Beiträge von McClane

    Guten Tag,


    unter I63 Hirninfarkt steht als incl. Verschluss und Stenose zerebraler und präzerebraler Arterien () mit resultierendem Hirninfarkt.

    Frage dazu:

    Kann ich zusätzlich hier die Behandlung geschädigter präzerebraler Arterien angeben, aus deren Erkrankung der vorhandene Hirninfarkt (Mediainfarkt) nicht resultierte?


    Also bspw. I63.4 plus

    I65.0

    I65.1

    I66.2 ?


    Vielen Dank für Ihre Rückmeldungen


    Gruß


    Mc.

    Hallo Smyri


    In der Einleitung der DKR heißt es:

    Die DKR gliedern sich in Allgemeine Kodierrichtlinien und Spezielle Kodierrichtlinien. Der erste Teil enthält allgemeine Richtlinien zur Kodierung von Diagnosen und Prozeduren. Es werden Begriffe wie Haupt- und Nebendiagnose definiert und Hinweise zur Verschlüsselung von Prozeduren gegeben. In den Speziellen Kodierrichtlinien werden besondere Fallkonstellationen beschrieben, die entweder der konkreten Festlegung dienen oder bei denen aus Gründen der DRG-Logik von den Allgemeinen Kodierrichtlinien abgewichen werden muß.

    Für die Kodierung der Adhäsiolyse ist eine Spezielle Kodierrichtlinie 1102a definiert worden:

    Die Lösung abdomineller Adhäsionen kann eine aufwändige „Hauptprozedur" oder eine im Rahmen einer anderen Prozedur mit durchgeführte Begleitprozedur („Nebenprozedur") sein. Auch wenn Adhäsionen im Verlauf einer anderen Bauchoperation gelöst werden, kann der Vorgang im Einzelfall relevanten Aufwand verursachen. Dann ist ein Diagnosekode (z. B. Peritoneale Adhäsionen) für die Adhäsion und ein Prozedurenkode aus 5-469.1 Bridenlösung oder 5-469.2 Adhäsiolyse für die Lösung der Adhäsionen anzugeben.

    Nach dieser Speziellen Kodierrichtlinie ist also auf zwei Dinge zu schauen:

    1. Ist irgendwo eine Adhäsiolyse beschrieben? War das die Hauptprozedur? Oder wurde die Adhäsiolyse im Rahmen einer anderen Prozedur durchgeführt ?
    2. Gibt es relevanten Aufwand?

    Kondensiert werden kann das Problem auf den „relevanten Aufwand". Wenn „relevanter Aufwand" getrieben wurde, ist die Prozedur kodierbar. Ob dies „im Rahmen einer anderen Prozedur" bei der Eröffnung, auf dem Weg hin zu einer Läsion, auf dem Rückweg oder sonstwann zwischendurch durchgeführt wurde, ist für die Kodierung ohne Bedeutung. Die Spezielle Kodierrichtlinie schlägt die sonst geltende Idee der monokausalen Kodierung. Das wird vom MDK gelegentlich nicht beachtet...


    Früher gab es mal die Linie, daß alles größer Null Aufwand ist. Hier ist das komplizierter. Es muß relevanter Aufwand sein....


    Gruß


    Mc

    Hallo Herr Horndasch,


    dieses Problem ist nur über eine Änderung der besonderen Kodierrichtlinien zu lösen. Hier sollte ein Antrag eingereicht werden, nachdem die Kodierung von Metastasen obligat und unabhängig von der Erfüllung der Nebendiagnosen-Kriterien erfolgt. Dann erst wird im System unterscheidbar, wie der Aufwand mit den tatsächlich vorhandenen und nicht nur mit den behandelten Metastasen variiert. Dies dürfte die Abbildung der Aufwände deutlich verbessern. Auch auf der Intensiv-Station.


    Gruß


    Mc.

    Liebes Forum,

    die SEG-4 teilt auf ihrer Website mit, daß 69 von deren Kodierempfehlungen im Schlichtungsausschuß anhängig sind.

    Frage: Hat sich dieser Ausschuß schon konstituiert? Wer ist ggf. dort Mitglied? Falls nicht: wann ist eine Aufnahme der Arbeit des Gremiums zu erwarten?


    Gruß


    Mc.

    Liebe Mitstreiter,


    die respiratorische Insuffizienz ist in unserem Haus mit fast 100 internistischen Betten häufig, auf die Intensivstation zur Abgabe einer arteriellen BGA läuft nur sehr selten jemand. Die J96.00 wird hier festgemacht an den Werten der Pulsoxymetrie.


    Mich irritiert, daß die Diskutierenden hier durchgängig unkritisch das Kriterium BGA akzeptieren. Der Foka hatte hier einen Dissens eingetragen. Im MSD Manual steht dazu: "Der Sauerstoffgehalt im Blut kann ohne Entnahme einer Blutprobe mithilfe einer Elektrode gemessen werden, die an einen Finger oder ein Ohrläppchen angelegt wird – das entsprechende Verfahren wird Pulsoximetrie genannt.

    Die Untersuchung einer Blutprobe aus einer Arterie bestätigt die Diagnose der respiratorischen Insuffizienz, wenn sie eine gefährlich niedrige Sauerstoffsättigung und/oder einen bedrohlich hohen Kohlendioxidgehalt des Blutes aufzeigt." Und die Deutsche Sepsis-Gesellschaft legt ihrer Definition eine Umrechnungstabelle von Pulsoxymetrie zur BGA bei und macht damit klar, daß die Pulsoxymetrie ausreichend ist.

    Wo - außer beim MDK - steht geschrieben, daß es eine BGA zur Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz braucht? Haben sich in den 15 Jahren nach Erstellung dieser sehr umstrittenen Kodierempfehlung dazu mal Fachgesellschaften positioniert?


    Gruß


    Mc.

    Liebe Mitlesende


    ich brauche mal eine Interpretationshilfe:

    In dem OPS 8-987.13 Komplexbehandlung MRE sind neben den 2 Stunden Aufwand auch noch spezifische Inhalte bestimmt.

    Dort steht z. B.:

    Es muss ein dokumentierter durchschnittlicher Mehraufwand von mindestens 2 Stunden täglich während der Behandlungstage mit strikter Isolierung entstehen.


    Dazu gehören neben den oben beschriebenen Maßnahmen z.B.: Antiseptische Ganzkörperwäsche, bei intakter Haut mindestens täglich.

    Dazu gehören neben den oben beschriebenen Maßnahmen z.B.: Mindestens tägliche lokale antiseptische Behandlung der betroffenen Areale (z.B. Rachen- oder Wundsanierung; antiseptische Sanierung anderer betroffener Körperteile/Organe)


    Ist jetzt diese Ganzkörperwaschung und die lokale antiseptische Behandlung nur eine von mehreren Möglichkeiten, diese 2 Stunden zu füllen?

    Oder muß in den 2 Stunden bei intakter Haut mindestens einmal täglich so eine antiseptische Ganzkörperwäsche und auch noch eine lokale Behandlung durchgeführt werden?


    Gruß


    Mc

    Liebe Mitlesenden,


    das ist ein uraltes Thema. Der MDK hat dazu vor vielen Jahren mal ein Grundsatzgutachten erarbeitet. Und dessen Ergebnisse werden jetzt solange weiter umgesetzt, bis die Kassen häufig genug vor Gericht verloren haben.

    Wenn Sie häufiger mit dem Thema zu tun haben, sollten Sie sich mit Ihren Anwendern, Kardiologen oder Neurologen hinsetzten und mit denen zusammen eine schriftliche Begründung für die Intervention ausarbeiten, am besten mit ein paar Literaturstellen.


    Wir haben diese Anfragen nur noch selten, deshalb ist mein Textblock dazu nicht mehr auf dem neuesten Stand.

    Aber ich stelle Ihnen den hier mal zur Diskussion und zur Weiterverwendung zur Verfügung. Damit haben Sie dann schon mal einen Anfang.


    Event-Recorder Stroke

    Vorhoffflimmern ist ein wichtiger Risikofaktor für den Schlaganfall, der abzuklären und ggf protektiv zu behandeln ist.

    Etwa jeder fünfte ischämische Schlaganfall ist Folge einer kardialen Embolie bei Vorhofflimmern. Ein VHF erhöht die Gefahr des Schlaganfalles etwa um den Faktor 5. Mit VHF assoziierte Schlaganfälle sind oft fatal, und die überlebenden Patienten sind im Mittel schwerer beeinträchtigt und haben ein höheres Risiko für einen Rezidiv-Schlaganfall. Patienten mit paroxysmalem VHF haben dabei ein gleich hohes Risiko wie Patienten mit permanentem VHF (siehe Leitlinie Sekundärprophylaxe ischämischer Schlaganfall 2015)

    Das Langzeit-EKG reicht zur Detektion nicht aus.

    Die aktuellen Leitlinien zum Schlaganfall empfehlen zur Erkennung eines Vorhoffflimmerns derzeit eine 24-Stunden-EKG-Monitor-Überwachung in einer Stroke Unit und darüber hinaus weitere Diagnostik nach Ermessen des Arztes. Mit wachsender Beobachtungsdauer steigt hier auch die Sensitivität, ein Vorhofflimmern zu diagnostizieren. Die CRYSTAL-AF-Studie zeigte u.a., dass bei Patienten mit einem Event-Rekorder die erste Vorhofflimmer-Episode im Mittel erst nach 35 Tagen vorlag. Ferner hatten 8% der Patienten ihre Episoden über max. 6 Minuten, 19% zwischen 6 und 60 Minuten. Mit einem Langzeit-EKG würden damit von den relevanten Fällen nur ein Bruchteil erfasst.

    Auch die ASSERT-Studie (Evaluation in Pacemaker Patients Trial) konnte den Nutzen von langen EKG-Aufzeichnungen aufzeigen. Hierbei erfolgte ein Langzeit-Monitoring über implantierte Schrittmacher oder ICDs bei Patienten ohne Vorhofflimmern in der Anamnese: In zehn Prozent der Fälle wurde Vorhofflimmern von mehr als sechs Minuten Dauer aufgezeichnet; und zwar bereits innerhalb der ersten drei Beobachtungsmonate – also in einem Zeitraum, in dem die Schlaganfallnachsorge noch nicht zum Tragen kommt. Die erste Episode von Vorhofflimmern trat im Mittel nach 35 Tagen auf – ein Umstand, der bessere Ergebnisse der implantierbaren gegenüber den (temporär) externen Eventrecorder erwarten lässt. Prospektiv untersucht zeigte sich, dass auch subklinische Episoden von Vorhofflimmern einen 2,5-fachen Risikoanstieg für Schlaganfälle oder systemische Embolien mit sich bringen.

    Diese Ergebnisse wurden 2019 in der Übersichtsarbeit: Duration of Implantable Cardiac Monitoring and Detection of Atrial Fibrillation in Ischemic Stroke Patients: A Systematic Review and Meta-Analysis von G. Tsivgoulis et al bestätigt.

    Und mit zunehmender Tragedauer sinkt die Compliance für das Holter-EKG ganz erheblich, sodass hier die implantierbaren Eventrecorder die bessere Alternative darstellen. Praktisch funktioniert eine externe Langzeit-Ableitung schon wegen der abfallenden Elektroden und der Verkabelung kaum länger als 1-2 Tage..

    Differenzierung wichtig für die Wahl der Behandlung!

    Die Differenzierung nach möglicher Ursache ist für die Entscheidung über die mögliche Prophylaxe sehr wichtig. Denn es profitieren von der Antikoagulation nur solche Patienten, bei denen das VHF nachgewiesen wurde. Eine generelle Antikoagulation ist nicht sinnvoll. (NAVIGATE-ESUS, RESPECT-ESUS etc.).

    Bei nachgewiesenem VHF folgt Antikoagulation: Leitlinie 2015!

    Gelingt es jedoch, den Verdacht auf Vorhofflimmern zu bestätigen, hat dies erhebliche Konsequenzen für die Sekundärprävention: Während die Leitlinien für Schlaganfall-Patienten ohne Vorhofflimmern Plättchenhemmer wie ASS oder Clopidogrel empfehlen, schützt die gleiche Strategie nicht mehr ausreichend, wenn zusätzlich ein Vorhofflimmern vorliegt – in diesem Fall sprechen die Leitlinien eine klare Empfehlung für eine orale Antikoagulation aus. (Apart from the positive results with aggressive antiplatelet therapy (either DAPT or ticagrelor), a breakthrough in 2017 was the publication of the Cardiovascular Outcomes for People Using Anticoagulation Strategies (COMPASS) trial). Siehe auch: Anand SS, Bosch J, Eikelboom JW, Connolly SJ, Diaz R, Widimsky P, et al. Rivaroxaban with or without aspirin in patients with stable peripheral or carotid artery disease: an international, randomised, double-blind, placebo-controlled trial. Lancet 2017;Nov. 10. [Epub]. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(17)32409-1.

    Tsivgoulis bestätigte diese Erkenntnisse: "ICM emerges as an extremely useful diagnostic tool to identify those patients with occult AF within the heterogeneous group of ESUS or CS patients [58]. Therefore, prolonged monitoring could have a substantial impact on the secondary prevention of CS patients with underlying AF, leading to prompt anticoagulant initiation and lower stroke recurrence [59]"

    Die Umsetzung: beispielsweise in Form des Birmingham 3-step management pathways

    Früh einsetzende Therapie erhält kognitive Leistungsfähigkeit!

    Menschen mit Vorhofflimmern entwickeln seltener eine Demenz, wenn sie gerinnungshemmende Medikamente einnehmen. Dies zeigt eine schwedische Studie mit fast einer halben Million Patienten. Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen – rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland sind davon betroffen. Diese Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall oder Demenz. Eine frühzeitige Behandlung mit oralen Antikoagulanzien, wozu beispielsweise in Deutschland das Medikament Marcumar (Wirkstoff: Phenprocoumon) und die neueren, sogenannten NOAKs zählen, senkt nicht nur das Schlaganfallrisiko dieser Patienten, sondern kann auch ihre kognitive Leistungsfähigkeit bewahren und sie vor Demenz schützen, betonen die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN).


    Gruß


    Mc.

    Guten Tag,


    wir haben vermutlich alle die Erfahrung gemacht, daß der MDK im ersten Aufschlag immer die Vitien aus der Kodierung streicht, so daß dann dezidiert argumentiert werden muß. Ist jemand von Ihnen mit einer Argumentation, wie hier vom Münsterländer ausgeführt, erfolgreich vor dem SG gewesen?

    Trägt die Argumentation mit Vor- und Nachlastsenkung durch Diuretika (die ohnehin gegeben oder neu angesetzt wurden) vor dem SG ?


    Gruß


    Mc.

    Guten Tag,


    ich möchte dieses Thema nochmal wiedereröffnen.


    Wenn Sie als andere Operation am Darm eine Adhäsiolyse 5-469.2 durchführen, dann gibt es an dieser Stelle einen Hinweis, daß seromuskuläre Übernähungen im Kode enthalten sind.

    Wenn Sie als eine andere Rekonstruktion des Darmes eine Naht 5-467.0 machen, dann finden Sie dort so einen Hinweis nicht. Und es gibt dort auch keinen Hinweis, daß für die Naht das Lumen eröffnet gewesen sein muß.

    Ergo kann die Serosanaht z. B. bei inkarzerierter Hernie mit dem Kode 5-467.0- abgebildet werden.


    Gruß

    Mc.

    Liebe Mitdenkende,


    die Schwere der Tumorerkrankung nimmt zu mit Befall der Lymphknoten und mit Ausbildung von Metastasen.

    Die Patienten entwickeln weitere Begleiterkrankungen, sind in schlechterem AZ, brauchen mehr Pflege etc.

    Deshalb reicht eigentlich die Kodierung nur mit der Hauptdiagnose Tumor xy nicht hin, um die Erkrankung zu beschreiben und den Fall gemäß seines Aufwandes richtig einzuordnen.

    Eine Hinzunahme der Sekundärmanifestationen zur vollständigen Beschreibung des Krankheitsbildes wird aber regelmäßig vom MDK abgelehnt, wenn keine spezifischen, auf diese Sekundärmanifestationen gerichteten Maßnahmen erfolgen. Nach Meinung des MDK sind der beginnende Tumor ohne Metastasen und der Tumor im Endstadium mit vielen Metastasen gleich abzubilden, sollte ein auf die Metastasen gerichteter Aufwand nicht darlegbar sein.

    Wie gehen Sie mit diesem Problem um?

    Und wäre es angebracht, an dieser Stelle die speziellen Kodierrichtlinien zu ändern?


    Gruß


    Mc.

    Guten Tag,


    Komplikationen offener Wunden werden mit T89.0 verschlüsselt.

    Aber wie werden Komplikationen zugenähter, also sekundär geschlossener Wunden verschlüsselt? Ist die Infektion eine Woche nach Naht weiterhin eine Komplikation einer offenen Wunde? Oder handelt es sich um eine Frühkomplikation eines Traumas T79.4 (Posttraumatische Wundinfektion) ?


    Gruß


    Mc.