Beiträge von Breitmeier

    Hallo Herr merguet,


    Sie ermitteln statistische Unterschiede zwischen einzelnen Bundesländern bzw. MDK, denen ich erstmal nicht widerspreche. Absurd finde ich nur an der Diskussion, das sie auf Unterschiede im einstelligen Prozentbereich fokussiert ( MDK A 45% vs. MDK B 48%), während die zugrundliegenden Messwerten der Krankenhäuser um bis zu 100% differieren.

    D.h. Die Unterschiede zwischen den Krankenhäusern sind völlig unabhängig von deren Standort oder der Begutachtungspraxis „ des Landes- MDK“ um ein Vielfaches höher als die vermeintlichen Unterschiede zwischen den MDK.

    Und ausserdem meine ich: Auch die Unterschiede zwischen einzelnen Gutachter#innen innerhalb eines MDK sind grösser als irgendwelche Landesvorgaben.

    Hallo zusammen,


    Angesichts der Tatsache, dass die Ergebnisse einzelner Krankenhäuser innerhalb desselben MDK zwischen 0 und 100 % beanstandete Rechnungen schwanken, finde ich diese Diskussion hier ehrlich gesagt absurd.

    Genauso absurd wäre die Frage, wieviel bezahlen diejenigen Krankenhäuser mit einer minimalen Beanstandungsquote dem jeweiligen MDK dafür?

    Hallo zusammen,


    Ich freue mich über die sachliche Diskussion hier!

    Ich habe den Eindruck, dass es schon jetzt durch die Verschiebung ambulanter Leistungen in den stationären Bereich ( AMbulante OP´s, Fehlbelegung aber auch die Überfüllung der ZNA mit Bagatellerkrankungen, weil einige Patient#innen nicht auf den hausärztlichen Notdienst warten wollen) zu einer „erheblichen Schieflage im System“ gekommen ist, aber das ist ohne Frage eine andere Geschichte…


    Der Hinweis von Herrn Schaffert, auf das ausformulierte Urteil zu warten, ist sicher richtig.

    Das Problem im hier strittigen Fall dürfte die Dokumentation sein, auch da sind wir uns einig.

    Ein anderes Problem ist aber, dass mutmasslich eben gerade kein intensivmedizinisches Personal der Klinik beteiligt war. Eine Stabilisierung des Patienten auch mittels Intubation und Beatmung gehört durchaus zu denjenigen Aufgaben und Tätigkeiten, die sogar im hausärztlichen Notdienst und der Wohnung des Patienten stattfinden können. Und damit „geht das notfalls auch ambulant“.

    Ich erwarte nicht, dass mir hierzu jetzt viele Diskutanten zustimmen werden, aber so kann man vielleicht auch andere Sichtweisen verstehen ( ertragen).

    Hallo Hypki,


    Ich würde in dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt keine Sepsis als Hauptdiagnose kodieren. 2 Punkte ( welche?) im qSofa Score ohne eine entsprechende Klinik belegen keinesfalls eine Sepsis. Sie sollten auf die aktuelle Sepsisdefinition der DSG verweisen, nach der z.B. ein lebensbedrohliches Krankheitsbild gefordert wird. Das klingt in Ihrem Fall ganz anders.

    Also ich rate zum Nachverfahren.

    Hallo Ductus,


    Es tut mir leid, aber das Urteil per se hat nichts mit Kosten zu tun und es geht auch nicht darum, dass der Patient gestorben wäre oder gar, dass es zu teuer wäre, ihn stationär sterben zu lassen!

    Die Diskussion ums Geld ist für das BSG (und mich ) völlig nebensächlich. Es geht um alt bekannte Spielregeln, die für alle gelten, hier z.B. Aufnahmeentscheidung, Behandlungsplan und bezahlt wird nur, was dokumentiert ist.

    Ich stimme Ihnen ja zu, dass die ambulante Vergütung hier nicht ausreichend sein wird, erwarte dann aber auch, dass genauso anerkannt wird, dass andere Kostensplits ( wie z.B. für 15min mehr Beatmung aufschreiben) unangemessen hoch sind.

    Genauso funktioniert ein Fallpauschalensystem nunmal. Es dürfte Ihnen ja klar sein, dass Ihr Lösungsvorschlag für eine Einzelleistungsvergütung innerhalb der Rechtsnorm der GKV für das BSG gar nicht in Frage kommen konnte…

    Frohe Pfingsten !

    Im Ergebnis werden intubierte und beatmete Schockraumpatienten als primär fehlbelegt eingestuft. Wahnsinn. Der Hinweis auf die fehlende Aufnahmeentscheidung ist ein Konstrukt,

    Wenn man dünnhäutig wäre, könnte man das Wort „Wahnsinn“ auch als Vorwurf verstehen. 😜.


    Ich bin mir sicher, dass Sie und viele andere hier verstehen, was ich meine: Es ist nicht ehrlich und überzeugend, wenn eine Seite bei vermeintlichen Kostenvorteilen für sich eine grosszügige oder sachgerechte Vergütung ohne Rücksicht auf hemmende Formalien einfordert, bei anderen Sachverhalten aber auf Formalien besteht, wenn die Vergütung dadurch maximal hoch bleibt. Ich beziehe das ausdrücklich auf beide Seiten.


    Zum zweiten Punkt muss ich Ihnen aber widersprechen: Die Aufnahmeentscheidung ist kein Konstrukt, sondern zuallererst eine ärztliche Entscheidung. Alle Interessierten kennen die seit Jahren „gefestigte“ Rechtssprechung des BSG dazu, dass diese Aufnahmeentscheidung erst nach einer Aufnahmeuntersuchung getroffen werden darf und prospektiv für mindestens einen Tag und eine Nacht gelten soll.

    Ich sehe wirklich nicht, warum ein oberstes Bundes-Gericht diese Grundsätze für einen Einzelfall über Bord werfen sollte? Jeder Arzt wäre im streitgegenständlichen Fall nach der Aufnahme-CT- Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen, dass dieser Patient keinesfalls einen Tag und eine Nacht in dem KHS A verbleiben sollte, welches keine Neurochirurgie hat!

    Das wirkliche Problem ist doch gar nicht die BSG Entscheidung zur Aufnahme, sondern nur die geringe Höhe der Ambulanten Notfallvergütung.

    Lieber Herr Merguet,


    Ich kann ja nachvollziehen, dass Sie über viele Entwicklungen im DRG System enttäuscht, vielleicht sogar frustriert sind, mir geht es mit anderen Dingen ähnlich. Ich finde auch Abrechnungen einiger Kliniken „geschmacklos“- aber so ist halt das System ( „Mischkalkulation“) Der Ehrliche ist auch hier nicht selten der Dumme. Ich finde es leider auch nicht tröstlich, dass das Geld nur innerhalb des Systems anders verteilt wird.

    Ohne Frage wird die Vergütung für den Schockraumpatienten nach BSG Urteil nicht sachgerecht sein. Dasselbe mag für Fälle gelten, in denen Beatmungsparameter 15 Minuten über den Fallsplit dokumentiert werden usw usf. Ich glaube, diese Diskussion bringt uns hier nicht weiter.

    Die Argumentation des BSG zur Fehlenden Aufnahmeentscheidung im Schockraum finde ich nachvollziehbar und konsequent, jede andere Entscheidung wäre auch angreifbar und willkürlich gewesen.


    Mein Beitrag oben fokussierte ja aber eigentlich auf die anderen Urteile zur PrüfvV und deren negative Bewertung durch Sozialrechttitan. Und diese BSG Urteile sind so, dass weder Krankenhäuser, noch MDK noch Kassen damit uneingeschränkt zufrieden sind- und dann sind es m.E. eben ausgewogene Urteile. Man konnte doch wohl nicht ernsthaft erwarten, dass angesichts der klaren Formulierungen im $ 7 der PrüfvV die Fristen für die Krankenhäuser überhaupt keine Bedeutung haben würden? Und es war auch abstrus, dass ein paar Kassen eine Rechnungskorrektur nach MDK Gutachten nur dann zulassen wollten, wenn sich der Erlös nicht verteuerte…

    Wenn Kassen und DKG es nach bald 20 Jahren DRG System einfach nicht eindeutig regeln wollen, darf man sich m.E. nicht beschweren, wenn Juristen dies für sie tun, dann aber zurecht auch nur nach juristischen Masstäben…

    Hallo Sozialrechttitan,

    Wenn ich die Terminberichte richtig verstehe, haben die Krankenhäuser doch mehrheitlich in diesen Verfahren zur PrüfvV zumindest teilweise Recht bekommen und eine Rückverweisung an die LSG erreicht. Ich glaube, Sie sehen es zu pessimistisch.


    Ich denke eher, dass die Urteile zu einer nachhaltigen Erhöhung einerseits der Kodierqualität in den Kliniken führen ( weil die nicht mehr nachträglich beliebig viele Diagnosen und Prozeduren aus dem Ärmel ziehen können) und andererseits auch der MD Begutachtung, weil nur vom MD tatsächlich geprüfte Sachverhalte dahingehend „safe“ sind.

    Genauso dürfte sich die Anforderung von Unterlagen durch den MD präzisieren/ konkretisieren und die Zusendung dieser Unterlagen durch die Kliniken.

    Wenn der digitale Austausch endlich kommt, sollte sich die Nachvollziehbarkeit der Datenlieferung ja wohl massiv vereinfachen. Bis dahin entnehme ich den Urteilen, dass das BSG keinen Grund hatte, an den Angaben des MDK zu fehlenden Unterlagen zu zweifeln- und die klagenden Kliniken scheinen es in den konkreten Fällen auch nicht bestritten haben.


    Ich persönlich finde die BSG Urteile ( wieder mal) sehr ausgewogen und gut nachvollziehbar.

    Hallo Pocky MD,


    Das kommt wie meist auf die Umstände an. Bei einem primären Kaiserschnitt wird die Entscheidung zur Sectio vor Einsetzen der Wehen getroffen. Wenn diese Entscheidung am 17. schon getroffen war und es sich nicht um einen Notfall handelte, wäre es für mich Primär, sonst Sekundär.