Beiträge von Breitmeier

    Hallo Frau Seine,


    der von Ihnen geschilderte Ultraschallbefund schließt eine Eileiterschwangerschaft nicht sicher aus (könnte auch eine Pseudo-Fruchthöhle sein). Die Gynäkologen haben wahrscheinlich eine intakte (neue) Schwangerschaft vermutet, oder?
    Dann wäre m.E. nach DKR 1510 vielleicht die O26.88 bei unspezifischen Beschwerden zu erwägen- wenn man den denkmöglichen Aspekt einer primären Fehlbelegung außen vor ließe.
    MfG

    @ Medicos: Ich denke, genau das ist das Problem. Man kann sich aus der Lebenswirklichkeit eigentlich nicht vorstellen, dass Fango als Einzeltherapie verabreicht wird, oder? Normal sind doch eher 4-5 oder mehr parallele Anwendungen durch einen Masseur (--> Gruppentherapie).
    Die Idee, die Fachgesellschaft zu fragen, ist sicherlich auch nicht schlecht.

    Guten Morgen Herr Sommerhäuser,
    Sie haben natürlich recht, dass die DKR 1521 jetzt minimal überarbeitet wurde und ein "o" trägt, aber der von Ihnen diskutierte Passus der 18 Stunden aktiven Wehensteuerung im KHS steht eben durchgehend in den DKR, seit dem Buchstaben "a". Deshalb meine Vermutung mit der "australischen Herkunft".
    Die entsprechenden Kodes haben seit einigen Jahren schon Erlösrelevanz. "Klare Regeln" sind natürlich relativ, aber im Vergleich mit anderen Regelungsinhalten (z.B. DKR 0201 oder 1001) finde ich diese DKR trotzdem sehr klar und gut umsetzbar.


    Viele Grüße

    Die DKR sind ja ausschließlich dazu geschaffen worden, um die Abrechnung im stationären Bereich zu regeln. Medizinische Belange spielen da an vielen Stellen nur eine untergeordnete Rolle. Deshalb habe ich angenommen, dass es bei Ihrer Frage um eine Abrechnungsfrage ging. Die Kodes waren zumindest bis 2015 erlössteigernd.
    Woher die 18 Stunden kommen, kann ich Ihnen aber auch nicht sagen. Da die DKR 1521 den Buchstabe "a" trägt, ist sie möglicherweise aus Australien übernommen worden?
    Als jahrelanger Kodierpraktiker hinterfrage ich aber solche Definitionen auch in anderen Fällen nicht mehr (s. z.B. Stundenangaben bei DKR 1001- Beatmung). Klare Regeln erleichtern die Abrechung im Massengeschäft, Einzelfallgerechtigkeit wird dabei vom System gar nicht angestrebt und ist über die Summe der Fälle auch entbehrlich.
    Aber abgesehen davon ist ihre Frage aus geburtshilflicher Sicht natürlich durchaus legitim.

    Hallo Herr Sommerhäuser,
    ich denke, bei dieser Frage macht es einem die DKR mal leicht- auch wenn sie dies als Beugung der medizinischen Erkenntnisse im Einzelfall ansehen mögen. Die Selbstverwaltungspartner haben vereinbart, dass eine Geburt nur dann als "protrahiert" abgerechnet werden kann, wenn die aktive Wehensteuerung im Krankenhaus mindestens 18 Stunden gedauert hat (s. DKR 1521a). Andere medizinische Sachverhalte spielen dabei keine Rolle. Das scheint mir auch unter dem Gesichtspunkt "Ressourcenaufwand" sachgerecht, denn der Mehraufwand bei der Entbindung resultiert ja nicht aus der Zahl der vorangegangen Entbindungen ("Multiparität"), sondern der Dauer einer intensiven Begleitung durch Hebammen und Ärzte bei der aktuellen Entbindung.
    Unter medizinischen Gesichtspunkten kann es natürlich auch andere Konstellationen geben, die man als protrahierte Geburt oder auch Geburtsstillstand bezeichnen könnte, aber für Abrechnungszwecke unter DRG- Bedingungen ist m.E. die DKR 1521a verbindlich.

    Moin,
    ich hoffe, alle hatten ein schönes Wochenende.
    Ich wollte mit meiner flapsigen Bemerkung über uns \"bequeme MDK- Gutachter\" eigentlich ein bißchen die Schärfe herausnehmen, verstehe aber weiterhin nicht,warum Sie, Herr Schaffert, ein Problem mit vollständigen Arztbriefen haben? Wenn vom üblichen Procedere abgewichen wird (z.B. ambulant durchführbare OP wird stationär erbracht), warum kann die Begründung dafür nicht schon im Entlassungsbrief stehen? Es ist doch allgemein bekannt, das nur bezahlt wird, was auch dokumentiert wurde...
    Wenn der Arztbrief unvollständig oder schlecht geschrieben wurde, habe ich auch keine Probleme damit, mir die ganze Akte anzusehen, nötigenfalls sogar im Khs. Ärgerlich finde ich es aber, wenn bewußt schlechte Briefe geschriebenwerden, um die Kontrolle durch KK und MDK zu erschweren.


    Bis ein Verfahren vor das Sozialgericht geht, werden ja mehrere Widerspruchsgutachten geschrieben, in die natürlich neben dem Arztbrief weitere Informationen des Khs eingehen. Letztendlich sehe ich das Khs hier auch in einer gewissen Bringschuld: Es möchte seine Leistungen gut vergütet haben, dann müssen diese auch transparent und nachvollziehbar sein..

    Hallo Herr Lueckert,


    kurz vor dem Wochenende will ich Ihnen gerne Recht geben, daß der Arztbrief nicht primär dazu geschrieben wird, um dem MDK die Arbeit zu erleichtern. Deshalb hatte ich auch geschrieben, daß die besonderen Gründe aus dem E- Brief oder den sonstigen Unterlagen hervorgehen sollten. Allerdings sollte der Brief doch die relevanten Sachverhalteenthalten. Wenn eine Therapie unterbrochen wurde oder eine ambulante OP ausnahmsweise stationärdurchgeführt wird, ist dies doch relevant, oder ? Für den Wirtschaftsbetrieb Khs dürfte es sehr relevant sein...
    Ein Rechtsanspruch auf gute oder vollständige Arztbriefe gibt es natürlich leider nicht- im Zuge des Mangels an deutschsprachigen Ärzten im Khs wäre dieser ja auch nicht umsetzbar.
    Da aber selbst MDK- Gutachter bisweilen bequem sind, könnte es beiden Seiten Arbeit, Zeit und Ärger ersparen, wenn die Arztbriefe Besonderheiten aufführen. Sonst müssen wir immer schreiben: OP soll ambulant gemäß § 115b erfolgen, Ausnahmesachverhalte werden nicht mitgeteilt, stat. Behandlung nicht begründet. Sie müssen einen Widerspruch schreiben ( lassen), die Akte kopieren (lassen) und wir müssen alles lesen ( selber!).


    Herr Schaffert hat mit seiner Kritik an den wechselnden med. Sichtweisensicher recht, wobei ich dem Khs nicht vorschreiben möchte, ob es die Pat. übers Wochenende entlässt oder nicht, sondern nur, daß es nicht mehr als eine DRG für einen Behandlungsfall abrechnet.


    Und damit wünsche ich allen ein schönes Wochenende :sonne: , auch den Armen, die -wie meine Frau- noch an diesem Wochenende ärztlich arbeiten müssen.

    Guten


    Morgen!
    Wir neigen wahrscheinlich zu einer selektiven Wahrnehmung, je nachdem auf welcher man steht. Die Khs- Mitarbeiter bekommen sicher


    nur die negativen MDK- Gutachten zu sehen, der MDK erhält seine Fälle von der KK "vorgefiltert" ( jedenfalls sollte es so sein..), so daß


    hier dann in einem relativ hohen Prozentsatz Beanstandungen zu finden sind.
    Ich gestehe Ihnen Herr Rembs gerne zu, daß es medizinische


    Begründungen für eine Unterbrechung der stat. Behandlung gibt, insbesondere bei den zitierten schwer Kranken ( CA- Patienten, HIV...). Dann


    muß diese Begründung aber auch aus dem E-Brief oder den sonstigen Unterlagen hervorgehen.
    In der Mehrzahl der Fälle kann ich aber keine


    medizinische Begründung für ein Fallsplitting erkennen, sondern nur reine Gewinnmaximierung. Typisches Beispiel: Stat. Aufnahme einer Frau


    mit vaginalen Blutungen, Durchführung einer Ausschabung und präoperative Diagnostik, dann Entlassung am Freitag, Wiederaufnahme Montag zur


    Hysterektomie.
    Ich bezweifele auch weiterhin, daß medizinische und Business-Ethik in der Realität wirklich viel miteinander zu tun haben.


    Gerade die Khs in meinem Bereich, die bisher ihre operierten Patienten ( außer die FP )aus "medizinischen" Gründen länger stationär


    behandelten, haben jetzt auffallend kurze/ optimale Liegezeiten. Sollte sich hier unbemerkt wirklich in kürzester Zeit das perioperative


    Management so verbesset haben ??

    Moin !
    Ich möchte mich gleich bei der 1. Stellungnahme bei mydrg als MDK- Gutachter outen, der während der klinischen Tätigkeit einige Jahre Studien zu Ca´s mitbetreut hat. Ich bilde mir ein, auch die andere Seite ( Kh-Arzt) noch nicht vergessen zu haben...
    Bei der Frage, ob abrechnungstechnisch ein Behandlungsfall vorgelegen hat oder nicht, geht es ums Geld, klar. Es geht nicht um Ethik o.ä. Es ist schon ein bißchen zu einfach, wenn die mehrmalige Entlassung und Wiederaufnahme eines Krebskranken mit moralischen Erwägungen begründet wird. Zumal wenn diese "Moral" auch noch zufällig die Einnahmen des Khs erheblich steigert! Das Khs darf doch auch innerhalb der einen DRG den Patienten beurlauben, muß dies dann allerdings auf der Rechnung ausweisen( §8 KHEntgG ).
    Die Begründung des MDK im zweiten Fall ist natürlich sehr dünn. Sofern das Gutachten hier von der Krankenkasse nicht verkürzt wiedergegeben sein sollte, würde ich als KHS mich damit auch nicht zufrieden geben...