankheiten" - das ist klassifikatorisch auf jeden Fall gerechtfertigt!


    An welcher Lokalisation war denn die besiedelung?


    Gruß


    R. Bartkowski