DRG-Kodierung für intramedulläres Melanocytom im Rückenmark - Selbstzahler

  • Vielen Dank für alle Hinweise. In der Tat soll ich wohl nicht voreilig zum Anwalt rennen...


    Ich habe nun gefunden, dass Benennung der ICD/OPS-Kodes auch im Gesetz über die Entgelte für voll- und teilstationäre Krankenhausleistungen (KHEntgG), § 8 Berechnung der Entgelte vorgeschrieben ist :

    Zitat

    (9) Die Rechnungen des Krankenhauses für selbstzahlende Patientinnen oder selbstzahlende Patienten sind in einer verständlichen und nachvollziehbaren Form zu gestalten. Dabei sind die Fallpauschalen und Zusatzentgelte mit der Nummerierung und den vollständigen Texten aus dem jeweils anzuwendenden Entgeltkatalog, den maßgeblichen Diagnose- und Prozedurenschlüsseln sowie bei Fallpauschalen den effektiven Bewertungsrelationen und dem Landesbasisfallwert auszuweisen. Zu den Diagnose- und Prozedurenschlüsseln sind außerdem die entsprechenden Textfassungen anzugeben. Weitere Entgelte sowie Zu- oder Abschläge sind mit kurzen verständlichen Texten zu bezeichnen.

    Somit gehe ich erst mal davon aus dass die Rechnungsstelle dies auch entsprechend umsetzen soll und nicht etwa an behandelndet Arzt verweisen darf.

  • Gut Tag zusammen,


    nach langem hin-und-her haben wir nun die Patientenakten erhalten.


    ***


    Rest des Beitrages habe ich entfernt in der Korrektur, da dieses falsche Seite der Patientenakte zitierte. Siehe nächsten Beitrag.
    ***

  • ich muss mich leide korrigieren. Es gab noch ein Deckblatt wo das in die Rechnung gestelltes Code B03B angegeben ist.


    Dieser beruht auf folgendem:


    Diagnosen:


    HD 12 C72.0 Bösartige Neubildung des Rückenmarks
    ND 12 U50.30 Mittelschwere motorische Funktionseinschränkung: Barthel-Index: 40-55 Punkte
    ND 12 U51.10 Mittlere kognitive Funktionseinschränkung: Erweiterter Barthel-Index: 20-65 Punkte
    ND 12 D48.9 Neubildung Verhalten unsicher oder unbekannt


    Prozeduren:


    5-031.20 Zugang zur Brustwirbelsäule: Hemilaminektomie BWS: 1 Segment
    5-984 Mikrochirurgische Technik
    5-035.0 Exzision und Destruktion von erkranktem Gewebe des Rückenmarkes und der Rückenmarkhäute: Intramedulläres Tumorgewebe
    3-823 Magnetresonanztomographie von Wirbelsäule und Rückenmark mit Kontrastmittel
    8-561.1 Funktionsorientierte physikalische Therapie: Funktionsorientierte physikalische Monotherapie



    Das Problem ist nur: C72.0 ist nicht zutreffend, im Arztbrief werden lediglich ein gutartiger Tumor (Melanozytom) und komplikationslose Eingriff und postoperative Behandlung erwähnt.


    Ich kann nur nicht finden wer für die Korrektur zuständig sein soll, es wird Ping-Pong gespielt, jeder verweist auf jemand anderen...

  • Die Kollegen scheinen nicht sehr entscheidungsfreudig zu sein (eigentlich ungewöhnlich für chirurgische Disziplinen *g*): Ist es nun
    - gutartig (lt. Arztbrief, Melanozytome sind in der Tat gutartig)
    - bösartig (C72.0) oder
    - unbekannt (D48.9)?
    Nur eines davon kann stimmen (es sei denn, es wären mehrere Tumore behandelt worden). Das sollte die Klinik schon beantworten können, multiple choice haben wir im Studium alle reichlich geübt...


    Ich vermute, dass die D48.9 eine Aufnahmediagnose war (vor der OP hat man ja noch keine Sicherheit über die Art des Tumors), die dann versehentlich in die Entlassungsdokumentation übernommen wurde. Schreiben Sie am besten an die Klinik *und* an die Abrechnungsstelle, verlangen Sie eine korrigierte Rechnung: D48.9 raus und C72.0 durch D33.4 ersetzen. Falls die Klinik auf C72.0 beharrt, lassen Sie sich den Histologie-Bericht und den OP-Bericht schicken.

  • Vielen Dank! Ich habe nun an die Krankenhaus-Station direkt geschrieben, hoffentlich passiert da was. Die Abrechnungsstelle winkt ab und sagt die würde alles vom Arzt bekommen.