Beiträge von Findus

    Hallo,

    letztlich wurde die Oberschenkelamputation sicherlich wegen der fehlenden Heilungsaussicht bei Lagerungsproblemen im Rahmen der Gelenkkontrakturen durchgeführt und weil es bei Immobilität keine "Konsequenzen" für die Pat. hat. Wenn der Stumpf ohne Komplikationen verheilt ist, spricht es m. M. nach dafür, dass die pAVK hier nicht ursächlich war. Bei einer wirklich relevanten pAVK hätte man doch sicher noch angiologisch "was gemacht", um die Durchblutung zu verbessern, außer die Amputation erfolgte eher proximal. Daher m. E. der Dekubitus definitiv als HD zu wählen.

    Hallo Gefäßchirurg,

    sicherlich kann ein Dekubitus an der Ferse oder wie hier über der Patella durch eine pAVK begünstigt oder sogar hauptsächlich mit verursacht werden. Bei nur geringgradiger Arteriosklerose gehe ich mal eher von "begünstigt" aus und nicht von "ursächlich". In dem von ihnen beschriebenen Fall würde ich daher den Dekubitus als HD kodieren. Schließlich sind die Kontrakturen und auch die Immobilität sicherlich auch mit "verantwortlich" zu machen.

    Hallo Herr Thiemann,

    ich sehe den Sachverhalt ebenfalls so, wie von Herrn Sommerhäuser beschrieben. Sie "erhalten" zwar im Endergebnis der zwei Operationen eine Peumektomie, aber trotzdem sind die OPS, welche sie am jeweiligen OP-Tag durchgeführt haben als genau diese anzugeben. Überspitzt gesagt können sie (um mal von der Lunge weg zu kommen) z.B. an fünf aufeinanderfolgenden Tagen jeweils eine Zehenstrahlresektion (pro Tag je einen Zehenstrahl) am gleichen Fuß durchführen. Das Endergebnis für den Pat. wäre letztlich eine Vorfußamputation. Trotzdem müssten sie jeden Tag brav eine Zehenstrahlresektion kodieren, die sie ja tatsächlich durchgeführt haben. Sie können nicht einfach am fünften Tag eine Vorfußamputation kodieren.

    Hallo Gefäßchirurg,

    gerade auf ihr Statement hatte ich gehofft. Nach meiner anfänglichen Skepsis erscheint mir ihre "Variante" immer plausibler und auch der Operateur ist der Meinung, dass ihr Vorschlag den Nagel auf den Kopf trifft. Also danke für die schnelle Hilfe.

    Hallo,


    Auszug aus dem OP-Bericht: "Präparation im Subkutan-/Narbengewebe. Blutstillung... vorsichtige Darstellung des Venen-Bypasses und Präparation seiner Durchtrittsstelle durch die Membrana interossea. Diese ist narbig eingeengt und wird freigelegt und vorsichtig inzidiert, so dass diese Engstelle beseitigt ist. Der Bypass weist eine kräftige Pulsation auf."


    Bisher vom Operateur kodiert HD T81.7 und als Prozedur 5-394.2. Beides halte ich für falsch, da es sich ja scheinbar nicht um eine Komplikation des Bypasses an sich handelt und am Bypass auch nichts revidiert wurde. Leider bin ich hier etwas ratlos was die HD und auch die korrekt Prozedur betrifft und bitte um Hilfe. Danke.

    Hallo C-3PO,

    ich würde mich hier für die T81.0 als HD entscheiden. Die T81.0 ist die Ursache und wurde, lt. ihren Angaben, auch spezifisch behandelt. Die I70.23 kommt m. E. nicht infrage, wenn ASS und/oder Arteriosklerosemittel gegeben wurden, dann könnte man laut Angiobefund sicher eine pAVK dazu kodieren, aber sicherlich ein anderes Stadium. Die I77.1 ist hier m. M. zu unspezifisch.