Beiträge von phlox

    kodierer2905 :
    Wiese verstehen sie das nicht; eingangs wurde beschrieben: Sono am Aufnahmetag, Uterusvergrößerung, Folge CT, Bestätigung des Tumors, OP; dieser Tumor verursachte auch noch direkt den Harnstau (im Sinne eines Symptoms) und daher mittelbar die Verschlechterung der wohl bestehenden Niereninsuffizienz (kein direktes Symptom), ergo Tumor lag bei Aufnahme vor und wurde diagnostiziert, nach Analyse hat er also den Aufenthalt (nicht die Aufnahme an sich) ebenso veranlasst, wie die multifaktorielle Niereninsuffizienz.


    Die Anwendung der Malignom DKR ist immer etwas fragwürdig, denn einerseits Voraussetzung:
    " Die Reihenfolge der anzugebenden Kodes hängt von der Behandlung während des betreffenden Krankenhausaufenthaltes ab. "
    - ergo Uterustumor, aber dann nähere Ausführungen:
    "Erfolgt die Aufnahme zur Diagnostik/Behandlung des primären Malignoms, ist das primäre Malignom als Hauptdiagnose-Kode zuzuweisen."
    - hier Fokus auf Aufnahme nicht Aufenthalt, daher nicht anwendbar, denn Aufnahme erfolgte nicht zur Behandlung/Diagnostik des Tumors und daher gilt:
    " War der Aufnahmegrund weder die maligne Erkrankung noch die Chemo-/Strahlentherapie, so ist die Hauptdiagnose gemäß DKR D002 zu wählen."
    - damit bleibt Niereninsuffizienz oder bei Akzeptanz zweier mgl. HD doch der Tumor.


    Natürlich ist das eine Anwendung der DKR, die nicht unbedingt von MDK/Kasse und Gericht nachvollzogen werden wird, aber nach meiner Auffassung eine am Wortlaut orientierte Anwendung.


    Sonst wäre ja der Satz : "Die nach Analyse festgestellte Hauptdiagnose muss nicht der Aufnahmediagnose oder Einweisungsdiagnose entsprechen." weitgehend sinnlos und das australische System würde zutreffen: Hauptdiagnose gleich Aufnahmediagnose!


    Grüße

    Hallo miteinander,


    nach meiner Auffassung ist die Kausalkette außerhalb des Kreuz-Stern Systems bzw. der Symptom- Grundkrankheit- Kodierung nicht anzuwenden.
    Es ist zu prüfen, welche Krankheiten den Aufenthalt (nicht die Aufnahme allein) verursacht haben? Hier die Niereninsuffizienz und nach Diagnostik der Ursachen der NI auch der Uterustumor, beide lagen bei Aufnahme vor. Beide allein hätten die vollstationäre Behandlung verursacht. Damit sind die Voraussetzungen für zwei mögliche Hauptdiagnosen gegeben und der Tumor hat bei OP mehr Ressourcen verbraucht.
    Ich würde es nur anders sehen, wenn z.B. der Tumor erst mehrere Tage nach Aufnahme gesucht worden wäre bzw. eine Therapie desselben nicht erforderlich gewesen wäre.
    Die Begründung, dass der Tumor als Ursache (Kausalkette) die Niereninsuffizienz verursacht habe und deshalb HD sei, ist meines Erachtens mit den DKR nicht belegt. Oder soll hier die NI /Harnstauung als Symptom des Uterustumors angesehen werden? Die Harnstauung vielleicht noch, die NI als länger bestehende multifaktorielle chronische Erkrankung sicher nicht.


    Grüße von der Küste

    Okay,


    unter Berücksichtigung der Ausführungen des DIMDI zum Aufbau des ICD :
    "Die unter einer Kategorie des Systematischen Verzeichnisses aufgeführten Bezeichnungen sind nicht abschließend; sie dienen als Beispiele für den Inhalt der Kategorie und als Hinweise für deren Umfang und Abgrenzung. Dabei werden sog. Vorzugsbezeichnungen verwendet."
    wäre die Blutung ein typischer Fall für die D68.33, aber nicht abschließend. Damit ist die Blutung aber keine zwingende Voraussetzung für die Kodierung.


    Es hilft doch immer , sich mal wieder die Basics anzusehen. Danke.

    Hallo miteinander,


    machen wir hier die Rostocker Diskussion auf!


    Das Urteil folgert konsequent aus dem Wortlaut der DKR:
    "
    Kodierung
    Wenn eine maschinelle Beatmung die obige Definition erfüllt, ist


    ...
    3) Bei ist ein Kode aus
    8-711
    anzugeben.
    Die HFNC Methode ist unter 8-711 mit 8-711.4 eingruppiert, ergo Beatmung.


    Was meines Erachtens im Urteil nicht berücksichtigt wird, ist
    a. die Bedingung unter Kodierung: Wenn eine maschinelle Beatmung die obige Definition erfüllt: tut das die HFNC Methode (doch eher nicht, auch wenn es Arbeiten gibt, die hier einen entstehenden Überdruck beschreiben)
    b. die zusätzlichen Ausführungen im Spezialfall CPAP:
    Die Dauer der Atemunterstützung mit kontinuierlichem positivem Atemwegsdruck (CPAP) ist bei Neugeborenen und Säuglingen bei der Ermittlung der Beatmungsdauer zu berücksichtigen. (hier explizit Beschränkung auf CPAP- aber ist eben nur die weiterführende Klärung bei CPAP)


    Im Ergebnis bleibt das Urteil logisch korrekt, wenn die einleitende Bedingung- Definitionserfüllung einer "Beatmung"- gegeben ist. das ist nach meiner Auffassung nicht so, aber ich bin weder Pädiater noch Betäuber.


    Ich denke, hier ist eine Klarstellung in den DKR zu erwarten.


    @ Erwin Horndasch: ich hätte gerne die Infos /PN

    D68.33 Hämorrhag. Diathese durch Cumarine - also Blutungsneigung durch Cumarine; verlangt begrifflich zunächst mal keine aktive Blutung, aber ICD beschreibt weiter:


    Blutung bei Dauertherapie ... excl. Dauertherapie ohne Blutung Z92.1


    daher nach ICD klare Abgrenzung - mit Blutung D68, bei Ihnen keine Blutung also keine D68, ergo Z92.1


    plus die Therapie (Substitution Faktoren ... - ps. warum PPSB wenn keine Blutung und nicht Vit K, bzw nur Absetzen Cumarine?), also die Therapie ist schon eine Prophylaxe- die der Blutung!


    Ich habe früher immer die D68.4 bei dieser Konstellation (Quick runter plus Therapie mit Vit K... ) propagiert, nur Absetzen des Cumarins Z92.1, aber durch das Exclusivum Z92.1 unter D68.4 ist das nicht mehr so richtig vertretbar!
    Auch wenn dieses Excl. erst 2016 in den Katalog gekommen ist würde ich mich nicht darauf versteifen.


    Schließlich muss auch die Z92 die ND-Definition erfüllen, also Aufwand, ob dies nun Absetzen oder Gegensteuern ist!


    Hier also streng genommen nur die Z92.1- kodierbar, da Sie keine Blutung haben, aber eine Gefahr derselben und aktiv die Dauertherapie mit Cumarinen beenden - ND Aufwand bei Dauertherapie mit Cumarinen Z92.1-
    da sie auch noch Faktoren geben (PPSB), ggf. zusätzlich Z29.8 als Prophylaxe?, sicher beides nicht erlösrelevant und da liegt der Hase im Pfeffer.

    Hallo KodiGR,


    ich stimme Ihnen zu, dass keine Beschreibung dafür existiert. Sicher geht man davon aus, dass zumindest ein SBH beim beatmeten Patienten am Tag möglich sein sollte!
    Die Vorgabe bei fehlenden Werten den Normalwert anzunehmen, gilt hier formal nicht, würde aber in den meisten Fällen dazu führen, dass Sie einen normalen PaO2 durch den FiO2 teilen müssen, was einen Wert von >200 ergeben sollte.
    Pragmatisch wäre es also an diesen Tagen bei belegter DRG- Beatmung die 6 Punkte anzuwenden. Die 5 TISS Punkte nehmen Sie ja auch mit.
    Mehr Punkte können Sie nicht beweisen, da ein Wert fehlt. Auch wenn Sie theoretisch mit Normalwerten (paO2 von 100 mm Hg) und einem FiO2 über 0,5 unter 200 kommen würden.