Beiträge von DRGist

    Liebe Forumskolleginnen und -kollegen,


    ich greife diesen Thread nochmals auf, da wir festgestellt haben, dass man auch für den Katalog 2018 mit der vom InEK im Abschlussbericht dargelegten Berechnungsmethode zur Sachkostenkorrektur in manchen Fällen nicht auf das ausgewiesene Katalog-Relativgewicht kommt. Als Beispiel sei die DRG T60E aufgeführt:

    • Die durchschnittlichen Sachkosten betragen laut Report-Browser 277,24 €. Geteilt durch die Größe "Berech60" (=3212,19 €) ergibt sich ein Sachkosten-RG in Höhe von 0,086.
    • Die Personal- und Infrastrukturkosten betragen zusammen 2917,78 €. Geteilt durch den Korrekturwert (=2932,96 €) ergibt ein anteiliges RG von 0,995.
    • Beide Teilgewichte addieren zusammen auf ein Gesamt-RG von 1,081, was deutlich von der Katalog-Bewertungsrelation 1,072 abweicht

    Eine denkbare Erklärung wäre, dass die durchschnittlichen Fallkosten pro Kostenmodul, die im Report-Browser ausgewiesen werden, noch die Anteile für über Zusatzentgelte vergütete Leistungen enthalten. Die Ermittlung der Bewertungsrelationen hätte demzufolge auf der Basis einer modifizierten Kostenmatrix stattgefunden, die jedoch nicht veröffentlicht ist - zumindest nicht im Report-Browser. Allerdings müsste dann das Nachvollziehen der BWR-Berechnung anhand der Report-Daten bei fast allen DRGs zu mehr oder weniger großen Abweichungen führen. Insofern kommt mir dieser Erklärungsansatz wiederum nicht sehr plausibel vor.


    Eventuell gibt es auch neben den DRGs mit gezielter BWR-Absenkung noch eine zweite Liste mit DRGs, die von der Sachkostenkorrektur ausgeschlossen sind?


    Vielleicht kann ja jemand hier Licht in das Dunkel bringen :/.


    Viele Grüße,
    B. Liebemann

    Hallo dotcom99,


    da wir gerade ein Tool für derartige Simulationen entwickeln, habe ich diese Problematik bereits vor kurzem für ein nicht-universitäres 1000-Betten-Haus durchgespielt. Im Ergebnis führte die Änderung von 8-98f zu 8-980 dort zu einem Verlust von im Mittel ca. 0,33 Casemix-Punkten (gerechnet über alle Fälle mit intensivmedizinischer Komplexbehandlung), wobei der Effekt in kleineren Häusern möglicherweise anders ausfällt... Wenn Sie Interesse an dem Simulations-Tool haben, können Sie mich gerne per PN kontaktieren.


    Viele Grüße,

    B. Liebermann

    Liebe Forenteilnehmer,


    wie schätzen Sie die Nebeneinander-Kodierung von T86.11 und Z94.0 ein? Hintergrund der Frage ist, dass Z94.0 in einigen Basis-DRGs (z.B. G67) als komplizierende Diagnose gewertet wird, nicht jedoch die T86.1.-. Gegen eine parallele Kodierung spricht, dass die Funktionsverschlechterung des Transplantates natürlich den Zustand nach Nieren-Tx bereits impliziert und die Z94.0 somit keine zusätzliche Information zur Kodierung beisteuert. Für eine parallele Kodierung hingegen spricht, dass die durchgeführte Immunsuppression allein durch den Z.n. Tx bedingt ist, während andere Maßnahmen wie die Diurese, Calciumantagonisten etc. eher auf die eingeschränkte Nierenfunktion zielen (egal ob transplantiert oder nicht). Auch das Exklusivum unter Z94 ("Exkl. Komplikationen bei transplantiertem Organ oder Gewebe") spricht m.E. eher für die gleichzeitige Kodierung.


    Ideal wäre es natürlich, wenn das InEK nächstes Jahr einfach die entsprechenden T86.-Kodes den relevanten Z94-Kodes gleichstellen würde.
    Für Ihre Einschätzung des Sachverhalts schon vorab vielen Dank!


    Schöne Grüße,
    B. Liebermann

    Hallo tweetyCo,


    zu Tight Rope habe ich bei Arthrex nur etwas im Zusammenhang mit Sprunggelenksfrakturen gefunden?! Meinen Sie das hier: Distal Biceps Repair with Tension Slide? Eine Osteosynthese scheint mir dabei nicht im Spiel zu sein, von daher halte ich 5-855.02 für ausreichend (bzw. 5-855.03, falls man als Lokalisation die Insertionsstelle (Radius) wählen mag). Können Sie vielleicht noch einen Auszug aus dem OP-Bericht posten? Vielleicht wird dann klarer, warum Sie auf den Osteosynthese-Kode hinaus wollen...


    Schöne Grüße,
    B. Liebermann

    Guten Tag,


    wir sind uns hier unsicher, wie mit folgender Fallkonstellation zu verfahren ist:


    1) KH A: 01.05. - 07.05.
    2) KH B: 07.05. - 10.05.
    3) KH A: 10.05. - 28.05. +3 Tage
    4) KH C: 28.05. - 10.06.
    5) KH A: 10.06. - 24.06. +13 Tage zu 3) ABER +34 Tage zu 1)


    Sind nur die Fälle 1 und 3 zusammenzuführen, oder muss auch der 5 Fall mit einbezogen werden? Letzterer wurde 13 Tagen nach Verlegung ins Krankenhaus C nach A zurückverlegt. Allerdings sind seit der ersten Verlegung ins Krankenhaus B bereits 34 Tage vergangen.


    Anders gefragt: Bezieht sich der Satz aus §3 Absatz 3 FPV

    Zitat

    Prüffrist ist immer die des ersten Falles, der die Fallzusammenführung auslöst.

    nur auf die im Satz unmittelbar zuvor beschriebene Konstellation der "kombinierten Fallzusammenführung":

    Zitat

    Kombinierte Fallzusammenführungen wegen Rückverlegung in Verbindung mit Wiederaufnahmen sind möglich.

    ???


    Oder gilt die Einschränkung der Prüffrist auf den ersten Fall auch bei mehreren konsekutiven Verlegungen mit Rückverlegung?


    Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
    B. Liebermann

    Hallo Rambazamba,


    da der Fallpauschalenkatalog für das Jahr X immer auf den Daten des Jahres X-2 beruht, können neu eingeführte Kodes erst im dritten Jahr nach Einführung erlöswirksam werden. Eines der jüngsten Beispiele hierfür ist die aufwändige intensivmed. Komplexbehandlung 8-98f, die 2013 in den OPS-Katalog eingeführt wurde, jedoch im Fallpauschalenkatalog erst seit 2015 berücksichtigt wird. In den Jahren 2013 und 2014 wurden die neuen Kodes aus 8-98f wie Kodes aus 8-980 gewertet.


    Wenn neue Leistungen schneller bei der Vergütung berücksichtigt werden sollen kann dies nur auf dem Weg einer NUB-Vereinbarung geschehen.


    Schöne Grüße,
    B. Liebermann

    Hallo Rambazamba,


    eine Fallzusammenführung findet immer erst nach Abschluss des zweiten Aufenthaltes statt. Erst einmal muss jeder Aufenthalt für sich kodiert und gegroupt werden. Der Aufnahmegrund 'Wiederaufnahme wg. Komplikationen' wird für den zweiten Aufenthalt vor der Fallzusammenlegung angegeben und im Aufnahmedatensatz nach §301 an die Krankenkasse übermittelt. Der Aufnahmegrund des zusammengelegten Falls ist dann wie Sie korrekt vermuten der des ersten Aufenthaltes.


    Schöne Grüße,
    B. Liebermann