Beiträge von Bartkowski

    Hallo Herr Breitmeier,

    die "offene" Formulierung der Entlassung/Verlegung mag ja noch einvernehmlich zu klären sein, aber wenn der Patient am letzten Beatmungstag (und ggf. weitere Tag) ohne Beatmung auf der Intensivstation verbleibt? Zählen dann die tatsächlichen 8 - 23 Std oder die 24 Std. pauschal? Die Beispiele 1 und 2 suggerieren, dass nur die tatsächlichen Beatmungsstunden zählen sollen, es gibt aber gar keine Angaben über den Verbleib der Patienten in den beiden Beispielen der DKR 1001s.

    Das Zählen der Lebenstag ist auch ein spitzfindiges und genau deshalb klarzustellende Problem. Am 1. Lebenstag, dem Tag der Geburt, ist das Alter 0 Jahre und 0 Tage. Erst am 2. Lebenstag ist das Alter 1 Tag! Am 1. Geburtstag, wenn das Kind "1" wird, hat das 2. Lebensjahr begonnen, das 1. Lebensjahr war somit mit Ablauf des Vortags des Geburtstags beendet, mit dem Umspringen des Uhrzeigers auf 00:00 h des Geburtstags. Somit ist HFNC nicht mehr bei Kindern zu berücksichtigen, die an ihrem 1. Geburtstag aufgenommen werden und CPAP nicht, wenn das Kind am 6. Geburtstag aufgenommen wird.

    Hallo, aber schon wieder offene Fragen:

    • Was sind das für Entlassungsschlüssel, die den Beatmungsstatus des Patienten wiedergeben?
    • "Berechnung der Dauer der Beatmung"
      Es wird formuliert: "Liegen die Beatmungsstunden...pro Kalendertag unter 8 Stunden / bei 8 Stunden und mehr...."
      Das ist missverständlich, denn gemeint dürfte sein: "an einem Kalendertag". "Pro" bedeutet eigentlich, dass diese Bedingungen an jedem Beatmungstag gelten müssten.
    • "Am Tag der Aufnahme und der Entlassung oder Verlegung sind nur die erbrachten Beatmungsstunden zu berücksichtigen", ist mit Aufnahme / Entlassung / Verlegung das Krankenhaus oder die Intensivstation gemeint, letztere ist ja eigentlich gar nicht gefordert (intensivmedizinische Versorgung).
    • Wie berechnet sich die Beatmungsdauer am letzten Tag der Beatmung? Ein "Ende" wird ja nicht mehr definiert. Die wörtliche Auslegung führt zu folgenden Möglichkeiten:
      - bei weniger als 8 Beatmungsstunden werden nur diese berücksichtigt
      - bei ≥ 8 Std. können nach der neuen Regel zur Berechnung der Beatmungsdauer 24 Std. berücksichtigt werden, sofern der Patient auf der Intensivstation (oder im Krankenhaus?) verbleibt, sonst auch nur die tatsächlichen Beatmungsstunden
    • Druckunterstützung mindestens 6 mbar, aber im Beispiel 1 steht "> 6 mbar"
      Das Zeichen ≥ scheint die Selbstverwaltung und das InEK nicht zu mögen.
    • CPAP/HFNC wird bis zum vollendeten 6. Lebensjahr berücksichtigt, d.h. ab dem 6. Geburtstag nicht mehr.
      Gilt also Alter < 6 Jahre oder ist doch Alter ≤ 6 Jahre gemeint?


    Schön wäre eine Klarstellung vor dem 31.12.19

    Hallo decu,

    bitte teilen Sie uns doch noch genau mit, was auf Ihren Laborbefunden gestanden hat!

    Einen ähnlichen Fall hatte ich mal begutachtet (Sozialgericht Duisburg S 11 KR 190/09), wo der MDK die Umrechnung nicht verstanden hatte:

    "Harnstoff hat die chemische Summenformel CH4N2O und damit ein Molekulargewicht von 60 g/mol. Wenn methodenbedingt bei der Messung der Stickstoffgehalt ausgewiesen wird, so entsprechen 2 Stickstoffatome (Atomgewicht jeweils 14 g) einem Harnstoffmolekül, d.h. 28 g Stickstoff entsprechen 60 g Harnstoff, der Umrechnungsfaktor ist somit 60/28 = 2,14

    Wenn gleichzeitig noch die Einheiten „Milligramm pro Deziliter“ (mg/dl) in „Gramm pro Liter“ (g/l) umgerechnet werden müssen, sind die Laborwerte mit 2,14 / 100 = 0,0214 zu multiplizieren, um die Bezugswerte des OPS-Kodes 8-980 prüfen zu können."

    Ohne Prüfung Ihrer Laborbefunde lässt sich die 40.000€-Frage leider nicht beantworten.

    Hallo,

    maßgeblich für die Kodierung mit der Kategorie 9-983.- ist die Anerkennung eines Pflegegrades nach §15 SGB XI. Die Einstufung der BG ist für 9-983 und die ZE162 / 163 nicht maßgeblich. Es ist den Patienten unbenommen, auch bei der Pflegeversicherung eine Einstufung zu beantragen. Bei der Aufnahme und Einstufung in einem Pflegeheim wird nur nach dem Pflegegrad gefragt werden.

    Hallo Herr Horndasch,

    in den Hinweisen bei 5-021 steht: "Inkl.: Verwendung von klebbarem Material zur Durchführung einer Duraplastik"

    Damit wird impliziert, dass es sich bei einer Defektdeckung mittels klebbarem Material wie z.B. Tachosil um eine Duraplastik handelt. Die nicht "wasserdichte" Naht ist als entsprechender Duradefekt aufzufassen. Davon abzugrenzen ist das Auflegen von Tachosil zur Verstärkung oder als Prophylaxe, ohne das Substanzdefekte vorliegen. Dann wäre keine Kodierung möglich.

    Was ist nun der Preis?

    Beste Grüße

    Hallo,

    es gibt dazu keine neuen Festlegungen. Laut DIMDI / WHO werden auch Nekrosen und Saponifikationen des Omentum oder einer Appendix epiploica als "Peritonitis" kodiert, also mit K65.8 bzw. mit K65.9 (Alphabetisches Verzeichnis bei Epiploitis).

    Eine Zuordnung unter K66 hatte ich mal vorgeschlagen, dies wurde aber unter Hinweis auf die WHO-Zuordnung abgelehnt.


    Beste Grüße aus Berlin

    Die Frage ist, ob "Keimträger" kodiert werden kann. Das DIMDI bejaht das aus klassifikatorischer Sicht (also nicht "abnormer Befund!). Es handelte sich aber offenbar nicht um eine gezielte weiterführende Diagnostik, sondern um ein Screening, also letztendlich einen Zufallsbefund. Da keine weiteren Maßnahmen ergriffen wurden, ist die Keimträger-Diagnose gemäß DKR D003 nicht kodierbar, der Sekundärkode kann nicht isoliert stehen, entfällt daher auch. Die MDK-Entscheidung ist somit korrekt.

    Dies erscheint mir auch durchaus sinnvoll, denn sonst könnten wir ja jedem Patienten das gesamte Spektrum der Intestinalbesiedlung kodieren, wodurch wir die tatsächlich aufwändigen Situationen sehr rasch entwerten würden.

    Hallo,

    obligate Sekundärkodes sind verpflichtend zusätzlich anzugeben, aber damit wird der Primärkode nicht auch automatisch obligat! Wenn es sich um einen symptomlosen Zustand ("Besiedlung") handelt, ist Z22.3 schon der geeignete Aufänger. Dieser Kode muss aber gemäß DKR D003 als Nebendiagnose kodierbar sein, um dann den obligaten Sekundärkode anhängen zu können.

    Bei Keimträgern könnte der Aufwand im Sinne der DKR in Isolationsmaßnahmen, lokaler oder systemischer antimikrobieller Behandlung bestehen.

    In der Ausgangsfrage von Gefäßchirurg fehlen Angaben dazu, so dass die Ablehnung des MDK nicht beurteilt werden kann.

    Beste Grüße

    Hallo Medman2,

    J18.8 in Kombination mit einem spezifischen Erreger wäre ja ein Widerspruch in sich....

    Eine Pneumonie durch P. aeruginosa und Staphylokokken ist mit der Kombination J15.1 und J15.2 zu verschlüsseln, die Sekundärkodes B96.5 und B95.7 bilden keine zusätzlichen Informationen ab und sind daher nicht ergänzend anzugeben.

    Beste Grüße

    R. Bartkowski