Beiträge von Kai T.

    Guten Tag,


    unsere Ärzte haben bei Pneumonie durch COVID-19 Virus eine Plasmagabe mit Covid-19 Antikörpern durchgeführt. Es handelte sich um gefrorenes Plasma, welches von Patienten , die COVID-19 überstanden haben, gesammelt wurde. Wie ist diese Antikörpertherapie zu kodieren? Die Transfusion von normalem Plasma (OPS 8-812.6*) bildet diese Therapie nicht ab. Kann hier eine Immuntherapie mit modifizierten Antikörpern (OPS 8-547.1) oder mit nicht modifizierten Antikörpern (OPS 8-547.0) kodiert werden?


    Viele Grüße

    Kai Thiemann

    Guten Tag Hr. Sommerhäuser,

    Ihrer Antwort entnehme ich , dass Sie davon ausgehen, dass wir die Teilschritte nicht kodieren würden. Dem ist nicht so. Selbstverständlich kodieren wir die Teilschritte (Zweizeitigkeit) - nach Teilresektionen in 2 Sitzungen (1.OP Lobektomie des linken Lungenunterlappens sowie eine Teilresektion der unteren 2 Drittel des linken Lungen-Oberlappens, 2.OP Rest-Lobektomie des verbliebenen oberen Drittels des Lungenoberlappens mit Erweiterung Gefäßresektion intraperikardial) kodierte unser Thoraxchirurg statt Resektion des Restlungenoberlappen das Gesamtergebnis Pneumektomie. Mit der Begründung:

    Die bei der 2. Operation durchgeführte Prozedur entspricht in sämtlichen präparatorischen Schritten der Pneumektomie, d. h. der Entfernung des kompletten Lungenflügels. Die Lungenarterie wurde direkt am Abgang aus ihrem zentralen Stamm abgesetzt, wie es nur bei einer Pneumektomie üblich ist. Weiterhin wurde der komplette linke Hauptbronchus abgesetzt, wie es bei einer Pneumektomie üblich ist. Ebenso wurde die obere Pulmonalvene zentral direkt am Abgang des Vorhofes, diesmal innerhalb des Herzbeutels, abgesetzt. Der einzige Unterschied zwischen einer Pneumektomie an einer nicht voroperierten Lunge ist, dass die untere Lungenvene schon abgesetzt war, dies ist im Regelfall jedoch der einfachste Schritt bei einer solchen Operation und mit einem nur geringen Zeit- und Materialaufwand verbunden.

    Wäre, wie von dem Gutachter beschrieben, nur eine Oberlappenresektion durchgeführt worden, so würde dies bedeuten, dass der linke Hauptbronchus stehengelassen worden wäre, dies ist nicht der Fall.

    Ist bei der 2.OP die Peumektomie als Gesamtergebnis der operativen Teilschritte.

    Ist bei der 2.OP die Kodierung der Pneumektomie als Gesamtergebnis der operativen Teilschritte tatsächlich falsch, kann tatsächlich nur die Resektion des restlichen verbliebenen Lungenoberlappens kodiert werden, auch wenn diese Teilresektion das tatsächliche Resektionsausmaß nicht wiedergibt?


    Viele Grüße

    Kai Thiemann

    Guten Tag,


    bei einem Pat. wurde in einer ersten OP eine Lobektomie des linken Lungenunterlappens sowie eine Teilresektion der unteren 2 Drittel des linken Lungen-Oberlappens durchgeführt. Kodiert wurde dies mit 5-324.a1 (Lobektomie Lunge) und 5-323.41 (Segmentresektion Lunge). Aufgrund einer persistierenden Lungenparenchymfistel im Lungenoberlappen links wurde 20 Tage später die Rest-Lobektomie des verbliebenen oberen Drittels des Lungenoberlappens mit Erweiterung Gefäßresektion intraperikardial vorgenommen. Das Gesamtergebnis war also eine Pneumektomie links, kodiert wurde dies in Ermangelung der Kodiermöglichkeit einer zweizeitigen Pneumektomie mit dem OPS 5-328.01 (erweiterte Pneumektomie mit Gefäßresektion intraperikardial).


    Der MDK streicht nun den OPS 5-328.01 (erweiterte Pneumektomie mit Gefäßresektion intraperikardial) und tauscht diesen mit dem neuen OPS 5-325.01 (erweiterte Lobektomie mit Gefäßresektion intraperikardial). Es handele sich bei den zeitlich voneinander getrennten OP-Resultaten einerseits um eine Lobektomie und Segmentresektion, andereseits um eine erweiterte Rest-Lobektomie. Diese operativen Teilschritte müssen einzeln kodiert und dürfen letztlich nicht zusammengefasst als Pneumektomie kodiert werden.


    Meine Frage: Ist die Entfernung einer Lungenseite mit den operativen Teilschritten (Lobektomien, Segmentresektion) zu kodieren, wenn diese an unterschiedlichen OP-Tagen stattgefunden haben? Oder kann ich das Endergebnis (Pneumektomie) kodieren? Was mich dabei verwundert, ist die DRG-Kalkulation dahinter: löscht man alle zeitlich aufwändigeren Zwischenschritte (OPS) und belässt nur das Endergebnis Pneumektomie, verbleibt man in der ursprünglichen DRG. Der Mehraufwand an Material, Personal und Zeit aus den einzelnen Operationen findet sich m.E. nicht im DRG-Ergebnis wieder.


    Viele Grüße
    Kai Thiemann

    Guten Tag!

    Mittlerweile kodiere ich bei einer reinen Bypassthrombektomie nicht mehr die Revision dazu.

    Die Bypassthrombektomie kann spezifisch kodiert werden. Und im engeren Sinne revidiere ich den Bypass ja gar nicht. Ich befreie ihn lediglich von Thromben. Mache ich jedoch zusätzlich etwas am Bypass, (z.B. Behebung einer Abknickung), dann kodiere ich die Revision dazu.

    Vielen Dank für die hilfreiche Antwort.

    Hallo F15.2 (ohne Kaffee geht´s bei mir auch nicht;))!


    Ja, dazu hatte ich auch schon das DIMDI angeschrieben, leider aber noch keine Antwort bekommen. M.E. existiert hier ein Widerspruch zwischen der DKR P013 (Wiedereröffnung eines Operationsgebietes) und dem Hinweis unter den OPS 5-394.1 – 5-394.5 (Revision einer Blutgefäßoperation). Lt. DKR P013 ist die Kodierung des Revisionskodes durch den spezifischen Kode im Organkapitel ausgeschlossen, lt. Hinweis des OPS 5-394* sollen jedoch spezifisch kodierbare Eingriffe gesondert kodiert werden. Ich habe das DIMDI gefragt, in welchen Kodierkonstellationen dann noch die OPS 5-394.1 – 5-394.5 kodiert werden sollen.


    Viele Grüße

    Kai T.

    Guten Tag!


    Ein Patient mit Oberschenkel-Bypass kommt mit Bypassverschluss, welcher aktuell thrombektomiert wird. Der Bypass wird dafür querinzidiert. Leider war das Thrombektomie-Manöver direkt an der Prothese, d.h. in den Grenzen des verschlossenen Bypasses (OPS 5-380.73 Thrombektomie Arterien Oberschenkel, Gefäßprothese) nicht erfolgreich, so dass versucht wurde, retrograd von distal an den Verschluss im Bypass heranzukommen. Die alte OP-Narbe wurde dafür nach distal erweitert und es wurde nun auch im distalen Gefäßverlauf in der A. femoralis superficialis (OPS 5-380.70) und A. profunda femoris (OPS 5-380.71) thrombektomiert. Es wurde also über den Bypass hinaus im Bereich natürlicher arterieller Gefäße operiert. Wir haben zusätzlich zu den genannten OPS 5-380.7* den Kode 5-394.2 (Revision einer Blutgefäßoperation: Revision eines vaskulären Implantates) kodiert.


    Der MDK streicht uns hier den Revisonskode 5-394.2 mit Bezug auf DKR P013 (Wiedereröffnung eines Operationsgebietes) und SEG 373 (Thrombektomie, Prothesenbypass). Danach ist ein ReOP-Schlüssel nicht zu verwenden, wenn die durchgeführte Operation mit Wiedereröffnung des OP-Gebietes durch einen spezifischen Kode im betreffenden Organkapitel kodiert werden kann. Danach darf der OPS 5-394.2 neben dem OPS 5-380.73 nicht kodiert werden, da der Text des OPS 5-380.73 mit dem beinhalteten Wort „Gefäßprothese“ impliziert, dass in einer vorangegangenen Operation eine Gefäßprothese eingebracht worden sein muss, ergo die Revision einer solchen Gefäßprothese bereits im OPS-Text enthalten ist, ergo jede Folgeoperation an der Prothese eine Revisionsoperation ist.


    Gilt das auch für diese Fallkonstellation, wenn zusätzlich zum eigentlichen Bypass auch in den anliegenden Gefäßabschnitten operiert wurde, d.h. über die alten Bypassgrenzen hinweg?


    Vielen Dank für Ihre Antworten.

    Kai Thiemann

    Guten Tag!


    Der MDK streicht uns in 2 Fällen die Nebendiagnose D65.0 (Afibrinogenämie). Diese haben wir bei laborchemisch belegter Hypofibrinogenämie im Sinne eines erworbenen Fibrinogenmangels nach Blutverlust kodiert, was im alphabetischen ICD unter D65.0 auch so aufgeführt ist.


    Im 1.Fall kam es postoperativ zu einer derangierten Gerinnung mit Ausbildung eines Retroperitonealhämatoms mit Hämoglobinabfall und einhergehender Verlustkoagulopathie (Thrombozytenabfall, Fibrinogenabfall). Das Fibrinogen betrug 131 mg/dl bei einer Norm von 200-400. Das Hämatom wurde ausgeräumt, intraoperativ wurden 7 EK, 3 TK und 3x Plasma (beinhaltet u.a. Gerinnungsfaktor I Fibrinogen) transfundiert. Es kam zum suffizienten Anstieg von Hb, Thrombozyten und Fibrinogen (intraoperativ 164 mg/dl). Weiterhin wurde Tranexamsäure zur Behandlung von Blutungen bei Hyperfibrinolyse gegeben. Laborkontrollen der Gerinnung (Quick, INR, PTT) haben stattgefunden. Der MDK streicht die D65.0, da nur ein leicht erniedrigter Fibrinogenwert vorläge. Der Blutverlust mit einhergehendem Verlust von Gerinnungsstoffen entspräche nicht einer D65.0, zumal keine Gabe von Fibrinogen erfolgte. Die Gabe von Blutprodukten wäre nur zur Behandlung der postoperativen Blutung erfolgt und diese wäre bereits über die D68.8/ U69.12! (sonst. n.bez. Koagulopathie mit Blutung/ temporäre Blutgerinnungsstörung) abgebildet.

    Im 2.Fall kommt es bereits ambulant postoperativ zu einer intraabdominale Blutung mit 1 Liter Blutverlust, was zur Notaufnahme in unsere Klinik führt. Bei Aufnahme ist das Fibrinogen mit 181 mg/dl erniedrigt zum Normwert. Hier erfolgt die sofortige Hämatomausräumung (ca. 1 Liter Blut). Pat. erhält intraoperativ 1g Fibrinogen. Postoperativ ist das Fibrinogen normwertig mit 247 mg/dl. Der Quick ist erniedrigt (61%), es liegt eine Thrombozytopenie 136 u. 142 Tsd./µl vor. Postoperativ kommt es zu einem Hämatothorax mit Hämatomausräumung Pleurahöhle (erneut ca. 1 Liter Blutverlust). Insgesamt also 3 Liter Blutverlust. Der MDK streicht die D65.0 und ersetzt diese durch D68.4 (erworbener Mangel an Gerinnungsfaktoren). Eine Afibrinogenämie wäre den Laborwerten nicht zu entnehmen.


    Hat der MDK recht? Könnte alternativ zur D65.0 eine D65.2/ U69.12! (erworbene Fibrinolyseblutung/ temporäre Blutgerinnungsstörung) kodiert werden? Wie bewerten Sie das Thema?


    Vielen Dank und viele Grüße

    Kai Thiemann

    Hallo E_Horndasch,

    Zitat

    die mir bekannten Sozialgerichtsurteile (SG Würzburg und SG Meiningen) zur der Konstellation (Malignom als Zufallsbefund bei eigentlich chirurgischer Aufnahme) sehen das Malignom als HD.

    Haben Sie dazu freundlicherweise die Aktenzeichen?

    Vielen Dank an alle für die bisherigen Antworten.