Beiträge von medman2

    Hallo Zwart,


    ad hoc teile ich Ihre Auffassung nicht. Zwar ist die Begündung, die Operation an einem Implantat (T82.5) erfordere immer die Wiedereröffnung eines Operationsgebietes, nicht stichhaltig, weil es nicht auf den ICD ankommt.


    Die DKR P013 bestimmt jedoch:


    "Bei der Wiedereröffnung eines Operationsgebietes zur

    • Behandlung einer Komplikation
    • Durchführung einer Rezidivtherapie
    • Durchführung einer anderen Operation in diesem Operationsgebiet

    ist zunächst zu prüfen, ob die durchgeführte Operation mit Wiedereröffnung des Operations­gebietes im OPS durch einen spezifischen Kode im betreffenden Organkapitel kodiert werden kann, wie z.B.:


    5-289.1 Operative Blutstillung nach Tonsillektomie

    5-821.12 Wechsel einer Femurkopfprothese in Totalendoprothese, nicht zementiert".

    Gerade das zweite Beispiel ist doch analog zu Ihrem Fall. Weil es somit einen spezifischen Kode [wohlgemerkt OPS, nicht ICD!] mit Wiederöffnung gibt, ist die nachfolgende Regelung

    "Gibt es keinen spezifischen Kode, dann ist die durchgeführte Operation zusammen mit einem Kode [..] für die Reoperation anzugeben"

    nicht anzuwenden.


    Auch die o.g. Entscheidung des LSG Mecklenburg-Vorpommern - L 6 KR 93/17 vom 18.3.2021 wird Ihnen da nicht weiterhelfen.


    Viele Grüße


    M2


    ... Schwierig finde ich es aber, wenn - wie in meinem Fall - mit der begonnenen antibiotischen Therapie keine Besserung eintritt. Zumal die Verdachtsdiagnose "bakterielle Pneumonie" in meinem Fall nicht ärztlich gestellt (=im Arztbrief/anderer ärztlicher Dokumentation dokumentiert) ist

    Hallo FBR,


    maßgeblich ist, dass behandelt wird wie, nicht dass ein Erfolg erzielt wird. Solange das Nichtansprechen nicht ausdrücklich als Beleg dafür genannt wird, dasss keine bakterielle Pneumonie vorgelegen hat, ist dies ohne Auswirkung auf die Kodierung.


    Auch wenn eine bakterielle Pneumonie nicht ausdrücklich im Arztbrief benannt ist, zeigt die antibiotische Behandlung, die ja regelhaft ärztlich angeordnet ist, welche Genese unterstellt wurde.


    Wenn allerdings wie in Ihrem Beispiel eine Bronchopneumonie ausdrücklich benannt wird, ist die m.E. mit J18.- zu kodieren.

    Interessanterweise wird beim Kodieren ja der Organbezug bevorzugt, obwohl mir dazu keine konkrete Anweisung in den DKR bekannt ist.


    Nebenbei, auch eine Bronchopneumonie ist zumeist bakteriell bedingt.


    Viele Grüße


    M2

    Hallo Zwart,


    das sehe ich auch so.


    Mir hat im Verständnis geholfen, dass sich die sogenannte "kombinierte Fallzusammenführung" (§ 3 Abs. 3 S. 2 FPV) nicht grundsätzlich auf drei zu betrachtende Fälle bezieht. Eine "kombinierte Fallzusammenführung" liegt dann vor, wenn sowohl ein Zusammenführungstatbestand aus § 2 FPV ("Wiederaufnahme") als auch aus § 3 Abs. 3 FPV ("Rückverlegung") vorliegt.

    Das ist wichtig bei der Interpretation der Fallbeispiele der Vertragspartner zur "kombinierten Fallzusammenführung" in Abgrenzung zur Fallzusammenführung bei "gewöhnlicher Fallzusammenführung".


    In beiden von Ihnen oben dargelegten Konstellationen handelt es sich nicht um eine "kombinierte Fallzusammenführung".


    Viele Grüße


    M2

    Der Abwertungswettlauf für ärztlich- pflegerische Komplexleistungen ist vom BfArm eröffnet.

    Hallo Herr Breitmeier,

    man kann die Ausführungen des BfArm trotz teilweise widersprüchlich erscheinender Aussagen auch dahingehend verstehen, dass ausufernden Interpretationen im Hinblick auf die vorzuhaltenden Personalressourcen Einhalt geboten wird. Das hat mit "Abwertungswettlauf" nichts zu tun.

    Und die Verdichtung der Arbeit für die armen Kolleg#innen, die der Klinikträger für 24/7 an 365 Tagen benennt, wird die Freude am Beruf auch nicht zwingend erhöhen. Völlig im Regen stehen natürlich die KHS, die an guter Qualität interessiert sind und z.B. mehr als eine weitergebildete Pflegekraft in der Geriatrie einsetzen X(

    Klinikträger verdichten übrigens nicht willkürlich die Arbeit. Ihnen bleibt aufgrund immer weiterer, sogenannter Qualitätsanforderungen gar keine andere Wahl. Bei leergefegtem Arbeitsmarkt sind entsprechend qualifizierte Kräfte auch nicht verfügbar.

    Den von Ihnen bemitleideten "armen Kolleg#innen" könnte durch eine realitätsnahe Ausrichtung von Qualifikationsanforderungen wie auch durch eine Intrepretation selbiger mit Augenmaß Hilfe zuteil werden.


    Viele Grüße


    M2

    Hallo BW,

    sorry, aberFacharztstandard ist keineswegs gleichzusetzen mit Anwesenheit eines Facharztes.


    Allgemein ist bei jeder ärztlichen Behandlung Facharztstandard gefordert. Das bedeutet, dass z.B. ein im Vordergrund tätiger Assistenzarzt, der nicht Facharzt ist, diesen Facharztstandard durch seinen Kenntnisstand zu gewährleisten hat, insbesondere auch dadurch, dass er in zutreffender Einschätzung seiner Fähigkeiten ggf. auf einen Facharzt zurückgreifen kann und zurückgreift.


    Das ist im Übrigen das Prinzip, unter dem jeder Facharzt seine Facharztreife erworben hat. Ich gehe davon aus, dass das auch für Sie zutrifft.


    Viele Grüße


    M2

    Hallo C-3PO,


    kann Ihre Einschätzung nachvollziehen.


    Allerdings wurde das Glenoid nicht rekonstruiert, sodass die eingebrachte humerale Prothese, auch wenn es sich technisch um eine Prothese handelt, lediglich als Platzhalter fungiert. Deswegen ist m.E. 5-825.8 + Einbringen von Abstandshaltern 5-829.9 zutreffend.

    Gäbe es, wie in der GOÄ, eine Analogabrechnung, wäre es die 5-825.10. Gibt es aber nicht.


    Die Zweit-OP wäre m.E. lediglich mit 5-825.x zu kodieren, weil eine Totalendoprothese (Ihr vorgeschlagener Kode 5-825.k) nicht vorliegt.


    Viele Grüße


    M2