Beiträge von medman2

    Hallo Stephan,


    verwechseln Sie möglicherweise cerebral mit cranial? Nach meinem Verständnis sind präcerebrale Arteien solche, die vor dem Hirn liegen, cerebrale solche die im Hirn liegen bzw. dieses unmittelbar versorgen, z.B. A. cerebri media.


    Meines Erachtens ist die beidseitige Stenose der A. carotis interna mit I65.3 zu kodieren. Bei der Formulierung "Verschluss und Stenose mehrerer und beidseitiger präzerebraler Arterien" stehen die "und" im Sinne von und/oder, wie eigentlich schon die Formulierung

    • "I65.2 - Verschluss und Stenose der A. carotis"

    zeigt. Denn es ist nicht gemeint, dass sowohl ein Verschluss wie auch eine Stenose vorliegt. Selbiges gilt für "mehrerer und beidseitiger".


    Formal ist das in DKR D015 unter„"Und” in Titeln" geregelt.


    Viele Grüße


    Medman2

    Hallo Herr Berbuir,


    mir als juristischem Laien bereitet die Begründung des BSG im Hinblick auf die Ausführungen zum immateriellen Recht erhebliche Verständnisprobleme.


    Vom LSG wurde die Revision nicht zugelassen. Ist irgendwo ersichtlich, weshalb der vermutlich erhobenen NZB stattgegeben wurde?


    Grundlage der Entscheidung des BSG kann nach meinem Verständnis doch nur sein, dass die seinerzeit strittige F01.1 unzutreffend kodiert wurde. Diesbezüglich bedarf es aber einer entsprechenden - positiven - Tatsachenfeststellung des LSG. Das LSG hat hierzu aber keine Entscheidung getroffen (Hessisches LSG vom 26.2017 - L 8 KR 400/14 - vorletzter Absatz):

    • "Dies bedurfte keiner weiteren Aufklärung durch den Senat, da es für den ursprünglich geltend gemachten Rückzahlungsanspruch der Klägerin hierauf nicht mehr ankam!"

    Laut BSG vom 9.4.2019 - B 1 KR 3/18 - R-Nr. 30:

    • " Das LSG hat nicht festgestellt, dass die Voraussetzungen der Kodierung der Nebendiagnose F01.1 neben dem übrigen von der Beklagten Kodierten im Fall der Versicherten erfüllt waren. Hieran ist der erkennende Senat mangels durchgreifender Verfahrensrügen (§ 163 SGG) gebunden."

    Muss die Anforderung nicht sein, dass nach LSG-Feststellung die Voraussetzungen nicht erfüllt waren?


    Viele Grüße


    Medman2

    Hallo Herr Breitmeier,


    es besteht meines Erachtens ein allgemeiner Informationsbedarf zur Prüfung der - ich nenne es mal - "Liegedauer".


    Wie ich einem Ihrer Posts (#18) entnehme, gibt es zwei verschiedene Fragestellungen:

    • Frage nach der oGVD (von Ihnen so bezeichnet),
    • Frage nach sekundärer Fehlbelegung (von Ihnen so bezeichnet).

    Dabei ist für mich der Unterschied nicht ersichtlich.


    Können Sie das bitte einmal ausführlicher erläutern? Der bundeseinheitliche Fragensatz ist zumindest mir nicht bekannt. Ich gehe davon aus, dass das anderen auch so geht.


    Viele Grüße


    Medman2

    Hallo Rokka,

    HD war der Primärtumor und er hatte inital auch auch eine neurolog. Symptomatik bei cererbaler Ischämie.

    Primärtumor Pankreascarcinom mit neurologischer Symptomatik bei cerebraler Ischämie (!) verstehe ich nicht.


    R18 auf jeden Fall als Nebendiagnose. Wenn Sie den Aszites z.B. zytologisch untersucht haben und eine peritoneale Metastasierung bekannt ist, dann ist auch die Peritonealcarcinose kodierbar.


    Viele Grüße


    M2

    Hallo,


    zur Bestimmung des Harnstoffs können sie auch den Harnstoff-Stickstoff (BUN) bestimmen. Dieser Wert ist mit 2,14 zu multiplizieren, um den maßgeblichen Harnstoff-Wert zu erhalten.


    Wenn in Ihrem Labor Harnstoff (BUN) bestimmt wurde, müssen Sie entsprechend umrechnen.


    Der genannte Referenzbereich von 15 - 40 mg/dl spricht allerdings eher dafür, dass bei Ihnen unmittelbar der Harnstoff bestimmt wurde, mithin keine Umrechnung mit dem Faktor 2,14 erforderlich/statthaft ist.


    Das müssten Sie überprüfen.


    Viele Grüße


    Medman2

    Hallo Rokka,


    das in dem Post von 2005 erwähnte Inklusivum gibt es offensichtlich nicht mehr (s. aktuelle ICD-Version). Sie könnten sich jetzt der Mühe unterziehen und anhand der Jahresversionen des ICD forschen, seit wann nicht mehr. Das bringt Sie aber nicht weiter. Daher können Sie R18 kodieren.


    Zur zweiten Frage: Es handelt sich um die ggf. erforderliche Kodierung eines Symptoms als Hauptdiagnose bei einer bekannten Tumorerkrankung. Dazu sind die entsprechenden Ausführungen unter der DKR 0201 ("Wenn sich ein Patient mit einem Symptom vorstellt ...") einschlägig. Nach diesen ist es nicht maßgebend, dass keine Tumorbehandlung im Sinne von -therapie erfolgte, sondern, dass "ausschließlich das Symptom behandelt wurde", d.h. auch keine anderen Erkrankungen behandelt wurden.


    Viele Grüße


    Medman2

    Hallo Herr Breitmeier,


    1. Im Voraufenthalt wurde der Port bei Infektion entfernt und die Wunde offen gelassen. Wahrscheinlich habe ich das nicht hinreichend deutlich dargestellt.

    Man lässt Wunden offen, um kein Fortschreiten der Infektion zu provozieren (die sekundäre Wundheilung ist die sicherste). Es geht aber nicht um den Voraufenthalt.


    2. Im jetzigen Aufenthalt ist die - trotzdem - fortschreitende Infektion (Phlegmone) nicht als Folge der Voroperation (im Sinne einer Wundinfektion nach primärer Naht, wie sie bei jeder Operation auftreten kann) anzusehen. Die fortschreitende Infektion in Form der Phlegmone ist als Komplikation der Portimplantation zu werten. Die Patientin hatte übrigens auch noch eine Leukopenie nach Chemotherapie.


    Ich hoffe, die Grundsituation ist jetzt ein wenig klarer.


    Der Umstand, dass es sich formal um zwei unterschiedliche Kodes handelt, ist nicht relevant. Beide Erkrankungen sind zwei verschiedene Ausprägungsformen einer/der Infektion. Der Schlichtungsspruch knüpft nicht an formale, sondern an inhaltliche Kriterien.


    Offen gestanden habe ich Probleme mit dem Schlichtungsspruch. Er ist in sich redundant, was nicht unzulässig ist. Das Ausschlusskriterium, dass "keine anderen Erkrankungen" behandelt werden dürfen, kann ich nur in o.g. Weise interpretieren.


    Wie verstehen Sie denn die Formulierung, dass "keine anderen Erkrankungen" behandelt werden dürfen?


    Viele Grüße


    M2

    Hallo Herr Breitmeier,

    ich verstehe Ihre Argumentation nicht, vielleicht denke ich aber auch an Ihnen vorbei.

    Hallo Medman2,


    Ich bin weiterhin anderer Meinung, weil es sich z.B. in Ihrem Beispiel nur um die Komplikation der Komplikation des Ports handelt.

    Diesbezüglich könnte ich Ihnen folgen, wenn der Port primär z.B. wegen einer Okklusion explantiert worden wäre und sich im Gefolge dieser Operation eine Infektion einstellt. Wenn jedoch, wie hier, der Port wegen einer Infektion explantiert wird und diese Infektion im Gefolge fortschreitet (Phlegmone), dann ist das m.E. keine "Komplikation der Komplikation". So hatte ich Ihren Post #4 auch verstanden:

    Die Implantation eines Ports ist eine Form der Tumortherapie, die Entzündung mit Portentfernung ist eine Komplikation derselben - aber die Therapie dieser Komplikation ist für mich dann eine andere Stufe, die nicht mehr per Schlichtungsspruch geregelt wird sondern von der DKR.

    Zu

    Falls aber der Schlichtungsspruch einschlägig wäre, müsste danach auch die Phlegmone als HD kodiert werden, weil keine Tumor(folgen) behandlung erfolgt ist.

    Der Schlichtungsspruch bezieht sich nicht nur auf "Tumor(folgen)" sondern ausdrücklich auch auf die Behandlung "eine[r] einzelne[n] [...] Komplikation [...] als Folge einer Tumortherapie".

    Es erscheint redundant, dass im Tenor des Schlichtungsspruches für die unmittelbare Anwendung die Fälle ausgeschlossen werden, bei denen weitere Maßnahmen im Zusammenhang mit der Tumorerkrankung durchgeführt werden, weil dann ja schon nicht mehr "eine einzelne Erkrankung" behandelt wird. Im Weiteren wird dann erläutert, dass dies eben auch gilt, wenn "andere Erkrankungen" behandelt werden.

    Somit wäre die unmittelbare Anwendbarkeit des Tenors nicht mehr gegeben.


    Es heißt aber dann im Weiteren:

    • "Die Begrenzung der Anwendbarkeit des Satzes 1 der Auslegungsregel [Anm: z.B. Tumorbehandlungsfolgeerkrankung als HD] auf Fälle, in denen lediglich eine einzelne [...] Komplikation als Folge der Tumortherapie [...] behandelt wird, dient somit dem Zweck, die fortgesetzte Behandlung des Tumors unter der Hauptdiagnose des Malignoms nicht zu verändern." (Hevorhebung durch Verfasser)

    Daraus ergibt sich für mich, dass bei Vorliegen der Ausschlusskriterien (z.B. Behandlung weiterer Erkrankungen neben der Behandlung einer Tumortherapiefolgeerkrankung) die Behandlung unter der Hauptdiagnose des Malignoms zu kodieren ist.


    Viele Grüße


    Medman2

    Hallo Herr Breitmeier,


    das wurde in Ihrem vorherigen Statement noch anders dargelegt:

    ... Die Implantation eines Ports ist eine Form der Tumortherapie, die Entzündung mit Portentfernung ist eine Komplikation derselben - aber die Therapie dieser Komplikation ist für mich dann eine andere Stufe, die nicht mehr per Schlichtungsspruch geregelt wird sondern von der DKR.

    Ich denke, dass der Schlichtungsspruch nicht selten unberücksichtigt bleibt, obwohl er einschlägig ist.

    Es wird in der Kodier-Realität anders gelebt, weil es günstiger ist, erscheint mir nicht überzeugend. Auch wie wir das "durchziehen", ist unerheblich. Es geht um die Frage, was die richtige Kodierung ist.


    Viele Grüße


    M2

    Hallo werte Mitstreiter,


    ich freue mich über die Resonanz, insbesondere weil der Schlichtungsspruch eigentlich kaum in diesem Forum diskutiert wurde.


    ... Tumortherapie ist die Chemo und nicht der Port ...

    Hallo Rokka,

    zur Tumortherapie gehört auch die Implantation eines Ports (s. S. 6 des Schlichtungsspruches). Von daher liegt eine Folge der Tumortherapie vor, sodass der Schlichtungsspruch eine diesbezügliche Aussage macht.


    Ich schließe mich Herrn Breitmeier und rokka an.


    Es wurde laut Fallbeispiel nur "eine einzelne Erkrankung (oder Komplikation) als Folge der Tumortherapie" behandelt, damit ist auch laut Schlichtungsspruch die Infektion/Phlegmone HD.

    Hallo Herr Da Silva,


    zunächst hat Herr Breitmeier dargelegt, dass die Situation nicht mehr vom Schlichtungsspruch erfasst sei. Das sehe ich anders (s. Post #5).

    Unabhängig von der Erfassung der Situation durch den Schlichtungsspruch kann es jedoch auf ein und dasselbe Ergebnis hinauslaufen.


    Ja, es wurde nur eine einzelne Erkrankung (oder Komplikation) als Folge der Tumortherapie behandelt. Gleichwohl ist nicht diese Erkrankung zu kodieren, da weitere Erkrankungen behandelt wurden (Diabetes und Hypothyreose). Und in diesem Fall wäre laut Schlichtungsspruch wieder der Tumor zu kodieren (S. 4 des Schlichtungsspruches):

    • "Weiterhin ist Voraussetzung, dass ausschließlich eine einzelne Erkrankung oder Komplikationen als Folge des Tumors oder der Therapie - und nicht weitere Folgeerkrankungen oder andere Erkrankungen - während des stationären Aufenthaltes behandelt werden." (Hervorhebung durch Verfasser)
    • "Die Begrenzung [...] dient somit dem Zweck, die fortgesetzte Behandlung des Tumors unter der Hauptdiagnose des Malignoms nicht zu verändern."

    Aber vielleicht gibt es andere Sichtweisen?


    Viele Grüße


    M2

    Hallo Herr Breitmeier,


    der Schlichtungsspruch bezieht sich auf die Situation (Leitsatz 4. Zeile), dass

    • "eine einzelne Erkankung (oder Komplikation) als Folge einer Tumortherapie [...] behandelt" wird

    (Hervorhebung durch Verfasser).


    Deswegen macht der Schlichtungsspruch eine Aussage zum eingangs geschilderten Fall.


    Viele Grüße


    M2

    Hallo Herr Breitmeier,


    außerhalb des konkreten Aufenthalts erfolgt noch eine Tumortherapie, d.h. die Tumortherapie ist insgesamt noch nicht abgeschlossen.

    ... Für mich wäre in diesem Fall der Schlichtungsspruch nicht mehr einschlägig, weil es sich um eine postoperative Komplikation handelt, wobei die OP schon nicht mehr Bestandteil der Tumortherapie war. ...

    Die Implantation eins Ports zur Chemotherapie ist doch Teil der Tumortherapie, daraus erwachsende Komplikationen sind damit Folgen einer Tumortherapie.

    Vielleicht muss ich zur Falldarstellung ergänzen, dass der Port wegen einer Infektion explantiert wurde, die Wunde wurde offen gelassen. Im Weiteren stellte sich dann o.g. Phlegmone ein, deretwegen die aktuelle Aufnahme erfolgte.


    Viele Grüße


    M2