Beiträge von o.martini

    Liebes Forum,
    gem. §9 Abs.3 AOP-Vertrag werden z.B. die Sachkosten für Implante und Narkosegase auf Einzelkostenbasis erstattet, sofern deren Bezugspreis > € 15,00 übersteigt.
    Wie sieht der Abzug in der Praxis aus?
    Wird der Abzug für jede Artieklgruppe vorgenommen, wie es im Leitfaden der DKG steht? D.h. Abzug jeweils von € 15,00 bei den Herniennetzen und den Narkosegasen = Abzugssumme € 30,00?
    Oder erfolgt der Abzug von € 15,00 einmalig von der Summe für die erstattungsfähigen Sachkosten (analog dem Abrechnungskommentar von Thomas Kolb aus dem Baumann Verlag)?


    Für Infos aus dem Abrechnungsaltag würde ich mich freuen.


    Freundliche Grüße


    Oliver Martini

    Hall Frau Jessner,
    die Vakuumbiopsie wurde 2005 in den EBM als Zuschlagsziffer zur Mammographie in den EBM aufgenommen: 34271 \"Zuschlag zu der Leistung nach der Nr. 34270 für die präoperative Markierung unter radiologischer Kontrolle bei nicht tastbarem Befund und/oder Mammastanzbiopsie unter radiologischer Kontrolle bei nicht tastbarem Befund.\" In der Leistungsdefinition heißt es \"Mittels definierter Zielgeräte (z. B. Mammotome)\"
    Die Sachkosten für die Mammotome® ST Nadeln und die MicroMarkâ„¢ Clips werden gem. Abschnitt I Punkt 7.3 des EBM 2000 Plus separat erstattet. Genaue Regelungen zur Kostenerstattung werden von den jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung definiert.


    Nicht in allen KV-Bezirken wurden die Vakuumbiopsienadeln in den zweiseitigen Katalog erstattbarer Sachkosten aufgenommen. Daher muss z.B. in Bayern ein Kostenübernahmeantrag bei der Krankenkasse beantragt werden.


    Da die Leistung nicht in den AOP-Katalog aufgenommen wurde, benötigt der Krankenhausarzt eine Ermächtigung, die in der Regel erteilt wird, da eine flächendeckende Versorgung in den meisten KV-Bezirken nicht sichergestellt ist.


    Einige Krankenkassen argumentieren, dass auch eine klassische Stanzbiopsie ausreichen würden. Bei leitliniengerechter Indikationsstellung stellt aber nicht die Stanzbiopsie, sondern die offene Biopsie die Alternativmethode dar. Dieses bedeutet jedoch für die Patientin eine größere Intervention und die Krankenkasse höhere Kosten.


    Freundliche Grüße


    Oliver Martini