Beiträge von medman2

    Hallo Herr Wegmann,


    formal geht es beim SchlaBu-Beschluss nur darum, ob die Folge eines Tumors oder einer Tumorbehandlung als Hauptdiagnose zu kodieren ist, was hier nicht der Fall ist, weil auch noch Metastasen behandelt wurden.


    Die Aufnahme erfolgte nicht nur zur Therapie der Metastasen, sondern auch zur Therapie anderer Tumor(therapie)folgen. Daher ist nicht "automatisch" die Metastase HD.


    Es erfolgte keine Therapie des Primärtumors, sodass m.E. die Bestimmung "konkurrierende HD "(Beispiel acht) nicht einschlägig ist.


    Im Ergebnis führt das m.E. dazu, dass der Primarius HD ist, weil für jeden Krankenhausaufenthalt zur Behandlung der Neubildung und zu notwendigen Folgebehandlungen sowie zur Diagnostik als HD anzugeben.


    Viele Grüße


    M2

    Hallo Herr Pietzcker,


    das Abweichen des BfArM vom "Standardverständnis" einer Begrifflichkeit ist nicht glücklich und wird für Verwirrung sorgen. Sicher steht dahinter ein Zweck.

    Das BfArM könnte aber auch festlegen, dass eine bestimmte Erkrankung nur bei Blondhaarigen zu kodieren ist.


    Ausrufezeichensekundärkodes sind nun einmal vom Grundsatz her optional (D012), d.h. nicht verpflichtend.


    Davon ausgenommen sind die obligat zu kodierenden Ausrufezeichenkodes (D012 Tabelle 2), die immer angegeben werden müssen, wenn sie denn zutreffen (übrigens laut Rechtsprechung auch ohne Aufwand).


    Insbesondere aufgrund der historischen Entwicklung der DKR kann das "obligat"auch anders verstanden werden (s. Hinweis von Herrn Horndasch). Allerdings scheidet eine historische Auslegung laut BSG aus.


    Viele Grüße


    M2

    Hallo Herr Winzer,


    das Urteil hatte ich auch im Auge.


    Mir geht es aber um die Frage, ob die vertretene Auffasung ansonsten zutreffend ist.


    Der von Herrn Horndasch wiedergegebene richterliche Hinweis, es sei ja nicht klar, ob genau die Komplikation in einem anderen Umfeld aufgetreten wäre und wenn ja auch ein anderes KH für die Behandlung der Komplikation in Frage hätte kommen können, ist völlig sachfern. Wenn man betrachtet, wie weit laut Rechtsprechung Komplikationen zu einer Fallzusammenführung führen, wenn Sie innerhalb der oGVD liegen und außerdem den Grundgedanken des fiktiven wirtschaftlichen Alternativverhaltens berücksichtigt. Das kann nicht nur in eine Richtung gehen.


    Kennt jemand dazu ein Urteil, z.B. bei oGVD-Überschreitung mit Komplikationen ohne Warten auf einen Rehaplatz?


    Viele Grüße


    M2

    Moin,


    Also wenn innerhalb der oGVD stationär behandlungsbedürftig, kann nicht gestrichen werden; der MD meint hier wohl vom Schreibtisch aus den Patientenzustand besser beurteilen zu können, aber anscheinend hatten die Klinikkollegen wohl doch einen Grund ihn noch zu behandeln, und siehe da richtig getan...plötzlich Komplikation, (vllcht. nicht unerwartet? ohne jetzt genaueres zu wissen).


    Diesen fiktiven Faden mal weitergesponnen: Wenn Pat. vor oGVD entlassen worden wäre, hätte er dann erneut aufgenommen werden müssen. Können wir dann entsprechend einem fiktiven Alternativverhalten eine gesonderte DRG für die eingetretenen Komplikation abrechnen.

    Hallo rokka,


    nein, Patient wartete bei Überschreiten der oGVD auf eine Reha-Platz. Die Komplikationen traten danach ein.


    Eine FZF oberhalb der oGVD kommt nur bei Wechsel medizinische/operative Partition in Betracht, die hier nicht vorlag.


    Viele Grüße


    M2

    Hallo werte Foristen,


    ich habe hier einen Fall, bei dem eine Überschreitung der oGVD um 20 Tage eintrat. Zum Zeitpunkt des Eintritts der oGVD lag keine unmittelbar medizinische Behandlungsbedürftigkeit mehr vor, sofern man die ausstehende Bereitstellung eines Rehaplatzes nicht dazu zählt.

    4 Tage nach Erreichen der oGVD-Grenze traten Komplikationen ein, die für sich stationär behandlungsbedürftig waren.


    Im Rahmen der Streichung der oGVD-Tage wiesen wir auf o.g. Sachverhalt hin. Vom MD wird eingewandt, diese Komplikationen seien unbeachtlich, da aus der Sicht ex ante zu beurteilen sei (wohl nach dem Motto, wenn Pat. vor Erreichen der oGVD-Grenze entlassen worden wäre, wären diese Komplikationen von uns auch gar nicht zu behandeln gewesen).


    Ich habe von dieser Argumentation im Forum schon einmal gehört, kann sie aber nicht finden. Gibt es dazu Gedanken von den Foristen?


    Diesen fiktiven Faden mal weitergesponnen: Wenn Pat. vor oGVD entlassen worden wäre, hätte er dann erneut aufgenommen werden müssen. Können wir dann entsprechend einem fiktiven Alternativverhalten eine gesonderte DRG für die eingetretenen Komplikation abrechnen.


    Viele Grüße


    M2

    Hallo Alter Ego,


    meine Kritik zielt darauf ab, dass in dem zitierten MD-GA "nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf Erfolg" mit "Nachweisen auf Leitlinienniveau" gleichgesetzt wird.


    Das ist m.E. nicht sachgerecht.


    Ich bin kein Spezialist für Cytosorb! Mit einem einzelnen Artikel können Sie aber alles beweisen und auch widerlegen. Immerhin sind die von Ihnen genannten Referenzen zwischen 9 und 14 Jahre alt.


    Viele Grüße


    M2

    Hallo Herr Winzer,


    mit dem "Nikolas-Urteil" ist der "Nikolaus-Beschluss" des Bundesverfassungsgerichts vom 6.12. (daher Nikolaus)2005 gemeint.


    Die Argumentation geht fehl, weil "Evidenz auf Leitlinienqualität" nach der inzwischen bestehenden Rechtslage nicht erforderlich ist. Unterstellt, dass bei Ihnen das Verfahren als ultima ratio bei "ausgeprägter" Sepsis eingesetzt wird, kann die Lebensbedrohlichkeit nicht in Zweifel gezogen werden. In diesen Fällen reicht eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf Erfolg aus.


    Evidenz auf Leitlinienqualität ist (derzeit für Cytosorb) nicht (mehr) erforderlich. Nachdem die Notwendigkeit des o.g. Evidenzlevels vom BSG konstatiert worden war, hat der Gesetzgeber die Formulierung im Gesetz geschärft, sodass auch das BSG nicht mehr umhinkommt (BSG B 1 KR 25/20 R vom 21.3.2021, RNr. 23 ff), ein niedrigeres Evidenzlevel zu akzeptieren. Sofern keine negative Richtlinie des GBA, dass die Methode im KH nicht angewendet werden darf, oder eine Erprobungsrichtlinie des GBA (§ 137 c SGB V) existiert, reicht das Potential (§ 137 c Abs. 3 SGB V).


    Viele Grüße


    M2

    Hallo Cyre,

    oGVD = 5 Tage = "erster Tag mit zusätzlichem Entgelt". Der 5. Behandlungstag ist der erste Tag jenseits der Grenze, weil außerhalb der Grenzverweildauer, denn es gibt zusätzlich oGVD-Zuschlag.


    Viele Grüße


    M2

    Hallo Cyre, hallo AlterEgo,


    beschrieben ist "schwärzlich" verfärbtes, nicht "schwarzes" Jejunum.

    Nach Einschätzung des Operateurs wäre der (kurzzeitige) Versuch, mit warmem Wasser eine evtl. Erholung abzuwarten, dem Grunde nach angezeigt gewesen. Wegen der Dünndarmverletzung wurde dann aber umgehend eine Dünndarmteilresektion durchgeführt.


    Nach DKR P003 ist die Versorgung einer intraoperativen Komplikation nicht nur zusätzlich, sondern "gesondert" zu kodieren.


    Wir haben hier einen "Mischtatbestand" dahingehend, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch ohne Verletzung eine Resektion anstand, wegen der Verletzung der Versuch der Erhaltung aber gar nicht mehr unternommen wurde. Ich würde das daher mit 5-531.4 kodieren.


    Es besteht vermutlich Einigkeit, dass ohne eingetretene akzidentelle Verletzung und wegen Gangrän bei Nichterholung des Darms erfolgter Dünndarmresektion aufgrund des Prinzips der monokausalen Kodierung der OPS 5-531.4 zu wählen wäre.


    Wie aber wäre der Eingriff bei einer akzidentellen Verletzung des Darms, die eine Teilresektion erforderlich macht, ohne dass eine Durchblutungsstörung besteht, zu kodieren? Gemäß der Anweisung der DKR P003 wäre die Darmresektion "gesondert" zu kodieren, und das ist nun einmal ein eigener Kode.


    Im oben beschriebenen Fall würde ich das Risko einer sozialgerichtliche Auseinandersetzung nicht eingehen.


    Viele Grüße


    M2

    Hallo,


    im Ergebnis stimme ich Herrn Breitmeier zu.

    Ihre Frage ist sehr gut!

    Bei subtiler Bertachtung regelt der Schlichtungsausschussbeschluss positiv "nur", wann "eine einzelne Erkrankung (oder Komplikation) als Folge eines Tumors oder einer Tumortherapie [...] als Hauptdiagnose angegeben" wird (Satz 1) und bei welcher Rahmenbedingung dies nicht gilt (Satz 2).

    Formal ist damit der Schlichtungsausschussbeschluss nicht einschlägig, weil die (ausschließenden) Rahmenbedingungen gemäß Satz 2 erfüllt sind.


    Wegen der hier vorgenommenen Tumordiagnostik ergibt sich m.E. aus DKR 0201 der Primärtumor als HD.


    Viele Grüße


    M2