Beiträge von Blaschke

    Schwierige Frage, ist m. W. noch nicht näher beleuchtet worden. Man kann das natürlich so sehen, denn das Inklusivum mit Langschaft- und Tumorprothese muß nicht unbedingt abschließend sein, und wenn man die Tumorendoprothese als Sonderprothese mit Zusatzkode 5-829.c kodiert, warum dann nicht auch die modulare Endoprothese? Auf der anderen Seite könnte man natürlich sagen, daß der Mehraufwand für die modulare Endoprothese über den Zusatzkode abgebildet ist und daher die Kodierung der Sonderprothese nicht mehr gerechtfertigt ist. Kurzum, das ist in sich nicht konsistent und bleibt dann der eigenen Argumentationskraft gegenüber MDK/vor dem SG überlassen. Aber so weit waren Sie sicherlich auch allein gekommen. Vielleicht hat kann noch jemand anderes hierzu ein paar Überlegungen beitragen?


    Viele Grüße,


    V. Blaschke

    Wenn ich mich recht erinnere, gab es Kollegen, die die Resektion des Hüftkopfes bei der TEP als Knochendefekt angesehen haben, das wurde dann entsprechend durch den Hinweis ausgehebelt. Aus meiner Sicht stellt ein frakturbedingter Defekt, weil sich Fragmente nicht mehr fixieren lassen, sehr wohl einen Defekt im Sinne der Modularität dar, denn diese Defekte begründen ja gerade, warum eine Standardprothese nicht mehr ausreicht.


    V. Blaschke

    Das kommt ja nicht ganz unterwartet. Der Unterschied zwischen stationär und teilstationär liegt in der medizinischen Notwendigkeit der Übernachtung. Wenn man das konsequent anwendet, wird es in einigen Fachgebieten eng. Daß in der Realität kaum ein tagesklinisches Angebot existiert, ist eine Wiederholung der nicht vorhandenen ambulanten Alternative, aber das hat das BSG schon vor langer Zeit ausgehebelt.


    V. Blaschke

    Ich glaube, man (aber wer, wenn nicht die heißgeliebte Selbstverwaltung?) muß mal entscheiden, welchen Sinn das Abrechnungssystem erfüllen soll. Eine einfache, praktikable Lösung wäre die Definition der HD, die diejenige Diagnose bestimmt, die den Patienten ins Haus bringt. Nicht ganz unproblematisch, aber doch weitestgehend handhabbar und wegen der Fehler-DRGs wohl auch ökonomisch vertretbar.


    Will man eine dem Einzelfall gerechte Vergütung, nimmt man diejenige Diagnose, die den höchsten Aufwand verursacht hat. Dann muß es aber bitteschön auch egal sein, ob die schon bei der Aufnahme vorgelegen hat oder nicht, denn welche Rolle spielt es im hier entschiedenen Fall für den Aufwand, ob das Karzinom schon bei Aufnahme vorgelegen hat oder nicht?


    Das BSG hat in dem zitierten Urteil übrigens ausgeführt: " Hauptdiagnose im Sinne der DKR (2005) D002d als Teil der Allgemeinen Kodierrichtlinien ist die Diagnose, die bei retrospektiver Betrachtung objektiv nach medizinisch-wissenschaftlicher Erkenntnis die Aufnahme zur stationären Behandlung erforderlich machte"





    Ich wäre da vorsichtig. Es ist eine Einzelentscheidung eines Sozialgerichts, mehr nicht. Die hat, soweit mir bekannt, die gleiche allgemeine Verbindlichkeit wie die Empfehlungen der SEG IV oder des FoKA...

    Wie steht es denn dann mit dem Beispiel 1 der DKR D002?


    Dort wird ausgeführt: "Entscheidend für die Auswahl der Hauptdiagnose sind die Umstände der Aufnahme. Somit ist der Myokardinfarkt die Hauptdiagnose, weil dieser die Aufnahme hauptsächlich veranlasste."

    Viele Grüße,

    V. Blaschke

    Ich habe bisher noch keine einzige Rechnungsprüfung durch die Beihilfe erlebt, darf ich mal fragen, auf welche Kollegen die Beihilfe zur Prüfung zurückgreift? Spannende Konstellation, ich bin auf den Ausgang gespannt!


    Viele Grüße aus Rostock,


    V. Blaschke