Beiträge von Breitmeier

    Hallo Herr Bartkowski,


    viele Ihrer Fragen habe ich mir auch gestellt und ( natürlich) noch keine befriedigende Antwort darauf.

    Ich denke aber, die Formulierung mit der Entlassung/ Verlegung ist bewusst so offen gewählt worden, weil beides gemeint ist: Natürlich die Entlassung aus dem KHS aber auch die Verlegung runter von der Intensivstation auf eine Periphere Station ( IMC? Weaning Station?).

    Begründung: Wie Sie richtig schreiben, kommt es nicht auf den Aufenthalt auf einer Intensivstation an, sondern darauf, dass der Pat. Lebensbedrohlich erkrankt ist. Der neue Passus lautet:

    „Beatmungsstunden sind nur bei „intensivmedizinisch versorgten“ Patienten zu kodieren, das heißt bei Patienten, bei denen die für das Leben notwendigen sogenannten vitalen oder elementaren Funktionen von Kreislauf, Atmung, Homöostase oder Stoffwechsel lebens- gefährlich bedroht oder gestört sind und die mit dem Ziel behandelt, überwacht und gepflegt werden, diese Funktionen zu erhalten, wiederherzustellen oder zu ersetzen, um Zeit für die Behandlung des Grundleidens zu gewinnen“.

    Wenn sich ein bisheriger Intensivpatient soweit stabilisiert hat, dass er abwärts verlegt werden kann, werden seine Vitalen Funktionen mutmasslich nicht mehr lebensgefährlich bedroht sein.

    Wenn „nur“ noch geweant wird, aber das Grundleiden nicht mehr behandelt wird, entfällt die Beatmungsberechnung demnach auch.


    Bei Kindern sehe ich den Cut off an dem 1. Geburtstag für HFNC und am 6.Geburtstag, wobei ich diesen Geburtstagstag noch mit einrechnen würde. Am Tag danach würden sich auch im weiterlaufenden Fall m.E. die Konditionen ändern ( es steht nirgends, dass das Alter bei Aufnahme relevant wäre).

    Wie bei HFNC die Grundbedingungen der Beatmungen erfüllt werden können ( Maskensystem z.B), bleibt abzuwarten...


    Ergo: Die Zählung der Stunden wird sicher leichter, der Streit im Einzelfall aber nicht weniger, vermute ich.

    Hallo zusammen,


    um mal wieder ein bisschen Wasser in den Wein zu gießen:

    „Wir“ ( die wir hier im Forum diskutieren) behandeln sicherlich mehrheitlich keine Patienten mehr. Ich tue es jedenfalls nicht.

    Zur Ausgangsfrage: Entscheidend wäre für mich, ob die tatsächlichen Behandler den nachvollziehbaren Verdacht auf eine Pneumonie geäussert und dokumentiert und eine entsprechende zielgerichtete Therapie eingeleitet haben. Dann ist eine behandelte Verdachtsdiagnose so zu kodieren.
    Falls nur eine Software aus dem Röntgenbefund das Wort „Infiltrat“ extrahiert und dann zur Abrechnung „Pneumonie“ vorschlägt, sicher nicht. Der Graubereich dazwischen macht unseren Job so interessant, oder?

    Hallo Cyre,

    Ich bin kein Unfallchirurg, gebe aber mal eine Einschätzung ab:

    Ich würde einerseits einen Kode zur Hämatomausräumung an Haut und Unterhaut nehmen und andererseits Kodes aus 5-850, weil dort die Hämatomausräumung im Bereich des Muskels bzw. Der Faszie beschrieben wird. Wahrscheinlich könnte man für 2. OP mit Entfernung der Tamponade auch 5-850.8 ( Fremdkörperentfernung aus einem Muskel) plausibel darlegen.

    Der OP Bericht ist natürlich leider kodiertechnisch etwas ungenau.

    Auch wenn in der PrüfvV mit "den Prüfgegenstand" der Singular gewählt wurde, verstehe ich dies so, dass damit bei mehreren Prüfgegenständen alle gemeint sind. Anderes ist nicht sinnvoll und wenn es so wäre, wie es Ihrer Meinung nach ist (die Benennung eines einzigen Prüfgegenstandes sei ausreichend), müsste dort stehen "eines Prüfgegenstandes". Dieser Punkt ist z.B. auch eine typische sprachliche Unschärfe.


    Eine Überschreitung der Frage kann es gar nicht geben, da der MDK gemäß PrüfvV nicht auf den Prüfgegenstand beschränkt ist. Es ist nur erforderlich, dass dem Krankenhaus die Möglichkeit eingeräumt wird, entsprechende Unterlagen bereitzustellen.

    Wir nennen mal einen Prüfgegenstand - um in Ihrer Auffassung zu bleiben -, prüfen dann aber Weiteres, und wenn das KH dazu a priori keine Unterlagen bereit gestellt hat, hat es eben Pech gehabt, ist sicher kein adäquates Vorgehen.

    Hallo medman 2,

    Zum 1. Absatz: Die eindeutige Formulierung der Selbstverwaltungspartner im Singular lässt Ihre Auffassung für mich nicht justiziabel erscheinen. Die Kasse kann zwar mehrere Prüfgegenstände benennen, aber ein einziger reicht eben, um das Prüfverfahren einzuleiten.

    Ich kenne auch keine Urteile, in denen diese Thematik eine entscheidende Rolle spielt.

    Vielleicht ist diese Diskussion eher theoretischer Natur?


    Zum 2. Absatz: Da gebe ich Ihnen völlig recht.

    Hallo medman2,

    Selbstverständlich werden die Fragen von den Kassen gestellt, den Letzten Satz ihres Posts verstehe ich nicht recht. Und weil die Kassen die Fragen stellen, sehe ich auch kein Abstimmungspotential mit den KHS.

    Aufgabe und Selbstverständnis eines ( zukünftig noch unabhängigeren) MD‘s sollte es aber sein, unabhängig von der Frage der Kasse immer die korrekte Abrechnung vorzuschlagen.

    Die Selbstverwaltungspartner haben dies in der PrüfvV auch genauso vorgesehen und z.B. einen einzigen Prüfgegenstand dafür als ausreichend erachtet.

    Wenn positive MDK Gutachten dann nicht von einzelnen Kassen umgesetzt werden ( s. Ausgangspunkt der Diskussion) halte ich das für genauso schlecht, wie wenn einzelne KHS fehlerhafte Abrechnungen nur mit Verweis auf eine vermeintliche Überschreitung der Frage retten wollen.

    Ökonomische Partikularinteressen sind in diesem System verständlich, dürfen aber einen ärztlichen Gutachter nicht beeinflussen oder binden.

    Hallo medman2,


    Nicht ersichtlich und nicht gesehen liegt in der Wortbedeutung ja sehr nah beieinander.

    Und nochmal: Bei einer Verweildauerprüfung muss nicht immer eine „Komplettprüfung“ erfolgen, bei einer oGVD Prüfung schon.

    Dass das Vorgehen nicht stringent ist, finde ich auch bedauerlich. Eine isolierte Prüfung der HD oder ND´s halte ich dem Kontext auch nicht für zweckmäßig.

    @ Roku: Ich teile Ihre Ansicht nicht, sondern erwarte bei der Frage nach u oder oGVD immer eine komplette Prüfung von DRG und der ( danach ggf ) noch strittigen Grenzverweildauer.

    Eine Prüfung auf ambulant würde aber bei dieser Frage z.B. ausscheiden.

    Eine andere Interpretation ist mir nicht möglich, da es ja im Datenkranz die gleichberechtigte Frage nur nach der Verweildauer gibt (Frage 03).

    Die Prüfgegenstande sind ja in der PrüfvV nur beispielhaft und nicht abschließend erwähnt. Es würde demnach ein Prüfgegenstand reichen.


    @ medman2: Sie schreiben: „ Ihrem Verständnis folgend müsste dann zunächst immer eine vollständige Prüfung der Kodierung, und zwar in beide Richtungen (zugunsten und zulasten von KK und KH), erfolgen. Ein derartiges Vorgehen ist für mich nicht ersichtlich“.

    Satz 1 ist völlig korrekt und wird bei uns auch regelhaft so gehandhabt. Natürlich sehe ich auch MDK Gutachten, in denen die Kodierung nicht explizit geprüft wird ( ob aus Überzeugung, Unwissenheit oder Zeitdruck weiss ich natürlich nicht), aber in der Mehrzahl der Fälle wird zuerst die DRG geprüft.

    Und selbstverständlich resultieren auch Konstellationen, in den durch Um- oder Nachkodierung teurere DRG´s resultieren. In einem Fall aus 2019 resultierte durch Nachkodierung von Beatmungsstunden ein Mehrerlös von 16.000€, den die Kasse auch akzeptierte.

    Da viele Klinikmitarbeiter ja vor Rechnungsstellung selber groupen, insbesondere bei einer oGVD Überschreitung, fallen die Kodieränderungen häufiger zulasten des KHS aus, aber eben nicht immer.

    Wenn Sie so eine Erscheinung bisher tatsächlich gar nicht gesehen haben, könnte das an Ihrer „optimalen Kodierung“ oder einer suboptimalen Gutachtertätigkeit liegen...

    Hallo medman2,


    Die Frage 04 ist für mich eindeutig so zu verstehen, dass zuerst die zugrundeliegende DRG geprüft werden muss und erst danach die VWD. In einem Teil der Fälle resultiert nämlich nach einer DRG Korrektur gar keine oGVD mehr.

    Diese Sichtweise wird auch mehrheitlich von Kassen und KHS geteilt.

    Letztlich geht es mir darum, die richtige DRG abzurechnen. Taschenspielertricks mag ich nicht, egal von welcher Seite.