Beiträge von Breitmeier

    Sehr geehrter Herr Horndasch,


    Sie haben recht, dass in dem vom Bundestag angenommenen Entwurf ( S.31) die Modalitäten des Beginns der „Strafzahlung“ nicht explizit geregelt sind. Es kann doch aber aus dem Gesamtzusammenhang eigentlich nichts anderes gemeint sein, als dass es auch hier um Schlussrechnungen ab dem 01.01.2020 geht.

    Sehr geehrter Herr Merguet,


    ich stimme ja in vielem mit Ihnen überein und bin mir sicher, dass Sie die Ursache für Kodierstreitigkeiten wirklich nur noch in Interpretationsfragen sehen.

    Aber genauso sicher bin ich mir, dass es bei anderen KHS zu „systematischen Überkodierungen“ kommt ( um das hässliche Wort Sozialbetrug zu vermeiden).

    Guten Abend zusammen!


    Da ich mir selber den etwas absurden Part gewählt habe, als Einziger das Spahngesetz als KHS freundlich zu verteidigen, kann ich nur kurz auf einzelne Punkte eingehen:

    MKee, ich stimme Ihnen zu, dass bei Verweildauerkürzungen der Begriff der fehlerhaften Abrechnung und Strafzahlung nicht passt.

    Da die Pflegekosten herausgerechnet werden sollen, stellt sich die Frage, ob oGVD Fälle zukünftig noch so viel geprüft werden, weil die resultierenden Einsparbeträge vielleicht zu gering sind.

    Wenn es demnächst wirklich gleiche Preise für AOP Eingriffe gibt, werden KHS diese Leistungen flächendeckend ambulant erbringen und logistische Probleme im HKL werden schlagartig gelöst. Und/ oder die Kassen prüfen solche Fälle gar nicht mehr.

    Der Fokus der Prüfungen könnte also 2020 ff auf Kodierung liegen und dazu gibt es gute Möglichkeiten, die Prüfquote zu beeinflussen.

    Hinsichtlich der Festlegung verbindlicher Kodierstandards vor Ort und eines Lerneffekts haben wir gute Erfahrungen mit Begehungen gemacht. Anstatt immer die gleichen Schwarz-Weiss Stereotypen vorzutragen und sich vor dem „Feind“ abzuschotten, kann für beide Seiten ein Blick über die Wagenburg hinaus interessant und vertrauensbildend sein.


    Und zu der Gesundheitsministerin B.-L. aus Rheinland- Pfalz: Die sollte vielleicht erstmal als Rechtsaufsicht das Tollhaus beim eigenen MDK in den Griff bekommen, bevor sie sich mit der bundesdeutschen MDK Reform beschäftigt...

    Hallo Herr Schaffert,

    Ich sehe es wirklich ein bisschen anders als Sie. Das Aufrechnungsverbot, die Deckelung der Prüfquote und Planungssicherheit bei den Strukturvoraussetzungen für OPS- Komplexkodes sind grosse Gewinne für die Kliniken. Dazu haben es die Kliniken ab 2021 selber in der Hand, ihre Prüfquote weiter auf 5% zu senken.

    Man stelle sich mal vor, bei anderen Sozialleistungsträgern würden auch nur 5% aller Anträge geprüft, (z.B. Bei Hartz 4) oder im Finanzamt. Oder der Einkauf im KHS würde nur 5% der Eingehenden Rechnungen prüfen und in 95% der Fälle das Geld blind auszahlen ( wenn der Lieferant vorher nicht mehr als 40% der Lieferungen zu hoch abgerechnet hat). Eine eigentlich absurde Vorstellung, oder?


    Und dass die einseitige Aufwandspauschale mit dem SGB V nur schwer kompatibel ist, hatte das BSG ja auch schon mehrfach gesagt.

    Vor dem Hintergrund des durchschnittlichen Gerechtigkeitsempfindens und angesichts der Ökonomisierung der Krankenbehandlung ist das Gesetz m.E. Immer noch krankenhausfreundlich.

    Wenn einige KHS Funktionäre ( Sie, Herr Schaffert meine ich damit ausdrücklich nicht!) nun immer noch lamentieren, das BSG, der MD, das Parlament und das BMG seien alle gegen se, dann scheint mir das in der Öffentlichkeit schwer vermittelbar. Ich sehe vielmehr, dass die Mehrheit der Kliniken, nämlich die, die korrekt abrechnen, von dem Gesetz profitieren können. Diese Kliniken sollten sich m.E. nicht vor den Karren derjenigen spannen lassen, die nun hohe Strafzahlungen befürchten.

    Hallo Medman2,


    wenn Sie auch bei einer Körperschaft des öffentlichen Rechts keine Unabhängigkeit erkennen können, ist das natürlich als persönliche Meinung zu respektieren. Ob sich die Krankenhäuser insgesamt einen Gefallen tun, nur die Opferrolle bzw. das Unschuldslamm zu spielen, bezweifle wiederum ich persönlich.

    Hätten die Kliniken wirklich die Hälfte der MD Kosten übernehmen wollen??

    Das Gesetz verschiebt die Gewichte insgesamt deutlich zugunsten der KHS, wahrscheinlich erwartet Herr Spahn jetzt erstmal ein bisschen Dankbarkeit ?

    Ich hätte noch eine Frage:

    Gehe ich recht in der Annahme, dass der Begriff „beanstandete Rechnungen“ sich sowohl auf falsch zu hohe ( der Regelfall) als auch auf falsch niedrige Abrechnungen (ca. 2-5% der Fälle) bezieht?

    Der MD wird sicherlich als dann endgültig unabhängiger Gutachterdienst immer mal wieder auch Rechnungsbeträge erhöhen ( wie aktuell auch schon).

    Bei den KHS-AWP/ Lerngebühren/ Strafaufschlag ist das unerheblich, weil dort Bezug auf den geminderten Rechnungsbetrag genommen wird. Aber für die Ermittlung der zulässigen Prüfquote wird nur auf den Anteil unbeanstandeter Rechnungen abgestellt.

    Sobald sich der Rechnungsbetrag ändert, wird die ursprüngliche Rechnung nach meinem Verständnis beanstandet.

    Oder habe ich was übersehen?

    Hallo Geoff,


    ich stimme Ihnen gerne zu, dass in vielen Fällen (wahrscheinlich den allermeisten) sich die konkrete Situation am Krankenbett so lebensgefährlich darstellt, wie es Ihrem Statement entspricht. Und wenn das dann noch plausibel dokumentiert wird, dann ist auch alles dkr-konform.

    Ebenso unstrittig dürfte aber sein, dass es andere Konstellationen gibt, in denen klinisch stabile Patienten über Tage mit 6,1 Stunden "geweant" werden, um den nächst höheren Beatmungssplit zu erreichen. Diese andere Realität ist nicht erst seit dem Ärzte-Appell (Medizin vor Ökonomie) und dem darauf basierendem Stern-Artikel evident. Für solche Konstellationen, die Sie aus Ihrer Klinik vielleicht gar nicht kennen, kann die neue DKR- Formulierung interessant werden

    Hallo Frau Klapos,


    bei der COPD aus Ihrem Beispiel mag das noch einfach sein, wenn aber das Grundleiden z.B. Eine Sepsis war, dann kann dieses Grundleiden erfolgreich behandelt sein, während der Pat noch von der Beatmung entwöhnt wird. Ich meine, dass das BSG und jetzt die DKR solche Konstellationen im Blick hat.

    Hallo medman2,

    Sie haben im Prinzip recht, dass die Atmung eines beatmeten Patienten vital gestört ist, aber ich bezog mich auf den zweiten Teil des Satzes: "um Zeit für die Behandlung des Grundleidens zu gewinnnen". Ist das Grundleiden bereits erfogreich behandelt, entfällt die Batmungszeit.

    Ich glaube, die Vertragsparteien haben hier ganz bewusst Teile des BSG Urteils zum Weaning in die DKR 1001 integriert. Das BSG hatte nämlich sinngemäss gesagt, dass bei der Entwöhnung zu prüfen sei, ob der Patient wegen seies Grundleidens weiter zeitweise beatmet werden müsse.